4 ⭐️; ein guter Roman über Liebe, Geld, Abhängikeit, Passion und Grenzen. Ich mochte keinen der Protagonisten, bin aber den Charakteren gedanklich nahe gekommen. Und auch das kann ein gutes Buch sein. Die Geschichte ist spannend geschrieben und hat mir definitiv einige Emotionen abgerungen.
Anna studiert Operngesang in London. Sie teilt sich ein Zimmer mit ihrer Freundin Laurie bei einem etwas merkwürdigen Paar, die die beiden überwachen und irgendwann sogar wieder vor die Tür setzen. Anna kellnert und singt abends in einem Jazzclub. Dort lernt sie den 14 Jahre älteren Max kennen . Es ist eher eine Situationship zwischen den Beiden. Max bleibt verschlossen, sie treffen sich wenn er Zeit hat. Auch die Freunde der Beiden sind für diese Beziehung einfach zu verschieden , sie bleiben dadurch immer auf Distanz. Man durchlebt den Kampf während Annas Studium.Mal läuft es gut, dann kommt sie in eine Krise. Gut hat mit gefallen das Anna sich während des Buches weiter entwickelt und auch lösen kann, wenn ihr die Beziehung nicht gut gut tut. Sei es hier die Elternbeziehung oder ihre Freundschaft zu Laurie. Das Buch liest sich flüssig, ist auch etwas für Opernfans.
sehr gutes buch mit einem wichtigen und guten thema!
Gut geschrieben, Geschichte war nicht besonders spannend aber unterhaltend.
Protagonistin in einem Netz (toxischer) Beziehungen
Die Stimmung des Buches entspricht für mich der Farbe grau. Die Protagonistin Anna studiert Gesang, um Opernsängerin zu werden und hält sich dabei als Sängerin in einer Bar über Wasser. Dort trifft sie Max (älter, wohlhabend, charmant) und die beiden kommen sich immer näher. Anna wird in einem Netz meiner Meinung nach überwiegend toxischer Beziehungen beschrieben, während sie versucht wie ein Chamäleon allen Personen und Anforderungen gerecht zu werden. Neben Max, trifft dies für mich ebenso auf ihre beste Freundin Laurie zu, wie auf ihre Eltern und Kommiliton:innen. Sie vermag sich kaum daraus zu befreien und ihre Zweifel, Ängste und Unsicherheiten führen zu einer fast dauerhaften grauen Stimmung. Auch die fehlenden Anführungszeichen in Unterhaltungen unterstützen die gleichbleibende, triste Stimmung des Buches. Ich persönlich konnte mit keiner der Personen warm werden oder sie sympathisch finden. Dennoch hat mich die Erzählweise der Autorin in den Bann gezogen und ich habe bis zum Ende mit Anna mitgefiebert. Besonders die emotionale und „nackte“ Beschreibung der Erlebnisse Annas haben hierzu beigetragen. Das Ende scheint auf den ersten Blick überraschend. Auf dem zweiten Blick halte ich es für unausweichlich.
Ein Satz mit x: das war wohl nix. Oder: eines der unfeministischsten feministischen Bücher in 2022. In einem Interview mit dem Verlagsteam von Hanser sagt die Debüt-Autorin, sie habe über weiblichen Ehrgeiz, Macht, Geld Sex und Begehren schreiben wollen. Was im ersten Moment nach einer empowernden, spannenden Prämisse klingt, scheitert an einer Protagonistin, die aufgrund ihres ständigen Gejammers (Poor little white girl) und ihrer über knapp 500 Seiten andauernden Misogynie einfach keine Sympathiepunkte zu sammeln vermag. Wenn sie sich nicht gerade darüber beschwert, dass sie neben ihrer Ausbildung zur Opernsängerin tatsächlich auch noch arbeiten gehen muss, urteilt sie über ihre Londoner Mitbewohner*innen, die jeweils auf die falsche Art feministisch zu sein scheinen. So sind Feministinnen bspw nicht ernstzunehmen, sobald sie sich für das eigene Wohlbefinden die Körperbehaarung entfernen lassen (das machen sie doch eh für die Männer! - So ist sich Protagonistin Anna sicher). Fatshaming anderer Opernsängerinnen findet zwischendrin auch noch Platz - manchmal fragten meine Buddyreadpartnerin und ich uns, ob die Autorin ihre Prota absichtlich so gestaltet hat oder unwissentlich diverse No Gos reproduziert hat. Keine Ahnung, was an dieser Stelle schlimmer wäre?! Dass Imogen Crimp echt schreiben kann, dass der gaslightende Freund von Anna sehr gut ausgeschrieben wurde und dass der deutsche Text dank Übersetzerin Margarita Ruppel und Verlagsteam gegendert ist, konnte dann irgendwie auch nichts mehr retten. Der Roman scheitert tatsächlich an den Themen, die die Autorin vermeintlich anprangern wollte, die aber am Ende nicht zufriedenstellend ins richtige (also reflektierend-kritische) Licht gerückt werden.
Toxische Beziehung
In dem Buch 'Unser wirkliches Leben' geht es um eine junge Gesangsstudentin namens Anna. Jung, mittellos und mit dem Gesang als Leidenschaft schlägt sich Anna durch ihr Studium. Um sich ihr Leben in London zu ermöglichen, jobbt Sie nebenher als Jazzsängerin. Eines Abends lernt Sie nach einem Auftritt den älteren, im Lebenstehenden und wohlhabenden Max kennen und die Sache nimmt ihren Lauf. Im Großen und Ganzen geht es in den Buch um eine toxische Beziehungen, wie viel Einfluss das Umfeld auf einen hat und darum das manch einer doch käuflich ist. Ich finde man konnte das Buch sehr schnell lesen, den Schreib- und Erzählstil mochte ich. Die Hauptfigur Anna nervte mich, weil ich einiges nicht nachvollziehen konnte. Max war der 'toxische' und die häufig vorkommende Freundin von Anna, die Laurie, hat etwas Witz in die Sache gebracht. Sie war mir etwas zu extrem, aber ich mochte Sie. Das Buch ist interessant zu lesen und gibt einem auch bisschen was zum nachdenken. Das Ende war überraschend.






