Frauke Schlieckaus „Ein Jahr in Venedig“ ist eine atmosphärische und persönliche Liebeserklärung an die Lagunenstadt, die mit dem Zauber des Alltags, viel Charme und leichter Selbstironie Lust auf das venezianische Leben macht.
In „Ein Jahr in Venedig“ berichtet die Autorin von ihrem Auslandsjahr in der berühmten Lagunenstadt und taucht ein in die magische Welt zwischen Kanälen, Karneval und Acqua Alta. Sie stellt nicht nur Sehenswürdigkeiten und Traditionen vor, sondern nimmt die Leser auch mit hinter die Fassaden der venezianischen Palazzi, erzählt von nächtlichen Bootsfahrten und besucht die Biennale aus der Insiderperspektive. Schlieckaus Blick bleibt dabei authentisch und persönlich: Ihr Alltag in Venedig ist geprägt von kleinen Episoden, überraschenden Begegnungen und dem Wechselspiel zwischen Fremdsein und Heimischwerden. Die Autorin schildert ihre Erfahrungen mit leichter Ironie und viel Sympathie für die Stadt und ihre Bewohner. Die Geschichten wirken mal melancholisch, mal verspielt und spiegeln das Leben in einer Stadt wider, die voller Mythen und Gegensätze ist. Besonders gelungen ist der Balanceakt, Alltag und Abenteuer miteinander zu verbinden und die Leser für das Leben jenseits der Touristenströme zu begeistern. Venedig erscheint hier als Ort der Sehnsüchte und Entdeckungen, aber auch als Realität mit Hürden und Absurditäten. Schlieckaus Buch ist keine klassische Reiseerzählung und erst recht kein typischer Städteratgeber. Vielmehr steht die persönliche Annäherung im Mittelpunkt – zwischen Aufbruch und Ankommen, Suchen und Finden. Sehr empfehlenswert für alle, die Venedig abseits von Klischees kennen lernen möchten und Lust haben, Teil eines authentischen venezianischen Jahres zu werden.



