Leider ein Leseabbruch. Gene Wolf verfolgt mit dem Roman eine tolle Idee. Latro, ein Soldat aus dem alten antiken Griechenland, verliert in einer Schlacht sein Gedächtnis dergestalt, dass er jede Nacht vergisst, was er vorher erlebt hat. Seine einzige Stütze sind seine Aufzeichnungen, die er täglich auf Papyrus schreibt. Der Ich-Erzähler stochert also in jedem Kapitel im geistigen Nebel, und alle Kapitel entpuppen sich als Fragmente, welche leider keine faszinierende Handlung, sondern eher eine Aneinanderreihung von Gesprächen und Begebenheiten bietet, jedenfalls im ersten Viertel des Buches, den Rest kann ich nicht beurteilen… Dieser Stil und Inhalt ist, so glaube ich, wirklich Geschmackssache. Die einen werden begeistert sein, die anderen abgeschreckt. Ich gehöre zur zweiten Gruppe und habe das Buch dann bei etwa Seite 80 abgebrochen, weil es mir einfach zu wenig Spaß gemacht hat. Gleichzeitig beweist der Schriftsteller, dass er sprachlich sehr gut schreiben und eine mystische, magische und göttliche griechische Welt weben kann.
3. JuliJul 3, 2025
Soldat des Nebelsby Gene WolfeHeyne
