Der dritte und letzte Teil von Monika Helfers autobiografischen Romanen über ihre Familie. Mäandrierend zwischen Fiktion, Erinnertem, Erlebtem und Erfundenem. Wie schon „Vati“ ein zartes und gleichzeitig verstörendes Buch. Es erzählt von Reue, von Liebe, vom Staunen und von Hilflosigkeit. Ich mag ihre sehr kurzen Sätze, die wie Regentropfen, manchmal wie Hammerschläge fallen, wie Böller explodieren. Ein trauriges, ein liebevolles Buch, ein Buch voller Fragezeichen.
In den Büchern :" die Bagage", "Vati" und "Löwenherz" nimmt uns die Autorin mit in ihre Familiengeschichte . In "die Bagage" erleben wir hauptsächlich das ländliche, ärmliche Leben der Großeltern mit ihren Kindern und deren Besonderheiten, die es schwer machen in der Gemeinde so richtig dazuzugehören. " Vati" setzt die Familiengeschichte nach dem zweiten Weltkrieg fort. Trotz der emotionalen und gleichzeitig sachlichen Sicht der Erinnerung auf ihren Vater, bleibt mir diese Beziehung eher fern, was vielleicht auch gewollt ist, da auch der Vater selten wirklich " da" war. In " Löwenherz " steht Richard, der Bruder der Autorin im Fokus, der auch als der Lieblingssohn bezeichnet wird. Diese Erzählung fand ich sehr emotional und man spürte intensiv die innige Beziehung der Geschwister während man vom tragischen Lebenslauf des kleinen Bruders erfährt. Eine interessante Reise in die Familiengeschichte der Autorin, die mich auch sprachlich gut unterhalten konnte.
Einfach nur seltsam…
Richard Löwenherz
Bereits die beiden Bücher zuvor die Bagage und Vati fand ich ziemlich gut. Dieses hier ist etwas anders und doch so unverkennbar in diesem Universum. Im Vergleich ist diesen mit Kapiteln strukturierter und die Geschichte ist weniger fragmentiert. Monika Helfer schreibt hier über ihren Bruder Richard. Eine beeindruckende und nachdenkliche Geschichte die wundervoll ist. Sie ist bitter und voller Leben!
Von der biographischen Trilogie Helfers hat mir dieser Band am besten gefallen. Vielleicht weil ich ihren eigenwilligen Stil mittlerweile gewohnt war, aber möglicherweise weil es diesmal weniger Perspektivenwechsel gab.
Die einzigartige Art und Weise, wie Richard ist, fand ich witzig und es war angenehm, sein Leben zu verfolgen. Aber der Hund muss nicht sterben… Ich schätze, die Schriftstellerin wollte, dass Richard alleine wird, durch dass er beide den Hund und Putzi verliert. Aber der Tod war nicht nötig…





