26. Mai
Rating:3.5

Also ich bin ganz ehrlich, ich hab sehr lange gebraucht bis ich mich auf dieses Buch einlassen konnte. Geschuldet war das folgenden zwei Punkten. 1. Der Schreibstil, ich fand ihn zwar gut und nicht anstrengend, aber irgendwie musste ich mich erst daran gewöhnen. 2. Wir steigen in die Geschichte ein, aus der Perspektive, des 10 jährigen Max. Ich hab mich schon immer schwer getan aus der Sicht von Kindern zu lesen. Aber als ich mich in den ersten 50-100 Seiten mit dem Buch angefreundet hatte, holte mich diese zu tiefst erschütternde Geschichte richtig ab. Ich durfte mit Max so viele Emotionen durchleben. Seine schöne Kindheit auf der Farm seiner Großeltern, die Ängste als er ins Internat kam, die Misshandlungen und schrecklichen Momente dort, sowie Liebe, Freundschaft und das hochkommen der Traumata als erwachsener Mann. Eine Bloggerin hat in ihrer Rezension geschrieben, das Buch erinnert sie an "ein wenig Leben" von Hanya Yanagihara und das kann ich bestätigen. Auch wenn mich das Buch nicht so extrem gepackt hat und ich mit den Protagonisten nicht die selbe Bindung aufbauen konnte. Aber das war natürlich auch nicht meine Bedingung an das Buch. Der Roman war so schön und zugleich so schrecklich, er war liebevoll und gefüllt mit Brutalität, ich habe gelacht und (an einer Stelle) richtig geheult. Mich wundert es sehr, dass dieses Buch so wenig auf Bookstergram und co. zu sehen ist. Eine Leseempfehlung für alle, die mit solchen Themen umgehen können.

English Monsters
English Monstersby James Scudamorehanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
20. Mai
Rating:4

Gute, bewegende Geschichte die anders ist als erwartet

Durch den Klappentext hatte ich eine Geschichte erwartet die viel von der starken Freundschaft zweier Jungs handelt, die gemeinsam auf einem Internat waren. Sie handelte auch davon. Allerdings war sie nicht Kern des Ganzen und ging, vor allem in den jungen Jahren, für mich nicht in die Tiefe. Wir lernen Max kennen der bei seinen Großeltern ist und gerade diese Bindung zu seinen Großeltern fand ich sehr greifbar, sehr sensibel und berührend geschildert. Max kommt dann auf ein Internat in der Nähe und erlebt dort eine schwierige Zeit - kommt aber noch recht glimpflich davon. Im Gegensatz zu anderen. Wir erleben als Lesende wie die harten Regeln sind, dass Schläge dazugehören und fragen uns ob noch schlimmeres passiert. Den Teil der Geschichte fand ich gut umgesetzt. Es ging hier nicht ums schockieren oder gewollt auf die emotionale schiene zu gehen - es war relativ nüchtern geschildert. Distanziert. Trotzdem nicht gefühllos. Was ich hier leider nicht so gut umgesetzt fand, war die Freundschaft und der Zusammenhalt der Jungs während dieser Zeit. Die und den es durchaus gab, aber das fühlte ich nicht so. Die Geschichte macht dann einen Sprung und Max ist erwachsen und man erfährt wie es ihm und den anderen Jungs jetzt geht. Hier lag der Schwerpunkt auf die unterschiedlichen Auswirkungen der Jungs auf ihre Erfahrungen und Erlebnisse in dem Internat. Man erfährt dass manche schlimmer dran waren als andere. Das andere leichter damit umgehen als andere. Und das ist für mich so der Kern der Geschichte. Der unterschiedliche Umgang, die Auswirkungen der Trauma. Die Hilflosigkeit und die Wut. Die Frage was man hätte anders machen können ob man es hätte verhindern können wenn man sich getraut hätte etwas zu sagen. Die Scham. Usw. Dabei bleibt der Autor meines Erachtens überraschend nüchtern, sodass es einen emotional nicht überwältigt, sondern ruhig darüber nachzudenken erlaubt. Gute Geschichte die gut geschrieben und erzählt war.

English Monsters
English Monstersby James Scudamorehanserblau in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG