Ich wurde Anfang der fünfziger Jahre geboren. Ich kann die Zeit, in der die Schriftstellerinnen lebten durchaus nachvollziehen. Mit der Einschränkung, dass meine persönlichen Eindrücke von der Zeit in mancher Hinsicht anders waren,als die der Autorin des Buches. Ich fand das Buch spannend und aufschlussreich, besonders hinsichtlich der Lebensgeschichte der drei Frauen. Es gäbe noch viel mehr zu sagen, aber das würde vielleicht den Rahmen hier sprengen.
Super schöne Sprache und tolle Verknüpfung der drei Frauenbiographien

Carolin Würfels Buch „Drei Frauen träumten vom Sozialismus“ bietet eine faszinierende Annäherung an drei bedeutende Schriftstellerinnen der DDR: Brigitte Reimann, Christa Wolf und Maxie Wander. Die 2022 bei Hanser Berlin erschienene Collage erzählt abwechselnd in kurzen Kapiteln eindrucksvoll aus ihren Biografien. Durch diese strukturierte Erzählweise bekommen Lesende nicht nur Einblick in das Leben der drei Frauen, sondern auch in ihre Freundschaften und gegenseitigen Einflüsse. Brigitte Reimann wird als leidenschaftliche und kompromisslose Künstlerin dargestellt, die ihr Leben in Extremen führt – in der Liebe wie im Schreiben. Eine ‚Lebefrau‘, die die Männer verschlingt, kein Dazwischen kennt, Liebeskummer und Schmerz in Alkohol ertränkt und wie eine Besessene schreibt, weil sie etwas zu sagen hat. Christa Wolf erscheint als mütterliche, besonnene Figur, die lange mit sich haderte, ob sie es wagen soll, vom Schreiben zu leben. Ein Lebensentwurf, der eine Anmaßung an den Grundton ihrer Erziehung war (S. 94). Sie vermochte es in konventionelleren Positionen Verantwortung zu tragen und war darin erfolgreich, erfüllt hat es sie aber nicht. So kam sie zum Schreiben – oder das Schreiben zu ihr. Maxie Wander, die als Österreicherin in der DDR lebte, wird zunächst als unsichere Autorin beschrieben, deren größte Kritikerin sie selbst ist. Mit „Guten Morgen, du Schöne“ schreibt sie sich schließlich in die literarische Geschichte der DDR ein und kämpft parallel jahrelang mit einem tragischen Schicksalsschlag. Carolin Würfel vermag es, die Beziehungen zwischen den drei Frauen, ihre Freundschaften, ihre Bewunderung füreinander, aber auch ihre Konflikte feinfühlig und lebendig darzustellen. Zudem hebt Würfel die feministischen Aspekte des Schaffens von Reimann, Wander und Wolf hervor und zeigt auf, wie schwierig es war, als Schriftstellerin in einem sozialistischen Staat zu bestehen. Ihr leichtgängiger und dennoch tiefgründiger Schreibstil sowie die plastische Darstellung der Herausforderungen, denen sich die drei Frauen in der DDR stellen mussten, ließen mich nur so durch die Seiten fliegen. „Drei Frauen träumten vom Sozialismus“ entpuppt sich zu einem persönlichen Highlight, das ich allen ans Herz legen möchte, die sich für Literaturgeschichte, weibliche Lebenswege und das Spannungsfeld zwischen Idealismus und Realität in der DDR interessieren. Für mich ein MUST READ!
Drei Frauen träumten vom Sozialismus - ein Buch, von welchem mir nur eine Protagonisten bekannt war, weil ich ihr Bücher in der Schule gelesen habe: Christa Wolf. Brigitte Reimann und Maxie Wander sagten mir nichts-bis zu jenem Buch. Danke Carolin Würfel für die interessante Art die drei Frauen und ihre Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste näher zu bringen. Ihren Traum und Kampf vom Sozialismus, der, wie wir alle wissen, gescheitert ist. Das Buch ist neben dem Abriss der Biografie der drei Frauen auch ein Stück Zeitgeschichte eines jungen Landes. Insbesondere die Stellung der Frau, welche so modern war wie es in der damaligen BRD nicht denkbar gewesen wäre bzw. ungern gesehen wurde. Eine Frau, die nicht nur Mutter ist, sondern auch die Möglichkeit hat sich beruflich zu betätigen. Ob es immer der Selbstverwirklichung diente sei dahin gestellt, aber Frau wurde nicht nur als Mutter und Hausfrau gesehen. Das Buch hat Lust gemacht sich nun auch mit den anderen beiden Frauen (Reimann und Wander) zu beschäftigen.



