Ein kleines bisschen Horrorshow
Noah und Jana sind auf´s Land gezogen. In der Hoffnung, ihre Kinder im Grünen aufwachsen zu sehen, haben sie ein Haus gekauft und erkunden die neue Nachbarschaft. Jana ist wieder schwanger und hat ihren geliebten Job gekündigt, Noah ist Lehrer. Im Cafe trifft Jana auf Karolin und freundet sich an, freut sich auf den Lesekreis, zu dem sie eingeladen wird. Karolin lebt für ihre Familie, betreut diese, kocht, backt und lebt nach völkisch-christlichen Werten mit ihrem Mann Clemens. Jana, politisch eigentlich auf der anderen Seite, wird von ihr völlig angezogen und verliert sich in diesem Strudel und auf einmal fühlt sie Neid aufkommen. Neid auf Karo, die viel mehr Zeit mit ihren Kindern verbringt, die Essen immer frisch zubereitet und so viel glücklicher scheint. Hannah Lühmann schreibt bildhaft und fesselnd. Man kann dieses Buch kaum weglegen, es entwickelt einen seltsamen Sog, die Grundstimmung wird von Seite zu Seite düsterer. Am liebsten hätte ich Jana geschüttelt und angeschrien, dass sie endlich aufwachen solle. Es ist ein Buch, das Unbehagen auslöst und den Leser ambivalent zurücklässt. Lühmann zeigt sehr scharf auf, wie langsam die Netze ausgeworfen werden, dann aber umso fester gespannt werden. Erschreckend. Und wo wir beim Stichwort erschreckend und Netze sind, die Instagram-Scheinwelt ist auch Thema. Klar, hier wird schön geredet, was das Zeug hält. Nichts ist so, wie der Schein verspricht. Im Vergleich zu Yesteryear, das in den USA spielt und das gleiche Thema bietet, hat mich “Heimat” bis kurz vor Schluss fast noch mehr gepackt. Das Ende jedoch kam mir viel zu abrupt und lässt mich mit zu vielen Fragen zurück. Gern hätte ich auch hier einen tieferen Einblick in das völkische Leben haben wollen.























































