
Emotional damage ❤️🔥
✨Rezensionsexemplar✨ Das ist mein zweiter Gedichtband von Ocean Vuong und der erste „Nachthimmel mit Austrittswunden“ lebt mietfrei in meinem Kopf. Ich habe das Buch wahrscheinlich schon 50 mal gelesen, so sehr liebe ich es und heule mir darüber regelmäßig die Augen aus. Ihr versteht also, wie hoch die Erwartungshaltung gegenüber „Zeit ist eine Mutter“ war. Der Autor vertraut seinen LeserInnen auch dieses Mal wieder extrem. Seine allertiefsten Gedanken, Gefühle, Ängste und Erlebnisse bluten quasi auf’s Papier. Ocean Vuong schreibt nicht, er blutet. Konfrontiert mit seinen Werken denke ich jedes Mal wieder, ja, so muss das sein, wenn man als Schriftsteller geboren wird. Seine Worte gehen einfach unter die Haut. Auszug aus „Erzähl’ mir was Schönes“ (S. 87): „Wieder stehst du im Minenfeld. Jemand, der jetzt tot ist, hat dir mal gesagt, hier würdest du Tanzen lernen. Mit Schnee auf den Lippen - wie ein gesalzener Schnitt - wirfst du dich zwischen deine Tode, schwarz wie Gottes Schlusspunkte. …“ Ich weiß einfach schon, dass mich auch dieses Buch für immer begleiten wird. Ich habe es mehrfach durchgelesen, aber konnte bei Weitem noch nicht alles erfassen und erfühlen. Man muss auch vorsichtig sein. Emotional damage ist ja wieder vorprogrammiert. Es sind diesmal auch ein paar Gedichte drin, die nicht unbedingt meinem Geschmack entsprechen. Das ist aber keine Kritik am Autor, denn er hat auf die roheste Art und Weise mit uns geteilt, was ihm widerfahren ist. Im Unterschied zum Erstling wurde diesmal leider darauf verzichtet, die englische Übersetzung ebenfalls mit abzudrucken. Das finde ich sehr schade und denke auch, dass es ein großer Fehler ist. Früher oder später wird daher auch sicherlich „Time is a mother“ hier einziehen. Macht Euch sehr gern ein eigenes Bild! 4/5⭐️⭐️⭐️⭐️



