11. März
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Mit "Hitze, Flut und und Tigermücke" erschafft Michaela Koschak einen breiten Überblick über das Thema Klimakrise, und gibt dem wissenschaftlichen Thema einen persönlichen Bezug, was eine sinnvolle Brücke für ein gesamtgesellschaftliches Verständnis sein kann. Ich empfehle dieses Buch allen, die sich in das Thema einlesen wollen und noch nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Dahingegen ist es weniger befriedigend für jene, die sich schon eingehend mit der Klimakrise beschäftigt haben. Deshalb im Folgenden drei Kritikpunkte, die aber nicht den informativen Wert des Buchs schmälern sollen: 1. Manches lässt die Autorin auch außer Acht, zB beim Thema Buch: Im Kapitel zu Wäldern stellt der Text es so dar, als wären Printbücher klima-/umweltschädlich im Vergleich zu E-Books. Dabei fällt die Bilanz recht ähnlich aus. Klar, ein Buch wird nicht klimaneutral produziert, aber ein E-Book-Reader ist auch nicht gerade das Vorzeigebild, wenn man an die Lithium-Batterie und die Entsorgung denkt. Das gilt nicht nur für E-Reader, sondern für alle digitalen Endgeräte. Während die Autorin fortgehend die Digitalisierung gelobt hat (zurecht), hat sie die Kritik am extrem klimaschädlichen Hintergrund der digitalen Welt (Server, Rohstoffbeschaffung und andere Bereiche, die zukünftig verbessert werden müssen) außer Acht gelassen. 2. Für meinen Geschmack individualisiert die Autorin an manchen Stellen Klimalösungen zu sehr. Ein Zitat: "[Die Jugendlichen] engagieren sich bei Fridays for Future und wollen nachhaltig sein, schauen aber parallel nebeneinander stehend jeder mit dem eigenen Endgerät teils stundenlang Videos." (S. 225) Diese Aussage stößt bei mir bitter auf. Es ist nicht die Aufgabe von Jugendlichen, die Welt durch weniger Videoschauen zu retten (davon abgesehen sind Handys sehr energieeffizient und werden immer energieeffizienter). Fridays for Future zielt darauf ab, die Politik zu einer effektiven Klimapolitik zu animieren, was ja eigentlich nicht mal die Aufgabe der jungen Leute sein sollte. 3. Der letzte Satz im Kapitel zum Bauen ist meiner Meinung nach nicht realistisch. Die Autorin schreibt erstmal, dass an klimafreundlichen Baumaßnahmen geforscht wird, um Bauen in Zukunft klimafreundlich zu machen (was es momentan v. a. wegen des Zements nicht ist). Das ist gut. Aber dann ergänzt sie, dass es sogar besser wäre, gar nicht erst neu zu bauen - was bei der aktuellen, durch überbürokratische Auflagen und Versäumnisse Wohnungsnot einfach nicht anwendbar ist.

Hitze, Flut und Tigermücke
Hitze, Flut und Tigermückeby Michaela KoschakVerlag Herder