13. Mai
Rating:4.5

Wie wir gelernt haben, andere Frauen zu verurteilen

Mich hat das Buch deutlich mehr zum Nachdenken gebracht, als ich anfangs erwartet hatte. Während des Lesens habe ich mich immer wieder selbst hinterfragt: Wie oft beurteilt man andere Frauen vorschnell? Wie schnell steckt man sie in Schubladen, bewertet ihr Verhalten, ihr Aussehen oder ihre Entscheidungen – nicht unbedingt aus eigener Überzeugung, sondern weil uns bestimmte Denkweisen von klein auf vermittelt wurden. Das Buch zeigt eindrücklich, dass toxische Weiblichkeit nicht nur zwischenmenschliche Dynamiken beschreibt, sondern auch ein gesellschaftliches Problem ist, das tief verankert wurde. Gerade dieser Aspekt hat mich berührt, weil er deutlich macht, wie subtil Konkurrenzdenken, Erwartungen und Vorurteile unter Frauen entstehen können. Ich finde, das Buch regt dazu an, das eigene Verhalten bewusster zu reflektieren und empathischer miteinander umzugehen. Es hält einem auf ehrliche Weise den Spiegel vor.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
2. Mai
Rating:4

Gedankenanstöße

Sehr sehr interessantes Thema! Ich finde es super wie hier versucht wird den Diskurs anzuregen über toxische weibliche Eigenschaften. Man erhält eine gute Wechsel-Wirkung-Darstellung wie besonders weibliche Handlungsweisen sich aufgrund der Gesellschaftsstrukturen entwickeln können - wenn nicht sogar zwangsläufig entwickeln. Ich denke jedes Mädchen und jede Frau wird sich in diesem Buch streckenweise wiedererkennen können. Das Thema Schwesternschaft und weibliche Freundschaften wird auch sehr interessant beleuchtet, es ist spannend zu sehen wie indirekt wir uns doch die emotionale Nahbarkeit verkomplizieren können. Wie die Autorin selber schon merkt, der Begriff toxische Weiblichkeit ist diskutierbar - vielleicht haben wir noch keinen Begriff für das hier behandelte Phänomen gefunden. Absolute Leseempfehlung!

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
21. Apr.
Rating:5

Feminismus = Trail & Error

Sophia Fritz schafft es in ihrem Essay, dass wir uns unsere toxischen Eigenschaften bewusst werden ohne uns zu beschämen. Sie schafft es, dass wir uns diese Aspekte bewusst werden, sie integrieren und überwinden können. In dem Buch geht es nicht um Optimierung der Frau, sondern um die Schaffung echter Beziehungen und echter Solidarität.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
15. Apr.
Rating:5

Ein Must-Read für ein feministisches Miteinander.

Sophia Fritz zeigt in ihrem Buch "Toxische Weiblichkeit" auf wie insbesondere Frauen von klein auf weiblich geprägt werden. Wie haben sich Frauen innerhalb unserer patriarchalen Gesellschaft zu verhalten und wie prägen diese Verhaltensweisen insbesondere das Verhältnis von Frauen untereinander? Wie brechen wir aus diesen Mustern aus? Wie können wir uns mehr stützen und unterstützen statt uns selbst ab- und andere zu bewerten? Ein Plädoyer für mehr miteinander, dessen Inhalte ich beim ersten Mal lesen vermutlich nicht alle verinnerlicht habe, sodass ich das Buch in einigen Monaten sicherlich noch einmal lesen werde. Sophia Fritz vermittelt die Inhalte so leicht, dass es sich liest wie ein Gespräch mit einer Freundin statt wie ein anspruchsvolles Sachbuch. Große Empfehlung!

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
6. Apr.
Rating:4.5

„Do we dare?“

Ich habe nicht wirklich recherchiert oder mich darüber informiert worum es in dem Buch geht. Der Titel hat mich einfach neugierig gemacht. Ich habe mich in vielen Situationen/Momenten die, die Autorin beschrieben hat wiedergefunden. Sie hat meinen inneren Konflikt perfekt wiedergegeben und mich auf viele Dinge aufmerksam gemacht, die mir so nicht bewusst waren bzw. ich mich nicht getraut habe weiter zu hinterfragen oder mir Gedanken darüber zu machen. Ein wirklich interessantes Essay, dass ich gerne weiterempfehlen werde.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
4. Apr.
Rating:5

wirklich super schlaues, lehrreiches buch

sophia fritz schreibt reflektiert und durchdacht über verinnerlichte verhaltensmuster durch die weibliche erziehung und weshalb der feminismus als bewegung innerhalb unserer gesellschaft allen menschen, jeden geschlechts hilft. zu beginn habe ich erst viele gedankengänge gelesen die mir erst nicht unbedingt neu vorkamen aber besonders in der zweiten hälfte des buches sind viele perspektiven und erfahrungen festgehalten über die ich lange noch nachgedacht habe weil sie oftmals tatsächlich neu waren. tolles buch!

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
19. März
🌸🌟❤️
Rating:5

🌸🌟❤️

Ich konnte mir zuerst gar nichts unter dem Titel vorstellen und dachte erst (ohne dass ich mich vorher über das Buch informiert habe) es geht um das Miteinander von Frauen. Aber je mehr ich in das Buch eintauchte, desto mehr wird klar: es geht eher um das eigene Bild als Frau und das, was einem von der Gesellschaft eingebläut bzw. suggeriert wurde, wie man zu sein hat und vor allem: wie man als Frau NICHT zu sein hat. Super spannendes und anregendes Buch. In jedem Kapitel resonierte etwas in mir und schrie: „Oh mein Gott!!! Jaa!! Genau so ist es!!!“ Eine absolute Empfehlung für jede Person, die sich mit ihren eigenen Anteilen auseinandersetzen möchte und sich selbst und die Gesellschaft hinterfragt 🌟

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
16. März
Aufwühlend

Aufwühlend

Also…wo fange ich an? Zunächst einmal habe ich während des Lesens stark zwischen Wut, Verzweiflung, Selbstvorwürfen und Scham empfunden. Die Autorin beleuchtet die „toxisch weiblichen“ Eigenschaften, die laut ihr fest in weiblich sozialisierten Menschen und in der Gesellschaft verankert sind. Da fing es ja schon an. Im Großen und Ganzen, liegt all diesen toxischen Eigenschaften das Patriarchat zugrunde. Wie die Autorin es passend beschreibt, sind eben diese Eigenschaften eine Notlösung, um in diesem System zu (über)leben. Und obwohl ich eine Menge notiert, aufgeschrieben und angestrichen habe, bin ich doch zwiegespalten. Auf der einen Seite ist dieses Buch ohne Zweifel ungemütlich. Es zeigt den Spiegel vor, macht betroffen und vielleicht sogar wütend. Andererseits konnte ich dadurch ein wenig mehr Sympathie für beispielsweise meine Mutter und Großmütter empfinden, die doch eben genau aus diesen patriarchalen Rollenbildern heraus wirkten und mir die misogynen Gedanken mitgaben im Laufe meines Lebens. Ich hatte selbst viele Erkenntnisse durch dieses Buch gewonnen. Ich fühlte mich gesehen, fand Worte für etwas, dass ich zuvor nicht benennen konnte. Teilweise musste ich das Buch kurz zuklappen, weil es mich so sehr berührt hat. Ohne Zweifel hat dieses Buch in meinen Augen einen Mehrwert für den Feminismus. Dennoch gibt es auch eine andere Seite. Die Autorin teilt Eigenschaften in (toxisch) männlich und (toxisch) weiblich ein. Ich weiß nicht, ob das nicht am Ende eher negative Auswirkungen haben kann. Zudem ist ganz klar das Patriarchat Schuld, doch toxisch männliche Eigenschaften werden hier kaum benannt. Es wird appelliert, dass „wir nicht auf die Männer warten können, sondern bei uns selbst anfangen müssen.“ Ich frage mich, ob das nicht zu einfach gedacht ist. Zudem erscheint mir vieles an Gedankengängen nur angeschnitten. Ich frage mich, auch nach Schließen des Buches, was ich denn nun tun soll. Irgendwie hätte ich mir doch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Auch, wenn ich in einigen Rezensionen gelesen habe, dass viele sich nicht wiederfinden konnten, kann ich dies nicht von mir behaupten. Ich konnte mich sehr wohl wiederfinden. Nicht nur ich mich, sondern auch große Teile meines Umfelds. Fazit: Das Buch wühlt auf. Ich bin dankbar, dass es da ist, dass es eben auch einen großen Erfolg hat und hatte, weil das Thema unglaublich wichtig ist. Ich finde darin einen großen Teil meiner Geschichte wieder. Dennoch stimme ich mit der Autorin nicht in allem überein und frage mich, ob es eben in der Konklusion nicht zu einfach gedacht wurde. Mir fällt es unglaublich schwer, ein Rating zu geben, daher lasse ich es erstmal.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
9. März
Rating:4

Frauen leiden unter Männern und Frauen

In dem Buch wird subjektiv durch die Autorin aufgezeigt wie Frauen Strategien entwickeln, um in einem patriarchalen System zu bestehen und wie sie dabei nicht nur unter Männern, sondern auch untereinander leiden. Sie beleuchtet Phänomene wie Pick me Girls, den Druck angepasst zu sein und keine klaren Grenzen zu setzen und wie wir diesen Anspruch an andere Frauen weitergeben und diesen be-/verurteilen. Sie beschreibt wie Frauen sich gegenseitig ausgrenzen, in Konkurrenz treten und das gesellschaftliche Erwartungsbild tief in sich tragen: lieb, hübsch, fürsorglich und auf gar keinen Fall anspruchsvoll zu sein. Gerade zu Beginn des Buches erkennt man sich in manchen Situationen unangenehm wieder. Gegen Ende verliert das Buch für mich jedoch etwas den roten Faden und auch die Sprache wird zunehmend anstrengend. Als Einstieg in feministische Themen würde ich das Buch daher nicht unbedingt empfehlen. Aber als Denkanstoß über weibliche Rollenbilder kann es dennoch interessante Perspektiven öffnen und für den Umgang untereinander sensibilisieren.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
22. Feb.
Rating:4

Absolut lesenwertes Buch zum Thema toxische Weiblichkeit mit vielen Anregungen.

Sophia Fritz schreibt sie hat keine Antworten darauf wo wir weiter machen oder wir anfangen. Ich glaube, mit dem Buch hat die Autorin durchaus, auch wenn sie es in dem Moment nicht wusste, einen guten ersten Ansatz gefunden. Und zwar, das wir bei uns selber Anfangen müssen, wenn sich etwas ändern soll. Draufschauen, Muster erkennen und anfangen, etwas anders zu machen. Das Buch gibt einige gute Impulse, die zum Nachdenken und Reflektieren über sich selber und seine eigene Sozialisierung und daraus resultierende Verhaltens- und Denkmuster anregen. Darüber, wie wichtig eine bessere Solidarität unter Frauen wäre, und einiges mehr. Im Großen und Ganzen ein lesenswertes Buch mit vielen Anregungen. Gebe aber zu, das ich gerade zu Beginn mich etwas schwer tat mit dem Schreibstil. Sie wirkte aus meiner subjektiven Wahrnehmung heraus anfänglich etwas widersprüchlich in den Aussagen und nicht so selbstreflektiert wie im späteren Verlauf des Buches. Zudem hatte ich nicht erwartet, dass das Buch aus einer so subjektiven Sicht geschrieben wurde, wofür aber die Autorin nichts kann. Die Autorin schreibt aus einer sehr priviligierten Position heraus. Da hätte ich mir beim analysieren aus verschiedenen Perspektiven eine größere Vielfalt aus unterschiedlichen Positionen heraus gefallen und wie deren Herangehensweise etwas zu ändern ist.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
16. Feb.
Rating:5

Ein Plädoyer für Solidarität unter Frauen Sophia Fritz nähert sich in ihrem Essay dem Begriff „toxische Weiblichkeit“ aus verschiedenen Perspektiven. So werden folgende fünf (frauenfeindliche) Stereotypen beschrieben: „Das gute Mädchen“ „die Powerfrau“ „die Mutti“ „das Opfer“ und „die Bitch“ Zur Definition vom Begriff „toxische Weiblichkeit sagt Fritz: „Es geht darum, eine Form von Macht, Sicherheit oder Anerkennung zu generieren.“ Folgende Überlegungen können dazu angestellt werden: Wo bin ich nicht in Kontakt mit mir oder anderen Menschen gegenüber? Wo stecke ich in erwartungstypischen Rollen? Wo bin ich nicht authentisch? Die Autorin wird als „kreative und klare Denkerin der neuen Generation“ bezeichnet, ringt aber teilweise mit denselben Fragen wie ich. Sind einige der Verhaltensweisen, die beschrieben werden, wirklich erwartungstypisch weiblich oder handelt es sich dabei einfach um hinderliche Charaktereigenschaften? Das habe ich mich während dem Lesen öfters gefragt. Gut gefallen mir die Impulse, welche zum Nachdenken einladen: - Hast du toxisch weiblichen Anteile? - Wann fühlst du dich besonders weiblich? - Wer kennt dich wirklich? - Wenn du in den letzten Wochen drei Nein-Karten hättest spielen können, wann hättest du sie gezogen? - Was ist dein harschestes Urteil gegenüber anderen Frauen? Und letztlich geht es doch um Menschlichkeit, wie Fritz im Fazit beschreibt: „Erst wenn wir lernen, auf unser inneres Unbehagen zu hören und frei und unerschrocken miteinander sprechen, werden wir stabile Beziehungen zueinander aufbauen können. Wir werden authentischer und integrer mit unseren Eltern, Freund:innen und Kindern umgehen und uns miteinander sicher fühlen.“ Ein Buch, das auf jeden Fall zu Diskussionen anregt!

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
8. Feb.
Rating:2

Wenn die Analyse an der Grenze zum Osten haltmacht

Die Intention von Sophia Fritz ist absolut begrüßenswert. Ihre Rhetorik ist bestechend, und wer sie in Interviews erlebt, spürt eine beeindruckende Reflexionsgabe. Ich griff zu diesem Buch, um meine eigenen toxischen Eigenheiten zu reflektieren, doch leider greift das Werk für meine Biografie zu kurz. Wer in der DDR aufgewachsen ist, wird sich im klassischen Narrativ der sanften, bürgerlichen Unterordnung kaum wiederfinden. Das „DDR-gute-Mädchen“ folgte einem völlig anderen Skript: Es definierte sich über Leistung, Belastbarkeit und Kollektivtreue. Ihre Maske war nicht die der lieblichen Harmonie, sondern die des unermüdlichen Fleißes und einer fast stählernen Stärke. Während im Westen anscheinend das „Gefallen“ und die private Harmonie im Zentrum standen, galt die Ausrichtung im Osten eher dem Gelingen des Ganzen. Hier war Weiblichkeit nicht gleichbedeutend mit häuslicher Aktivität. „Bereits“ 1966 wurde die Gleichberechtigung zum staatlichen Grundprinzip. Männer wurden (zumindest auf dem Papier) zur Mitwirkung in Haushalt und Erziehung verpflichtet, und die Erwerbstätigkeit beider Partner war die gesellschaftliche Norm. Dies wirkt sicher bis heute nach, genauso toxisch… aber eben ziemlich anders toxisch. Es ist ein vollkommen anderes Erfahrungsfeld. Das Gefängnis ist hier der unerbittliche Anspruch, in Produktion, Gesellschaft und Familie gleichermaßen „seinen Mann zu stehen“… und dies nicht selbst gewählt. Das Buch will verallgemeinern, bedient dabei aber primär die Altersklasse, die Herkunft und den gesellschaftlichen Stand der Autorin. Es setzt nach meinem Empfinden bis zur von mir gelesenen Seite 74 den Leserinnen konsequent die Brille der nicht selbstbewussten Frau auf. Dabei fühle ich ignoriert, dass es zahlreiche Frauen gibt, echte Powerfrauen mit bestimmt auch unsicheren Anteilen, die nicht grundsätzlich aus einem Minderwertigkeitskomplex heraus agieren, sondern ihre Kraft und Unabhängigkeit schlichtweg leben. Sicherlich verneint die Autorin diese Frauen nicht, doch ihr Fokus bleibt gefühlt in einem Opfernarrativ haften. Wer keine „Bedürftigkeit“ kompensieren muss, sondern einfach nur seine Kraft kanalisiert, fühlt sich hier nicht gespiegelt, sondern pathologisiert. Ein bestimmt interessanter Beitrag für eine bestimmte Zielgruppe. Nach 74 Seiten breche ich ab.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
1. Feb.
Rating:4.5

Ein ehrliches Buch, das zum Nachdenken und zur Selbstreflexion anregt

"Toxische Weiblichkeit“ hat mich wirklich beeindruckt. Das Buch ist klug, differenziert und gleichzeitig sehr zugänglich geschrieben. Besonders stark finde ich, wie selbstverständlich und doch tiefgehend das Thema toxische Weiblichkeit beleuchtet wird – ohne Anklage, aber mit viel Klarheit. Beim Lesen habe ich mich selbst immer wieder in meinem eigenen Verhalten und in gesellschaftlich erlernten Mustern reflektiert. Genau das macht das Buch für mich so wertvoll: Es öffnet einen ehrlichen Raum zur Selbstreflexion und regt dazu an, Verantwortung zu übernehmen. Für mich ein sehr wichtiges, bereicherndes Buch, das ich absolut weiterempfehlen kann.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
30. Jan.
Rating:5

Ein Buch nach meinem Geschmack

Das Feminismus nicht allein davon abhängt, wie sich Männer verändern und wie viel Frauen einfordern und wofür wir alle kämpfen, ist mir nicht erst seit gestern klar. Allerdings finde ich in feministischer Literatur oft sehr polarisierende Standpunkte. Des Öfteren schon habe ich gedacht, dass wir doch alle in einem Boot sitzen, sowohl die Frauen, die durch das Patriarchat als Ursache große Einschränkungen und psychische sowie physische Gewalt erfahren, als auch Männer, die es nicht gelernt haben, weiblich konotierte Eigenschaften, als etwas Positives zu sehen. Umso begeisterter habe ich dieses Buch gelesen, dass meine Haltung widerspiegelt und mir trotzdem noch neue Erkenntnisse liefern konnte Die Autorin hat sich entschieden, die Abschnitte des Buches mit Titeln zu überschreiben, mit denen man Frauen labelt. „Die Mutti“, das gute Mädchen“, „die Powerfrau“, „die Bitch“ und „das Opfer“ suggerieren sofort ein bestimmtes weibliches Bild. Oft sind es Beschreibungen, die wir ablehnen. Ich persönlich wurde sehr oft als Powerfrau bezeichnet und mochte diesen Begriff nie, weil er mir eine Eigenschaft zuschreibt, die ich gar nicht immer so fühle und die mir manchmal die Kraft raubt. Fritz nimmt diese Begrifflichkeiten auseinander und legt die Einzelteile unter einen Brennglas, dass uns deutlich zeigt, wie viel Anteil wir als Frauen selber oft an diesen Bezeichnungen haben. Wie wir sozialisiert wurden aber auch, wie wir Dinge für uns nutzen und damit tendenziell gegen das Patriarchat arbeiten oder es zumindest nicht infrage stellen. Besonders gut, hat mir gefallen, dass sie in dem Kapitel über Opfer auch die Männer als dasselbige sieht. Es ist eine immer weiter um sich greifende Theorie, dass es unglaublich anstrengend sein muss, als Mann im Patriarchat zu bestehen. Dabei relativiert sie nicht die Probleme die Frauen im Patriarchat haben oder die ihnen gemacht werden, sondern zeigt nur die andere Seite auf. Im Grunde genommen ist ihr Buch ein lauter Appell an Frauen Solidarität zu zeigen, und das nicht nur mit anderen Frauen. Es ist deutlich zu erkennen, dass wir, ohne die Männer das Patriarchat nicht besiegen können. Deshalb ist das auch ein Buch, dass Männer lesen sollten. Doch in erster Linie gilt es auch sich selbst zu reflektieren und Feindbilder auch anderen feministischen Sichtweisen gegenüber abzubauen. Ich empfehle das gerne weiter, wenn ihr euch mit feministischen Themen beschäftigt und lege euch das Buch sehr ans Herz, weil es euch vielleicht auch noch mal neue Erkenntnisse liefert. Besonders dann, wenn ihr mit intersektionalem Feminismus hadert.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
15. Jan.
Rating:5

Ich glaube, ich habe noch nie so ein erschreckend ehrliches Buch gelesen. Ein Buch, das an manchen Stellen sehr schmerzt und weh tut. Das gesellschaftliche und patriarchale Strukturen hinterfragen lässt. Das dazu anregt, Verhaltensweisen und Gedanken zu überdenken, die seit der Kindheit in uns verankert sind. Und dieses Buch zeigt auch erschreckend ehrlich auf, wie Frauen sich untereinander in den Schatten stellen. Seien es Mütter bei Töchtern, Freundinnen, oder man sich selbst. Aber nicht nur bei den Frauen wird dadurch ein Nachteil sichtbar, sondern auch die Männer erfahren dadurch Defizite. Also quasi die gesamte Gesellschaft. Insgesamt ein Buch, dass jede*r gelesen haben sollte!

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
13. Jan.
✨️ Ein Buch, was ich wirklich nur jeder Person ans Herz legen kann ❤️
Rating:4.5

✨️ Ein Buch, was ich wirklich nur jeder Person ans Herz legen kann ❤️

So wahnsinnig klug und gleichzeitig humorvoll geschrieben. Außerdem regt es sehr zum Nachdenken, Reflektieren und Hinterfragen von gesellschaftlich gefestigten (toxisch weiblichen) Verhaltensstrukturen an, sodass man einiges über die Gesellschaft, das Patriarchat und sich selbst lernen kann :)

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
12. Jan.
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Rating:5

"Toxische Weiblichkeit" - diese beiden Begriffe in Kombination lösen in mir erstmal eine Abwehrhaltung aus, verbinde ich doch toxisches Verhalten eher mit Männlichkeit oder mit ungesunden Beziehungen. Sophia Fritz zeigt aber zurecht auf, dass auch Weiblichkeit toxisch sein kann und wir uns Verhaltensweisen angeeignet haben, um im patriarchalen System besser klarzukommen, um uns ein- und manchmal auch unterzuordnen. Der große Unterschied zur toxischen Männlichkeit ist, dass toxische Weiblichkeit nicht tödlich ist, sondern vereinfacht gesagt eher eine Strategie, um im jeweiligen Leben irgendwie durchzukommen. Dabei beschreibt sie in ihrem Sachbuch fünf Prototypen: das "gute Mädchen", die "Power­frau", das "Opfer", die "Mutti" und die "Bitch". Ich konnte mich selbst (leider) in jeder dieser Kategorien wiederfinden, was für mich die größte Stärke an diesem Essay ist - er regt dazu an, sich selbst und das eigene Verhalten zu reflektieren. Dabei setzt die Autorin bei sich selbst an und ist radikal offen, was ich sehr mutig finde. Sophia Fritz Buch "Toxische Weiblichkeit" ist genau richtig unangenehm, stellt konstruktive Fragen und zeigt neue Wege des feministischen Miteinanders auf - für mich sehr gut gelungen! Noch ein Plus des Buchs: Es gibt sehr viele Lektüretipps zum Weiterlesen und Vertiefen der verschiedenen angesprochenen Themen. Das Lesen lohnt sich!

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
4. Dez.
Rating:5

Ob feministische Perspektiven Neuland für einen sind oder dieses Buch nur eine Erweiterung des eigenen feministischen Horizontes, das Buch wird zum Nachdenken anregen! Ich habe mich in vielen der toxischen Verhaltensmuster wiedererkannt ohne mir ihrer zuvor bewusst gewesen zu sein. Diese Realitäten können zunächst irritierend scheinen, fühlen sich jedoch letztlich empowernd an. Sophia Fritz macht klar: Eine feministischere Welt ist nur durch eine ganzheitliche Betrachtung der Gesellschaft und der durch ihre Strukturen geprägten Geschlechter möglich!

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
3. Dez.
Rating:4.5

Ich konnte einige interessante Impulse für mich mitnehmen.

Sophia Fritz analysiert "toxisch" weibliches Verhalten. Sie hat fünf Prototypen festgestellt: - Das gute Mädchen - Die Powerfrau - Die Mutti - Das Opfer - Die Bitch Ich fand diese Analyse sehr spannend. In einigen Beobachtungen und Erzählungen konnte ich mich wiederfinden, in einigen eher weniger. Das Buch liest sich sehr einfach, da Sophia Fritz überwiegend umgangssprachlich und (aus meiner Perspektive) eine gute verständliche Sprache nutzt, die den aktuellen Sprachgebrauch, mit Ausdrücken, wie "Red Flag" gut trifft. Im Abschnitt zum Prototypen "Die Mutti" habe ich das Wheel of Consent kennengelernt, das Dr. Betty Martin, eine Bodyworkin, entwickelt hat. Ich find Sophia Fritz' Darstellung dazu sehr erleuchtend! "Es ist ein Modell, das die Handlungsmöglichkeiten von Menschen in vier Bereiche einteilt. Wenn ich diejenige bin, die aktiv auf die andere Person zugeht, kann ich entweder nehmen oder geben. Angenommen also, ich begrüße eine Freundin und sehe, dass sie traurig aussieht, dann kann ich fragen, ob sie eine Umarmung möchte, weil ich sie ihr geben, im Sinne von schenken möchte. Ich umarme sie um ihretwillen. Es kann aber genauso gut sein, dass ich selbst traurig bin, das jedoch nicht zugeben möchte und sage: 'Komm, lass dich erstmal umarmen!', obwohl ich eigentlich diejenige bin, die umarmt werden möchte. In dem Fall nehme ich mir eine Umarmung von ihr unter dem Deckmantel der Fürsorge." (S. 106) Weiter beschreibt Sophia Fritz, dass es vielen Frauen schwerfällt "Komplimente, Aufmerksamkeiten, Hilfeleistungen oder Geschenke anzunehmen, ohne sofort panisch über eine Gegenleistung nachzudenken." Der Mutti-Typ ist demnach stets damit beschäftigt zu überlegen, so es noch mehr geben kann, um niemals fragen zu müssen, ob sie auch etwas empfangen könnte. Dieses Verhalten kenne ich von einigen weiblichen Familienmitgliedern und auch von mir selbst. Es tut iwie weh das auf diesen Seiten so deutlich zu lesen und gleichzeitig ist es auch gut, um sich auf den Weg der Veränderung zu machen! Ich habe das Buch mit sehr vielen Markierungen gefüllt und versuche mich hier eher kurz zu fassen und etwas zu komprimieren :D Im letzten Abschnitt zum Typen "Die Bitch" finde ich es erfrischend ehrlich, wie Sophia Fritz mit sich selbst ins Gericht geht. Dieser Prototyp sei mit am schwierigsten zu analysieren, ohne die vielen internationalen misogynen Stereotype wiederzugeben. Auf mich wirkt der Bitch-Typ auch ebenso empowernd wie beängstigend. Er weist so viele wichtige kämpferische "i don't give a fuck" Elemente auf, die ich stark und wichtig, aber ebenso beängstigend und verletzend finde. "Während unseres Ablehnung der Kategorie des guten Mädchens, der Powerfrau, der Mutti und auch das Opfer gerade daher rührt, dass sie alle in ihrer ursprünglichen Form (devote Tochter und Liebhaberin, Dienstleisterin und Mutter) im Patriarchat entstanden sind und dort weiterhin geschätzt werden, hat die Bitch in dieser binären Gesellschaftsordnung keine Daseinsberechtigung. Außer im Kontext von Erotik natürlich." (S. 144) Also alles in allem finde ich es das Buch empfehlenswert. Ich freue mich über die unterschiedlichen Impulse zur Reflexion meines Verhalten und den vielleicht versteckten Intention dahinter. Was davon sind unreflektierte, internalisierte Verhaltensweisen, die ich nach dieser Analyse doch lieber ablegen und/oder überdenken möchte...

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
2. Dez.
Rating:2.5

Ein subjektiver Essay mit blinden Flecken

Ein spannendes Thema welches bis jetzt viel zu wenig beleuchtet wurde. Allerdings muss man bei diesem Buch sagen, dass es nur eine persönliche Erfahrung schildert und keine allgemeingültige Wahrheit beansprucht. Als subjektiver Essay ist es streitbar. Sehr subjektiv und für mich persönlich auch anstrengend in der sich teils wiedersprechenden Aussagen oder Handlungen der Autorin zu lesen. Die Autorin schreibt aus einer sehr privilegierten Position – als akademisch gebildete Frau mit finanziellen mitteln. Dadurch wirkt ihr Blick eingeschränkt und reiht sich in die immer gleichen Stimmen des publik machenden Feminismus ein. Es bräuchte dringend mehr Vielfalt und neue Perspektiven. Zudem lassen sich die wenigen Lösungsansätze kaum auf das echte Leben übertragen. Wie Eva Illouz kritisiert, wird hier jede Emotion und jede Beziehung bis zur Erschöpfung analysiert, sodass Gespräche überdacht, Freundschaften seziert und Fehler übermäßig streng bewertet werden. Meiner Ansicht nach auch nicht gesund. Allerdings erkennt die Autorin ihre eigenen Probleme anscheinend nicht immer. Ihre Therapie, Yoga Kurse und Retreats im Ausland scheinen ihr dabei zu helfen. Zeigen jedoch wieder nur ihre privilegierte Position. Hätte man nicht so breit erläutern müssen. Schade.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
30. Nov.
Sammlung interessanter Denkanstöße 🩷🩵
Rating:4

Sammlung interessanter Denkanstöße 🩷🩵

Sehr spannend und ich würde es jedem weiterempfehlen, obwohl es mehr wie eine Einleitung und Aufforderung wirkt, sich intensiver mit den jeweiligen Themen auseinanderzusetzen. Manche Stellen haben mich nicht abgeholt, dafür andere umso mehr, und ich denke, das ist etwas, worauf ich in Zukunft immer wieder zurückgreifen kann. Obwohl es nicht 'perfekt' ist, ist es dennoch ein Jahreshighlight für mich!🩷

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
30. Nov.
Rating:4

Totale Empfehlung!

Das Buch war für mich super interessant, weil man beim Lesen wirklich ständig seine eigenen Handlungen und Verhaltensweisen hinterfragt. Ich habe mich in einigen beschriebenen Rollen mehr wiedergefunden als in anderen, aber genau das hat es so wertvoll gemacht – ich habe viel über mich selbst gelernt, über vergangene Beziehungen und auch darüber, wie ich heute mit bestimmten Situationen umgehe. Sophia Fritz schreibt total reflektiert und sachlich, bringt aber gleichzeitig ihre eigenen Erfahrungen ein. Und das auf eine Art, die nie anklagend oder wertend klingt. Im Gegenteil: Sie schafft es, Themen anzusprechen, die eigentlich unangenehm sein könnten, ohne jemanden bloßzustellen. Man fühlt sich eher abgeholt als kritisiert. Besonders mochte ich ihren Humor. Der ist ganz subtil, aber genau richtig dosiert, um die Schwere mancher Themen aufzulockern. An ein paar Stellen hatte ich das Gefühl, dass sie Wunden anspricht, von denen man vielleicht gar nicht wusste, dass man sie hat – und trotzdem hilft sie einem, sie ein Stück weit zu heilen. Was ich extrem wichtig fand: Sie deklariert an keiner Stelle „die Frau“. Obwohl sie Verhaltensweisen beschreibt, die leicht als Schwächen ausgelegt werden könnten, schafft sie es immer, gleichzeitig zu bestärken. Dieses „So bist du – und das ist okay, aber du kannst daran arbeiten, wenn du willst“-Gefühl zieht sich durchs ganze Buch. Außerdem liefert sie spannende Impulse für eine feministische Zukunft, ohne belehrend zu wirken. Ich würde es wirklich jedem empfehlen, der mehr über toxisch weibliche Muster erfahren möchte – und bereit ist, sich selbst ehrlich zu reflektieren und besser kennenzulernen.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
22. Nov.
Sprache bedeutet Macht und Sprachlosigkeit auch Machtlosigkeit
Rating:3

Sprache bedeutet Macht und Sprachlosigkeit auch Machtlosigkeit

Wäre dieses Buch nicht ein Vorschlag meines Lesepartners gewesen, hätte ich vermutlich nie dazu gegriffen. Umso überraschender war die Erfahrung: Toxische Weiblichkeit richtet sich keineswegs nur an Frauen. Es verhandelt ein universelles Muster, das Männer und Frauen gleichermaßen betrifft - das Muster, in dem wir alle zu Rollen werden, die anderen nützen, statt zu Menschen, die sich selbst gehören. Sophia Fritz zeigt, wie tief gesellschaftliche Erwartungen in die weibliche Identität eingreifen: Wie Frauen von außen durch Kultur, durch Männer, durch andere Frauen und zugleich von innen manipuliert werden, bis sie sich in Verhaltensformen wiederfinden, die sie nie bewusst gewählt haben. Man ist nicht „man selbst“, sondern die Figur, die in das Skript anderer passt. Die zentrale Spannung des Buches liegt genau dort: in der Diskrepanz zwischen dem, was eine Frau sein möchte, und dem, was von ihr erwartet wird. Diese Transformation vollzieht sich nicht laut, nicht sichtbar sie findet im Unbewussten statt. Sophia Fritz bringt dieses Verschieben der inneren Achse eindringlich zum Ausdruck. Gleichzeitig bleibt ein leiser Zweifel: In manchen Passagen scheint die individuelle Erfahrung der Autorin so stark zu sein, dass sie das Allgemeine überstrahlt. Die subjektive Wahrnehmung wird zum Maßstab, und nicht immer ist klar, wie weit sie tatsächlich trägt. Dennoch ist das Werk wertvoll, weil es die Widersprüche offenlegt, die Frauen leben müssen und die Männer oft nicht sehen. Die Erwartung nach Sicherheit und völliger Freiheit. Der Wunsch nach Authentizität und gleichzeitig das Unvermögen, selbst authentisch zu sein. Diese Ambivalenzen sind keine moralischen Schwächen, sondern Folgen eines Systems, das Rollen produziert und Menschen darin einsperrt. Das Buch ist letztlich ein Spiegel: unbequem, teils unvollständig, aber notwendig. Es zeigt weniger, wie Frauen sind, als vielmehr, wie sie gemacht werden und wie schwer es ist, sich davon zu lösen.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
20. Nov.
Rating:5

Beim Lesen von "Toxischer Weiblichkeit" von Sophia Fritz wurde ich mit so vielen Denkanstößen überflutet, wodurch ich mir meiner eigenen toxischen Züge bewusst wurde. Jedoch macht Fritz das nicht auf anklagende sondern auf aufklärende Weise und auf eine ehrliche, authentische und persönliche Art. Die Beispiele die sie wählt sind einfach hervorragend und auf den Punkt gebracht. Sie schafft Awareness, tröstet zugleich das Innere Kind und bricht jahrelanges Schweigen. Ein sehr kluges und empfehlenswertes Buch.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
11. Nov.
Rating:4

Sie spricht mir so aus der Seele. Das neidisch sein auf andere Frauen ist so sinnlos. Ein Miteinander, sich gegenseitig sehen und akzeptieren, ist doch so viel schöner. 💫 Denn mal ehrlich – welche Frau kann einer anderen sagen, dass sie ihre Schuhe, ihre Kleidung oder ihren Duft nicht mag, ohne gleich als „neidisch“ oder „zickig“ abgestempelt zu werden? Bei Männern scheint das so viel einfacher zu sein. Wir Frauen werden oft schon als Kinder geprägt – von Müttern, Großmüttern, Lehrerinnen. Uns wird gezeigt, wie wir uns „benehmen“ sollen, wie wir „richtig“ sind. Und wenn ich zurückdenke: Ja, auch meine Mutter sagte oft „Hab dich nicht so“, „Das ist doch nicht so schlimm“. Aber – woher wollte sie das wissen? Für sie war es vielleicht nicht schlimm. Für mich war es das. Dieses Buch rüttelt wach. Es zeigt, wie viel altes Rollenverhalten in uns weiterlebt – und dass es an der Zeit ist, uns davon zu befreien.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
9. Nov.
Rating:5

Sehr empfehlenswert & innerhalb von 24h gelesen - mal ein Buch, das den Blick nicht nur auf Männer richtet, sondern ehrlich auf uns Frauen selbst. Statt immer nur über männliche Verhaltensmuster zu reden, geht’s in Sophia Fritz’ Werk darum, eigene Dynamiken zu erkennen und Verantwortung zu übernehmen. Super erfrischend, mal umzudenken – weg vom ewigen „wir sind die Opfer“ hin zu „wir haben selbst Macht und Verantwortung“. Auch der Umgang unter uns Frauen wird thematisiert: Wir sind oft die Ersten, die andere Frauen verurteilen – für ihr Aussehen, ihr Verhalten, ihre Art zu reden. Hier lädt das Buch dazu ein, unseren Blick zu verändern, ehrlicher, aber auch akzeptierender zu werden. Statt Konkurrenz: mehr Verständnis, mehr Miteinander.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
19. Okt.
Rating:4.5

„Gewalt wird immer mehr Gewalt hervorrufen, Beschämung wird immer Scham produzieren. Wenn es uns aber um Vertrauen und Versöhnung geht und nicht um Rache und Vergeltung, dann müssen wir dieses Verhalten auch an uns selbst kritisieren.“

________________________________________________________ Ein unfassbar tolles und vor allem wichtiges Buch. Ich wurde bei ein paar Themen wirklich emotional aber gleichzeitig war es sehr heilsam. Ich habe einen halben Stern abgezogen weil ich mit ihrem Schreibstil nicht ganz zurecht kam. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, die Autorin schreibt was ihr gerade so in den Sinn kommt. Deshalb sind ihre Texte teilweise etwas wirr. Ich hätte mir ein bisschen mehr Struktur gewünscht. Trotzdem eine große Empfehlung!

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
4. Okt.
Rating:3

subjektiv und provokant - ein interessanter Essay über weibliche Rollenmuster

In ihrem Buch "Toxische Weiblichkeit" beschreibt Sophia Fritz Verhaltensweisen, die Frauen durch ihre Sozialisierung im Patriarchat erlernen und die oft als „typisch weiblich“ gelten. Diese Verhaltensweisen sind jedoch schädlich – sowohl für uns selbst als auch für andere Frauen – und werden von der Autorin in fünf Prototypen eingeteilt: das gute Mädchen, die Powerfrau, die Mutti, das Opfer und die Bitch. Beim Lesen habe ich auf mehreren Ebenen etwas gelernt. Zum einen weiß ich nun, was ein Essay ist: eine subjektive Auseinandersetzung, in der ich mich nicht zwangsläufig wiederfinden muss. Zum anderen habe ich erkannt, welches Privileg es ist, dass die beschriebenen Muster auf mich und mein Umfeld kaum zutreffen. In gewisser Weise bin ich damit sogar doppelt privilegiert – einmal durch meine persönliche Biografie und einmal durch den Umstand, dass ich diese Rezension, genau wie die Autorin ihren Essay, aus einer sehr privilegierten Perspektive (als weiße Akademikerin) verfasse. Anfangs hat mich das Buch eher frustriert, weil ich mit der Erwartung hineingegangen bin, viel zu erkennen, zu reflektieren und zu lernen. Die Erkenntnis, dass mir viele der beschriebenen Verhaltensweisen fremd sind, war jedoch ebenfalls gewinnbringend. Sie hat mir deutlich gemacht, wie individuell wir geprägt sind – durch unsere Eltern, Lehrer*innen, Freund*innen, Partner*innen sowie durch unsere Privilegien oder eben das Fehlen derselben. Festzustellen, dass ich in vieler Hinsicht einfach Glück hatte, hat meinen Blick erweitert. Vielleicht liegt es auch an meinem Alter: Mit 37 habe ich bereits vieles selbst reflektiert und hinter mir gelassen. Mit Anfang 20 hätte mich dieses Buch wahrscheinlich stärker herausgefordert. Dennoch fühle ich mich nun für die Zukunft gewappnet – sei es, um eigene Muster zu hinterfragen oder toxisch-weibliches Verhalten in meinem Umfeld besser zu erkennen.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
26. Sept.
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Rating:3

Toxische Weiblichkeit von Sophia Fritz Ich finde die Ideen und Ansichten in diesem Buch sehr spannend – wie Fritz weibliche Prägungen analysiert, etwa das „gute Mädchen“, die Powerfrau, Mutti, Opfer und Bitch, und wie diese Figuren unser Verhalten beeinflussen. Auch die Verweise des Buchs auf andere feministische Texte und Themen fand ich bereichernd; hätte ich Toxische Weiblichkeit viel früher gelesen, dann wären es sicher 4,5 Sterne geworden. Was mir allerdings gefehlt hat: Das Buch bringt wenig wirklich Neues, zumindest nicht für Leser:innen, die schon länger mit feministischer Theorie und Reflexion vertraut sind. In manchen Passagen wirkt alles schon einmal gehört – die Selbstreflexion ist ehrlich, aber nicht immer tiefgründig genug, um überraschen zu können. Für Einsteiger:innen in das Thema ist es wunderbar geeignet, um Weiblichkeit und eigene Gefühle zu verstehen aber wer schon viel gelesen hat, bemerkt deutlicher, wo die Grenzen liegen. Insgesamt: Toxische Weiblichkeit ist ein wertvoller Essay für den Einstieg, mit guten Gedanken und Impulsen aber nicht revolutionär frisch für die, die schon viel am Start haben. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
13. Aug.
Ein must-read für Frauen wie Männer, vor allem für jene, die die nächste Generation erziehen. Hätte es solche Bücher für meine Generation gegeben, wäre Frauen so einiges erspart geblieben. Ich freue mich, dass sich die Welt diesbezüglich im guten Wandel befindet.
Rating:5

Ein must-read für Frauen wie Männer, vor allem für jene, die die nächste Generation erziehen. Hätte es solche Bücher für meine Generation gegeben, wäre Frauen so einiges erspart geblieben. Ich freue mich, dass sich die Welt diesbezüglich im guten Wandel befindet.

"Toxische Weiblichkeit" beschreibt ein selbst- und fremdschädigendes Verhalten von Frauen, das durch die Erfüllung männlicher Erwartungen entsteht. Es ist ein relativ neuer Begriff, der kontrovers diskutiert wird und sich mit internalisierter Misogynie auseinandersetzt. Erläuterung: Der Begriff "toxische Weiblichkeit" ist ein Gegenstück zu "toxischer Männlichkeit" und bezieht sich auf Verhaltensweisen, die Frauen selbst oder anderen Frauen gegenüber schädlich sein können. Diese Verhaltensweisen sind oft internalisierte Muster, die Frauen im Laufe ihrer Sozialisation erlernen und die von der Gesellschaft als typisch weiblich angesehen werden, aber negative Auswirkungen haben können. Aspekte von toxischer Weiblichkeit können sein: "Girl Hate": Neid und Missgunst unter Frauen, Konkurrenzdenken und das Gefühl, dass nur eine "coole" oder "kluge" Frau in einem sozialen Kreis Platz hat. Internalisierte Misogynie: Frauen, die andere Frauen aufgrund von Stereotypen oder Erwartungen kritisieren oder abwerten. Manipulation und Machtspiele: Frauen, die versuchen, durch indirekte Methoden Kontrolle und Macht zu erlangen, z.B. durch das Vermeiden von Konflikten oder das Ausnutzen von Stereotypen. Selbstaufopferung: Frauen, die sich übermäßig für andere aufopfern und dabei ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen. Opferrolle: Frauen, die sich selbst als hilflos und unterdrückt darstellen, oft in Beziehung zu Männern. Ziele der Auseinandersetzung mit "toxischer Weiblichkeit": Bewusstmachung: Erkennen und hinterfragen von schädlichen Verhaltensmustern, die Frauen internalisiert haben. Stärkung positiver Ressourcen: Entdecken und fördern von positiven Eigenschaften und Verhaltensweisen, die Frauen von ihren Sozialisations-toxischen Verhaltensweisen befreien können. Gestaltung eines neuen Wertesystems: Gemeinsames Schaffen einer Gesellschaft, die die Prinzipien von Belohnung und Bestrafung überwindet und ein neues Miteinander von Frauen und Männern ermöglicht. Wirklich sehr gut

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
10. Juli
Rating:5

Dieses Buch hat sämtliche Gefühle in mir ausgelöst. Eine Auseinandersetzung mit einer neuen Thematik, mit der ich mich bis jetzt noch nie beschäftigt habe. Ich konnte nicht mit allen Aussagen der Autorin mitgehen bzw. habe ich mich auch nicht in allen Punkten gesehen. Trotzdem führte die Art und Weise der Auseinandersetzung und ihr angenehmer Schreibstil dazu, dass das Werk für mich zu einem Highlight wurde.

Toxische Weiblichkeit
Toxische Weiblichkeitby Sophia FritzHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG