Mein erstes Buch eines Native American. In Wandering Stars von Tommy Orange wird die Geschichte indigener Identität über Generationen hinweg auf ihrer Suche nach Zugehörigkeit erzählt. Ein kraftvoller, poetischer Roman über Verlust, Widerstand und die Bedeutung von Herkunft, eindringlich und bewegend. Und ein cooles Cover gibt es auch dazu!
Wir begleiten eine Native-American Familie über mehrere Generationen hinweg. Nicht nur wird über das Ende des Krieges berichtet, wie die "Umerziehung" abgelaufen ist, aber auch Drogenkonsum spielt eine große Rolle. Eine Geschichte über die Suche nach den eigenen Wurzeln und Sehnsüchten. Sehr zu empfehlen.
Vor einigen Jahren habe ich "There, There" von Tommy Orange gelesen, konnte mich aber nur noch wage an die Handlung erinnern. Aber ich war beeindruckt, das weiss ich noch, sodass ich auch dieses Buch lesen wollte.
Und auch dieses hier ist wieder sehr stark in seiner Bedeutung und seiner Aussage. Es gut, wenn sich weisse Menschen immer wieder vor Augen führen, was sie getan haben. Zumindest möchte ich nicht die Augen davor schliessen, was Europäer Indigenen auf allen Kontinenten angetan haben.
Deshalb ist es gut, dass es Bücher wie dieses gibt, dass sie für Gespräche sorgen und Aufmerksamkeit bekommen. Die Kolonisation ist kein Ding der Vergangenheit, sondern lebt noch immer weiter. Die Wunden von damals werden weitergegeben und können und sollen nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden.
Deshalb empfehle ich, indigene Schreibende zu lesen und zuzuhören, was sie zu sagen haben.
Einen lesenswerter Roman über die Historie der Native Americans und Schmerzmittelsucht 💊
Mein Wissen über Native Americans reicht leider nicht weit über klischierte US-Western Filme wie Winnetou oder Karl May hinaus. Bilder voller Nostalgie waren in meinem Kopf - die weiten Landschaften und das naturnahe Leben der indigenen Völker. Der US-Autor Tommy Orange hat meine romantisierten Vorstellungen zu ganz anderen Bildern gewandelt und hat mich mit seinem zweiten Roman „Verlorene Sterne“ dazu angeregt mich damit mehr literarisch beschäftigen zu wollen. Es ist zugleich Vorgeschichte als auch Fortsetzung seines Vorgängerbuches „Dort, dort“.
Der Roman erzählt die Geschichte von zwei indigenen Teenagern über 150 Jahre Kolonialgeschichte hinweg. Wie hold war ihnen das Schicksal?!
Der amerikanische Autor ist Mitglied der Cheyenne und Arapaho Nation und erzählt uns eine authentische Familiengeschichte über sieben Generationen hinweg, die sowohl Drogensucht, als auch Annexion und Suppression thematisiert.
Heute leben circa siebzig Prozent der fünf Millionen Native Americans in Städten, nicht in Reservaten. Wie leben sie dort? Warum setzen sich die immer gleichen Probleme von Identitätssuche, familiärer Instabilität und Sucht über Generationen fort?
In „Verlorene Sterne“ bekommen wir Antworten auf diese Fragen.
Wir erfahren auch von der verfehlten US-Politik gegenüber den Indigenen in Form von unterschiedlichen Protagonist*innen im ersten Teil des Romans, allerdings habe ich durch die Zeitsprünge teilweise den Überblick verloren und den Figuren fehlt es durch die straffe Abfolge von Geschehnissen an Tiefe.
Die Einrichtung der Indianerinternate und die Internierung einer Gruppe von Indianern in einer Gefängnisgfestung in Florida sind als wichtige Punkte in der Historie zu benennen.
Der zweite Teil des Romans hat den Titel „Nach 2018“ und erzählt die Geschichte des jungen Orvil Red Feather, der als Teenager abhängig wird von Schmerzmitteln. Bereits Orvils Vorfahren konsumierten Laudanum, Mescalin und Alkohol, nun reiht er sich ein und bildet die Nachkommenschaft der Abhängigen, auch sein Bruder Lony gerät in die Szene. Die Suchtthematik fand ich in dem Zusammenhang sowohl literarisch, als auch aus medizinischer Sicht extrem gut umgesetzt (allein dafür hat es sich schon für mich gelohnt das Buch zu lesen).
Ich habe viel gelernt und der Autor Tommy Orange hat die historischen Bezüge gut aufgearbeitet und in Zusammenhang gesetzt. Auch wenn sich der Roman für mich thematisch überladen angefühlt hat, habe ich ihn sehr gerne gelesen. Mir sind die Grausamkeiten nun vor Augen, die mit der Vertreibung der Indigenen verbunden sind. Ein wertvolles Buch, das Bewusstsein schafft und aufräumt mit Klischees, die sich vielleicht noch in unseren Köpfen befinden - wer sicher mehr mit der Thematik Schmerzmittelsucht und den Native Americans auseinandersetzen möchte, findet mit „Verlorene Sterne“ einen lesenswerten Roman.
Wandering Stars is the prequel and sequel of There, There, which I really liked.
This story was really sad and devastating, allowing the reader to find out more about one of the Native American families from There, There. It helps one understand the gravity of the colonialization of North America and how it affects indigenous people to this day. How they were forced to forget their culture and are discriminated against through history. How addiction affects generations of Native Americans, due to being disadvantaged.
On the other hand the writing is beautiful and I think Orange really captures the child’s perspective in characters like Lony and Loother.
Overall it was good, even though I liked the first book more. It just felt a bit long at times. But I do think it is very worth reading!