17. Mai
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Rating:5

Wow, was für ein Buch, was für eine Wucht! Da ist alles mit dabei: Schmerz, Hoffnung, Aussichtslosigkeit, Entrüstung, Unverständnis … Percival Everett erzählt die Geschichte von Huckleberry Finn neu. Wir begleiten den intelligenten Jim, einen Sklaven im Süden der USA, auf seiner Flucht vor dem Grauen der Weissen, mit dem Ziel, seine Frau und Tochter freizukaufen. Ein Must-read, das sollte Schullektüre sein.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
14. Mai
Rating:4

James von Percival Everett hat mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn ich nach den vielen begeisterten Stimmen vielleicht noch etwas mehr erwartet hatte. Der Roman ist klug geschrieben, stellenweise sehr bissig und behandelt ernste Themen mit einer besonderen Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und Absurdität. Gerade diese ungewöhnliche Erzählweise macht das Buch interessant und hebt es von vielen anderen Romanen ab. Trotzdem hat mich die Geschichte emotional nicht ganz so stark gepackt, wie ich gehofft hatte. Insgesamt aber ein lesenswerter Roman.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
1. Apr.
Rating:5

Das Buch war sehr gut. Die Schreibweise, sowie der Autor den Charakter Jim beschreibt hat mich sehr gepackt. In meiner Meinung hat er ein Meisterwerk erschaffen mit diesem Buch.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
7. März
Rating:5

Lachen und weinen liegen oft eng beieinander... für mich gilt das auch bei diesem Buch irgendwie. Traurige Wahrheiten treffen auf kleine feine irgendwie tragische Situationskomik. Toller Perspektivwechsel, und ein packendes Ende.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
22. Feb.
Rating:5

Der Roman James ist eine Neu‑Interpretation von Mark Twains Die Abenteuer des Huckleberry Finn. Everett erzählt die bekannte Flussreise nicht aus der Sicht des weißen Finn, sondern aus der Perspektive des schwarzen Sklaven Jim, den er in James umbenennt und als eigenständige Hauptfigur etabliert . Der entflohene Sklave James (Jim) schließt sich dem jugendlichen Huck Finn an und begibt sich gemeinsam mit ihm auf eine gefährliche Fahrt den Mississippi hinunter. Während der Reise muss James ständig seine schwarze Identität verhandeln, um sowohl sich selbst als auch Huck zu schützen. Er wird dabei bewusst als „der Dumme“, den die Weißen unterschätzen, dargestellt, obwohl er in Wirklichkeit hochintelligent ist . Die Erzählung folgt den bekannten Episoden von Twains Original (z. B. die Begegnung mit dem Herzog, das Floß, die Flucht vor den Sklavenfängern), jedoch aus James’ Blickwinkel, wodurch neue Bedeutungen entstehen.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
18. Feb.
Rating:5

Ergreifende Einblicke ins Sklavenleben von James (Jim aus Huckleberry Finn)

Das Ende war ganz anders als im „Kinderbuch“ und viele Ereignisse viel realer und glaubhafter, aber auch ergreifend und zum großen Teil erschütternd

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
31. Jan.
Rating:4.5

Großartiger Roman

Der Roman wird aus Jims Perspektive erzählt, man begleitet ihn auf seiner Flucht und dem Kampf zu Freiheit. Besonders spannend fand ich, wie Sprache dabei immer wichtiger wird – als Tarnung, Macht und als Mittel der Selbstbehauptung. Das Character Development war stark. Die Geschichte ist spannend, sarkastisch und oft überraschend witzig, vor allem in den Dialogen.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
21. Jan.
Rating:4.5

oha! ich habe zwar keine erinnerung mehr an die originale geschichte von huckleberry finn aber i loved it! sehr gute schreibweise, krasse charakterentwicklung, ein random plot twist aber vielleicht lag das an der anlehnung an die original geschichte, viel schlaues, viele dialoge - would recommend.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
18. Jan.
Rating:4.5

Ein Meta-Kommentar zum literarischen Gedächtnis

Everett greift die Vorlage von Mark Twain auf und macht deutlich, dass deren literarische Darstellung keineswegs neutral ist. Anhand der Figur Jim werden rassistische literarische Traditionen offengelegt und hinterfragt. Dem Leser wird vor Augen geführt, dass Jim weit mehr ist als ein Stereotyp. Anders als bei Twain erscheint er nicht kindlich oder einfältig, sondern als intelligente, reflektierte und strategisch handelnde Persönlichkeit. Everett zeigt damit, wie schwarze Figuren in der Literatur von bloßen Objekten der Erzählung zu handelnden Subjekten werden können. Der Roman weist eine außergewöhnliche menschliche Tiefe auf und besitzt durch seinen thematischen Schwerpunkt eine hohe kulturelle und gesellschaftliche Relevanz. Ein zentrales Motiv ist die Macht der Sprache: Sie dient James einerseits zur Tarnung und Anpassung, andererseits zur Selbstermächtigung. Sein Sprachgebrauch verändert sich bewusst je nach Gegenüber, um Rollen einzunehmen und Machtverhältnisse zu navigieren. Ein weiteres wichtiges Motiv ist die Flucht als Suche nach Selbstbestimmung. Dabei geht es nicht nur um physische Freiheit, sondern ebenso um mentale und existentielle Unabhängigkeit. Mit dem Schluss des Romans hatte ich persönlich leichte Schwierigkeiten, da sich die Tonalität stark verändert, drastischer wird und das Ende stellenweise abrupt wirkt. Dennoch ist hervorzuheben, dass man Twains Werk nicht zwingend kennen muss, um Everetts Roman zu verstehen. Die Kenntnis ermöglicht jedoch einen besonders spannenden Vergleich. Insgesamt hat Everett einen sehr lesenswerten Roman geschaffen, der Twains Klassiker um eine essenzielle Perspektive erweitert und zugleich eine eindrucksvolle Aktualität mit sich bringt.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
17. Jan.
Rating:3

James war für mich kein leichtes Buch, auch weil ich sonst kaum Bücher dieser Art lese. Die Idee, die Geschichte von Mark Twain aus einer anderen Perspektive neu zu erzählen, fand ich jedoch spannend. Mit der Sprache, vor allem in den Dialogen der versklavten Figuren, habe ich mich schwergetan, und die Brutalität der Geschichte war für mich stellenweise kaum auszuhalten. Ich habe außerdem gemerkt, dass mir das Vorwissen zu den Büchern von Tom Sawyer und Huckleberry Finn gefehlt hat, um wirklich alles einordnen zu können. Trotzdem ließ sich das Buch durch seine Kürze gut zu Ende lesen. Auch wenn es nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
17. Jan.
10/2026 - Ich habe es verschlungen und hoffe, meine Empfehlung macht auch andere auf dieses Buch aufmerksam!
Rating:5

10/2026 - Ich habe es verschlungen und hoffe, meine Empfehlung macht auch andere auf dieses Buch aufmerksam!

Wer kennt sie nicht, die Abenteuer von Huckleberry Finn, der mit dem Sklaven Jim flieht und mit ihm auf dem Mississippi Abenteuer erlebt. In diesem Buch erzählt jedoch Jim seine Geschichte... Sowohl die, die man schon kennt aus seiner Sicht, als auch weit darüber hinaus. Jim/James ist alles andere als der einfältige Sklave für den er gehalten wird. Der Perspektivwechsel gelingt großartig! Das Buch ist eine absolute Leseempfehlung! Kein Kinderbuch, sondern ein wichtiges Werk über eine sehr dunkle Zeit in der Geschichte der Vereinigten Staaten (bei sehr vielen Szenen muss man hart Schlucken). Ernst, tragisch, aber auch mit viel Witz und Humor. Ich habe es verschlungen und hoffe, meine Empfehlung macht auch andere auf dieses Buch aufmerksam! eBook (Onleihe)

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
9. Jan.
Rating:5

Huckleberry Finn erzählt aus der Perspektive des Sklaven Jim

Die Geschichte der Flucht des Sklaven Jim zusammen mit Huckleberry Finn ist eine furiose Abenteuergeschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Eindrücklich und zum Teil auch schonungslos wird die inhumane Lebenssituation sowie das brutale Verhalten der Weißen gegenüber den Sklaven in Südstaaten der USA im 18. Jahrhundert beschrieben. Der Autor Everett schafft es, einen fesselnden Roman mit sehr viel Tiefgang zu schreiben,. Für mich ist James eines der Lesehighlights der letzten Monate.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
29. Dez.
Rating:4.5

Großartiges Buch!

Eine Geschichte, die zeigt wie entscheidend es ist, aus welcher Perspektive berichtet wird. Der Autor benutzt eine wunderbare Sprache und ganz besondere Ausdrucksweise. Er schenkt der lesenden Person nicht nur eine spannende Storie mit vielen packenden Hetzjagden und jeder Menge Plot Twistst, sondern auch Einblicke über eine der grausamsten Zeiten der Menschheitsgeschichte. Eine Geschichte die sehr oft schmerzhaft unter die Haut geht und es trotz alledem schafft hin und wieder auch mit Humor von Freundschaft und Liebe zu erzählen. Ein beeindruckendes Werk!

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
15. Dez.
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Rating:4

James von Percival Everett In James erzählt Percival Everett die bekannte Geschichte rund um Huckleberry Finn konsequent aus der Perspektive von Jim und rückt damit eine Figur ins Zentrum, die literarisch lange marginalisiert wurde. Der Roman nutzt diesen Perspektivwechsel, um Macht, Sprache, Identität und Freiheit neu zu verhandeln. Was dieses Buch besonders stark macht, ist seine intellektuelle Klarheit. Everett schreibt präzise, scharf und mit einem feinen, oft bitteren Humor, der gesellschaftliche Gewalt und rassistische Strukturen ungeschönt sichtbar macht. Die Stimme von James ist klug, reflektiert und voller Würde und gerade dadurch entfaltet der Text eine enorme Wirkung. Viele Passagen sind unbequem, aber genau darin liegt ihre Stärke: Der Roman fordert Aufmerksamkeit und Haltung, ohne belehrend zu werden. Gleichzeitig ist James kein leichtes Buch. Der nüchterne Ton und die bewusste Distanz, mit der bestimmte Szenen erzählt werden, haben es mir stellenweise schwer gemacht, emotional ganz einzutauchen. Auch das hohe sprachliche und gedankliche Niveau verlangt Konzentration und Geduld, was den Lesefluss punktuell bremst. Das wirkt gewollt, bleibt aber nicht immer zugänglich. Insgesamt ist James ein kraftvoller, kluger Roman, der literarisch wie politisch überzeugt. Er bleibt im Kopf, stellt unbequeme Fragen und verschiebt vertraute Narrative mit großer Konsequenz. Kein Buch zum Nebenbei-Lesen, aber eines, das genau deshalb so stark ist. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
6. Dez.
Rating:4.5

Buchclub im November: Nicht mein Genre, aber sehr eindrücklich und nicht ohne Grund preisgekrönt.

Der Perspektivwechsel und die Genre Adaption sind dem Autor wirklich hervorragend gelungen. Es fühlte sich für mich vom Spannungsbogen und von der Plot Geschwindigkeit sehr nah am Original an. Sprachlich fand ich es faszinierend und war froh es in Originalsprache gelesen zu haben. Der direkte Vergleich im Buchclub hat gezeigt, dass doch einiges auf Deutsch anders klingt und die Atmosphäre verändert. Mich persönlich hat besonders Jim’s Identifikation mit seinen Emotionen und sein Zugang zu Literatur und Sprache fasziniert. Ich würde es aufgrund des wichtigen Themas allen ans Herz legen, auch wenn ich persönlich auch überhaupt kein Fan von so Abenteuerplots bin.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
3. Dez.
Ein Abenteuerroman mit Hürden
Rating:3.5

Ein Abenteuerroman mit Hürden

James von Percival Everett ist für mich ein Buch mit Licht und Schatten. Obwohl mich die Grundidee – die Perspektive von Jim aus Die Abenteuer des Huckleberry Finn neu zu erzählen – sehr angesprochen hat, hatte ich persönlich einige Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Vor allem der häufige Einsatz des Slangs war für mich anstrengend zu lesen und hat meinen Lesefluss immer wieder gestört. Trotz der vielen wechselnden Schauplätze, die eigentlich für Dynamik sorgen sollten, gab es Passagen, in denen mich die Handlung eher gelangweilt hat. Gleichzeitig muss ich aber hervorheben, dass das Buch ein wichtiges historisches und gesellschaftliches Thema aufgreift und es in die Form eines Abenteuerromans packt. Genau dieser Mix hat mich letztlich dennoch bei der Stange gehalten. Insgesamt ein Roman, der viel zu sagen hat, mich aber stilistisch nicht vollständig abholen konnte – daher solide 3,5 von 5 Sternen.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
1. Dez.
Rating:4.5

"Ich gebe zu, dass ich ganz kurz den Gedanken hegte, ich würde ertrinken. Zu ertrinken macht einen Menschen interessanter, aber ich wollte in diesem Augenblick so langweilig wie nur möglich sein und bleiben." Die Abenteuer des Huckleberry Finn in neu und aus der Perspektive des Sklaven Jim geschrieben. Percival Everett, der sich an die Grundgeschichte des amerikanischen Originals von Mark Twain hält, ist mit 'James' ein Geniestreich geglückt. Klug, spannend, mitreißend, unterhaltsam und emotional legt er den Finger in die Wunde des weißen Amerikas. Das ist wahrlich meisterhaft!

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
17. Nov.
Rating:5

Sprachlos

Ein Buch das sprachlos macht! Ich musste immer wieder eine Pause einlegen. Ein Buch zum nachdenken, welches aufzeigt auf welches abgründige Niveau sich Menschen begeben, auf welchen Thron sich Menschen setzen um andere zu kontrollieren, gar zu „besitzen“! Ein Stück amerikanischer Geschichte die ich so grausam nicht aus dem Geschichtsunterricht kenne, welches aber vielleicht genauso hätte passieren können. Und auch die Frage: was kann ein einzelner Mensch erleben, ertragen, erdulden und überleben? Die BLM-Bewegung bekommt nach diesem Buch eine ganz andere Bedeutung für mich, denn wenn auch nach 160 Jahren noch um elementare Rechte gekämpft werden muss, hat die Menschheit absolut nichts dazugelernt. Von mir eine klare Leseempfehlung, allerdings nichts für schwache Nerven!

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
24. Okt.
Rating:5

Sklaverei ist eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheit. Ein System der Gewalt in jeder Hinsicht. Das hat mich nicht unerwartet erschüttert, darauf muss man gefasst sein bei einem Buch zu diesem Thema. ABEr völlig unerwartet getroffen hat mich die Idee der zwei Sprachen : dialekthafte Sklavensprache im Gespräch den Weißen und gewählte "normale" heimlichr Sprache unter sich. Sie macht deutlich wie sehr das System auf Rollen beruht und karikiert das Konzept der Rasse, das das Gewaltsystem stützt. Jim liest und schreibt dazu, ebenfalls heimlich, wegen seines Bleistiftes stirbt jemand und er schreibt, wie Huck die Geschichten ihrer beider Flucht. Everett füllt die Lücken, wenn Huck und Jim getrennt sind aber nicht nur einfach. Durch Everetts Buch erscheint der Klassiker wie der Wunschtraum und die erzählte Rechtfertigung eines Kindes von Jims Freiheit. Das ist beeindruckend!

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
19. Okt.
Rating:4.5

Faszinierendes Hörbuch. Gerade die ständigen, teils unverhofften Wechsel zwischen gesprochener „Sklaven“-Sprache & „normaler Sprache der Schwarzen unterstreichen den Perspektivwechsel von Huckleberry Finn und die Absurdität dieser künstlichen Unterteilung von Menschen sehr gelungen und eindrucksvoll

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
17. Okt.
Rating:4

In „James“ wird die Geschichte von Huckleberry Finn neu aus Sicht des Sklaven Jim erzählt.

Jim, wie auch die anderen Sklaven, ist ein intelligenter, gebildeter Mann, der für die Weißen seine Aussprache absichtlich so verstellt, dass sie ihn für dumm halten. Er kann lesen und schreiben und sich gewählt ausdrücken. Um nicht verkauft zu werden, flieht er Richtung Norden mit dem Vorsatz, sich ein neues Leben in Freiheit aufzubauen und seine Familie nachzuholen. Zeitgleich täuscht Huckleberry Finn seinen Tod vor, wodurch Jim in Verdacht gerät, Huck getötet zu haben. Sie fliehen gemeinsam und erleben auf der Flucht einige Abenteuer… Flut, Stürme, Betrüger… Weiße, die sich als Schwarze ausgeben und Schwarze, die sich als Weiße ausgeben, die sich als Schwarze ausgeben. Es ist eine fesselnde Geschichte, die wichtige Themen wie Identität, Freiheit, Rassismus, Unterdrückung und Freundschaft behandelt. Eine Geschichte voller Witz, mit viel Tiefgang, die den Blick auf die Geschichte verändert und zum Nachdenken anregt. Das Augenmerk von „James“ liegt auf der Charakterentwicklung von Jim. Der Autor verleiht dem Protagonisten Tiefe und Facetten. Er steht hier nicht nur für Sklaverei und Unterdrückung, sondern vor allem für Mut, Stärke, Verletzlichkeit und Entschlossenheit, aus der für ihn vorgesehenen Rolle auszubrechen und ein freies, selbstbestimmtes Leben zu suchen. Seine Entwicklung war für mich zu jederzeit nachvollziehbar und authentisch.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
12. Sept.
Rating:5

Everett gelingt es, Jim als einen äußerst vielschichtigen Charakter zu beschreiben und der Geschichte um Huckleberry Finn eine ganz neue Sichtweise zu verleihen. Sehr mitreißend und berührend.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
9. Sept.
Rating:5

Huckleberry Finn gehört zu den Büchern, die ich spätestens jeden dritten Sommer wieder lese - wegen der Nostalgie, der Stimmung, dem Lesegefühl. Nichtsdestotrotz muss das Buch mit einer großen Sensibilität gelesen werden: Es ist eines dieser Bücher, dessen historischer Kontext beim Lesen nie vergessen werden darf. Mark Twain ist hier vor allem Chronist, aber auch Sozialkritiker - fortschrittlich, weil eine Freundschaft zwischen Sklave und weißem Jungen möglich wird; aus zeitgenössischer Sicht kritisch, weil über 200 Mal das N-Wort fällt und die Figur des Jim über weite Strecken flach und eindimensional gezeichnet wird. Percival Everett bietet uns in "James" eine andere Perspektive dieser Geschichte an. Jim, der Sklave, wird hier zu James, dem Ich-Erzähler: zu einem Menschen mit Gefühlen, Gedanken, Familie, Träumen und Plänen. Die Geschichte in Huckleberry Finn wird hier nicht nur aus einer anderen Perspektive nacherzählt - Everett füllt die Lücken in Twains Klassiker und eignet sich die Geschichte auf diese Art an. Und obwohl das Buch nicht im 21. Jahrhundert spielt, ist es trotzdem zeitgenössisch. Es gibt subtile Denkanstöße und eröffnet den Leser:innen neue Interpretationsräume, bleibt aber gleichzeitig auf der reinen Handlungsebene eben auch eine spannende Abenteuergeschichte, ohne offensiv belehrend sein zu wollen. Ein großartig konstruierter Roman über Freiheit, Identität, Selbstermächtigung und Rassismus.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
18. Aug.
Rating:5

Von Mark Twains Charakteren „Huckleberry Finn“ und auch dem Sklaven „Jim“ hatte ich gehört, die Geschichte von Mark Twain jedoch nie gelesen. Persival Everetts „James“ erzählt die Geschichte aus Jims Perspektive: Er ist gebildet, kann Lesen und Schreiben, träumt von Zwiegesprächen mit Philosophen und lehrt versklavten Kindern, extra falsch zu sprechen, um sich selbst zu schützen. Denn nur, wenn man sich als Sklave minderbemittelt darstellt, fühlen sich die Weißen überlegen und sicher - weiß James. Jim ist James Identität als Sklave, James ist seine wirkliche / eigene Identität. Ich konnte als Kind / Jugendliche nicht viel mit den Geschichten von „Huckleberry Finn“ anfangen, weil ich mich in den Geschichten nicht wiedergefunden habe. „James“ habe ich sehr gerne gelesen, obwohl auch hier Frauen nur Nebenrollen darstellen. Mir hat jedoch James Sehnsucht nach Büchern und Papier, sowie seine kluge Art gefallen: „Zuerst willst du nich nach Illinois, wo du frei sein kannst, und dann fängst du an, Bücher zu sammeln, weil die sich gut anfühlen. Das kapier ich wirklich nich.“ (S. 77) - sagt Huck zu James. An vielen Orten kommt James in gefährliche Situationen. Wie gefährlich erst ein einzelner Bleistift für einen Sklaven sein kann, wird in dem Buch an mehreren Stellen deutlich. Auch wenn es mehrere sehr interessante Entwicklungen im Buch gab, die es so bei Twain wohl nicht gegeben hat (und die ich hier nicht verraten will), war denke ich besonders der Aspekt lesen und schreibenden Sklaven das größte Empowerment in diesem Buch, das James ermöglicht, den Verlauf seines Lebens anders zu gestalten. Ich habe nach „James“ große Lust, doch mal „Huckleberry Finns Abenteuer“ von Mark Twain zu lesen, um die Handlungen und auch die Darstellungen von Jim/James als Figuren zu vergleichen.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
27. Juli
Rating:5

James! Was für ein großartiges Buch! Es hat mich zerrissen, aufgewühlt, beschämt, zerstört. Ich habe es geliebt, der Entwicklung zuzusehen, die Jim/James nimmt. Ein Buch, das man gelesen haben sollte. Große Leseempfehlung!

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
17. Juli
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Rating:5

 „Wenn man die Hölle als Heimat kennt, ist die Rückkehr in die Hölle dann eine Heimkehr?“ (S. 293) JAMES Percival Everett Als der Sklave Jim ohne seine Frau und Tochter nach New Orleans verkauft werden soll, fasst er einen verzweifelten Entschluss: Er flieht. Doch statt wie die meisten „Entflohenen" in den freien Norden zu fliehen, schlägt er eine unerwartete Richtung ein – in den Süden. Dort, so hofft er, wird man ihn nicht suchen. Unterwegs trifft er auf Huckleberry Finn, genannt „Huck“, der seinem gewalttätigen und trunksüchtigen Vater entflohen ist. Gemeinsam brechen sie auf – Jim mit dem Ziel, Geld zu verdienen, um seine Familie freizukaufen. Doch schnell zeigt sich, wie aussichtslos dieses Vorhaben ist: Ein schwarzer Mann, der sich nur nachts fortbewegen kann, und ein weißer Junge fallen überall auf. Zudem kann ihm Huck nicht helfen, da ein Minderjähriger rechtlich keine Sklaven besitzen darf. Auf ihrer gemeinsamen Flucht geraten die beiden in gefährliche Situationen, begegnen Betrügern und müssen zahlreiche Ungerechtigkeiten ertragen. Doch gerade diese Herausforderungen schweißen sie enger zusammen. Ob es Jim gelingt, seine Familie zu retten, müsst ihr selbst lesen. Percival Everett erzählt Mark Twains Klassiker Die Abenteuer des Huckleberry Finn noch einmal – diesmal aus der Sicht von Jim, dem Sklaven. In der Ich-Perspektive schildert er schonungslos und eindringlich die Grausamkeit der Sklaverei: wie Männer ausgepeitscht, Frauen vergewaltigt und Menschen wie Vieh behandelt werden. Ein zentrales Element des Romans ist die Sprache: Everett rückt die authentische Sprechweise der Sklaven im 19. Jahrhundert in den Mittelpunkt. Diese unterscheidet sich stark vom damaligen Südstaaten-Englisch. Der Übersetzer Nikolaus Stingl erläutert im Anhang des Buches, wie er diese sprachlichen Besonderheiten ins Deutsche übertragen hat – meiner Meinung nach mit großem Erfolg. Fazit: Ein kraftvolles, wichtiges und berührendes Buch, das ich euch sehr ans Herz lege. 5/5

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
17. Juni
Platz 50 NYT Bestseller Readers Choice
Rating:5

Platz 50 NYT Bestseller Readers Choice

Ein Buch, das einen durchrüttelt. Und das mit jeder Seite klüger wird. Percival Everett erzählt die bekannte Geschichte um Jim und Huckleberry Finn neu – diesmal aus der Sicht des versklavten Jim. Doch was sich wie eine literarische Reaktion liest, ist weit mehr: James ist eine radikale Umkehrung kolonialer Erzählweisen, eine schonungslose Offenlegung weißer Arroganz und eine literarische Rückeroberung von Würde. Was mich am tiefsten getroffen hat, war nicht nur die Grausamkeit der weißen Gesellschaft gegenüber Schwarzen – sondern ihre Selbstverständlichkeit. Wie man Menschen ihrer Sprache, ihrer Freiheit, ihrer Intelligenz und letztlich ihrer Menschlichkeit beraubt. Wie Schwarze zu bloßen Körpern gemacht wurden, weniger wert als Tiere – und wie sie sich dennoch ihre Klugheit, ihre Zärtlichkeit, ihren Humor bewahrt haben. Everett zeigt: Die Unterdrückten mussten sich klein machen, verstellen, verstummen – damit sich die Unterdrücker groß fühlen konnten. Und wie erbärmlich klein und dumm sie dabei eigentlich wirkten. Der Roman ist hart, aber nie selbstzweckhaft. Er ist schmerzhaft, aber nie sentimental. Und er ist stellenweise sogar komisch – gerade da, wo der Schrecken kaum zu fassen ist. James macht bewusst, was lange zu bequem verschwiegen wurde: Die Geschichte der Sklaverei war nicht nur Unrecht. Sie war ein Zivilisationsbruch. Und sie wirkt bis heute fort.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
15. Juni
Rating:5

Die Geschichte von Huckleberry Finn aus Sicht des Sklaven Jim

Dieses hochgelobte Buch konnte mich zunächst nicht begeistern. An sich finde ich die Idee witzig, dass Jim in Wirklichkeit gebildet ist und die Weißen mit seiner "Sklavensprache" verarscht. Irgendwann hat es aber genervt und die philosophischen Gedankengänge zur Sklavenhaltung habe ich Jim nicht abgenommen. Der Schluss hat dann aber wieder überrascht und hat den Roman wirklich cool gemacht. Jim nimmt stellvertretend Rache für alle Sklaven und befreit sich. Hat mich ein wenig an ein Quentin Tarantino Finale erinnert.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
4. Juni
Rating:4

Mir hat die Idee dieses “Perspektivenwechsels” in dem aus der Ich-Erzählweise von James berichtet wird, extrem gut gefallen! Manche Abschnitte (der Aufbruch zur Flucht, die Vaterschaft, und das Ende) waren mir aber ein wenig zu schnell und zu abrupt. Durch die nüchterne (sarkastische?) Sprache fiel es mir schwer, diese extrem großen Schritte in James Leben voll zu empfinden, deswegen nur 4 Sterne. Trotzdem will ich Bäume von Everett lesen und bin gespannt, ob es generell Everett’s Sprache ist oder ob ich dort wärmer damit werde!

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
4. Juni
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Rating:5

Bevor dieses Buch zu einer Trend-Lektüre geworden ist, wusste ich, dass ich es lesen muss. Es hat mich auf keiner Seite dieses Meisterwerks enttäuscht. Die Reise zurück in die Abenteuer-Welt des Mark Twain war so turbulent wie emotional, da ich bereits die Abenteuer des Tom Sawyer sowie Huckleberry Finns in meiner Kindheit förmlich verschlungen habe. Die Perspektive auf den Sklaven Jim bzw. James, der seine Rolle als unterwürfiger Arbeiter gegenüber den weißen Herren spielt, ist so grandios geschrieben, dass es einem leicht fällt, sich in diese Welt wieder einzufügen. Gleichzeitig legt Percival Everett mit dieser Diskrepanz so tief den Finger in die Wunde der damals salonfähigen Sklaverei in den Vereinigten Staaten. Der Alltag in der Welt um den Mississippi River erscheint so ermüdend eingefahren, dass sich die Abenteuer von James, Huckleberry Finn und allen weiteren Figuren wie eine riesige Welt anfühlen. Augenscheinlich scheint diese Welt aber so begrenzt, dass man sich fragt, ob man überhaupt vom Fleck gekommen ist und wie viel sich nur in einer Gedankenwelt abspielt. Dieser kritische Blick auf die damalige Gesellschaft und einer bereits vorhandenen Romanfigur als Symbol des Widerstandes gegen Sklaverei ist einfach einmalig und jeder Buchpreis wird diesem Werk kaum gerecht. Jede Seite dieses Buches bereitet einen auf ein Finale vor, wie es in der Abenteuer-Literatur ihres gleichen suchen kann. Ohne zu viel zu Spoilern, strotzt dieses Werk nur so von Freundschaft, Verrat und dem unbändigen Willen der Verbesserung einer Gesellschaft, die man sich ohne Sklaverei zu dem Zeitpunkt nicht mal vorstellen konnte. Wenn man die Abenteuer von Huckleberry Finn und Tom Sawyer im Vorfeld gelesen hat, wird man sich in viele Begegnungen hineindenken können, wie die mit dem König von Frankreich und Lord Bridgewater und lässt einen in der Erinnerung noch deutlicher spüren, wie die gesellschaftlichen Konventionen zu der Zeit gewesen sind. Eine klare Leseempfehlung für jede Person, die es entweder mit Abenteuer- oder gesellschaftskritischer Literatur hält. Ich habe jede einzelne Seite geliebt und wünschte, ich könnte es noch einmal zum ersten Mal lesen.

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl
10. Mai
Rating:4

Am Anfang fiel es mir etwas schwer in die Geschichte hineinzufinden. Vor allem wegen der extra „dummen“ Sprache, die von den Sklaven vor Weißen gesprochen wurde. Mit der Zeit wurde es aber besser und die Geschichte hat vom Tempo nie nachgelassen. Die Geschehnisse kamen wirklich Schlag auf Schlag und ich habe die Entwicklung von Jim zu James sehr genossen. Tolle Geschichte

James
Jamesby Percival EverettHanser, Carl