Sprache formt Gedanken. Gedanken Verhalten.Und Verhalten die Gesellschaft
Ein wichtiges, unterhaltsam geschriebenes Buch, das sensibilisiert und zum Nachdenken über Rassismus in unserer Sprache anregt – besonders relevant in aktuellen gesellschaftlichen Debatten
Melina Borčak hat mit ihrem Buch eine einfach zugängliche und humorvolle Lektüre über ein so schwieriges Thema wie anti-muslimischen Rassismus geschaffen.
Sie erklärt, wie (westliche) Medien mit sprachlichen Mitteln ein (falsches und reduzierendes) Bild von Muslim:innen schaffen und erklärt, wie wir solche Narrative direkt bemerken und gegensteuern können. Zu guter letzt gibt sie reale Definitionen zu vielfach in Medien falsch genutzen Begrifflichkeiten und widmet vor allem „Genoziden“ ein eigenes ausführliches Kapitel. Absolut lesenswert!
Stellenweise hatte ich meine liebe Not mit dem Buch, aber im Großen und Ganzen kannn ich viel daraus mitnehmen und es liest sich sehr schnell. Würde es nicht als erste Lektüre zu Rassismus empfehlen, das ist für mich immer noch Exit Racism, aber ein guter Next Step.
Inhaltlich top, sprachlich Gewöhnungsbedürftig: Ein Sachbuch das überzeugt und neue Perspektiven eröffnet.
Zuerst: das Thema ist wichtig und ich kann es jedem guten Gewissens empfehlen, der sich und seine bisherigen Einstellungen reflektieren möchte. Einige Fallstricke des Rassismus passieren einem ganz ohne böse Absicht - das heißt nicht, dass man nicht lernen sollte sie zu meiden. Aus Sicht einer Betroffenen macht das Buch Eindruck - die derbe Sprache zwischendurch fand ich unterhaltsam. Ich glaube aber, dass viele Leser - die diese Lektüre wirklich dringend benötigen würden - sich davon eher abschrecken lassen werden. Generell hab ich den Eindruck, dass die Zielgruppe 15-30 Jährige ist. Meinen Ü55 Eltern würde ich das nicht empfehlen, die würden sich mit dem Wording schwer tun.
Was mir gefehlt hat und ich mir in dem Buch zumindest im Ansatz wünschen würde, ist wie man damit umgehen soll wenn Klischees im persönlichen / direkten Umfeld erfüllt werden. Auch wenn ich verstehe, dass man die muslimische Gesellschaft nicht als „Einheitsbrei“ ansehen darf, glaube ich schon dass der Umstand dass einige rassistische Klischees erfüllt werden, schon eine der größten Fallstricke im Alltag ist. Es wurde viel erwähnt wie die Medien an ihrem Wording und ihrer Darstellung arbeiten sollten, für den einfachen „Hans-Jürgen“ war meiner Meinung nach einfach zu wenig greifbares drin.
Mir selber hat es auf jeden Fall viele Anstöße zum Nachdenken gegeben und regt mich auch an mich mehr mit dem Thema Genozide auseinander zu setzen und gerade auch mit der Geschichte des muslimischen Europas. Da sehe ich bei mir einige Wissenslücken.
Ein sehr gutes Buch, das ich fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Melina Borčak geht das Thema sehr direkt und vor allem unmissverständlich an und hat dabei einen einfachen und treibenden Stil, wodurch das Lesen sehr angenehm ist.
Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass noch mehr auf alltägliche Situationen eingegangen wird, die meisten Kapitel beschäftigen sich mit sehr großen Dingen oder gehen nur allgemein auf Alltäglicheres ein.
Antimuslimischer Rassismus ist ein weitverbreitetes Problem – von Mikroaggressionen im Alltag über das Erstarken rechter Parteien bis hin zu Morden, Anschlägen und Genoziden. Muslim*innen werden im besten Fall als rückständig, im schlechtesten als extremistisch wahrgenommen – was natürlich einen Einfluss auf unsere Gesellschaft hat. Doch was können wir selbst tun, um rassistische Denkmuster zu erkennen und aufzulösen?
In ihrem ersten Sachbuch widmet sich Filmautorin, Journalistin und Medienkritikerin Melina Borčak dieser Frage. Ihre Sprache fällt dabei als erstes auf: sie jung und modern, umgangssprachlich, sehr direkt und deutlich. Einige Leser*innen dürften sich daran wohl stören, aber die Autorin sagt, sie schreibe, wie sie eben spreche – was dazu führt, dass wir ein zugängliches Sachbuch vor uns haben, bei dem niemand befürchten muss, die Aussage nicht zu verstehen.
In einer kurzen Einleitung legt Borčak dar, was sie mit ihrem Buch erreichen will. Es soll nicht nur um anti-rassistische Sprache und das eigene Handeln gehen, sondern vor allem darum, unbewusste Vorurteile zu erkennen sowie rassistische Strukturen und Framing (=Inhalte auf eine bestimmt Art kontextualisieren) zu entlarven. Eine wichtige Aussage der Autorin ist zudem, dass es nicht die eine kohärente Gruppe von Muslim*innen gibt. Schließlich scheren wir doch auch nicht alle Christen weltweit über einen Kamm. Außerdem erklärt sie falsch verstandene und verwendete Begriffe wie Dschihad, Scharia oder „Islamisierung“ und zeigt, dass Sachverhalte bewusst (sprachlich) unsichtbar gemacht werden.
Das wichtigste Kapitel, so bezeichnet es Borčak auch selbst, ist das über Genozide - und es ist wirklich erschütternd. Wusstet ihr, dass weltweit nur drei Genozide von internationalen Gerichten als solche anerkannt wurden und der Holocaust beispielsweise nicht darunter ist? Ein Grund hierfür ist, dass wir sie noch immer als „Massaker“ oder „Massenmorde“ verharmlosen, wenn doch ein ganzes perfides System hinter ihnen steckt, das über das reine Morden weit hinausgeht. Ein wichtiges Buch, dem ich mit meiner Rezension nur schwer gerecht werden kann.
Absolut wichtiges Buch über antimuslimischen Rassismus und Genozidleugnung. Melina schreibt über diese Themen so, dass jede/r sie versteht und gibt Beispiele an die Hand, wie man/frau es besser ausdrücken/ machen kann. Wird mein neues Nachschlagewerk.