Meinung:
Der Klappentext las sich sehr mysteriös und spannend. Ein hell erleuchtetes Diner erscheint aus dem Nichts in einem Kornfeld in England, in der Nähe einer Militärbasis. Jedoch ohne irgendwelche Stromanschlüsse und in der Nähe wird eine Leiche entdeckt. So weit, so gut.
Der Text erfordert eine hohe Aufmerksamkeit, da ständig in rückblickend, inklusive der Gedanken und Erklärungen der Charaktere, erzählt wird mit den dazugehörenden Zeit- und Ortwechseln. Sehr anstrengend.
Ich hatte das Gefühl, das die beiden Autorinnen in sämtlichen Genres fischen wollten. In Krimi, Mystery, Lovestory, Agententhriller.
Zudem sind manche Abschnitte vom Stil her sehr aufgeblasen und zu viel des Guten.
Die beiden Protagonisten waren mir beide zu überzeichnet. Das die beiden sich zueinander hingezogen fühlen, ist schnell klar. Das einer der beiden sich das nicht eingestehen will und sich das ganze dann hunderte von Seiten durch die Geschichte zieht, ist mühselig.
Das ich dran geblieben bin, liegt an meiner Neugierde. Ich wollte wissen, was es mit diesem "Prophet" auf sich hat ( den Namen für diese Droge fand ich auch nicht passend gewählt).
So kommt es, das dieses Werk sehr ambitioniert ist aber aufgrund der häufigen Längen sehr langatmig um die Ecke kommt und der eigentlich schöne Plot verpufft.
Fazit:
PROPHET hätte echt was werden können. Ich musste mich aber häufig durch den Text quälen und war aufgrund der auftretenden Langeweile, doch enttäuscht.
Von mir gibt es:
3/6 Sterne
2.5
Der Klappentext und auch die Leseprobe von Prophet versprechen eine sehr spannende und vielleicht etwas seltsame Geschichte, leider wurde ich vom Inhalt ziemlich enttäuscht. Die Protagonisten Adam und Rao sind merkwürdig, die Gespräche zwischen ihnen wirkten gekünstelt und unnatürlich. Beispielsweise sprachen sie sich total oft mit ihren Vornamen an oder fügten den Namen im Satz mit dazu. Außerdem waren ihre Gespräche teils so belanglos, dass man gut ein bis zwei Absätze überspringen konnte und nichts verpasst hatte. Rao war mir ein bisschen unsympathisch und Adam war so langweilig und durchsichtig, dass ich zum Schluss überhaupt nicht mit ihm mitfühlen konnte. Die anderen Nebenfiguren habe ich teilweise während des Lesens schon wieder vergessen und musste ihre Namen immer wieder mühsam heraussuchen, damit ich wusste, zu wem sie gehören.
Generell gab es einige belanglose Szenen, die man gerne hätte kürzen können. 150-200 Seiten weniger und dafür mehr Spannung hätten dem Buch gut getan. Spannung gab es nämlich leider kaum, das Buch versuchte auf Charakterentwicklung zu setzen, was in meinen Augen schiefging. Hier ein Zitat, welches den Inhalt des Buches zum Teil gut repräsentiert: "Ein paar Stunden später geht Rao vorsichtig auf die Toilette und pisst, ohne dass ein Tropfen auf den Fußboden fällt. Ein voller Triumph, denkt er und gewährt sich ein kleine imaginäre Medaille und einen langen imaginären Applaus." Einfach belangloses Gequatsche.
Das Ende war merkwürdig - normalerweise lese ich solche Bücher gerne, hier passte es für mich einfach nicht zum Rest der Geschichte. Wäre das ganze Buch so gewesen, wie das Ende, dann hätte es mir vielleicht auch besser gefallen. Ich habe das Buch nach 30% abbrechen wollen, mich aber dann doch dazu durchgerungen, es fertig zu lesen. Ich wollte nämlich dann doch wissen, wie es ausgeht und wenn man die detaillierten und ausschweifenden Absätze überflog, ließ sich das Buch doch recht schnell lesen.
Ich wusste leider nie so richtig, wo das Buch hin möchte und als es dann vorbei war, war ich einfach ratlos und verwirrt. Für mich war es leider nichts, ich kann mir aber gut vorstellen, dass andere da ganz anderer Meinung sind.
Akte X meets Romantik
Worum geht’s?
Mitten im Nichts steht plötzlich ein Diner. Hell, warm – aber es gibt keinen Strom. Immer mehr Gegenstände tauchen auf. Menschen verschwinden. Der Geheimagent Adam Rubenstein und Sunil Rao machen sich auf die Suche nach den Hintergründen und stoßen auf mysteriöse Phänomene.
Meine Meinung:
Mit „Prophet“ haben Sin Blaché und Helen MacDonald wirklich einen genreübergreifenden Roman geschrieben. Ich könnte nicht sagen, welches Genre hier am besten greift – am nächsten kommt dem wohl Science-Fiction, gespickt mit einem Agententhriller und ein bisschen Romantik. Aber es gefällt mir sehr gut und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Auch der Schreibstil hat dazu beigetragen, die Autorinnen haben wirklich eine beeindruckende Art, die Szenen schriftlich darzustellen und die Charaktere zum Leben zu erwecken, die mir mehr als gut gefallen hat.
Wobei ich nicht mal sagen könnte, was der tiefere Sinn hinter dem Roman ist. Es ist ein bisschen wie ein Akte X Fall. Mysteriös und undurchsichtig. Wir haben zum eine Sunil Rao, der mit sehr gut gefällt, weil er doch ein sehr eigener Charakter ist mit einer Inselbegabung, die ihm zum einen ein eidetisches Gedächtnis verleiht und zum anderen dazu führt, dass er Fälschungen und Lügen sofort erkennt. Außer bei Adam, womit wir beim zweiten Hauptcharakter wären. Adam Rubenstein, Geheimagent und sozusagen Raos Leibwächter und bester Freund. Mit ihm reisen wir immer mal wieder in seine Vergangenheit und erleben, was ein Elternhaus mit einem Kind anstellen kann und wie die Erziehung bzw. die Rollenbilder von Vater und Mutter die Entwicklung eines Kindes beeinflussen können.
Im eigentlichen Fall geht es um Prophet, genauer gesagt EOS-Prophet. Ich nenne es mal eine biologische Waffe, durch die Menschen Erinnerungen quasi materialisieren können, die sie dann zerstören. Eine wirklich interessante Idee und gemeinsam mit Adam und Rao kommen wir dem wahren Sein hinter Prophet immer näher. Hier entwickelt sich das Buch teilweise zu einem richtigen Agenten- bzw. Spionagethriller mit mysteriösen Vorfällen und extraterrestrisch erscheinenden Phänomenen. Auch haben wir einige Horrorelemente mit dabei und so spannend das Buch an den einen Stellen ist, so nervenaufreibend ist es an anderen. Und ja, es wird nie langweilig und auch die seltsamen Szenen sind mitreißend und spannend und wirken gar nicht seltsam. Zudem haben wir einen genialen Showdown, der so unwirklich und krass war, wie faszinierend und unglaublich bildhaft dargestellt. Lediglich das Ende hat mir nicht ganz so gut gefallen, das war ein bisschen zu inszeniert in meinen Augen, ansonsten war das Buch für mich aber der absolute Hit und hat mir Lust auf mehr Bücher dieser Art gemacht.
Fazit:
Mit „Prophet“ schreiben Sin Blaché und Helen MacDonald ein Buch, das wirklich außergewöhnlich ist. Wir haben SciFi, Horror, Spannung, Spionage, Romantik – also quasi wirklich alles. Zudem zwei Hauptprotagonisten, die sehr interessant sind – Rao mit seiner Inselbegabung und Adam, Geheimagent und Raos Leibwächter. Die Autorinnen haben einen absolut mitreißenden Schreibstil, die einzelnen Szenen reichen von phänomenal über krass bis absolut horrormäßig. Der Showdown am Ende ist überzogen aber genau passend und ganz großes Kino. Nur für das Ende nach dem Showdown muss ich einen kleinen Stern Abzug geben, da das doch etwas inszeniert wirkte.
Das Buch hat mir wirklich gefallen und ich möchte unbedingt noch mehr davon lesen – 4 Sterne von mir!
[Ich habe ein kostenloses Hörbuchexemplar von RB Media, Recorded Books und Netgalley erhalten. Die Rezension erfolgt freiwillig, ehrlich und ohne Vergütung.]
Ich. Liebe. Es.
Oh. Mein. Gott.
Adam und Rao haben sich in mein Herz geschlichen und ich werde sie nie wieder gehen lassen! Was für eine tolle Charakterkonstellation haben Helen Macdonald und Sin Blaché da bitte erschaffen? Ich denke, dass Adam und Rao die Geschichte so sehr tragen, dass sie vielleicht ohne diese zwei Charaktere nicht funktionieren würde.
Natürlich ist das Konzept rund um Prophet (und all die Verstrickungen) spannend, aber Adam und Rao bilden so ein stabiles Fundament / Dach, (wie auch immer man es sehen will) dass mir die Sprache wegbleibt.
Ihre ganze Beziehung zueinander und wie sie sich über die Zeit verändert hat, ist atemberaubend. Ich könnte einfach nur weinen, so schön ist es.
Manchmal fand ich es schwer, der Story zu folgen, wenn ich ehrlich bin. Es war, als ob ich gewisse Sprünge verpasst hätte. Manche Dinge kamen einfach zu plötzlich und andere Stränge (die ich mega spannend fand) wurden durch Ereignisse plötzlich ausgelöscht. Hach, sad!
Ich glaube, ich werde mir das Hörbuch und das Paperback auf jeden Fall noch kaufen, da ich nochmal genauer / intensiver in die Geschichte eintauchen muss, um alle Details richtig zu verstehen.
Jake Fairbrother, Ryan Forde Losco und Charlotte Davey haben gut gelesen!
Was mich gestört hat, war, dass die Audiospur nicht durchgängig von gleichbleibender Qualität war. Vielleicht lag es am Aufnahmesetting der Sprecher, ich weiß es nicht. Manchmal war die Tonspur nicht so tief (als wäre der Raum leer und die Spur damit blechern), dann war die Stimme wie „weiter weg“ und dann konnte ich die männlichen Sprecher manchmal nicht ganz auseinanderhalten.
Ich rate davon ab, das Hörbuch mit Kopfhörern zu hören, wenn man geräuschempfindlich ist, denn gerade da ist die Tonspur des einen Sprechers wirklich schwierig.
Manchmal war es auch schwer die Perspektivwechsel richtig einzuordnen / zu verstehen, da zwar die Sprecher gewechselt haben, ich aber einfach nicht so schnell im Kopf hinterhergekommen bin. Vielleicht würde eine minimal längere Pause zwischen den Perspektiven schon reichen.
Alle Sprecher hatten ein angenehmes Lesetempo und wenn die Audiospur nochmal überarbeitet / verfeinert wird, kann ich das Hörbuch empfehlen.
Gerade für nicht Muttersprachler, die sich manchmal noch unsicher sind, würde ich hier definitiv empfehlen, das geschriebene Werk ebenfalls zur Hand zu haben, da es sonst sehr schwer sein kann, dem Plot zu folgen.