Geordnete Verhältnisse ist ein tiefgründiger und feinfühliger Roman über Familie, Erwartungen und zwischenmenschliche Spannungen. Lana Lux schreibt ruhig, aber unglaublich intensiv und schafft Figuren, die echt und verletzlich wirken. Ein Buch, das nachdenklich macht und noch lange im Kopf bleibt..emotional, klug und wunderschön geschrieben.
Eine Geschichte, die erschreckend ist und leider die Realität vieler Frauen abbildet
Dieses Buch hat mir den Atem geraubt. Was harmlos beginnt, steigert sich immer weiter. Zwischenzeitlich war ich fassungslos über die Gedankenwelt, in die man hinabtaucht. Dieses Buch ist nichts für Personen, die sensibel sind und hätte durchaus eine Contentwarnung verdient.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
"Geordnete Verhältnisse" von Lana Lux habe ich unglaublich schnell verschlungen und jetzt bin ich etwas wehmütig, dass es schon vorbei ist. Der Roman erzählt von Faina und Philipp, die sich seit der Kindheit kennen und irgendwie nicht mit, aber vor allem nicht ohne einander können. Dabei spitzt sich vor allem Philipps Besessenheit immer weiter zu. Die Geschichte wird aus beiden Perspektiven erzählt, sodass man Einblicke sowohl in die Gedanken von Faina, als auch in die von Philipp erhält. Dies hat für mich sehr gut funktioniert und machte die Erzählung spannend und hat mir die verschiedenen Emotionen sehr nah gebracht. Alleine eine psychische Erkrankung (aus spiolergründen nenne ich die/den Betroffene/n nicht) hätte es für mich nicht geben müssen. "Geordene Verhältnisse" war mein erstes Buch der Autorin, aber wird sicherlich nicht mein letztes gewesen sein.
So gut, dass es schwer in Worte zu fassen ist.
Ein Must-Read, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Ein heftiger Roman, der einen bisweilen wütend zurücklässt.
Absolut fesselnd
Leicht zu Lesen mit schwerem Thema
Das Buch ist sehr lesenswert, eine Geschichte die auf den ersten Blick einfach und unbesonders wirkt, sich aber deutlich von anderen klassischen Liebesgeschichten abgrenzt. Sehr gut geschrieben und aufgebaut und geht auch nach dem Ende des Buches nicht aus dem Kopf.
*Ich glaube, dass wir, die davon betroffen sind, bloß von Anfang an Kontrolle mit Liebe verwechselt haben.*

Dieses Buch hat mich erwischt. Und zwar genau so, wie es das wollte.
Zu Beginn liest sich Geordnete Verhältnisse fast leicht – angenehm, warm, mit dem Gefühl, einer Freundschaft beim Entstehen zuzusehen. Lana Lux schreibt so, dass man sich sofort wohlfühlt. Man denkt: schöne Geschichte, sympathische Figuren, gute Energie. Und dann – ganz langsam, fast unmerklich – beginnt sich das Bild zu verschieben. Besonders Philipp hat mich dabei fasziniert und gleichzeitig kalt erwischt. Er tritt auf wie der klassische nette, ein bisschen schräge Typ, dem man sofort vertraut. Harmlos. Liebenswürdig. Vielleicht ein bisschen eigen – aber wer ist das nicht? Doch je weiter man liest, desto klarer wird, was sich hinter dieser Fassade verbirgt. Sein Verhalten entblättert sich Seite für Seite, und am Ende erkennt man: Das war nie Schrulligkeit. Das war Kontrolle. Was Lana Lux hier so beunruhigend gut trifft, ist die Mechanik dahinter. Genau so funktioniert Narzissmus im echten Leben. Man sieht es nicht sofort. Man will es oft nicht sehen. Und bis man es benennen kann, ist man längst mittendrin. Das Buch lässt einen nicht laut aufschreien – es macht etwas Subtileres: Es lässt einen rückblickend alles neu lesen. Jede Szene, jeder Dialog bekommt plötzlich eine andere Farbe.
Lana Lux hat mich sprachlos gemacht – auf die beste Art
Geordnete Verhältnisse zieht einen von den ersten Seiten in seinen Bann. Der Schreibstil von Lana Lux ist unverkennbar originell : präzise, ohne kalt zu wirken und poetisch zugleich, ohne je ins Schwärmerische abzugleiten. Besonders stark ist der Einsatz der zwei Ich-Perspektiven: Es gibt beiden Protagonisten eine eigene Stimme und Weltsicht. Man versteht als Leserin, wie eine Katastrophe aus vielen kleinen Ursachen entsteht, ohne dass man sie aufhalten kann. ⚠️ Achtung Spoiler Das Ende des Romans ist erschütternd und gleichzeitig erschreckend wahrheitsgemäß. Lana Lux lässt die Medien zu Wort kommen, die Fainas Ermordung als „Verzweiflungstat” bezeichnen, ihre Attraktivität betonen und den Femizid nie als solchen benennen. Diese bittere Schlusspointe ist ein direkter Spiegel gesellschaftlicher Realität und macht das Buch zu mehr als einem Roman.
Aktuell und tiefgründig. Grosse Empfehlung🩷
Ich habe das Buch in einem Zug gelesen. Konnte es nicht weglegen. Der Schreibstil hat mich sehr angesprochen. Die Geschichte ist sehr vielseitig beschrieben. Ich war tatsächlich begeistert von dem Buch und kann es empfehlen.

Ein Buch, das mich sprachlos und tieftraurig zurückgelassen hat. Es erzählt eine erschütternd reale Lebensgeschichte aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven.

Mit jeder Seite habe ich mehr Bauchweh bekommen. Ich wusste nicht, wohin die Reise geht aber man hatte ständig einen bitteren Beigeschmack zwischen den Buchstaben. Sehr intensiv. Großartig!
Intensiv und aufreibend
Nachdem die Geschichte sehr detailliert und abwechselnd aus der Sicht beider Protagonist:innen begonnen hat, wurde sie im letzten Drittel zu einer intensiven Achterbahnfahrt, und lässt mich mit einer großen Palette an Gefühlen und Gedanken zurück.
Beklemmend, humorvoll und unvergesslich!!!
“Geordnete Verhältnisse” ist ein Roman, der mich gleichzeitig begeistert und erschüttert zurückgelassen hat. Lana Lux überzeugt mit einer eindringlichen, klugen Erzählweise, die einen sofort in die Geschichte hineinzieht und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Im Zentrum steht eine Freundschaft aus Kindheitstagen, aus der sich im Laufe der Zeit Liebe entwickelt oder vielleicht eher eine Form von Besessenheit, die zunehmend beklemmend wirkt. Genau diese Ambivalenz macht den Roman so intensiv und verstörend zugleich. Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre der 1990er-Jahre im Ruhrgebiet. Die Autorin lässt diese Zeit lebendig werden, was für mich persönlich sehr nostalgisch war, da ich selbst in dieser Zeit zur Schule gegangen bin. Immer wieder musste ich schmunzeln, nur um kurz darauf von der bedrückenden Handlung wieder eingeholt zu werden.
Wow. Ich mochte die Perspektiven sehr und das Ende bestärkt: lieber einmal mehr hinsehen!
Traurig beeindruckend
So wichtiges Thema. „… Verzweiflungstat aus Liebe …“ Beeindruckend und nachvollziehbar dargestellt, wie die Dynamiken in solchen Beziehungen sein können.
Verstörend gut !
Eins der wenigen Bücher, das ich in letzter Zeit binnen kürzester Zeit durchgelesen habe. Verstörend, ergreifend, spannend.
Harte Kost in leichtem Plauderton
Puh, eine Kindheitsfreundschaft und wie sie sich über die Jahre bis ins Erwachsenenalter entwickelt… immer enger schnürt es einem die Brust zu. Der leichte Plauderton, in dem das Ganze erzählt wird, passt nicht richtig und doch trägt er zur Beklemmung bei. Wahrscheinlich passt er also doch sehr gut. Nicht gefallen hat mir das jähe Ende, das viel zu wenig ausgeführt war (nach meinem Empfinden). Dafür wurden gerade zu Beginn Alltagssituationen ewig ausgeführt. Mir hat „Kukolka“ von Lana Lux deutlich besser gefallen, auch wenn ich hier das Thema sehr gelungen finde. Das kann ich aber nicht erwähnen, weil dann alles gespoilert wäre. Insgesamt dennoch lesenswert und leider sehr aktuelles Thema. Wobei es wohl schon immer aktuell war 😢
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Außer damit, dass „Geordnete Verhältnisse“ für mich ein absolutes Jahreshighlight ist. Selten hat mich ein Buch auf so vielen Ebenen überzeugt. Cover, Titel, Inhalt, Schreibstil, Sprache, Aufbau und die einzelnen Kapitel: Hier greift einfach alles perfekt ineinander! Schon von den ersten Seiten an hat mich der Roman vollständig in seinen Bann gezogen. Ich hatte sofort das Gefühl, dass es richtig, richtig gut wird Lana Lux schreibt eindringlich, präzise und gleichzeitig unglaublich atmosphärisch. Jede Szene sitzt, jedes Kapitel hat Gewicht, nichts wirkt überflüssig oder beliebig. Die beiden Protagonisten, Philipp und Faina, sind sehr detailliert und vielschichtig gezeichnet. Sie könnten gegensätzlicher kaum sein und fühlen sich dennoch magisch zueinander hingezogen. Diese Anziehung war für mich nicht immer leicht nachzuvollziehen. „Geordnete Verhältnisse“ trifft es allerdings auf den Punkt, denn was die beiden verbindet, ist nicht Romantik, sondern die Suche nach Halt, nach Struktur, nach Sicherheit. Dabei geht es in diesem Buch um so viel mehr als „nur“ um eine toxische Beziehung. Es geht um Herkunft, Prägungen, dysfunktionale Familien, emotionale Abhängigkeiten und um das tiefe menschliche Bedürfnis, irgendwo anzukommen und sich sicher zu fühlen. Ich möchte bewusst nicht zu viel verraten. Für mich ist „Geordnete Verhältnisse“ ein intensiver, kluger und bewegender Roman, den jeder lesen sollte.
Die Charaktere sind nicht besonders vielschichtig und dort, wo sie es sind, wirkt es überzogen oder irrelevant. Aber die Erzählweise und der Schreibstil sind wunderbar. Das Buch ist ruhig, aber das macht es nicht langweilig. Es zeigt die Normalität auf, in der zu viele Frauen leben
Aufwühlend und spannend geschrieben, aber an manchen Stellen war es zu viel gewollter Kontrast, zu viel Inszenierung; es war als würde eine Vielschichtigkeit erzwungen werden mit "Extremen" aber das hat der Erzählung nichts gegeben. Dennoch: absolut lesenswert.
Wahnsinn! Etwas, was viel öfter thematisiert werden sollte wurde hier in eine gelungene Geschichte verpackt. Zwischendurch an einigen Stellen etwas langatmig. Auch wenn man immer wieder auf ein Happy End gehofft hat, wusste man ab einem gewissen Punkt wie das Ganze ausgeht. Die letzten 21 Zeilen schockieren. Sie machen betroffen und beschreiben genau das was in unserer Gesellschaft tagtäglich passiert: FEMIZID! Traurig, roh und echt!
Can't tell how angry I am
Forced to leave her homeland, Faina ends up in a small German town, where she befriends Philipp, a volatile boy who teaches her the language, Christmas traditions—and claims her as his own. Years later, their paths cross again when Faina, pregnant and desperate, appears at his door. Geordnete Verhältnisse is a story of anger, obsession, and a woman’s refusal to become a man’s possession. If you want it even tighter or more marketing-oriented, I can refine it further. I can't say how pissed I was during the whole book. if I had to hear one more time "I need to tame her" / "I am the only one to take care of you" I was going to throw up. i know that this is exactly what the book wanted - but staying in the head of a narcissistic man for half of the time got me to my limits. i was angry about literally every thought in Philipps head. yes bad experience as a child but wtf. its like all narcissistic and violent stereotypes are thrown in. helping syndrom then reproach exactly that. the typical "it's just you and me" saying sorry then repeat. I read a lot of reviews that say "at some points his behaviour was a little understandable - but no. Never. It all screamed "run away!"
Puhhhh das war harte Kost! Da kam alles zusammen, schwierige Familiäreverhältnisse auf beiden Seiten, eine ungeplante Schwangerschaft, antisemitismus, körperliche Misshandlungen, Narzissmus, Stalking und so weiter. Trotzdem extrem spannend diese Täter- Opfer- Umkehr zu sehen. Einfach unglaublich
Verstörend realistisch und dramatisch
Beide Protagonisten haben eine Kindheit die geprägt wurde durch Gewalt, Alkoholmissbrauch und Lieblosigkeit. Es geht um eine Freundschaft die ziemlich schnell toxisch wird und geprägt durch verschiedene Abhängigkeiten. Die Geschichte nimmt einen schnell in seinen Bann und obwohl man das Ende bereits irgendwie kommen sieht, haut es einen trotzdem um. Erzählt wird aus beiden Perspektiven und das fand ich sehr gelungen.
Lana Lux erzählt eindringlich von einer Beziehung, die zwischen Fürsorge und Kontrolle kippt. In klarer, ungeschönter Sprache beleuchtet sie Macht, Abhängigkeit und Herkunft. Ein beklemmend starkes Buch über menschliche Abgründe.

Die Macht der Nähe.
„Geordnete Verhältnisse“ ist ein gutes, intensives Buch, das vor allem zu Beginn überzeugt. Die Art, wie Lana Lux die Freundschaft zwischen den beiden Protagonisten beschreibt – vorsichtig, glaubwürdig, mit vielen feinen Beobachtungen – zieht sofort hinein. Man spürt, wie sich Nähe, Abhängigkeit und Macht langsam ineinander verschieben. Im zweiten Teil verliert der Roman für mich allerdings an Kraft. Einige Entwicklungen wirken zu sprunghaft, manche bleiben nur angerissen. Die Verdichtung in diesem Teil führt zudem dazu, dass Lana Lux häufiger auf stereotypische Situationen zurückgreift, wo zuvor noch leise Zwischentöne dominierten. Das macht es teilweise schwer, der Geschichte emotional weiterhin zu folgen. Das Ende und vor allem die Entwicklung von Philipp leiden unter dieser sprunghaften Erzählweise am meisten. Insgesamt ist „Geordnete Verhältnisse“ ein lesenswertes Buch mit einem spannenden Thema, das aber nicht ganz die erzählerische Tiefe hält, die es zu Beginn verspricht.

Vater, Mutter, Kind - die erstrebenswerte Lebenskonstellation. Sie verspricht Geborgenheit, Anerkennung und Sicherheit - etwas, das sich alle wünschen. Besonders die, für die Dazugehören nicht selbstverständlich ist. Und doch sind da Abgründe, vor denen niemand warnt. Lana Lux zeichnet ein Vexierbild der erstrebenswerten Lebenskonstellation. Mit ihrem Gespür für glückliche Momente, die in Schieflage geraten, kleine Entwicklungsschritte, die an der Basis rütteln, und minimale Entgleisungen, die den Weltuntergang einleiten. Wir bekommen zwei Perspektiven gereicht und fühlen mal mit der einen, mal mit der anderen. Dabei können wir gleichzeitig spüren, dass irgendetwas nicht passt - nur eine Kleinigkeit, die auf den ersten Blick gar nicht so wichtig zu sein scheint. Und plötzlich ist es schwierig, den Finger auf den Moment zu legen, in dem das Vexierbild kippt. Große Leseempfehlung für Menschen, die klare Sprache mit feinem psychologischen Blick lieben.
Geordnete Verhältnisse von Lana Lux ist kein leichtes Buch – inhaltlich wie emotional. Die Geschichte dreht sich um Faina und Philipp, zwei Menschen, deren Leben von toxischen Beziehungen, emotionaler Abhängigkeit und den tiefen Nachwirkungen ihrer Kindheit geprägt ist. Erzählt wird abwechselnd aus beiden Perspektiven, was einen intensiven Blick auf ihre Lebensrealitäten ermöglicht. Besonders eindrucksvoll ist, wie klar sichtbar wird, wie frühkindliche Erfahrungen spätere Bindungsmuster formen. Lana Lux beschönigt nichts: Sie zeigt, wie Verletzungen weiterwirken, Beziehungen zerstörerisch werden können und wie schwer es ist, aus solchen Strukturen auszubrechen. Interessant war für mich, dass ich weder Faina noch Philipp mochte – aber das hat mich beim Lesen nicht gestört. Im Gegenteil: Gerade weil die Figuren nicht sympathisch sein müssen, um glaubwürdig zu sein, wirkt ihre Geschichte so realistisch und roh. Die Distanz zu den Charakteren hat die Wirkung des Buches für mich sogar verstärkt. Trotz der Schwere – oder gerade wegen ihr – hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die psychologische Tiefe, die ehrliche Sprache und die Vielschichtigkeit der beiden Perspektiven machen es zu einer intensiven Lektüre. Es ist kein Roman, der tröstet, sondern einer, der zeigt, wie Beziehungen kippen können und wie Vergangenheit unbewusst weiterlebt. Geordnete Verhältnisse ist keine Wohlfühlgeschichte, sondern ein starkes, kluges und schonungsloses Buch über Verletzungen, Macht, Abhängigkeit und persönliche Prägungen. Wer psychologisch dichte Literatur mag, findet hier eine sehr beeindruckende Lektüre.

Uff. Gänsehaut - klare Leseempfehlung!
„Geordnete Verhältnisse“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Anfangs war ich voller Erwartung, wie sich die Geschichte zwischen Philipp und Faina entwickeln würde – doch erst nach und nach wird klar, wie viel Tiefe und Tragik hinter ihrer Beziehung steckt. Lana Lux erzählt das so subtil, dass man erst später merkt, wie sich die Dynamik zwischen den beiden von Beginn an abgezeichnet hat: eine Frau, die sich verliert, weil sie glaubt, nur in der Abhängigkeit geliebt zu werden. Ein stilles, fein beobachtetes Buch über Macht, emotionale Kontrolle und die Suche nach sich selbst. Sprachlich präzise, psychologisch eindringlich – und eines, das nachhallt.
Wie aus Nähe Zerstörung werden kann
Die Geschichte von Philipp und Faina zeigt eindrücklich, wie aus einer Kindheitsfreundschaft über die Jahre eine zerstörerische Abhängigkeit entsteht. Es geht um Macht, Kontrolle, Gewalt und die Frage, warum niemand eingreift. Anfangs fand ich das Buch eher zäh, ab der Mitte wurde es deutlich stärker. Inhaltlich ist es sehr vollgepackt, fast zu viel für die knapp 300 Seiten. Viele Themen werden nur angerissen, daher fehlt es manchmal an Tiefe. Trotzdem überzeugt die klare, schonungslose Darstellung einer toxischen Beziehung. Das Ende kam mir jedoch deutlich zu abrupt. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, die Perspektivwechsel zwischen Faina und Philipp bringen eine gute Dynamik rein. Insgesamt ein wichtiges Buch mit starker Botschaft, das nachwirkt.
‘Geordnete Verhältnisse’ von Lana Lux ist eine zutiefst verstörende, zermürbende und doch allzu alltägliche Geschichte, die einen ungeheuren Sog auf mich ausgeübt hat. Erzählt wird die Geschichte von Faina, die als Kind mit ihrer Familie als jüdische Kontingentflüchtlinge aus der Ukraine nach Deutschland kam, und von Philipp, der sich als stets wütendes Kind aus schwierigen Verhältnissen nach nichts mehr sehnt als nach einer Freundschaft. Als die beiden sich in der Schule kennenlernen, beschließt Philipp, Faina zu seiner besten Freundin zu machen, was viele Jahre anhält - trotz seiner durch Ras$ismus und Ant1sem1tismus gestählten Ignoranz Fainas Lebensstils gegenüber. Als Erwachsene haben beide sich mehr oder weniger aus den Augen verloren, doch eines Tages steht Faina schwanger und hilfsbedürftig vor Philipps Tür - der Tür seiner teuren Eigentumswohnung, die er mit seiner Partnerin bewohnt. Philipp nimmt Faina bei sich auf und hilft ihr, doch schnell wird daraus ein gefährliches Abhängigkeitsverhältnis, das sich immer tiefer in ihre Leben gräbt. Ich empfehle sehr, das Hörbuch zu hören, gesprochen u.a. von der Autorin selbst. Die Stimmen passen richtig gut zu den Figuren und verstärken den Effekt der sich vermischenden Perspektiven noch. Lana Lux hat es mit dem Buch hervorragend verstanden, eine Geschichte von Obsession und Gewalt so schleichend zu erzählen, dass man nicht mehr rauskommt - ebenso wie die betroffenen Figuren. Wenn ich an ‘Geordnete Verhältnisse’ denke, läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter - erst recht, wenn ich daran denke, dass ähnliche Geschichten sich Tag für Tag in der Realität so abspielen. Hörbuch gesprochen von Lana Lux, Oliver Dupont, Sebastian Dunkelberg. CN: Dr0genm1ssbrauch, M0bbing, Ras$ismus, häusliche G3walt, M0rd, Antisem1tismus
Absolut meisterhaft!
Es ist eine Qual dieses Buch zu lesen. Doch es liegt so viel Spannung in der Beziehung zwischen Philipp und Faina, dass man trotzdem nicht aufhören kann. Es lässt einen verstehen, wie eine tiefe, toxische Abhängigkeit entstehen kann und gleichzeitig macht es einen absolut fassungslos. Lana Lux vermag es, Philipps problematischen Charakter anfangs nur anzudeuten, sodass man sich keine Sorgen macht und es schon zu spät ist, als sich das alles in seiner ganzen Breite entfaltet. Sie lässt einen dadurch spüren, was Faina erlebt. Kunstvoll wechselt die Autorin zwischen Fainas und Philipps Perspektive und zwischen personalem und nonpersonalem Erzählen. Sie lässt einen eintauchen in die krude Gedankenwelt von Philipp, ohne zu kommentieren, sodass man selbst denken darf. Bis zur letzten Seite kann man nicht absehen, ob die Handlung noch eine positive Wendung nimmt oder nicht. Definitiv ein Highlight dieses Jahr!
Aus Freundschaft in der Grundschule wird obsessives Nachstellen und "Zweckbeziehung" mit tragischem Ende
Das Hörbuch konnte mich mit den Sprecher:innen weniger abholen. Die Kapitel aus Sicht von Philipp fand ich furchtbar langweilig, gefühlt hat er sich über das halbe Buch hinweg immer wieder nur eingenässt und festgestellt, dass alle und alles unwürdig und unter seinem Niveau sind, nur Faina, seine zufällige Grundschulfreundin, der einzige positive Aspekt in seinem Leben, die er auch als Erwachsener trotz Kontaktabbruch verfolgt und ohne die sein Leben wertlos sei - naja! Die Kapitel aus Fainas Sicht brachten dann endlich Schwung ins Ganze, ohne hätte ich vermutlich abgebrochen. Trotzdem konnte ich auch mit Faina nicht viel anfangen. Ihre anfängliche Darstellung als junge Frau passte für mich nicht ganz zu der Faina, die letztlich aus Alternativlosigkeit eine Beziehung mit Philipp eingeht. Ihre Versuche, vom manipulativen und zu Gewalt neigenden Philipp wegzukommen und auch die Art, wie er immer wieder mit und über sie spricht, sind nur sehr schwer zu ertragen. Viele Themen, wie etwa Philipps Rassismus oder die Situation alleinerziehender Frauen, bleiben eher oberflächlich angerissen Das tragische Ende dieser Beziehung ist dafür, dass lange Zeit im Roman wenig passiert, ziemlich abrupt und lässt einige Fragen offen – nicht zuletzt: Wo waren Familie und Freunde? Die angesprochenen Themen sind wichtig, für mich aber nicht so gelungen umgesetzt, dass ich dieses Buch weiterempfehlen würde.
Zuerst hat mich das Buch neugierig gemacht, danach wurde ich mitgerissen, schließlich habe ich gebannt und mit schlechter Vorahnung weiter gehört, bis es mich fassungslos und entsetzt zurück gelassen hat.
Ich wusste überhaupt nicht was mich erwartet und das war auch gut so. Es behandelt allerdings einige schwere Themen, somit nicht für alle geeignet. Die Charaktere waren sehr interessant und glaubwürdig gezeichnet. Am Anfang ahnt man nicht in was für eine Richtung die Beziehungsdynamik geht, nach und nach kristallisiert sich der Wahnsinn und der ganze Ausmaß dieser Beziehungsdrama aus. Es hat mich beeindruckt wieviel in diesen wenigen Seiten erzählt wird und mir die Autorin nahe gebracht hat. Es ist eine verstörende Geschichte aber sehr realistisch erzählt. Trotz der schweren, dramatischen Thematik hat mir das Buch sehr gut gefallen.
Lana Lux kann einfach erzählen! Ich hab es gesuchtet! Das war mein zweites Buch von ihr und wie bei „Kukolka“ ging es mir auch bei „Geordnete Verhältnisse“ so, dass wirklich harte Dinge erzählt werden und ich beim Lesen schon ein ungutes Gefühl hab, aber gleichzeitig einfach nicht aufhören kann und weiter und weiter und weiter lesen will. Bis dann das Ende kommt und es kommt heftig. Hier erzählt Lana Lux die unglaubliche toxische Beziehung von Philipp und Faina. Philipp wiederholt die dritte Klasse, hat keine Freunde und wünscht sich sehnlichst einen Freund. Faina kommt aus der Ukraine nach Deutschland und wird die neue Sitznachbarin von Philipp. Beide haben rote Haare und das scheint zu verbinden. Aber nicht nur das, sondern auch die schrägen Familienverhältnisse. Eine Freundschaft beginnt, die von Anfang an nicht gesund war. Die Perspektiven wechseln öfter. Mal erlebe ich Philipps Innenleben und dann wieder Fainas. Philipps Gedanken sind so grotesk und Lana Lux schafft es, dass er mir schon fast zu nah kommt. Aber irgendwie krieg ich dadurch einen Einblick in die Welt eines besitzergreifenden Menschen. Ich hatte mich richtig unwohl gefühlt und gleichzeitig war ich total fasziniert. Für mich ein absolut wichtiges Buch und ich würde es jedem empfehlen, der/die harte und brutale Szenen aushalten kann. Nach dem Beenden fühlte ich mich erst mal leer, aber gleichzeitig war ich froh, dass diese Geschichte erzählt wurde und ich sie lesen durfte. S.25 „Wer so eine Seelenverwandtschaft kennt, weiß, dass sie auch dann bestehen bleibt, wenn die Person nicht anwesend ist. Das ist das Blöde. Egal wie sehr ich es versuche, ich kann einfach nicht aufhören, an sie zu denken.“ S.43 „Ich sagte ihr, dass es eklig war, das Kaugummi für später hinter dem Ohr aufzubewahren, ich sagte ihr, wenn sie nach Knoblauch roch, ich sagte, dass ihr Rucksack eine Fälschung war, dass sie die Banane auf der falschen Seite öffnete, dass man Brote zusammengeklappt essen sollte, und auch, dass man bei uns in Deutschland nicht aus dem Fenster schrie. Ab da schrie sie nicht mehr und lernte auch all die anderen Dinge richtig zu machen.“ S.274 „Das Schlimmste ist, dass ich insgeheim auch noch stolz darauf war, dass er alle hasste, nur mich nicht. Er gab mir das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein. Anderseits ritt er immer auf meinen Schwächen herum, nur aus Spaß, natürlich.“
das buch ist zwar nicht soo lang mit 288 seiten, trotzdem hat es mich in der mitte teilweise gelangweilt. es zu lesen hat sich aber gelohnt.
Getroffen und wütend zurückgelassen
Nach zwei Dritteln musste ich eine Pause einlegen die Geschichte fand ich zäh, und der Protagonist blieb mir sehr unsympathisch.. Doch das letzte Drittel hatte eine Wucht: intensiv und bedrückend. Das Ende, insbesondere der letzte Absatz und die Beschreibung der Berichterstattung, hat mich tief getroffen und wütend zurückgelassen.
"Ich jedenfalls habe schon von klein auf gelernt, dass Liebe und Schmerz zusammen gehören."
Beide Protagonisten haben eine schwere Kindheit mit unterschiedlichen Problemen hinter sich. Daraus entsteht mit den Jahren eine ungesunde Beziehung. Er sucht um jeden Preis eine Freundin (Kumpel) und weil er immer alles für sie möglich macht, entwickelt sie eine gewisse Abhängigkeit. Für ihn wird es zur absoluten Obsession bis es soweit geht, dass er nicht mehr ohne sie leben kann und will. Und als sie das erste Mal harte Konsequenzen zieht, eskaliert das Ganze. Das Ende ging mir viel zu schnell, es hat insgesamt etwas an Tiefe gefehlt und man wird zu sehr seiner eigenen Interpretation überlassen.

Keine leichte Kost
Das Buch beginnt scheinbar ruhig – als eine Geschichte über Freundschaft zwischen sehr unterschiedlichen Menschen. Schnell wird jedoch klar, dass eine der Figuren alles andere als gewöhnlich ist. Ihre Gedanken und Handlungen wirken oft befremdlich, aber gerade das macht es so faszinierend, ihr durch die Kapitel zu folgen. Die unterschiedlichen Erzählperspektiven sind dabei ein echtes Highlight: Sie lesen sich, als hätte jede Figur selbst zur Feder gegriffen – authentisch, widersprüchlich, menschlich. Im mittleren Teil verliert das Buch für einige Kapitel ein wenig an Spannung. Es gibt Passagen, die sich ziehen und wenig zur Handlung beitragen. Trotzdem bleibt man dran – vielleicht gerade, weil man spürt, dass sich unter der Oberfläche etwas zusammenbraut. Was sich anfangs wie eine leise Erzählung über Nähe und Distanz anfühlt, kippt irgendwann ins Abgründige. Die Dynamik wird toxisch, manipulierend, fast schon verstörend realistisch. Das Ende kommt überraschend, ist schockierend und lässt einen sprachlos zurück.
4,5⭐️
Einfach wahnsinnig gut geschrieben. Grauenvoller Protagonist und Vielschichtige Protagonistin. Das Buch hält auf den zweiten Blick noch mehr bereit als eventuell auf den ersten Blick sichtbar ist, das hat mir sehr gut gefallen.
Alter. Das war unfassbar krass. DAS ENDE DIESES FUCKING ENDE, ich saß mit dem Hörbuch in der Bahn und hätte fast geschrien. Keine leichte Kost aber wahnsinnig gut umgesetzt!!
Ein buch, wie sich eine innige Freundschaft schleichend bis hin zu einer Obsession mit psychischer und physischer gewalt entwickelt und tragisch endet.
So so gut fand ich es. So realitätsnah und ich wollte unbedingt das Ende wissen weil es sich so einfach liest und so realistisch ist. Das Ende 🤯
"Je schlimmer die Person, desto eher wird Faina die Nähe zu ihr suchen, das ist so sicher wie das Amen."
Was für eine Wucht. Ein Highlight (des Jahres) für mich! Wir begleiten Philipp und Faina. Als sie mit ihrer Familie von der Ukraine nach Deutschland kommt landet sie in Philipps Klasse. Und mit ihr soll sich sein sehnlichster Wunsch erfüllen: Einen Freund zu finden. Da waren sie 10 Jahre alt. 15 Jahre später treffen sie nach einem Kontaktabbruch wieder aufeinander. Faina steht als Schwangere in finanziellen Nöten vor seiner Tür. Eine intensive und spannende Dynamik spielt sich zwischen ihnen und in ihnen selbst ab und zieht die Lesenden in ihren Bann, das ist die große Stärke dieses Romans. Selten haben Charaktere so nachgehallt in mir wie in diesem Fall. Thematisch leider hochaktuell und dringlich, packend geschrieben und trotz all der Vorahnung und Andeutungen hat mich die Geschichte emotional überfahren, gerade weil die Protagonisten so authentisch gestaltet sind. Das erste Mal, das mir wirklich schlecht wurde beim Beenden eines Buchs.
So nah, so authentisch, ich bin sehr beeindruckt und zugleich verstehe ich die Dynamik zwischen den beiden Protagonisten so gut! Der Wechsel zwischen den Gedankenwelten hat mir sehr gut gefallen und es ist so nachvollziehbar, wie eine Beziehung immer toxischer wird und es zugleich so schwer ist, sich zu befreien. In Teilen war es mir etwas zu stereotypisch, gerade zum Ende hätte es das eine oder andere Detail nicht mehr gebraucht.
Toxische Beziehung und Machtspiele
Lana Lux verhandelt in ihrem Roman „Geordnete Verhältnisse“ eine zwischenmenschlichen Beziehung im Wandel der Zeit. Als Hörbuch erschienen bei Hierax Medien. Das Buch als Grundlage wurde bei Hanser Literatur veröffentlicht. Faina und Philipp lernen sich in der Schule kennen und als Leserschaft kann man die beiden bis ins Erwachsenenalter in verschiedenen Episoden und bei verschiedenen Schwierigkeiten begleiten. Aus einer kindlichen Freundschaft, in der beide Vielerlei voneinander lernen können, wird irgendwann eine aus meiner Sicht ungesunde und von außen betrachtet bedrückende „Partnerschaft“, die aus der Not heraus entsteht und auf Kontrolle, Misstrauen und Abhängigkeit basiert. Mir hat am Aufbau gefallen, dass in zwei Teilen zuerst die beiden Hauptcharaktere eingeführt werden, bevor es zu einer Zusammenführung kommt. Im Hörbuch wird das auch durch verschiedene Lesende (Sebastian Dunkelberg, Oliver Dupont, Lana Lux) aufgegriffen und umgesetzt. Im Großen und Ganzen habe ich der Geschichte gerne gelauscht und hab das Buch auch recht zusammenhängend gehört, was immer dafür spricht, dass es mich gebannt hat. Hauptsächlich hat Lana Lux mit ihrer Geschichte bei mir großes Mitgefühl für beide Charaktere ausgelöst. Letztendlich gehts aus meiner Sicht aber auch um das Thema häuslicher Gewalt seitens Philipp - und dafür gibt es natürlich absolut keine Legitimation.
Luft nach oben
Der Roman lässt sich sprachlich flüssig lesen und hat einen angenehmen Stil, der den Leser gut durch die Seiten führt. Dennoch fehlte es mir über weite Strecken an Tiefgang. Viele Situationen blieben unaufgeklärt oder wurden bewusst vage behandelt, was manchmal das Gefühl hinterließ, dass wichtige Aspekte unausgesprochen bleiben. Auch die Charaktere wirken stellenweise etwas überspitzt, was es manchmal schwer machte, sich wirklich in ihre Welt einzufühlen. Erst gegen Ende nimmt die Geschichte spürbar an Spannung zu, was den langsamen Aufbau vorher etwas ausgleicht. Vielleicht hatte ich aufgrund der vielen Empfehlungen im Freundeskreis zu hohe Erwartungen, aber insgesamt hat mir einfach der letzte Funke gefehlt, um völlig mitgerissen zu werden.
















































