19. Apr.
Rating:2.5

Leider enttäuschend Die Personenkonstellation ist in diesem Roman wieder ganz typisch T.C.Boyle, durchweg unsympathisch. Da ist zum einen der Assistenzarzt Terry Tully aus Los Angeles. Er erfährt, dass seine Mutter verstorben ist und ihm, ihrem einzigen Kind ihr Haus in einer Kleinstadt in der Wüste im Umkreis von Las Vegas vermacht hat. Die Gegend sagt ihm eigentlich gar nicht zu, aber das Haus verkaufen und seinen Studienkredit abbezahlen, scheint doch ein vernünftiger Plan zu sein. Er reist an, um alle Formalitäten zu erledigen und lernt am Abend in einer Bar Bethany kennen. Bethany ist gerade aus ihrer Wohnung rausgeflogen und sieht in Terry einen Ausweg aus ihrer mißlichen Lage zu kommen. Sie ist eine manipulative Person, optisch sehr ansprechend und wickelt den jungen Arzt mühelos um den Finger. Kaum das er wieder geradeaus gucken kann, ist sie schon bei ihm eingezogen und macht sich unentbehrlich. Der Hund seiner Mutter ist auch so ein Problem, denn nach Los Angeles mitnehmen, kann er den nicht. Bethany kümmert sich eher schlecht als recht, aber sie kümmert sich. Das Haus verlottert, denn Bethany ist eher eine Partymaus als eine Hausfrau. Ärger droht auch durch Bethany‘s Exfreund Jesse, von dem sie nicht loskommt und der seinerseits diesen Spießer an ihrer Seite nicht ertragen kann. T.C. Boyle reizt diese toxische Dreierbeziehung bis zur Schmerzgrenze aus und am Ende flüchtet er sich nach der immer mehr eskalierenderen Spirale der Eifersucht zwischen den Kontrahenten in ein offenes Ende. Leider fand ich diesen Roman enttäuschend, sehr viele Längen, Klischees ohne Ende, vielfach vorhersehbar und keine aktuellen Themen, die mit eingeflossen wären in seinen Text. Für seine Gesellschaftskritik ist der Autor doch eigentlich bekannt. Schade, keine Empfehlung, aber bitte unbedingt andere Bücher von T.C. Boyle lesen, z.b. Blue Skies! 2,5 Sterne

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
6. März
Rating:4

In der Wüste der USA, stirbt die Mutter von Terry. Er muss in dem kleinen Örtchen alles regeln. Er ist Assistenzarzt in LA und hat eigentlich gar keine Lust, das verbliebene zu regeln. Er lernt Bethany kennen. Sie schleicht sich in sein Leben. Nach einer gemeinsamen Nacht bleibt sie im Haus seiner Mutter wohnen. So richtig war das so nicht abgesprochen. Terry lässt es so weiter laufen und pendelt nun zwischen den beiden Orten. Der EX von Bethany taucht auf und macht ihr massive Angst. Die Reifen eines Autos sind zerstochen und Jesse taucht ständig überall auf, wo die beiden sind. Terry hat einen Unfall in der Wüste und liegt länger im Krankenhaus, es ist anfangs nicht sicher, ob er wieder laufen kann. Er sagt immer wieder, dass Jesse den Unfall verursacht hat. Nach einiger Zeit kann Terry wieder gehen und arbeitet wieder im Krankenhaus in LA. Es passieren noch wirklich schreckliche Sachen, mit dem Hund seiner Mutter und Bethany und immer scheint Jesse etwas damit zu tun zu haben. Bis Jesse auch einen Unfall hat... Es ist wieder ein gut gemachter Boyle und Boyle ist immer lesenswert.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
9. Feb.
Rating:4

No way Home Wieder durfte ich die erste in unserer Bibliothek sein, die den neuen Boyle lesen durfte ❤️ Boyle erzählt hier eine Dreiecksgeschichte. Der Roman ist erneut zuerst in deutscher Sprache erschienen, Boyle hat eine große Leserschaft in Deutschland. Die Teile werden abwechselnd aus Sicht der Protagonisten dargestellt.  Terry, ein junger Assistenzarzt aus L.A., wird plötzlich mit dem Tod der Mutter konfrontiert und begibt sich ins 4 Stunden entfernte Boulder in der Wüste, um den Nachlass zu regeln. Hier trifft er Bethany, die sich im Haus seiner Mutter einquartiert.  Die Beziehung entwickelt sich, alles könnte so schön sein, bis Bethanys Ex Jesse auftaucht. Der Streit zwischen den Männern findet seinen ersten Höhepunkt in der Wüste Nevadas  Ich bin diesmal hin- und hergerissen, ob mir der neue Roman gefällt. Vielleicht bin ich von den Terranauten, das Licht oder Blue Skies verwöhnt. 

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
3. Jan.
Rating:2

Nicht mein Fall

Leider konnte mir das Buch nichts geben. Ich bin nach dem Buch genauso schlau wie vorher. Falls das Buch eine Botschaft hat, habe ich sie nicht verstanden. Die Protagonisten sind alle merkwürdig, warum sie handeln wie sie es tun, hat sich mir nicht erschlossen. Weder die Beziehungsdynamik noch die Motive fand ich nachvollziehbar.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
1. Jan.
Rating:4

In No Way Home von T. C. Boyle spinnt sich das Drama eines Beziehungs-Dreiecks in der sengenden Hitze Nevadas: Terry erbt ein Haus, trifft die mysteriöse Bethany und wird zugleich mit deren eifersüchtigem Ex Jesse konfrontiert. Ein packender Roman über Liebe, Besitzdenken und Abgründe. Endlich wieder ein überzeugendes Buch von einem meiner Lieblingsautoren.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
27. Dez.
Typisch T. C. Boyle. Gesellschaftliche Analyse mit absoluter Zwangsläufigkeit und „ach, egal“-Gefühl.
Rating:4.5

Typisch T. C. Boyle. Gesellschaftliche Analyse mit absoluter Zwangsläufigkeit und „ach, egal“-Gefühl.

T. C. Boyle zeigt in seinem neuen Buch mal wieder eine erstaunliche und wahrscheinlich sehr realistische Analyse der amerikanischen Gesellschaft. Der Haupt-Protagonist Terry stolpert nach dem überraschenden Tod seiner Mutter durch sein Leben als Assistenzarzt von einer chaotischen Situation in die nächste. Boyle schafft es, wie so oft, dass einem kein einziger seiner Charaktere wirklich ans Herz wachsen kann, oder vielleicht wenigstens sympathisch wird. Das Buch ist an sich gefühlt zeitlos, könnte 20 Jahre in der Vergangenheit aber auch 20 Jahre in der Zukunft spielen. Wie allerdings auch bereits bei Blue Skies passieren zwar hin und wieder ein paar krassere Dinge, dennoch plätschert die Geschichte so vor sich hin - aber vor allem plätschert sie mit einer absoluten Konsequenz vor sich hin, die einen von Beginn an sehr zielsicher vermuten lässt, „wo das hinführen wird…“. Eine konsequente „Zwangsläufigkeit“ - das finde ich großartig an dem Buch. Man will die Charaktere am liebsten packen und schütteln… in ihrer Gleichgültigkeit, in der sie miteinander umgehen und Dinge einfach geschehen lassen. Einziger Kritikpunkt für mich stellt die - für mich - etwas überfrachtete Figur des Gegenspielers von Terry dar, dem ich beispielsweise nicht abnehmen kann, dass er selbst schreibt.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
3. Dez.
Post image
Rating:4

NO WAY HOME T.C. Boyle ET: 16.9.25 Terry, ein junger Assistenzarzt in LA, wird völlig unerwartet aus seinem Alltag gerissen, als ihn die Nachricht vom Tod seiner Mutter erreicht. Er fährt nach Boulder City, einem kleinen Wüstenort in Nevada, wo sie die letzten Jahre ihres Lebens verbracht hat. Eigentlich möchte er nur ihren Nachlass regeln, doch schon bald merkt er, dass dieser Ort mehr für ihn bereithält, als er dachte. Im örtlichen Pub lernt er Bethany kennen. Sie ist jung, auffallend hübsch, impulsiv – und bereit, ihn direkt nach Hause zu begleiten. Zwischen ihnen entspinnt sich eine kurze, aber intensive Verbindung. Terry erfährt, dass sie gerade von ihrem Ex-Freund Jesse aus der gemeinsamen Wohnung geworfen wurde und keine Bleibe hat. Da Terry selbst nicht weiß, wohin mit Daisy, dem Hund seiner Mutter, bietet er Bethany an, im Haus zu wohnen und sich dafür um Hund und Haushalt zu kümmern. Für ihn klingt das nach einer pragmatischen Lösung – für sie nach einer Chance. Doch schon bald zeigt sich, dass Bethanys Vorstellung von Verantwortung eine ganz andere ist. Statt das Haus in Schuss zu halten, lässt sie dort Partys eskalieren, bei denen wild getrunken wird. Sie vermietet kurzerhand ein Zimmer an eine Freundin, und ihr Ex-Freund taucht immer wieder auf. Als Terry sie überraschend besucht, findet er überall Müll, leere Flaschen – und Jesse. Er reagiert impulsiv und setzt Bethany vor die Tür. Doch ihre Anziehungskraft auf ihn ist größer, als er sich eingestehen möchte. Nur wenige Nachrichten später landen sie wieder miteinander im Bett. Als am nächsten Tag die Reifen seines Autos zerstochen werden, vermutet er zwar Ärger, aber nicht, wie weit dieser noch reichen wird. Boyle entwirft ein psychologisch intensives Dreiecksgefüge: zwei Männer, die an derselben Frau hängen – aus völlig unterschiedlichen Gründen – und eine Frau, die ihre Wirkung auf andere kennt und gezielt einsetzt. Er zeigt, wie leicht Menschen in Abhängigkeiten geraten, wie schnell Grenzen verschwimmen und wie schwer es ist, sich aus toxischen Dynamiken zu lösen. Besonders stark ist, wie er die unterschiedlichen Perspektiven der Figuren chronologisch abwechseln lässt. Dadurch entstehen nicht nur Tempo und Spannung, sondern auch ein tiefes Verständnis dafür, wie verschieden die Beteiligten dieselbe Situation wahrnehmen. Die erste Hälfte des Romans fand ich besonders fesselnd: atmosphärisch dicht, glaubwürdig, nah an den Figuren. In der zweiten Hälfte gab es für mich ein paar kleine Längen, doch die Grundspannung blieb bestehen. Bis zum Schluss blieb für mich offen, wohin Boyle diese Geschichte führen würde – und es wirkt, als habe er genau diese Ungewissheit bewusst gewählt. Fazit: Ein packender, vielschichtiger Roman, nicht Boyles stärkstes Werk, aber definitiv lesenswert und voller psychologischer Tiefe. 4/5

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
11. Nov.
»Wenn ein Mensch einem unter den Händen starb, fühlte es sich an, als hätte man bei einer entscheidenden Prüfung versagt«
Rating:5

»Wenn ein Mensch einem unter den Händen starb, fühlte es sich an, als hätte man bei einer entscheidenden Prüfung versagt«

Als Terry mitten auf der Arbeit einen Anruf unbekannter Nummer bekommt, ahnt er Böses, denn ihm wird angezeigt, dass der Anruf aus dem Bundesstaat seiner Mutter kommt. Seine Befürchtungen erweisen sich als bestätigt und er fährt sofort zu ihr, immerhin hat sie ihm ihr Haus vermacht. In einem Café auf dem Weg dorthin trifft er das erste Mal auf Bethany und abends in einer Bar zum zweiten Mal. Es kommt, wie es kommen muss – sie verbringen die Nacht zusammen. Bevor Terry zurückfahren muss, fragt sie ihn, ob sie auf sein Haus und den Hund seiner Mutter aufpassen kann, da sie nach der Trennung von ihrem Ex-Freund noch keine richtige neue Bleibe hat. Er verneint. Und doch widersetzt sie sich seiner Entscheidung, was er durch einen erneuten Anruf der Nachbarin erfährt. Wäre da nicht noch ihr Ex Jesse, der von der sich anbahnenden neuen Beziehung Wind bekommt… Auch wenn sich die Handlung zu Beginn, trotz des direkten Einstiegs ins Geschehen, eher langsam anzubahnen scheint, nimmt dieser schnell Fahrt auf und führt uns Leser*innen tief in dieses komplizierte Beziehungsgeflecht der Protagonist*innen Terry, Bethany und Jesse. Die zwischen ihnen wechselnden Perspektiven sorgen erschreckenderweise sogar dafür, dass Jesse, der seine Ex-Freundin nicht nur manipuliert, stalkt und belästigt, teilweise sympathisch daherkommt, bevor man als Leser*in wieder zum Hass auf ihn tendiert. Nachdem mich Boyles letzter Band mit Stories nicht so begeistern konnte, bewies dieser Roman schon nach wenigen Sätzen wieder einmal, was für ein ausgezeichneter und ins Detail verliebter Autor er ist! Die dabei behandelten Themen sind keine leichten, doch ist er durchaus spannend geschrieben, dass man gar nicht anders kann, als einfach immer weiter zu lesen. Wer ihn liest, durchlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die einen mehr mitreißt als ich es erwartet hätte und dazu geführt hat, dass er mein bisheriger Favorit von T.C. Boyle ist!

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
2. Nov.
Rating:4

Irgendwie schafft es T.C. Boyle immer, dass ich jede Person aus dem Buch unerträglich finde und trotzdem immer wissen will, was als nächstes passiert. Bei diesem Buch hatte ich einerseits das Gefühl, dass das Ende viel zu früh kam und so viele Aspekte der Geschichte noch offen sind. Andererseits ist mit klar, dass sich die Protagonisten nicht ändern werden, egal wie lang das Buch wäre. An sich ein richtig gutes Buch, das einem Charaktere näher bringt, mit denen man im realen Leben nichts zu tun haben will.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
19. Okt.
Rating:2.5

Enttäuschendes Werk, eines der schwächsten Bücher von T.C. Boyle

Ich bin großer Fan von T.C. Boyle und mag seinen Schreibstil sehr gerne - das gilt auch für dieses Buch, ist aber leider auch das einzige, was es an diesem Buch zu mögen gibt. Nur deswegen gibt es wohlwollende 2,5 Sterne. Die Charaktere sind allesamt unsympathisch, mit keinem davon möchte und kann man sich identifizieren, die Handlung plätschert so vor sich hin und das Ende ist unbefriedigend und sehr abrubt. Sehr schade.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
13. Okt.
Rating:4

Zwiespältig

T.C. Boyle gehört seit vielen Jahren zu meinen Lieblingsautor:innen. Seine Bücher kaufe ich quasi blind und bin auch noch nie wirklich enttäuscht worden. So wie Boyle seit geraumer Zeit gegen Trump wettert und klima-und gesellschaftspolitisch ausgesprochen kritisch unterwegs ist, hatte ich mich auf einen heftigen Roman gefreut. Stattdessen gibt es hier eine ungesunde Dreiecksgeschichte. Sprachlich gewohnt brillant, auch in der kongenialen Übersetzung von Dirk von Gunsteren, enttäuscht auch dieser Roman nicht, aber kommt etwas zahnlos und quasi unpolitisch daher. Verdenken kann ich es Boyle nicht, dass er den alltäglichen Wahnsinn in Amerika unter Trump nicht in einen Roman packen konnte/wollte.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
10. Okt.
Rating:3

Intensiv und sprachlich stark, aber stellenweise langatmig – ein typischer Boyle zwischen Faszination und Frustration.

T. C. Boyles No Way Home hat mich einerseits beeindruckt, andererseits auch etwas zwiegespalten zurückgelassen. Die psychologische Tiefe und die düstere Atmosphäre sind typisch Boyle – intensiv, bildhaft und stellenweise geradezu hypnotisch. Man spürt die Trostlosigkeit der Wüste Nevadas und die emotionale Hitze zwischen Terry, Bethany und Jesse beinahe körperlich. Doch genau diese Intensität wird gelegentlich zur Belastung: Die Handlung zieht sich stellenweise, weil Boyle sich sehr in den inneren Monologen und den Beschreibungen verliert. Auch das Ende wirkt für mich etwas abrupt, fast so, als würde er seine Figuren plötzlich stehen lassen, ohne ihnen oder uns wirklich eine Auflösung zu gönnen. Trotzdem bleibt No Way Home ein starkes, sprachlich präzises Buch über menschliche Schwäche, das noch lange nachhallt – nur hätte es ein wenig mehr Dynamik und ein runderes Ende vertragen können.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
6. Okt.
Rating:2.5

Gut geschrieben, schön zu lesen, aber die Story bis zum Schluss uninteressant. Nicht nur einmal habe ich gedacht „Man was seid ihr alle naiv, nervt mich nicht!“ Leider eine Enttäuschung.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
3. Okt.
Rating:5

da hat T. C. Boyle wieder mal eine sehr gute und spannende Geschichte konstruiert. Terry, ein Arzt, lebt und arbeitet in Los Angeles. Eines Tages bekommt er einen Anruf, dass seine Mutter verstorben ist. Er begibt sich aufs Land zum Haus seiner Mutter um sich um sein Erbe zu kümmern. Dort trifft er in einem Lokal Bethany, und plötzlich wird alles anders. Bethany ist auf Wohnungssuche, da wäre es doch naheliegend In das leer stehende Haus einzuziehen, oder? Terry ist davon nicht so begeistert. Aber es gibt auch noch den Hund seiner Mutter, ihn mitzunehmen nach Hause ist schwierig, da sein Vermieter etwas dagegen hätte, und in Arbeit mitnehmen geht erst recht nicht. Dann taucht auch noch Jesse der ehemalige Freund Bethanys auf, und ein Ereignis folgt auf das andere. Ich mag den Schreibstil von T. C. Boyle sehr, was auch an der guten Übersetzung von Dirk van Gunsteren liegt!

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
1. Okt.
Rating:4

Begierde, Spannung und den Rosinen zum Herauspicken

Erst in den letzten Jahren meiner Leserkarriere habe ich für mich #tcboyle entdeckt. Ein Autor, der selten in rascher Abfolge, Handlungsstränge und Protagonisten zu Papier bringt. Boyle zu lesen ist für mich, wie eine zeitlose Blase zu betreten, zudem ich gefühlt jeder der vorgestellten Figuren, in irgendeiner Form schon in meinem Leben, kennengelernt habe. Terry, den angehenden Arzt aus L.A. verschlägt es in die Wüste, respektive Boulder City, denn er hat mit dem Tod seiner Mutter Haus und Hund geerbt und weiß nicht zur Gänze, was er mit dem Nachlass anstellen soll. Bethany, manipulativ, rein auf Bedürfnisbefriedigung gepolt und in der Kleinstadt bekannt wie ein bunter Hund, lernt Terry kennen und wittert allein aufgrund seines Status quo, fette Beute und Bleibe. Um die Stereotype zu komplettieren nehme man noch Jesse, den Rowdie und man soll es nicht meinen, Lehrer mit Hang zu grenzüberschreitenden Besitzansprüchen und einem hohen Maß an Kritikunfähigkeit. „No Way Home“ erzählt nichts Neues, ist jedoch geschickt konstruiert. Alle drei Protagonisten schwelen und gären in einer säuberlich ziselierten Charakterstudie und der Aufbau des Buches, indem Terry, Bethany und Jesse das Geschehen aus ihrer Sicht formulieren, machen sie nicht unbedingt sympathischer, dafür aber interessanter. Die dadurch getrage Impertinenz der Menschheit ist zum Haareraufen und Aufstöhnen und genau dieser Kniff gelingt T.C. Boyle par excellence. In gelungenen Momentaufnahmen reduziert der Autor den Akteur auf sein rohes Verlangen und stellt ihn somit dar und bloß. Was zum Einen ein Verständnis gegenüber manch fehlgeleiteter Impulsivhandlungen erbringt, zum Anderen aber auch beim Lesen den Kopf schütteln und Aufstöhnen lässt, als kenne man den Ausgang solchen Tuns nicht. Wer Zeit hat und keine zwischenmenschlichen Konflikte scheut, greift gerne zu diesem Romanen. Leser achtionlastiger Literur werden ihr Glück meiner Meinung jedoch nicht zwischen den Zeilen finden. Da ich Konsument ersten Beispiels bin, lehnte ich mich zurück und genoß das Geschehen in der Nachbarschaft.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
29. Sept.
Rating:3.5

Ménage à trois

Irgendwo zwischen L.A und der Einöde Nevadas, zwischen OP Tisch und vielen Margaritas erzählt Boyle hier von einem ungesunden Beziehungskonstrukt bestehend aus einem angehenden Arzt, einem Lehrer und einer Rezeptionistin. Man fragt sich beim Lesen die ganze Zeit, wie sich diese Menschen so viel gefallen lassen können und warum sich niemand aus so einem kaputten Konstrukt befreit. Hat mich insgesamt nicht so geflasht wie Blue Skies aber dennoch ganz gut unterhalten.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
28. Sept.
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Rating:4

Als Arzt in Los Angeles ist Terrence umgeben von Krankheit und Tod. Den Tod seiner Mutter nimmt er somit ziemlich gelassen hin. Es gibt nichts, was er nicht schon gesehen oder erlebt hätte, denkt er sich. Womit er nicht gerechnet hat: neben Haus und Hund seiner verstorbenen Mutter kommt er bald auch zu einer Beziehung, die ihn weit davon entfernt, um seine Mutter zu trauern. Mit Bethany tauchen neue Probleme auf, unter anderem ihr Ex Jesse. Sein ganzes Leben dreht sich von nun an um sie und um ihren Ex Jesse. Zerstochene Reifen und ein paar Gewalttaten später und dieses Geflecht will sich partout nicht entzerren. Er könnte das Haus verkaufen und in Los Angeles bleiben, aber Boulder City und der Kampf, die Oberhand über was auch immer zu gewinnen, lassen ihn nicht los. Die Kulisse und die Figuren sind erneut spannend, unberechenbar und großartig, sodass man gerne in der Geschichte bleibt und sich durch nichts ablenken lässt. Aber man braucht sehr starke Nerven und eine Menge Geduld, um das Ganze über sich ergehen zu lassen. Beim Lesen wünscht man sich einfach, dass Terrence die Reißleine zieht. Wie weit Boyle diese Geschichte in der Wüste Nevadas auf die Spitze treibt, kann man nur erahnen. Er nimmt die heutige Gesellschaft auseinander und das große Thema der kaputten Beziehungen und lässt kein gutes Haar an ihr. Jeder möchte möglichst als Sieger aus der Sache herauskommen. Komme, was wolle.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
26. Sept.
Rating:4

Sprachlich ist der neue T.C. wie immer extraklasse! Ein junger Arzt verfällt in Nevada einer rätselhaften Frau - und gerät in ein gefährliches Spiel aus Eifersucht, Stalking und Gewalt. Es ist nicht Boyles bestes Werk, aber wer - wie ich T.C.Boyles Stil liebt, wird auf seine Kosten kommen!

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
20. Sept.
Rating:5

Eine toxische Dreiecksbeziehung

•Buchrezi• 😯 Zum Inhalt: Terrence, genannt Terry, ist ein schlafloser Assistenzarzt in Los Angeles. Sein morbides Hobby besteht darin, jede*n, der ihm begegnet, gedanklich zu diagnostizieren. Während eines Nachtdienstes erreicht ihn ein Anruf: Seine Mutter ist gestorben. Kurz darauf macht er sich auf den Weg nach Boulder City, eine Kleinstadt in Nevada. Dort begegnet er Bethany. Sie ist jung, schön, faszinierend. Schon bald entspinnt sich eine leidenschaftliche Affäre. Bethany freut sich, einen scheinbar soliden Mann kennenzulernen. Terry ist Arzt, besitzt ein leerstehendes Haus und scheint genau das zu verkörpern, wonach sie sucht. Praktischerweise könnte sie sich dort niederlassen, den Hund versorgen und auch Terry. Doch dann tritt Jesse, Bethanys Ex-Freund, wieder in ihr Leben. Damit wird auch Terry unweigerlich in ein gefährliches Dreiecksgeflecht hineingezogen. Jesse ist alles andere als begeistert von der neuen Liaison seiner ehemaligen Partnerin … Die drei treffen aufeinander, und zwischen Leidenschaft, Eifersucht und verletztem Stolz entwickelt sich eine Dynamik, die ins Unheil führt. Mein Fazit: „No Way Home“ war mein erstes Buch von T. C. Boyle und sicher nicht mein letztes! Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Terry, der überlastete Arzt, verliebt sich Hals über Kopf in die verführerische Bethany und ignoriert alle Warnsignale. Jesse ist eine wandelnde Red Flag, die Bethany obsessiv verfolgt und nicht loslassen kann. Und Bethany… sie sehnt sich nach Stabilität, wirkt naiv (wie alle Figuren in diesem Roman), liebt aber dennoch ihre Freiheit und zieht magisch die falschen Männer an. So entsteht eine toxische Dreiecksbeziehung. Doch auf den zweiten Blick erzählt der Roman viel mehr: von Hilflosigkeit, vom Zerfall des amerikanischen Traums und von Menschen, die nach Heimat suchen, sie aber nicht finden. Boyles Erzählung ist rasant, verstörend und zugleich gesellschaftskritisch. Ein Spiegel unserer Zeit. Ich habe das Buch in drei Tagen verschlungen. Beklemmend, großartig. Volle 🇺🇸🇺🇸🇺🇸🇺🇸🇺🇸!

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
19. Sept.
Rating:4

Bei Dreien ist einer zu viel..

"No Way Home" von T.C. Boyle 📖 🌟REZENSION🌟 ​Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt, obwohl mich das Cover erst gar nicht so angesprochen hat. Es war mein erstes Buch von T.C. Boyle und ich bin wirklich begeistert! 🤩 ​ Der Schreibstil ist einfach unglaublich, so bildhaft, als würde man selbst mitten im Geschehen stehen. Manchmal waren mir die Sätze zwar etwas zu lang und verschachtelt, aber das hat dem Leseerlebnis keinen Abbruch getan. ​Besonders beeindruckend fand ich, wie gut ich mich in die Charaktere hineinversetzen konnte. Die Geschichte wird aus der Sicht von Terry, Bethany und Jesse erzählt und man spürt die Gefühle, Ängste und Lügen, die diese toxische Dreiecksbeziehung bestimmen, so intensiv. 💔 ​Die kurzen Kapitel sind super angenehm und man fliegt förmlich durch die Seiten. 🚀 Es geht um Lügen, Manipulation und Abhängigkeit, aber auch um die Verarbeitung von Verlust, was dem Buch eine ganz besondere, menschliche Tiefe gibt. Es ist befremdlich und packend zugleich. ​Insgesamt gebe ich "No Way Home" 4 von 5 Sternen 🌟 und eine klare Leseempfehlung!

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
18. Sept.
Rating:3

Ich bin eigentlich ein Fan von T.C. Boyle. Ich mag seinen Stil und er hat einige wirklich tolle Bücher geschrieben. Auch sein letztes Buch „Blue Skies“ hat mir sehr gut gefallen. Aber dieses Buch „No way Home“ hat mich nicht überzeugt. Zu wenig Substanz aus meiner Sicht. Schade ☹️.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
14. Sept.
Rating:3

Mittelprächtig

Terry,  Assistenzarzt in L.A. erbt nach dem Tod seiner Mutter ein Haus in der Wüste Nevadas. Als er dorthin fährt,  um alles zu regeln,  lernt er in einer Bar Bethany kennen. Bethany hat sich gerade von ihrem Freund getrennt und ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Die beiden verbringen eine Nacht miteinander und Bethany schafft es sich in Terrys Leben und Haus einzunisten. Und dann gibt es noch ihren Ex-Freund Jerry, der alles tut, um Bethany zurück zu bekommen. Die Charaktere haben mich alle auf ihre Art genervt.  Bei Terry habe ich mich ständig gefragt  'Was will er mit dieser Frau?'.  Bethany hat keinen Plan für ihr Leben und Jerry ist ein möchtegern Schriftsteller ohne Manieren, dafür mit viel Aggression. Gut gefallen hat mir,  dass immer aus wechselnden Perspektiven erzählt wurde und man so die unterschiedlichen Seiten kennen gelernt hat.  Die Geschichte selbst konnte mich nicht richtig überzeugen. Sie plätschert so dahin, es passiert nicht wirklich viel,  ausser einem ständigen hin und her. Oft werden Alkohol und Drogen erwähnt,  vielleicht soll damit das Milieu in dem sich Bethany und ihre Freunde bewegen wiedergeben werden.  Das Ende ist Geschmackssache  - ich fand es ganz gut. Ich habe bisher von T. C. Boyle nur "Sprich mit mir" gelesen,  von dem ich begeistert war.  Deshalb hatte ich grosse Erwartungen an "No way home" und bin enttäuscht. Fazit: Kein schlechtes Buch, aber es haben ein paar  i- Tüpfelchen gefehlt.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl
29. Aug.
Rating:4

T.C. Boyle erzählt in „No Way Home“ die Geschichte einer zerstörerischen Dreiecksbeziehung voller Obsession, Abhängigkeit und Rivalität. Der Arzt Terry, Bethany und ihr Ex-Freund Jesse verstricken sich in ein Netz aus Leidenschaft und Selbsttäuschung, das unaufhaltsam auf die Katastrophe zusteuert. Atmosphärisch dicht und schonungslos zeigt Boyle die Abgründe menschlicher Beziehungen. Ein Roman, der fesselt und unterhält.

No Way Home
No Way Homeby T.C. BoyleHanser, Carl