Nach dem Buch bleibt mir der Eindruck, dass es doch sehr eilig geschrieben wurde und viele Fragen mittlerweile klar beantwortet werden können. Trotzdem bleibt es ein guter kurzer Überblick über den Übergang und den Anfang, eher ein Zeitdokument als eine bleibend wichtige Lektüre.
„Man sagt, wenn die Leute am Anfang applaudieren, bedeutet das nicht viel. Entscheidend ist, ob sie am Ende noch wach sind.“ - Dieses Zitat von Leo XIV. während seiner ersten Pressekonferenz als Oberhaupt der katholischen Kirche passt auch zu Andreas Batloggs Buch, dem es entnommen ist. Denn es ist natürlich schön, wenn fast sofort nach der Wahl eines Papstes ein Porträt herauskommt. Allerdings muss man echt lange dran bleiben, um auch wirklich bis zum aktuellen Papst zu kommen. Ursprünglich hatte er vor, ein Buch über Papst Franziskus zu schreiben, ein Projekt, das durch dessen Tod obsolet wurde. Aber weiterhin ist ihm nahezu die Hälfte der 158 Seiten gewidmet. Das ist zwar auch interessant, aber zugleich Etikettenschwindel. Nun gut, der Jesuit Batlogg beschreibt vornehmlich den Übergang, inklusive kritischer Würdigung von Franziskus. Dazu kommt einiges zum Konklave, zu den Kandidaten, aktuellen Themen und Bruchstellen in der Kirche, auch kurz Biografisches zu Leo XIV. Viel dreht sich um die Frage der Kontinuität nach dem Pontifikat von Franziskus, wo man sagen kann, dass sie inzwischen sichtbarer geworden ist. Dafür werden frühere Aussagen von Robert Prevost vor der Papstwahl unter die Lupe genommen: Synodalität zum Beispiel bleibe wichtig und bedeute einfach, „dass wir alle zusammen gehen und gemeinsam suchen, was der Herr in dieser unserer Zeit von uns verlangt.“


