Herzog erzählt hier die wahnsinnig spannende und unglaubliche Geschichte Onoda's Überlebens im Dschungel. Gut auf den Punkt gebracht ohne unnötige Längen oder Füller.
Das alles in der gewohnt blumigen, philosophischen Ausdrucksweise Herzog's.
Ich brauchte ein bisschen um rein zu kommen, was der typischen Ausdrucksweise geschuldet ist.
Ein Stern Abzug, weil ich gerne doppelt so viel davon gelesen hätte, ohne die teils massiven Zeitsprünge.
Wie ein Traum. Noch jahrelang nach Ende des zweiten Weltkriegs hält der japanische Soldat Onoda Stellung auf der Insel Lubang. In seinem Leben hat der Krieg nie ein Ende gefunden. Fiebrig und poetisch erzählt Werner Herzog von diesem besonderen Schicksal.
Herzog, Werner
Das Dämmern der Welt
sehr gut
Das dämmern der Welt -Fragmente eines einsamen Krieges.
Der Roman von Werner Herzog ist ein fragmentarischer Bericht über Hiroo Onoda, der noch Jahrzehnte nach dem Ende des zweiten Weltkriegs die Insel Lubang verteidigt. Herzog beschreibt, wie zu Anfang eine Gruppe von vier japanischen Soldaten den Abzug der Japanischen Armee absichern soll und deshalb auf der Insel zurückgelassen wird. Kurze Zeit später kapitulierte Japan aber Hiroo Onoda bekommt davon nichts mit. So führt er weiter Krieg gegen einen imaginären Feind. Es wird im Endeffekt ein Kampf um das tägliche Überleben auf dieser subtropischen Insel. Alle Versuche, Onoda zum Kapitulieren zu überreden, scheitern, da er hinter allem eine Kriegslist der Amerikaner vermutet. Für mich waren die Kapitel am eindringlichsten, in dem der Fortschritt in Form von Elektrizität, Düsenflugzeugen oder Transistorradios auf der Insel Einzug hält. Aber Onoda lebt in seiner Blase aus Gehorsam und krankhaftem Mistrauen und kämpft seinen einsamen Krieg weiter.