Lina Muzur hat Frauen gebeten, ihr ca 15minütige Sprachnachrichten zu schicken und darin zu beschreiben, wie es ihnen geht, was sie beschäftigt... Die meisten Frauen sind zwischen Ende 30 und Anfang 50 und so ergibt sich ein Bild, was Frauen in der Altersgruppe aktuell umtreibt. Es ist kein allumfassendes Bild, denn die Befragten scheinen sich alle in einem ähnlichen Milieu zu bewegen, was eben daran liegt, dass die Herausgeberin mit ihnen allen persönlich bekannt ist. Dies hat sie als Voraussetzung für die gewünschte und entstehende Intimität in den Sprachnachrichten gesehen. Es ist aber trotzdem ein vielfältiges Bild. Ich habe dieses Buch mit einer Freundin ausgetauscht (bzw ihr in die Mutter-Kind-Kur geschickt) und es lädt sehr dazu ein ins Nachdenken zu kommen und auch in den Austausch miteinander zu gehen.
Wie eine Umarmung einer Freundin
Lina Muzurs Frauenprobleme ist kein klassischer Erzählband, sondern fühlt sich vielmehr an wie ein intimes, ehrliches Gespräch unter Freundinnen. In Form von Sprachnachrichten kommen hier Frauen zu Wort, die einfach erzählen, was sie gerade bewegt – ungefiltert, nahbar und oft erstaunlich vertraut. Was sie verbindet, ist nicht nur ihre Offenheit, sondern auch ihr Lebensabschnitt: Alle sind zwischen 1972 und 1988 geboren, stehen mitten im Leben, irgendwo zwischen Aufbruch und Erschöpfung, zwischen Verantwortung und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung. Beim Lesen entsteht schnell das Gefühl, mit am Tisch zu sitzen, zuzuhören, zu nicken, sich wiederzuerkennen. Es ist dieses leise, aber kraftvolle Band der Schwesternschaft, das sich durch die Seiten zieht. Die Themen sind so vielfältig wie das Leben selbst: das Dazwischen-Sein, Mutterschaft in all ihren Facetten, das Ringen um das Recht zu scheitern, die großen Probleme der Welt und gleichzeitig der eigene, niemals stillstehende Kopf. Diese Stimmen sprechen von Überforderung und Hoffnung, von Zweifeln und kleinen Triumphen – und genau darin liegt ihre Stärke. Frauenprobleme ist eine emotionale Sammlung, die einhüllt, auffängt und verbindet. Beim Lesen entsteht ein tiefes Gefühl von Verständnis und Zugehörigkeit, als würde einem immer wieder leise gesagt: Du bist nicht allein. Es ist ein Buch, das man nicht einfach nur liest, sondern erlebt – am besten mit einer Tasse Kaffee, vielleicht gemeinsam mit Freundinnen, bereit, sich selbst in diesen Stimmen wiederzufinden und ein Stück näher zusammenzurücken.
Was Frauen heutzutage bewegt 💜
Was bewegt heutzutage Frauen im Alter zwischen Mitte 30 bis 50? Dieses Buch ist eine Bestandsaufnahme, in der Frauen von ihrem Alltag, ihren Ängsten, ihren Erlebnissen und Schicksalsschlägen erzählen. Sie sind alleinerziehend, in einer Partnerschaft, Single, leben in Deutschland oder im Ausland oder/und sind Mutter. 33 Sprachnachrichten, die zeigen, was und wer Frauen heute sind. „Denn eigentlich habe ich das Gefühl, dass ich gar nicht so richtig weiß, wer ich gerade bin.“ Ich habe jedes Wort geliebt. Ich finde die Idee so gut und es ist sensationell umgesetzt worden. Geschrieben als wenn ich im Kopf der Frauen dabei war - eben eine Sprachnachricht, in der einfach erzählt wird - unbehandelt, roh, ehrlich. Es geht über eine sehr wichtige Lebensphase, über das Mutter sein, über den Alltag mit Partner, Kind und Job. Es geht oft über die Frage wer ist eine Frau ohne Mann und Kind? Ohne sich ständig um alles zu kümmern und zu sorgen? „Wenn ich ein Mann wäre, hätte ich viel mehr Zeit und Energie.“ Es geht um die heutige Gesellschaft, über den Platz einer Frau in dieser Welt. Ich kann es nur empfehlen - so viele gute und ehrliche Aussagen, die diese Lebensphase einer Frau so gut wiedergeben. Ich liebs einfach. Danke für diese Einblicke 💜 „Das Leben alleine als Frau zu bestreiten und für sich selbst zu sorgen, ist echt nicht leicht.“
Ein gelungener Einblick in das Frau sein.
In 33 Sprachnachrichten tauchen wir ein in das Leben von sehr unterschiedlichen Frauen zwischen Ende 30 und Anfang 50. Diese Frauen teilen mit dem Leser ihre aktuellen Gedanken, Gefühle, Ängste und auch ihre Wut. Ich finde diese Idee großartig und toll umgesetzt. Bei vielen Aussagen - ich bin 47 -, habe ich nur gedacht: Genauso ist es, Schwester. Ich fühle mich durch dieses Buch gesehen und einige der Aussagen habe mir noch einmal ganz neue Denkanstöße gegeben. Hier wird nichts beschönigt oder unterdrückt. Nein, hier wird dem realen Leben Ausdruck verliehen, egal wie unangenehm es vielleicht für den einen oder anderen sein kann.
Interessantes Buch!
An sich echt interessant! Die verschiedenen Frauen mit ihren Gedanken! Die unterschiedlichsten Meinungen. Ich lese einfach lieber Geschichten. Erzählungen sind nicht so meins.
„Ich muss nicht mehr den anderen gefallen. Inzwischen finde ich, ich muss nur noch mir selbst gefallen.“ Mitunter erfrischende Ansichten (nicht nur Probleme) von Frauen mittleren Alters.
🥰📚🥰
Es waren paar gut Sprachnachrichten dabei. Aber überwiegend sinnlose Nachrichten. Aber das ist nur meine Meinung
Ich habe die Texte mit grosser Neugier gelesen - aber wegen der Fülle guter Gedanken nie mehr als zwei oder drei Nachrichten am Stück. Ich habe seitenweise Notizen gemacht und viele Zitate markiert. Ich werde weiter mit dem Buch arbeiten, es weitergeben und mit anderen darüber sprechen. Ich kann es sehr empfehlen - auch für Lesekreise - und habe es in die Liste meiner Highlights 2026 aufgenommen.
Passend zum Internationalen Frauentag möchte ich heute das Buch "Frauenprobleme" vorstellen, das vor wenigen Wochen erschienen ist. Dafür hat die Herausgeberin Lina Muzur 27 Frauen gebeten, Sprachnachrichten aufzunehmen und zu schildern, was sie in ihrer Lebensmitte bewegt. Die Frauen sind zwischen 1972 und 1988 geboren, haben keine, eins, zwei oder mehr Kinder und kommen aus Berlin oder von anderswo auf der Welt. Die meisten dieser Frauen bleiben anonym. Einige werden mit ihren wirklichen Vornamen genannt, mitunter lässt sich dann aus dem Kontext erschliessen, um welche Persönlichkeiten aus dem Kultur- oder Literaturbetrieb es sich handeln könnte. Herausgekommen ist ein vielschichtiger Statusüberblick, in dem die Reflektierenden Bilanz ziehen und von ihren Ideen für die Zukunft sprechen. Ein grosses Thema ist die Erschöpfung berufstätiger Mütter / Eltern. Antonia sagt: "An irgendeiner Front ist es immer zu wenig." Der Wunsch nach einem Leben im eigenen Tempo klingt mehrfach an. Auch Themen wie Angst vor Altersarmut, Perfektion, Einsamkeit sowie das Verhältnis zur eigenen Mutter oder zum Vater, die eng damit zusammenhängen, werden angesprochen. Daneben geht es auch um die Lage in der Welt - den Klimawandel, die Angriffe auf Frauenrechte, die immer grösser werdende Ungleichverteilung von Ressorcen und die wachsende Anzahl von kriegerischen Konflikten, die in Alltag der Frauen hineinstrahlen. Die Frauen sind sich dessen bewusst, etwas erreicht und Erfahrung gesammelt zu haben, die eine solide Basis für ihre Weiterentwicklung bilden. Sie haben Auswege entdeckt, wie weniger gefallen zu wollen, sich selbst mehr zu fühlen, die eigene Wut konstruktiv zu nutzen und das Altern anzunehmen. Sie feiern Schwesterlichkeit und füreinander einstehen. Julia fasst es mit diesen Worten gut zusammen: "Ich wünsche uns allen, dass wir weniger fertig sind und dass unsere Kinder mit den vielen Herausforderungen der Zukunft umgehen können, vielleicht auch, weil sie gesehen haben, wie doll ihre Eltern gestruggelt haben in diesem System..."
Eine angenehme und kurzweilige Lektüre
Die unterschiedlichen Perspektiven, Gedanken und Lebensweisen der Frauen fand ich interessant. Viele der Texte regen zum Nachdenken an und laden dazu ein, die eigene Sichtweise zu hinterfragen. Gleichzeitig finde ich es etwas schade, dass alle Frauen aus dem Umfeld der Autorin stammen und einem ähnlichen Milieu angehören. Viele sind Künstlerinnen oder Schriftstellerinnen, wodurch sich gewisse Sichtweisen ähneln. Die Grundidee des Buches ist gut und wertvoll, noch bereichernder wäre sie jedoch gewesen, wenn auch Frauen aus ganz unterschiedlichen sozialen Hintergründen und Berufsfeldern zu Wort gekommen wären.
Unproblematisch
Das titelgebende Wort ist ja eigentlich so etwas, was man sich früher so hinter vorgehaltene Hand zugeraunt hat, wenn eine Frau plötzlich wegen medizinischer Probleme zwischen Bauchnabel und Oberschenkel im Krankenhaus war. Danach stimmen meistens schweigen. Man wollte ja nicht so intim werden. In diesem Band finden wir 33 Sprachnachrichten von 27 Frauen, die auf ein „Wie geht’s?“ länger geantwortet haben als üblich. Und so unterschiedlich die Frauen auch sind, so unterschiedlich sind ihre Antworten. Sie sind alle zwischen Ende 30 und Mitte 50, also genau in dem Alter, wo man sich vielleicht noch mal auf den Prüfstand stellt und überlegt, was jetzt anders werden soll. Da gibt es die Überforderten, die sich fragen wie sie das alles schaffen sollen, das mit dem Kindern, den Mann, dem Garten und dem ganzen Mental Load. Ein Beitrag spielt mit dem Gedanken, wie frei Se99s sein darf, wenn die Kinder aus dem Haus sind, ein neuer Mann auftaucht und man nicht mehr selbst verantwortlich sein möchte für seinen eigenen Orgasmus. Wir haben entspannte Frauen, die zurückblicken mit stolz und mit dem Gefühl, sich jetzt Ruhe verdient zu haben oder die, die in den Wechseljahren unangenehmes erfahren, oder, das genaue Gegenteil davon. Obwohl viele der Lebensentwürfe ganz anders sind als meine, bot mir jeder einzelne Beitrag Identifikation Möglichkeiten. Das muss man sich mal vorstellen! 33 unterschiedliche Situationen und überall habe ich mich wieder gefunden. Ich gehöre ja mehr zu der Fraktion man muss da irgendwie durch. Deswegen hat mir der Beitrag am besten gefallen, indem zwar betont wurde, dass es gut ist, dass wir über das Klimakterium reden ist aber völlig übertrieben ist bei jeder Schweißperle direkt von einer Peri-Menopause zu reden. Es ist schön, zu wissen, dass alle Frauen dadurch müssen und es sollte uns einen und Schwesternschaft fühlen lassen. Die Lektüre war wirklich ein kurzweiliges Vergnügen. Das liegt sicherlich auch an dem Plauderton den Sprachnachrichten so in haben. Das kam unglaublich gut rüber. Das hier durchaus unterschiedliche Nationalitäten vertreten sind, macht den Text besonders interessant. Insgesamt hatte ich das Gefühl, einen Schub nach vorne zu kriegen, nach dem Konsum von dieser Vielfalt und der Power die oft beim Lesen rüberkommt. Solltet ihr also auch einen kleinen feministischen Vitaminbooster benötigen, nicht einen, der die Stimmung noch mehr aufpeitscht, sondern der uns zeigt, wie unterschiedlich wir sind und wie vereint wir aufgrund dieser Unterschiedlichkeit doch sein können, dann empfehle ich euch dieses Buch sehr!
🌟🌟🌟Kann man (Frau) lesen, muss man aber auch nicht
Hier bekommst du: Viele verschiedene Lebenswelten, Ansichten, politischen Meinungen und Perspektiven unterschiedlicher Frauen zwischen ca. Mitte 30-50. Manchmal viel es mir schwer dranzubleiben, da die Wortwahl für mich fremd klang. Das kann aber daran liegen, dass sie nicht meinem Sprachgebrauch entspricht. Dennoch war es stellenweise interessant, in andere Leben einzutauchen und von den Geschichten der Frauen zu erfahren. Gegen Ende habe ich hier und da einige Seiten übersprungen, da es mir zu anstrengend wurde. Was man berücksichtigen muss, es sind Freundinnen der Autorin die hier zu Wort kommen, entsprechend des Umfeldes, ist aus meiner Sicht, die Sichtweise der Frauen eingefärbt. Ich vermute, andere Frauen haben ähnliche vielleicht aber auch andere Sichtweisen und Lebenserfahrung gemacht. 🔹🔹🔹Ein schöner Gedanke der einen trägt🔹🔹🔹 Das Leben geht leichter, wenn man ohne (selbstauferlegte) Eile lebt und arbeitet. Ich muss mich nicht ständig beeilen 🙏🏼. „Die Langsamkeit ist die Freundin.“

Mit „Frauenprobleme – 33 neue Nachrichten“ legt Lina Muzur eine eindrucksvolle feministische Bestandsaufnahme vor, die sich wie ein vielstimmiger Chor liest. Grundlage des Buches sind 33 Sprachnachrichten von 27 Frauen, die sich in der „Mitte des Lebens“ befinden – grob zwischen Ende dreißig und Mitte fünfzig. Die scheinbar einfache Frage „Wie geht es dir?“ öffnet dabei einen Raum für radikale Ehrlichkeit, Intimität und Selbstreflexion. Die Frauen sprechen über Mutterschaft und Kinderlosigkeit, über erschöpfende Care-Arbeit, über Beziehungen, die tragen oder zerbrechen, über das Älterwerden, (Peri-)Menopause, politische Krisen, Einsamkeit, Freundinnenschaften und Zukunftsängste. Was dabei besonders berührt, ist die Offenheit, mit der auch Ambivalenzen ausgesprochen werden dürfen: die Liebe zu den eigenen Kindern neben der Erschöpfung, Dankbarkeit für das eigene Leben neben dem Gefühl permanenter Überforderung. Viele der Texte wirken wie gedankliche Momentaufnahmen – tastend, reflektierend, manchmal wütend, manchmal zärtlich. Die Form der verschriftlichten Sprachnachrichten erzeugt eine große Nähe. Man hat beim Lesen oft das Gefühl, einer vertraulichen Nachricht zu lauschen, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Gerade dadurch entfaltet das Buch seine Kraft: Die individuellen Stimmen fügen sich zu einem kollektiven Porträt weiblicher Lebensrealitäten im Jahr 2025. Besonders eindrücklich sind die Passagen zur Erschöpfung und zur Erfahrung, in einem permanenten Spannungsfeld zwischen Erwerbsarbeit, Care-Arbeit und gesellschaftlichen Erwartungen zu leben. Auch die kritische Auseinandersetzung mit kapitalistischen Strukturen, Beschleunigung und Vereinzelung verleiht dem Buch eine politische Tiefe, ohne belehrend zu wirken. „Frauenprobleme“ ein sehr gelungenes Buch. Es ist unaufgeregt und zugleich eindringlich, persönlich und politisch, fragmentarisch und doch geschlossen in seiner Aussage. Die einst abfällig verwendeten „Frauenprobleme“ entpuppen sich hier als zentrale Fragen unserer Zeit: nach Fürsorge, Solidarität, Zeit, Anerkennung und einem anderen, menschlicheren Maßstab für ein gutes Leben. Ich habe mich in so vielen Texten wiedergefunden und mitgefühlt. Ein vielschichtiges, kluges und berührendes Buch, das zum Nachdenken anregt und ein starkes Gefühl von Verbundenheit schafft. Ganz klare Leseempfehlung für alle, die sich für feministische Perspektiven, soziale Fragen und weibliche Lebensentwürfe interessieren.













