3. Mai
Rating:4.5

Erschreckend erschütternde Realität

Der Roman ist hart verdaulich und brutal ehrlich und nüchtern. Das Buch verschönert nix. Es gibt mehre fantastische Kniffe mit denen man nicht rechnet. Ich habe das Buch trotz der Grausamkeit mit einem Lächeln geschlossen.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
13. Apr.
Spannendes Thema, Schreibstil leider teilweise nicht so meins!
Rating:3.5

Spannendes Thema, Schreibstil leider teilweise nicht so meins!

Es geht um Rassismus im 19. Jhd, Martin Luther King und eine sogenannte Besserungsanstalt für Jungs. Teilweise eine sehr erschreckende Geschichte, die mich wirklich zum nachdenken gebracht hat! Leider hat mich der Schreibstil nicht so überzeugt, da ich gewisse Stellen gerne detaillierter gehabt hätte, dafür an anderen Stellen wieder zu viele unwichtige Details erhalten habe..

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
10. März
Rating:4

Die Nickel Boys von Colson Whitehead aus dem #btbverlag ⛓️ Es ist die Zeit von Martin Luther King. Wir sind in Amerika und begleiten einen schwarzen Jungen durch seinen Alltag. . Aber dabei bleibt es nicht. . Elwood landet in einer Besserungsanstalt. . Was das bedeutet, was dort passiert… Willkür, Gewalt und Rassismus sind hier auf der Tagesordnung. . Ein Teil der amerikanischen Geschichte. . Ich vergebe 4 Sterne

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
8. März
Rating:3.5

hektisch, doll und ganz schon atemstockend

Die Geschichte hat mich sehr betroffen gemacht, ich fand die Strukturen von systemischem Rassismus in den USA in den 60ern und danach sehr klar geschildert. Die deutsche Übersetzung war sprachlich sehr nüchtern, fast distanziert, was ich sehr passend fand und was für mich nichts von der Emotionalität des Buches weggenommen hat. Es hat eher etwas dazugefügt, weil man trotzdem die Perspektive der Charaktere verstanden hat und auch auf sprachlicher Ebene die Hoffnungslosigkeit in der Unterdrückungssituation und Härte des Überlebens dort fühlen konnte. Der Storyaufbau hat mich auch seeehr überzeugt, es laß sich zwar etwas hektisch und stressig, aber für mich sehr passendes Tempo und Zeitsprünge, die mich die Verwobenheit der Geschichten gut reflektieren haben lassen. Inhaltlich hätte ich mir auch trotzdem noch etwas mehr historische Infos gewünscht, da das durch die Erzählung über die Archäolog*innen und der Hauptperson angerissen wurde, aber evtl bisschen zu kurz kam. Die Darstellung von Gewaltpraxen fand ich überzeugend, da es genügend distanziert beschrieben wurde (sodass ich persönlich es gut lesen kann), die Härte aber trotzdem sichtbar war

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
1. März
Rating:5

"Dunkelheit kann die Dunkelheit nicht austreiben, sagte der Reverend, das kann nur das Licht. Hass kann den Hass nicht austreiben; das kann nur die Liebe." Die bewegende und wahre Geschichte einer Besserungsanstalt im Florida der sechziger Jahre, in der schwarze Jungs den widerlichen Grausamkeiten ihrer weißen Peiniger ausgesetzt sind, ist sehr ergreifend aber nie plakativ dargestellt. Dass der Autor auf die Schilderung blutiger Details verzichtet, macht es aber nicht weniger schockierend. Der Roman wurde nicht umsonst mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Colson Whitehead ist einer der wichtigsten Autoren amerikanischer Gegenwartsliteratur.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
26. Feb.
Rating:3.5

Emotionslos

Dieses Buch handelt von Jugendlichen in einer Besserungsanstalt und beleuchtet Machtmissbrauch und Rassismus. Ich hatte hohe Erwartungen und dachte, es würde mich tief berühren. Obwohl die Geschichte fiktiv ist, wurde sie von einer wahren Begebenheit inspiriert. Sie behandelt den Rassismus der 60er Jahre, wirkt aber meiner Meinung nach emotionslos und oberflächlich. Zusätzlich hat mich der Schreibstil verwirrt. Häufige Zeitsprünge machen es schwer, die Perspektive zu erkennen. Dieses Buch könnte für Leser geeignet sein, die nicht zu tief in die Thematik eintauchen möchten und nicht emotional betroffen werden wollen. Meiner Meinung nach sollte dieses Thema den Leser jedoch mehr bewegen. Es sollte den Leser umhauen, er sollte mitfühlen und mitleiden, nur so kann die Botschaft richtig vermittelt werden. Auf mich wirkte es viel zu gefühlskalt.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
20. Feb.
Rating:4

Eine eindringlicher Roman über düstere Wahrheiten der amerikanischen Geschichte

Dieses Buch gibt einen wahrhaftigen Einblick in den Alltag amerikanischer Geschichte einerseits in Bezug auf Verbesserungsanstalten, andererseits auf den Rassismus der 60er Jahre. Eindringlich wird die Geschichte eines Jungen erzählt, wobei man wehmütig hofft, dass dieser noch einen guten Lebensweg trotz widriger Bedingungen findet. Wirklich ein sehr lesenswertes Buch, teilweise empfand ich die Sprünge der Perspektiven und Zeiten etwas verwirrend.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
20. Feb.
Der amerikanische Albtraum
Rating:4

Der amerikanische Albtraum

Colson Whitehead erzählt in „Die Nickel Boys“ die Geschichte des jungen Elwood Curtis – eines Idealisten. Elwood glaubt an Bildung, an Aufstieg, an Gerechtigkeit. Er will studieren, will seinen Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft leisten. Doch er wächst als schwarzer Junge im Amerika der 1960er-Jahre auf. Ein unglücklicher Zufall genügt, und er wird unschuldig in die Nickel-Besserungsanstalt eingewiesen – einen Ort, an dem Rechtlosigkeit zum System gehört und Gewalt zur pädagogischen Methode wird. Besonders das erste Viertel des Romans entfaltet große Sogkraft. Whitehead zeichnet Elwoods Jugend mit wenigen, präzisen Strichen: die aufopferungsvolle Großmutter, die ihn großzieht, nachdem seine Eltern ihn verlassen haben; die prägenden Worte Martin Luther Kings; die vorsichtige Hoffnung auf ein Amerika ohne Rassentrennung. Man wünscht diesem klugen, sensiblen Jungen inständig, dass seine Ideale Bestand haben mögen – obwohl man als Leser längst ahnt, wie brüchig diese Hoffnung ist. Whiteheads Stil ist fragmentarisch, fast kaleidoskopartig. Zu Beginn funktioniert das hervorragend: Andeutungen genügen, um ein ganzes Milieu sichtbar zu machen. Im „Nickel“ jedoch kippt diese Stärke stellenweise ins Distanzierende. Die geschilderte Gewalt ist erschütternd, doch die sprunghafte Erzählweise nimmt dem Geschehen mitunter seine Unmittelbarkeit. Immer wieder verlässt Whitehead einen packenden Moment zugunsten einer Szene, die weniger zwingend wirkt. Auch die Enthüllung am Ende des Romans überraschte mich nicht, denn ihre Konstruktion zeichnete sich früh ab. Dadurch verliert der erzählerische Kunstgriff an Wucht. Man fragt sich, ob dieser Taschenspielertrick überhaupt nötig gewesen wäre, denn die Geschichte selbst besitzt genug Kraft. Gerade die Nüchternheit, mit der Whitehead die systemische Chancenlosigkeit Schwarzer beschreibt, ist verstörend. Sie macht deutlich: Die eigentliche Anklage dieses Romans richtet sich nicht gegen einzelne Täter, sondern gegen eine Gesellschaft. Das „Nickel“ ist kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines Systems, das Gewalt nicht nur duldet, sondern strukturell hervorbringt.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
19. Feb.
Rating:5

Sehr berührend und tiefgreifend!

Wie kann man in einer Welt überleben, die nicht möchte das du überlebst. Diese Geschichte hat mich tief berührt. Ganz einfach und simpel wird hier erzählt wie viel Leid eine ganze Generation an Jungen erleben musste. Wie sehr ein in sich stützendes System Zerstörung, Missbrauch und Ausbeutung zulassen kann. Was kann eine Seele ertragen, bevor sie bricht? Dieses Buch lässt tief blicken, baut aber auch auf. Schafft Momente des Atmens, des Lebens, des Aufbegehren und der Hoffnung, auch wenn sie tief verborgen scheinen. Unglaublich wertvoll!

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
28. Jan.
Rating:4

„Die Nickel Boys“ beginnt fast dokumentarisch mit stummen Knochen auf einem geheimen Friedhof und gibt ihnen dann eine Stimme, die man nicht mehr überhören kann. Elwood ist klug, ordnungsliebend und vor allem voller Hoffnung. Er glaubt daran, dass die Welt ihn eines Tages als das sehen wird, was er ist: gleich viel wert. Seine Integrität ist sein Kompass, sein Glaube an Gerechtigkeit sein Halt. Doch die Welt der Nickel Academy ist ein Ort ohne Norden. Ein Ort, an dem Regeln nicht schützen und Moral keinen Wert besitzt. Elwood muss lernen, sich mit der Willkürlichkeit der Aufseher und dem offen gelebten Rassismus zu arrangieren ohne dabei sich selbst ganz zu verlieren. In Nickel begegnet er Turner. Während Elwood die Welt verändern will, will Turner sie nur überleben. Er ist pragmatisch, wachsam und desillusioniert. Zwischen ihnen entsteht eine Spannung, die den Roman trägt: Hoffnung gegen Anpassung, Idealismus gegen Überlebenswissen. Dieses Buch mutet einem viel zu. Die hässliche Sprache des Rassismus, die schleichende Korruption, die bedrückende Selbstverständlichkeit von Gewalt. Auch wenn die Geschichte zwischendurch innezuhalten scheint, führen diese ruhigen Momente nicht zur Erleichterung, sondern nur tiefer hinein in die Beklemmung dieses Ortes. Ja, Nickel Boys hat seine Längen. Aber am Ende entfaltet sich eine Wucht, die kaum in Worte zu fassen ist. Es macht wütend. Es macht traurig. Und es lässt einen mit der quälenden Frage zurück, wie viel Schmerz ein Mensch ertragen kann, ohne sein inneres Licht endgültig zu verlieren. Ein schmerzhaft schönes Denkmal für all jene, die nie eine Stimme hatten.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
21. Jan.
Rating:3.5

Während dem lesen fand ich es schade, dass ich so gar keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen konnte. Aber jetzt wo ich fertig bin denke ich darüber nach, dass es vielleicht Absicht war? Vielleicht wollte der Autor, dass die Charaktere „austauschbar“ wirken, weil es zu viele junge Männer gibt die das gleiche erlebt haben und deren Geschichten man erzählen könnte Auch wenn das ein genialer Gedanke wäre, hat es meine Leseerfahrung trotzdem gemindert

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
16. Jan.
*Anstand als Widerstand

„Er war überzeugt, dass man die Welt mit Anstand verändern konnte.
Und wenn das nicht klappte, dann musste man wenigstens versuchen, mit Anstand darin zu leben.“*
Rating:5

*Anstand als Widerstand „Er war überzeugt, dass man die Welt mit Anstand verändern konnte. Und wenn das nicht klappte, dann musste man wenigstens versuchen, mit Anstand darin zu leben.“*

Elwood Curtis ist ein kluger, idealistischer Junge – geprägt von den Worten Martin Luther Kings und dem festen Glauben an Gerechtigkeit. Doch ein kleiner Zufall bringt ihn an den falschen Ort: in die Nickel Academy, eine Besserungsanstalt für Jungen in Florida. Was dort passiert, liegt im Schatten. Schläge, Willkür, Missbrauch – ein System, das vorgibt zu erziehen, aber zerstört. Elwoods Geschichte ist keine Ausnahme. Sie steht für viele. Und sie bleibt nicht nur in der Vergangenheit. Colson Whitehead erzählt nicht laut. Er schreibt klar, fast nüchtern – und genau deshalb trifft es tief. „Die Nickel Boys“ ist ein Roman über Rassismus, systematische Gewalt, das Wegsehen – und über den Schmerz, der bleibt, wenn Menschen nicht als Menschen behandelt werden. Aber er ist auch ein Roman über Würde. Über Prinzipien. Über Freundschaft und die leise Möglichkeit, trotz allem zu überleben, ohne sich selbst zu verlieren. Elwood glaubt an das Gute. Und dieser Glaube macht das Buch so erschütternd – und so wichtig. Ich habe das Buch fast in einem Zug gelesen – und musste oft innehalten. Wegen der Brutalität. Wegen der Ungerechtigkeit. Aber auch wegen der Sprache. Weil sie es schafft, nicht zu verharmlosen, und doch Raum lässt für Mitgefühl. Elwood ist eine Figur, die bleibt. Und Turner auch. Zwei Jungen, zwei Wege – beide geprägt von einem System, das nicht zur Rechenschaft gezogen wird. Ich habe oft geschluckt. Aber auch gespürt, wie sehr dieser Roman will, dass wir nicht wegsehen. Dass wir erinnern. ⭐⭐️⭐️⭐️⭐️ Weil Die Nickel Boys ein Roman ist, der weh tut – aber nie nur weh tun will. Weil er trauert, anklagt, hofft. Und weil er sich nicht an Schreie erinnert – sondern an Menschen. #DieNickelBoys #ColsonWhitehead #ErinnerungUndWiderstand #ElwoodCurtis #RassismusInDerLiteratur #WürdeUndWut

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
9. Jan.
Rating:5

Colson Whiteheads »Die Nickel Boys«, ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis, wurde 2024 von RaMell Ross verfilmt. Das auf wahren Begebenheiten beruhende Drama erzählt ruhig und eindringlich von rassistischer Gewalt und institutioneller Unterdrückung in den USA der 1960er-Jahre. Im Mittelpunkt steht ein junger Schwarzer Mann, der unschuldig in eine Besserungsanstalt gesteckt wird. Ein erschütternder Roman mit überraschender Wendung – unbedingt lesenswert. _____

»Die Nickel Boys«, das auf wahren Begebenheiten basierende Rassismusdrama ist schwer verdaulich, aber in seiner ruhigen, konzentrierten Erzählweise ein eindrückliches Plädoyer für Gleichheit, Respekt und Toleranz – und gegen Hass, White Supremacy und Unterdrückung. Im Mittelpunkt steht der 16-jährige Elwood Curtis, der Anfang der 1960er-Jahre auf dem Weg zu seinem ersehnten College fälschlich als Autodieb verhaftet wird. Ohne Beweise wird er in eine Besserungsanstalt in Florida gesteckt, aus der er hofft, durch gutes Verhalten bald wieder entlassen zu werden. Whitehead schildert eindringlich den brutalen Rassismus gegen Schwarze Menschen, der keinerlei Gnade kennt. Am Ende überrascht der Roman mit einer ebenso unerwarteten wie erschütternden Wendung. Unbedingt lesen! Übrigens: Colson Whiteheads Roman, 2020 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, wurde 2024 vom preisgekrönten Dokumentarfilmregisseur RaMell Ross verfilmt. Der Film kam in den USA ins Kino und ist seit 2025 in Deutschland bei Amazon Prime zu sehen.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
20. Dez.
Rating:4

Hart, eindringlich, großartig erzählt

„Die Nickel Boys“ erzählt das Grauen, das die echten Jugendlichen der Dozier School for Boys erleben mussten, mit großem Respekt und ohne Effekthascherei. Whitehead trifft einen Ton, der nüchtern bleibt und gerade dadurch unter die Haut geht. Schon der Einstieg mit den Ermittlungen rund um die anonymen Gräber und unidentifizierten Körper schafft eine bedrückende Grundstimmung, die sich durch’s ganze Buch zieht. Besonders nahegegangen sind mir natürlich Elwood und Turner – ihre Kindheit vor „Nickel“, ihre ganz unterschiedlichen Hoffnungen und später der Versuch, mit dem weiterzuleben, was von ihren Biografien übrig blieb. Dass viele der Jugendlichen völlig unverschuldet eingewiesen wurden und zu Beginn noch echte Hoffnungen hatten, fühlt sich an wie ein Stich ins Herz und macht das folgende Leid umso schwerer erträglich. Einzig mit dem Erzählstil hatte ich, wenn auch nur phasenweise, Schwierigkeiten. Manchmal fehlt ein klarer Übergang: eine Bemerkung steht im Raum, der Hintergrund dazu wird erst später erklärt und dann springt der Text wieder zurück zu einem früheren Thema. Das passt zwar inhaltlich zu der inneren Zerrüttung der Betroffenen, hat meinen Lesefluss aber leider etwas gestört. Trotzdem bleibt „Die Nickel Boys“ für mich ein starkes, schmerzhaftes und unbedingt lesenswertes Buch. Es ist hart – aber auf die bestmögliche Art.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
17. Okt.
Rating:3

So ein wichtiges und spannendes Thema, aber irgendwie wirr

Ich bin irgendwie total enttäuscht, das die Story hat so Potenzial, es ist politisch, historisch, es geht um Rassismus in Amerika Mitte des 19. Jahrhunderts- es geht um Widerstand um Martin Luther King & die Black Panters und um eine sog. Besserungsanstalt für Weiße und Schwarze Jungen in dieser Zeit und die Folter und Morde die dort unbestraft und geduldet vom Staat stattfanden. Leider ist die Geschichte aber sehr wirr und mir fehlte der rote Faden und vorallem die Tiefe. Der Autor verliert sich in für mich unwichtigen Details und die Aufmerksamkeit des Erzählers fällt immer wieder spontan auf irgendetwas für die Geschichte nicht relevantes, das hat mich sehr irritiert. Ich hätte gern mehr darüber erfahren wie systematisch die Anstalt dort vorhing und hätte das noch mehr in den Historischen Kontext eingeordnet. Man weiß irgendwie was los ist, aber es wird nur oberflächlich artikuliert. Wirklich schwer zu erklären. Dort haben etliche Verbrechen stattgefunden und das ist mir zu wenig Thema dafür das es ja genau darum geht. Auch die Sprache war nicht so meins, aber das kann auch an der Übersetzung liegen. Insgesamt aber ein wichtiges Buch, das die Willkür und Grausamkeit der amerikanischen Legislative um die 50er Jahre gegenüber schwarzen Menschen (in dem Fall Kinder) beschreibt.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
8. Okt.
Rating:5

Ein Welt des Rassismus. Elwood ist ein guter Junge. Lebt bei seiner Großmutter, lernt fleißig und arbeitet in einem Shop als Aushilfe. Allerdings ist er schwarz, in den 1960 igern in den USA. Er soll mit 16 erste College Kurse belegen und steigt durch einen Zufall, in ein geklautes Auto ein. Er hat nichts mit dem Diebstahl zu tun und wird dennoch bestraft und muss ins Nickel. Eine Besserungsanstalt für Jungs. Die schwarzen sind von den weißen getrennt, sie müssen arbeiten erledigen und der Schulunterricht ist eher auf Grundschulniveau. Elwood bekommt das erste Mal Ärger, als er einen jüngeren helfen möchte. Er wird Nachts in das "Weiße Haus" verschleppt und übel zugerichtet. Nach und nach lebt er sich dennoch ein, immer mit der Hoffnung bald rauszukommen oder die Missstände offen legen zu können. Die Geschichte endet mit einer Überraschung, die aber eher traurig macht. Das Nickel ist ausgedacht, aber es gab eine ähnliche Anstalt in Florida.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
4. Sept.
Rating:2

Schwieriger Schreibstil

Bei diesem Roman ist es so, dass rein das tragische Thema nicht dazu führt, dass es automatisch ein gutes Buch ist. Der Schreibstil ist sehr konfus und man liest es doch eher holprig. Außerdem springt der Autor des Öfteren zwischen unterschiedlichen Perspektiven und Jahren hin- und her, was auch nicht förderlich ist für den Lesefluss. Die Basis der Geschichte ist unglaublich traurig und erschütternd. Jedoch schafft es der Autor nicht, dies auch so zu vermitteln. Man bekommt kaum einen Draht zu den Protagonisten und es bleibt stets eine gewisse Distanz bestehen zwischen Leser und Geschichte. Ich konnte mich leider nicht hineinfinden und war froh, als ich es durchgeschafft, denn ich breche ungern Bücher ab, auch wenn sie mir nicht so sehr zusagen.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
24. Juli
Rating:5

Das zweite Buch, welches ich von Colson Whitehead lesen durfte, hat mir sehr gefallen. Das Leben der schwarzen Bevölkerung ist mit Sicherheit noch immer sehr hart, hier bekommt man einen Auszug aus den 60er Jahren im Süden der Vereinigten Staaten und ich war sehr erschüttert.. auch wenn die Geschichte fiktiv ist, beruht sie doch auf wahren Begebenheiten, traurig wie Menschen zu anderen Menschen waren und noch immer sind..

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
5. Juli
Platz 37 NYT Bestseller Readers Choice
Rating:4.5

Platz 37 NYT Bestseller Readers Choice

Ein schmales Buch – und doch voller Wucht. Nickel Boys erzählt von einem Ort des Grauens, ohne sich in der Gewalt zu verlieren. Die Sprache bleibt nüchtern, fast zurückhaltend, und gerade das macht die Geschichte so eindringlich. Es geht um systematische Brutalität, um strukturellen Rassismus, um verlorene Kindheiten – und darum, wie viel Unrecht ungesühnt bleibt. Beim Lesen habe ich mich oft gefragt: Warum ist das nicht viel bekannter? Warum wird so etwas nicht lauter erinnert? Am Ende kamen Tränen. Nicht, weil der Text dramatisch auftrumpft, sondern weil er aufrichtig ist. Und weil sich die Frage aufdrängt, wie sehr sich Geschichte wiederholt – und warum so viele wegschauen. Ein wichtiges Buch. Klar erzählt. Und schwer auszuhalten – genau deshalb sollte man es lesen.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
23. Apr.
Rating:5

Die Nickel Boys - Eine erschütternde Reise in die Abgründe der amerikanischen Geschichte.

Eigentlich wollte ich dieses schmale Buch von knapp 220 Seiten gemütlich an einem Wochenende lesen. Doch nach dem ersten Kapitel war mir klar: “Die Nickel Boys” von Colson Whitehead ist alles andere als eine leichte Lektüre. Was mich erwartete, war eine Geschichte, die mich nicht nur tief berührte, sondern regelrecht erschütterte. Der Roman erzählt die Geschichte des jungen Elwood Curtis, einem klugen, strebsamen schwarzen Jungen im Florida der 1960er Jahre. Trotz aller Widrigkeiten scheint er mit seiner Zielstrebigkeit auf dem Weg zum Erfolg zu sein - bis ein unglücklicher Zufall sein Leben für immer verändert. Elwood landet schuldlos in der berüchtigten “Nickel Academy”, einer Besserungsanstalt für Jungen. Was dann folgt, hat mich beim Lesen oft den Atem anhalten lassen. Whitehead schildert schonungslos und in einer nüchternen, präzisen Sprache den Alltag in dieser Hölle aus Rassismus, Gewalt und Willkür. Die Selbstverständlichkeit, mit der die Chancenlosigkeit schwarzer Jungen in diesem System dargestellt wird, ist beklemmend und wütend machend zugleich. Besonders die Freundschaft zwischen Elwood und dem zynischen Turner berührte mich zutiefst - zwei unterschiedliche Charaktere, die versuchen, in diesem unmenschlichen System zu überleben. Was mich besonders erschüttert hat ist die Tatsache, dass der Roman auf wahren Begebenheiten basiert. Die Nickel Academy ist angelehnt an die berüchtigte Dozier School for Boys in Florida, wo über Jahrzehnte hinweg Jungen misshandelt, missbraucht und sogar ermordet wurden. Diese Tatsache verleiht dem Buch eine zusätzliche Schwere und Dringlichkeit. Beim Lesen musste ich immer wieder an die aktuellen Nachrichten denken. Du lieber Himmel, wie erschreckend ähnlich sind manche Muster von damals und heute! Als ich las, wie Elwood trotz all seiner Bemühungen vom System zermalmt wird, dachte ich unweigerlich an die Black Lives Matter-Proteste und die Fälle von Polizeigewalt, die wir in den letzten Jahren erlebt haben. Es ist, als hätte Whitehead mit seiner historischen Erzählung einen Spiegel aufgestellt, in dem wir die hässliche Fratze des wiederaufkeimenden Rassismus unserer Zeit uns auch im unseren Land erkennen können. Die Wendung gegen Ende des Romans hat mich völlig überrumpelt und mir buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich musste das Buch kurz weglegen, um das Gelesene zu verarbeiten. Diese emotionale Wucht, mit der mich die Geschichte getroffen hat, macht “Die Nickel Boys” zu einem außergewöhnlichen Leseerlebnis. Was mich besonders nachdenklich stimmt: In einer Zeit, in der rechte Parolen wieder salonfähig werden und Hass gegen Minderheiten zunimmt, ist dieses Buch von schmerzlicher Aktualität. Die Entdeckung der Gräber auf dem Gelände der realen Schule im Jahr 2011 - so kurz vor den Ferguson-Protesten - zeigt, wie die Vergangenheit in unsere Gegenwart hineinragt. Whiteheads Roman ist keine verstaubte Geschichtsstunde, sondern ein Weckruf für unsere Zeit. Whiteheads Schreibstil ist dabei ein Meisterwerk für sich - klar, kraftvoll und ohne unnötigen Pathos erzählt er von unvorstellbaren Schrecken. Er klagt nicht an, er schreit nicht - er erzählt einfach, und gerade das macht die Geschichte so eindringlich. “Die Nickel Boys” ist kein Buch, das man “genießt”. Es ist ein Buch, das unter die Haut geht, das weh tut und das noch lange nachwirkt. Es ist ein wichtiges Buch über ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte, das uns zwingt, hinzuschauen und uns zu erinnern - und vielleicht auch, wachsamer zu sein gegenüber den beunruhigenden Entwicklungen unserer Zeit. Nach der letzten Seite saß ich lange still da, bewegt und erschüttert von der Kraft dieser Geschichte. Absolute Leseempfehlung - fünf Sterne sind fast zu wenig für dieses Buch.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
10. Apr.

Mir fiel es leider anfangs sehr schwer in dieses Buch reinzukommen. Dies legte sich aber glücklicherweise als Elwood ins Nickel kam. Es ist kein schlechtes Buch, ich hatte aber das Gefühl, dass ich nicht ganz warm mit dem Buch geworden bin und es eigentlich sehr gut ist. Leider wurde mir der Plot gespoilert, weshalb ich zusätzlich das Ende nicht ganz so „fühlen“ konnte. (Und irgendwie habe ich noch eine Frage…) Weil es ggf. halt ein „me-problem“ sein könnte weshalb ich das Buch nicht so gut fand, werde ich es nicht mit Sternen bewerten. Ich fand es aber insgesamt immer wieder schrecklich wie im Nickel mit den Jungen umgegangen wurde und insgesamt die herrschende Rassentrennung.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
16. März
Rating:4

Beschreibung Der sechzehnjährige Elwood Curtis wächst in den 1960er Jahren in der rassistischen Gesellschaft Amerikas bei seiner Großmutter auf und ist großer Bewunderer von Martin Luther Kings Reden und Botschaften. Der junge Elwood ist ein guter Schüler und für ihn geht ein Traum in Erfüllung als er einen Platz am College der Schwarzen in Aussicht gestellt bekommt. Doch durch eine unglückliche Fügung gerät Elwood in ein gestohlenes Fahrzeug und wird ohne eine angemessene Gerichtsverhandlung in die Besserungsanstalt der Nickel Academy gesteckt. In der Anstalt steht neben dem offensichtlichen Rassismus jede Menge Gewalt und Missbrauch auf der Tagesordnung. Meine Meinung Colson Whitehead bot seinen Leserinnen und Lesern bereits mit seinem fiktionalen Roman »Underground Railroad« eine Geschichte über den Rassismus zur Zeit der Sklaverei in Amerika, der tief unter die Haut geht. In seinem neusten Werk »Die Nickel Boys« behandelt der Autor noch einmal das Thema Rassismus, dieses Mal rückt die Geschichte allerdings etwas näher an die Gegenwart heran, denn Whitehead erzählt eine Geschichte, wie sie sich in den 1960er Jahre in Amerika zugetragen haben könnte. Hauptprotagonist der Geschichte ist der junge Elwood Curtis, der mir mit seiner klugen, aufgeweckten und herzlichen Art sofort ans Herz gewachsen ist. In einer nüchternen und dennoch sehr ergreifenden Weise berichtet Colson Whitehead von dem Leben des Jungen Elwood, der sein Ziel, etwas aus sich zu machen und am College zu studieren fest vor Augen hat. Das Schicksal spielt im jedoch böse mit, als er unverschuldet in der Besserungsanstalt der Nickel Academy gesteckt wird. Der Schein eines Erziehungscamps trügt zuerst und wiegt Elwood gleichermaßen wie den Leser in Sicherheit. Schnell bekommt der Putz dieser scheinbaren Heile-Welt-Fassade jedoch Risse und beginnt zu bröckeln. Schonungslos schildert Whitehead den Alltag, den Elwood Tag für Tag über sich ergehen lässt und skizziert die grässliche und willkürliche Gewalt, die nicht nur durch das Personal ausgeübt wird, sondern auch im Zusammenleben zwischen den Insassen aufflammt. Anstatt zielstrebig seine Träume realisieren zu können sitzt Elwood nun neben ungebildeten Mitschülern in Unterrichtsstunden fest, die meilenweit von seinem Wissensstand entfernt sind und verrichtet harte Arbeit auf dem Feld. Elwood lässt den Hass über sich ergehen und hält an seinem Optimismus fest, irgendwann einen Weg aus der Hölle des Nickel zu entkommen. Schon nach kurzer Zeit findet er in dem pragmatischen Waisenkind Turner einen guten Freund und gemeinsam schaffen sie sich Zeiten außerhalb des Nickel, wenn sie dem Personal dabei helfen die staatlichen Zuwendungen für die Anstalt schwarz weiterzuverkaufen. Der Rassismus ist ein ständiger Begleiter zwischen den Zeilen. Besonders durch die leisen Töne kommt der Unterschied zwischen Schwarz und Weiß in der amerikanischen Gesellschaft in den 60er Jahren eindrücklich zum tragen. Seien es Extra Colleges für die Schwarzen oder Vergnügungsparks, Restaurants und Hotels die nur für die Weißen vorbehalten waren. Elwood hatte schon vor dem Nickel den Unterschied zwischen Schwarz und Weiß nur zu deutlich verspürt. Colson Whitehead berichtet in einem Nachwort über die Entstehung des fiktionalen Romans und führt aus wie die realen Fakten auf der sein Roman beruht, erst 2014 der Öffentlichkeit offenbart wurden. Auf dem Gelände der ehemaligen Arthur G. Dozier School for Boys wurde bei archäologischen Ausgrabungen festgestellt, dass die Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter nicht nur einen offiziellen Friedhof für die Leichen der Schüler besaß, sondern auch etliche Leichen geheim verscharrt wurden. Dieser Fund untermauert die Hinweise überlebender Schüler, die bereits seit Jahren auf die grausame Geschichte der Besserungsanstalt aufmerksam zu machen versuchten um den Tätern einer gerechten Strafe zuzuführen. Die Geschichte über den jungen Elwood hätte sich genauso zugetragen haben können, auch wenn sie der Fantasie des Autors entsprungen ist. Diese Tatsache verleiht dem Buch zusätzlich einen ordentlichen Gänsehautfaktor. Fazit Mit pointierten Worten trifft Colson Whitehead den Nerv des Lesers. Witheheads Geschichte über den Rassismus in den 60er Jahren und den Gewaltmissbrauch in einer Besserungsanstalt sorgt mit unglaublicher Authentizität für eiskalte Schauer. Wertung: 4, 5 Sterne

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
9. März
Rating:3

Ein Buch mit einem sehr spannenden und wichtigem Thema! Ich habe die erst 50-60 Seiten gelesen , leider hat mir der Schreibstil nicht so gut gefallen und ich bin irgendwie garnicht rein gekommen weshalb ich es dann als Hörbuch gehört habe. An sich aber eine sehr bewegende Geschichte 🖤

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
9. März
Rating:2.5

Wichtiges und interessantes Thema, aber weniger gute Umsetzung ☹️

Das Thema des Buches ist natürlich super spannend und wichtig und der Einblick darin auch sehr interessant, jedoch finde ich die Umsetzung leider nicht gelungen. 🥲 Der Schreibstil des Autors hat mir leider gar nicht gefallen, sodass ich ewig für das Buch gebraucht habe. Zum Teil liegt das daran, dass einfach kaum etwas passiert. Seitenweise habe ich mich gefragt was denn jetzt überhaupt die Handlung war😅 Spannende Stellen hingegen wurden kaum ausgeführt, was ziemlich schade war. Das Ende war jedoch überraschend gut, mit einem unerwarteten Plottwist.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
19. Nov.
Rating:4

Die Geschichte hat mich definitiv überzeugt. Leider gefällt mir der Schreibstil von Colson Whitehead so gar nicht. Der Tempowechsel hat mich ziemlich mürbe gemacht und die erzählende Sprache hat mich immer wieder verloren (und hat mich sehr an die von Carlos Ruiz Zafon erinnert, bei dem ich das auch schon nicht mochte). Allerdings fand ich die Geschichte sehr gut, ich mochte die Charaktere und den Plottwist am Ende habe ich überhaupt nicht kommen sehen und er hat mit einen richtigen Schauer über den Rücken gejagt. Großartig gemacht!

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
15. Sept.
Rating:3

Das Leben meint es wirklich nicht gut mit Elwood: Von seinen Eltern verlassen, wächst er als PoC bei seiner Großmutter im rassistischen Amerika der 50/60er Jahre auf. Inspiriert von den Reden Martin Luther Kings und behütet von seiner Großmutter, lässt Elwood sich nicht unterkriegen und bildet sich ständig weiter, bis er sogar ein Platz am College bekommt. Zum College, wo er sein Studium aufnehmen möchte, muss er trampen. Leider führt ihn das Schicksal in einen gestohlenen Wagen. Obwohl er unschuldig ist, wird er in eine Besserungsanstalt für auffällig gewordene Kinder und Jugendliche gesteckt. Er wird ein „Nickel Boy“. Hier herrschen blinde Gewalt und Rassismus. Mit Bildung und Idealismus kommt er nicht weit. Am Ende bleibt nur die Flucht… Colson Whiteheads Roman basiert auf wahren Begebenheiten, was ihn noch schwerer zu ertragen macht. Themen wie Rassismus und Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sind zeitlos wichtig. Die vor einigen Jahren aufgedeckte Story der „Dozier School for Boys in Florida“ ist unfassbar erschreckend. Kurzum: Diese Geschichte musste erzählt werden! Dennoch war ich nicht so emotional involviert, wie ich mir das gewünscht hätte. Das lag an der sehr nüchternen, teilweise sprunghaften Erzählstimme. Die Figuren blieben mir obendrein zu vage. Whitehead hat versucht, in einem sehr schmalen Buch Geschichte mit Poesie zu verbinden. Dabei blieb FÜR MEINEN GESCHMACK etwas auf der Strecke liegen. Abschließend möchte ich aber den Plottwist gegen Ende hervorheben, der doch nochmal etwas nachhaltige Dramaturgie serviert hat.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
14. Apr.
Rating:3

Ich hatte bei meinem letzten Buchmessebesuch in Frankfurt Colson Whitehead live erlebt, wie er zu seinem neuen Buch über die Nickel Boys befragt wurde. Das war nicht nur ein sympathisches Interview, sondern auch ein sehr fesselndes und lehrreiches, da Whitehead seine Vorgehensweise bei der Erstellung des Romans beschrieb. Mit drei Jahren Verzug hab ich nun sein Ergebnis gelesen und habe darauf gehofft, dass sich die Faszination des Liveerlebnisses auch bei der Lektüre einstellt. Leider war das in weiten Stellen des Romans nicht so. Ich hatte halt schon genau Vorstellungen, wie der Roman aufgebaut sein könnte, mit einem guten Jungen, der unschuldig in die Besserungsanstalt geschickt wird, der einen Plan zur Bewältigung dieser Strafe bei Antritt hat und dessen Wille so leicht gebrochen wird, wie das bei jeden Menschen funktioniert, wenn Peitsche, Dunkelkammer und Isolationshaft bei dem kleinsten Vergehen drohen. Das liest sich alles recht gefällig, bietet aber keine großen Überraschungen. Die Sprache ist sachlich, was dem Thema angemessen ist, mich aber trotzdem mit Wehmut an den Zone One-Whitehead zurückblicken läßt, der so herrlich süffisant schreiben konnte. Oder liegt es an der biederen Übersetzung? Nun, der relativ kurze Roman unterhielt angemessen und steuerte auf eine gefällige Bewertung. Da packt Whitehead am Ende doch nochmal in eine schriftstellerische Trickkiste bei der Frage, was so eine tragische Jugend mit einem erwachsenen Menschen macht, wie sie ihn verfolgt und lügen läßt. War dieser Kniff bei einem derart ersten Thema angebracht? Da kann man darüber streiten, aber etwas tiefgründiger als den kurzen Epilog hätte es für mich sein dürfen. Fazit: ich kann mich nur schwer entscheiden, ob es ein guter oder sehr guter Roman war. Lesenswert ist er allemal. Aber so richtig ergriffen bin ich nicht. 3,5 Sterne.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
25. Feb.
Rating:4

Passend zum black history month Die Passagen, die sich um die krasse Rassebtrennung in den USA, sowohl im Alltag, als auch in der Anstalt, drehen, waren wirklich erschreckend. Das Ausmaß ist mir gar nicht so heftig bewusst gewesen. Auch die Schilderungen von der Besserungsandtalt zeichnen ein bedrückendes Bild. Lesenswert. Leider hat für mich jedoch das Gefühl für die Protagonisten gefehlt. Trotz der Schicksalsschläge. Ich kam auch nicht so gut mit dem Schreibstil zurecht. Dennoch würde ich das Buch empfehlen.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
23. Feb.
Rating:3

Ich hatte bei meinem letzten Buchmessebesuch in Frankfurt Colson Whitehead live erlebt, wie er zu seinem neuen Buch über die Nickel Boys befragt wurde. Das war nicht nur ein sympathisches Interview, sondern auch ein sehr fesselndes und lehrreiches, da Whitehead seine Vorgehensweise bei der Erstellung des Romans beschrieb. Mit drei Jahren Verzug hab ich nun sein Ergebnis gelesen und habe darauf gehofft, dass sich die Faszination des Liveerlebnisses auch bei der Lektüre einstellt. Leider war das in weiten Stellen des Romans nicht so. Ich hatte halt schon genau Vorstellungen, wie der Roman aufgebaut sein könnte, mit einem guten Jungen, der unschuldig in die Besserungsanstalt geschickt wird, der einen Plan zur Bewältigung dieser Strafe bei Antritt hat und dessen Wille so leicht gebrochen wird, wie das bei jeden Menschen funktioniert, wenn Peitsche, Dunkelkammer und Isolationshaft bei dem kleinsten Vergehen drohen. Das liest sich alles recht gefällig, bietet aber keine großen Überraschungen. Die Sprache ist sachlich, was dem Thema angemessen ist, mich aber trotzdem mit Wehmut an den Zone One-Whitehead zurückblicken läßt, der so herrlich süffisant schreiben konnte. Oder liegt es an der biederen Übersetzung? Nun, der relativ kurze Roman unterhielt angemessen und steuerte auf eine gefällige Bewertung. Da packt Whitehead am Ende doch nochmal in eine schriftstellerische Trickkiste bei der Frage, was so eine tragische Jugend mit einem erwachsenen Menschen macht, wie sie ihn verfolgt und lügen läßt. War dieser Kniff bei einem derart ersten Thema angebracht? Da kann man darüber streiten, aber etwas tiefgründiger als den kurzen Epilog hätte es für mich sein dürfen. Fazit: ich kann mich nur schwer entscheiden, ob es ein guter oder sehr guter Roman war. Lesenswert ist er allemal. Aber so richtig ergriffen bin ich nicht. 3,5 Sterne.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
1. Jan.
Rating:3

3.5✨ - Ein unglaublich eindringlicher Roman, der einen sprachlos und mit einem beklemmenden Gefühl zurücklässt. Die Selbstverständlichkeit, mit der Colson Whitehead die Diskriminierung und Demütigung im rassistischen System der 60er Jahre darstellt, ist beeindruckend und zugleich sehr schwer zu lesen. Er bedient sich einer sehr nüchternen Sprache, wodurch man immer eine gewisse Distanz zu den Charakteren behält. Trotz der unbestreitbar bedeutsamen und berührenden Geschichte, hätte ich mir mehr emotionale Tiefe bei der Beschreibung der Charaktere gewünscht. Der Plot-Twist am Ende der Geschichte hat mich jedoch "umgehauen"! Fazit: Ein Buch, dass mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
26. Sept.
Rating:4

Besserungsanstalt in den 1960ern in den USA. Wahrer Ort und Geschehnisse...

...bringt der Autor hier in diesem fiktiven Roman ins Bewusstsein. Er erzählt die Geschichte der fiktiven Charaktere - Elwood steht dabei im Zentrum. Es geht natürlich um grausamen Rassismus, Gewalt und Unterdrückung. Man bekommt als Lesenden auch durchaus die zu der Zeit gebräuchlichen Wörter zu lesen. Insgesamt gefiel mir die Geschichte, hatte allerdings hier und da mal das Interesse verloren. Zu erwähnen ist auch dass es gut geschrieben ist und zwar grausame Szenen vorkommen, diese aber recht nüchtern und ohne dramatisieren auskommen, sodass sie doch [bei mir] in milder Form gelesen wurden.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
18. Juli
Rating:3

Inhalt (in meinen Worten): Der junge Elwood ist für viele aus seinem Viertel ein Vorbild dessen, was man als Jugendlicher in einem Ghetto in Florida Anfang der 1960ern schaffen kann: Er erhält einen Platz am Collage. Als schwarzer Junge, der nur bei seiner Großmutter lebt. Er ist aufgeregt, als er sich auf den Weg zu diesem Collage macht und beginnt den größten Fehler seines Lebens: Er steigt zu einem Fremden ins Auto. Nein, dieser Mann will ihm nichts. Doch trotzdem hält die Polizei dieses Auto an und es stellt sich heraus, dass es geklaut worden ist. Natürlich glaubt ihm keiner, dass er nur zufällig dadrin war. Warum auch: Er ist immerhin schwarz und das Gerichts-Verfahren ist fehlerhaft und ungenau. Elwood, der eigentlich eine glänzende Zukunft vor sich hatte, landet in der Besserungsanstalt Nickel und was dort abgeht, möchte niemand jemals erlebt haben ... Über Missbrauch, Peinigung und anderen schrecklichen Dingen ... Erwartungen: Schon hoch. Die Hörprobe klang gut und der Klappentext ebenfalls. Idee: Im Nachwort heißt es, dass die Geschichte fiktiv, aber auf einer realen Besserungsanstalt basiert, die 1900-2011 in Florida, USA, existierte. Sie soll wachrütteln, auf die Zeiten während der Rassentrennung hinweisen und auch, wie es danach war. Charaktere: Elwood ist viel zu gut, um in so einer Anstalt unterzukommen. Sprecher: Mmmh. Ich habe schon etwas von Torben Kessler gehört. Aber ich weiß auch nicht. Es klang sehr deprimiert - natürlich ist es im Sinne der Geschichte. Doch irgendwie ... Hat es sich teilweise sehr lieblos und bedrückt angehört. Außerdem wurde das N Wort viel zu oft gesprochen, dass dann irgendwie sogar mit mehr ausdruck. Stil: Ich musste mich durch die Geschichte quälen. Fazit: Die Geschichte geht sehr weit hinein, aber durch das N Wort konnte ich mich oft nicht mehr darauf konzentrieren, denn es hat mir Übelkeit beschert, da ich dieses Wort weder denken, noch sprechen, noch lesen will. Natürlich sollte es den Ausdruck dessen darstellen, was viele über schwarze Personen denken. Aber warum so oft? Und wieso hätte man es nicht umschreiben können? Genau das hat mich unfassbar abgeschreckt. Es hat sich mir nicht erschlossen, warum es so oft genannt werden musste. Andere Wörter wären durchaus möglich gewesen. Zudem hatte ich Probleme mit dem Hörbuch selbst. Gesamtbewertung: Cover: Genau deshalb wollte ich es lesen/ hören Titel: Die Besserungsanstalt "Nickel" wurde nach dem Geldstück mit dem selben Namen benannt. Inhalt: Ich wollte, dass es mich fesselt und mitnimmt. Aber Ich bin nicht mit zurecht gekommen. Mir taten die Jungs unglaublich leid. Aber auf Grund des Erzählstils ist es vermutlich nicht so herübergekommen, was mich wahnsinnig frustet. Weil der Sprecher es so trocken und distanziert interpretierte - zumindest für meinen Geschmack. Ich glaube, wenn ich es gelesen hätte, wäre ich tiefer rein gekommen. Normalerweise finde ich Hörbücher wahnsinnig toll, aber ich denke, in diesem Fall ist es für mich nicht aufgegangen. Zumal das N - Wort hinterher wie ein Karussell in meinem Kopf schwirrte und das hat mich unfassbar genervt. Weil ich nicht so bin und ich es einfach nicht verstehen kann, warum man es überhaupt in einer Geschichte unterbringen muss. Schließlich ist es rückwirkend erzählt. Das regt mich auf und hat die Story an sich für mich zerstört. Elwoods (fiktive) Geschichte aber ging mir nahe und hat mich so traurig gemacht.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
1. Mai
Rating:4

Beschreibung Der sechzehnjährige Elwood Curtis wächst in den 1960er Jahren in der rassistischen Gesellschaft Amerikas bei seiner Großmutter auf und ist großer Bewunderer von Martin Luther Kings Reden und Botschaften. Der junge Elwood ist ein guter Schüler und für ihn geht ein Traum in Erfüllung als er einen Platz am College der Schwarzen in Aussicht gestellt bekommt. Doch durch eine unglückliche Fügung gerät Elwood in ein gestohlenes Fahrzeug und wird ohne eine angemessene Gerichtsverhandlung in die Besserungsanstalt der Nickel Academy gesteckt. In der Anstalt steht neben dem offensichtlichen Rassismus jede Menge Gewalt und Missbrauch auf der Tagesordnung. Meine Meinung Colson Whitehead bot seinen Leserinnen und Lesern bereits mit seinem fiktionalen Roman »Underground Railroad« eine Geschichte über den Rassismus zur Zeit der Sklaverei in Amerika, der tief unter die Haut geht. In seinem neusten Werk »Die Nickel Boys« behandelt der Autor noch einmal das Thema Rassismus, dieses Mal rückt die Geschichte allerdings etwas näher an die Gegenwart heran, denn Whitehead erzählt eine Geschichte, wie sie sich in den 1960er Jahre in Amerika zugetragen haben könnte. Hauptprotagonist der Geschichte ist der junge Elwood Curtis, der mir mit seiner klugen, aufgeweckten und herzlichen Art sofort ans Herz gewachsen ist. In einer nüchternen und dennoch sehr ergreifenden Weise berichtet Colson Whitehead von dem Leben des Jungen Elwood, der sein Ziel, etwas aus sich zu machen und am College zu studieren fest vor Augen hat. Das Schicksal spielt im jedoch böse mit, als er unverschuldet in der Besserungsanstalt der Nickel Academy gesteckt wird. Der Schein eines Erziehungscamps trügt zuerst und wiegt Elwood gleichermaßen wie den Leser in Sicherheit. Schnell bekommt der Putz dieser scheinbaren Heile-Welt-Fassade jedoch Risse und beginnt zu bröckeln. Schonungslos schildert Whitehead den Alltag, den Elwood Tag für Tag über sich ergehen lässt und skizziert die grässliche und willkürliche Gewalt, die nicht nur durch das Personal ausgeübt wird, sondern auch im Zusammenleben zwischen den Insassen aufflammt. Anstatt zielstrebig seine Träume realisieren zu können sitzt Elwood nun neben ungebildeten Mitschülern in Unterrichtsstunden fest, die meilenweit von seinem Wissensstand entfernt sind und verrichtet harte Arbeit auf dem Feld. Elwood lässt den Hass über sich ergehen und hält an seinem Optimismus fest, irgendwann einen Weg aus der Hölle des Nickel zu entkommen. Schon nach kurzer Zeit findet er in dem pragmatischen Waisenkind Turner einen guten Freund und gemeinsam schaffen sie sich Zeiten außerhalb des Nickel, wenn sie dem Personal dabei helfen die staatlichen Zuwendungen für die Anstalt schwarz weiterzuverkaufen. Der Rassismus ist ein ständiger Begleiter zwischen den Zeilen. Besonders durch die leisen Töne kommt der Unterschied zwischen Schwarz und Weiß in der amerikanischen Gesellschaft in den 60er Jahren eindrücklich zum tragen. Seien es Extra Colleges für die Schwarzen oder Vergnügungsparks, Restaurants und Hotels die nur für die Weißen vorbehalten waren. Elwood hatte schon vor dem Nickel den Unterschied zwischen Schwarz und Weiß nur zu deutlich verspürt. Colson Whitehead berichtet in einem Nachwort über die Entstehung des fiktionalen Romans und führt aus wie die realen Fakten auf der sein Roman beruht, erst 2014 der Öffentlichkeit offenbart wurden. Auf dem Gelände der ehemaligen Arthur G. Dozier School for Boys wurde bei archäologischen Ausgrabungen festgestellt, dass die Besserungsanstalt für jugendliche Straftäter nicht nur einen offiziellen Friedhof für die Leichen der Schüler besaß, sondern auch etliche Leichen geheim verscharrt wurden. Dieser Fund untermauert die Hinweise überlebender Schüler, die bereits seit Jahren auf die grausame Geschichte der Besserungsanstalt aufmerksam zu machen versuchten um den Tätern einer gerechten Strafe zuzuführen. Die Geschichte über den jungen Elwood hätte sich genauso zugetragen haben können, auch wenn sie der Fantasie des Autors entsprungen ist. Diese Tatsache verleiht dem Buch zusätzlich einen ordentlichen Gänsehautfaktor. Fazit Mit pointierten Worten trifft Colson Whitehead den Nerv des Lesers. Witheheads Geschichte über den Rassismus in den 60er Jahren und den Gewaltmissbrauch in einer Besserungsanstalt sorgt mit unglaublicher Authentizität für eiskalte Schauer. Wertung: 4, 5 Sterne

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
5. Apr.
Rating:3

Da ist noch Luft nach oben

"Die Nickel Boys" von Colson Whitehead ist ein Roman, der auf einer wahren Begebenheit basiert und sich mit dem Schicksal von zwei Jugendlichen in einer brutalen Besserungsanstalt im Süden der USA während der 1960er Jahre befasst. Obwohl das Buch interessante Ansätze bietet und ein wichtiges Thema behandelt, bleibt es meiner Meinung nach recht oberflächlich. Daher vergebe ich drei von fünf Sternen. Die Thematik hätte durchaus das Potenzial, den Leser zu fesseln und tiefe Einblicke in die damalige Zeit zu geben, aber die Erzählweise schafft es nicht, diese Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Die Charaktere wirken bisweilen flach und nicht ausreichend entwickelt, wodurch die emotionale Bindung zum Leser leidet. Die Frage, ob "Die Nickel Boys" einen Pulitzer-Preis verdient hat, ist sicherlich subjektiv. Einige Leser mögen von der Geschichte und dem Schreibstil Whiteheads begeistert sein, andere könnten jedoch enttäuscht sein und sich eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema wünschen. Insgesamt ist "Die Nickel Boys" ein solides Buch, das einen Einblick in die Zustände einer Besserungsanstalt im Amerika der 1960er Jahre gewährt. Wer sich jedoch eine tiefgründige und vielschichtige Auseinandersetzung mit der Thematik erhofft, wird möglicherweise enttäuscht sein. ⭐️⭐️⭐️

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
12. März
"Er sagt: 'Ich zeige Flagge', und die Welt bleibt stumm." (S. 232)
Rating:5

"Er sagt: 'Ich zeige Flagge', und die Welt bleibt stumm." (S. 232)

Dieses Buch ist so wichtig und sollte viel mehr gelesen werden, vielleicht sogar in Schulen. Es ist keine einfache, leichte Lektüre für zwischendurch; auf S. 63 war mir bereits klar, dass es mich brechen würde, und oh, das hat es. Ich hatte mehr als einmal Tränen in den Augen. So viel Trauma und Schmerz. So viel. Hervorgerufen durch den tief verwurzelten Rassismus, durch das Wegsehen, durch das Schweigen. Colson Whiteheads Schreibstil hat mich sehr viel fühlen lassen. Ich empfand ihn manchmal als etwas abgehackt, aber durchaus passend und atmosphärisch. Ich wüsste auch gar nicht, wie man das Gewicht einer solchen Geschichte auf poetische Weise stemmen könnte; Euphemismen braucht man für all die Gewalt bereits genug. Das Buch wird mich eine Weile verfolgen, und das ist gut so.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
17. Feb.
Rating:4

Colson Whitehead hat den Pulitzer Prize nicht umsonst gewonnen. Das Lesen seiner Bücher macht unfassbar viel Spaß, setzt Emotionen frei und sein Sprachstil ist außergewöhnlich und unfassbar gut. Auch in „Die Nickel Boys“ sticht dieser Schreibstil hervor und war am Ende einer der wenigen Gründe, warum ich noch mit Freude weitergelesen habe. Denn leider konnte das Buch mich inhaltlich nicht so ganz überzeugen. Es gibt viele Längen und einige Passagen, die wirklich sehr langweilig waren. Dann aber gab es auch viele düstere und schockierende Momente, von denen ich mehr mehr gewünscht hätte. Dem Leser wird, was die Grausamkeiten in der Anstalt angeht, doch sehr viel Interpretationsspielraum gelassen, von dem ich nicht sicher bin, ob er mir gefällt. Der Protagonist hingegen war wieder genial entwickelt, von Beginn an total sympathisch und man kann sich sehr gut in ihn hineinversetzen. Die Wendung am Ende hat mich staunend dagelassen und kam für mich total überraschend - so hätte das gesamte Buch sein müssen. Auch die letzte Szene im Restaurant war super gut, total berührend. Grundsätzlich ist da aber noch viel Luft nach oben. Optisch ist das Buch übrigens der Wahnsinn - diese Form von einem Buchumschlag habe ich bisher noch nie gehabt und finde die Idee sehr cool. Das Cover ist auch genial. Insgesamt würde ich 3,5/5 Sternen geben.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
4. Jan.
Rating:5

"Die Nickel Boys" ist ein weiteres wahnsinnig starkes Werk von Colson Whitehead. Er beschreibt die Erlebnisse von Elwood, der unschuldig in eine Besserungsanstalt für Jungen geschickt wird und dort Zeuge und Opfer schlimmster Misshandlungen wird. Der Roman ist mitreißend, erschreckend und dabei auch unglaublich spannend. Alle Figuren, und auch das Nickel, sind fiktiv. Whitehead lässt sich aber durch die "Dozier School for Boys" in Florida beeinflussen. Wer sich darüber informieren möchte, findet z..B. hier Infos: https://www.npr.org/2012/10/15/162941770/floridas-dozier-school-for-boys-a-true-horror-story.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
4. Jan.
Rating:5

Colson Whitehead schafft es mit “Die Nickel Boys” so viel Wut, Fassungslosigkeit und Verzweiflung zu vermitteln und hervorzurufen. Die ganze Zeit über war ich beim Lesen angespannt gewesen, denn uff. Was für ein heftiges Buch. ⚠️ [CN: anti-Schwarzer Rassismus, Blut, Folter, Gewalt, N-Wort, Mord, Sexismus, sexualisierte Gewalt] Der Großteil von “Die Nickel Boys” spielt in Florida in den sechziger Jahren, als Menschen noch nach ihrer “Rasse” getrennt wurden. Der 16-jährige Elwood ist ein großer Fan von M.L. King und freut sich darauf aufs College zu gehen, insbesondere da die Chancen für ihn als Schwarzen Jungen schlecht stehen. Doch so kommt es leider nicht, denn Elwood hat sich per Anhalter auf dem Weg zum College gemacht, ohne zu wissen, dass er sich in einem gestohlenen Wagen befindet. Anstatt aufs College zu gehen, kommt er also in die Besserungsanstalt Nickel Academy. Durch Elwood erleben wir mit, wie grausam es an der Nickel Academy zuging und wie viel besser die weißen Jungs behandelt wurden. Bessere Kleidung, bessere Bildung, besseres Essen. An solch einem rassistischen Ort, der die Jungs gar nicht wirklich “bessert”, haben es die Schwarzen Jungs noch schwerer. Nachdem ich das Buch beendet hatte, habe ich erstmal nur vor mich hingestarrt und musste tief ein- und ausatmen. Ich war einfach so sprachlos und wütend. Gleichzeitig wusste ich gar nicht, wohin mit meinen Emotionen. Das Schlimmste ist, dass es nicht einfach nur Fiktion war, denn die Geschichte wurde von wahren Begebenheiten inspiriert. Whitehead erzeugt ein unangenehmes Ohnmachtsgefühl durch das Porträtieren solch großer Ungerechtigkeit. Dabei ist der Schreibstil schon fast... distanziert und kühl? Doch genau das fand ich gut, weil ich nicht das Gefühl hatte, als ob die Traumata der Jungs glorifiziert oder romantisiert werden. Es wird auch hin und wieder impliziert bzw. erwähnt, dass die Jungs sexualisierte Gewalt erleben, aber es wird nicht näher darauf eingegangen. Das ist aber auch nicht notwendig, denn die körperlichen Bestrafungen sind erschütternd genug. Von meiner Seite aus: große Leseempfehlung an alle, die mehr zur Schwarzen Geschichte in den USA lesen und/oder generell sich mit Rassismus beschäftigen möchten. Das Einzige, was mich an der deutschen Übersetzung gestört hat, war, dass “Schwarz” kleingeschrieben wurde. Ja, die Selbstbezeichnung ist relativ neu, aber die Großschreibung hätte gezeigt, dass es sich nicht lediglich um die Hautfarbe handelt, sondern um die soziale Positionierung und wie andere Schwarze Menschen wahrnehmen.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
28. Okt.
Rating:4

Meine Meinung Dies ist die tragische Geschichte eines Jungen, der, wäre er Weiß gewesen, es weit hätte bringen können. Leider war Elwood Schwarz und leider hatte er keine Fürsprecher, die sich für Gerechtigkeit hätten einsetzen können. So begleiten die Hörer*innen den klungen, wissbegierigen und freundlichen Jungen in seine persönliche Hölle, die sich ihm im Nickel, in der Besserungsanstalt für Jungen, aufgetan hat. In dieser Anstalt werden die Jungen missbraucht und gefoltert und der eine oder andere Schwarze kommt nie mehr wieder heraus und ihre Spuren verlieren sich im Nickel im Nichts. Eine schlimme Geschichte, die, je mehr man von ihr hört, einen immer größeren Sog entwickelt, bis zum Schluss, der mit ungeahnten Überraschungen aufwarten kann. Zwar eine erfundene Geschichte, die so oder so ähnlich im Nickel tatsächlich hätte passieren können oder sogar passiert war. Ein bisschen mehr Tiefe hätte der Autor der Story verpassen dürfen. Sie hätte es vertragen aber auch verdient. Deshalb habe ich einen Stern abgezogen, auch, da mir mitunter der Schreibstil etwas zu nüchtern war. Insgesamt dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch über eine Zeit des Rassismus und der Rassentrennung in den USA, die selbst heute mancherorts im 21. Jahrhundert nicht überwunden wurden.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
23. Sept.
Rating:4

Eigentlich dachte ich ehrlich gesagt, dass mir dieses Buch nicht gefallen würde. Gekauft habe ich es aufgrund der endlos vielen guten Kritiken und doch war ich wirklich skeptisch. Wusste eigentlich nur, es geht um Rassismus, Missbrauch… Die ersten Seiten haben mich auch zunächst nicht vom Hocker gerissen, packten mich nicht so recht. Aber dann… ja dann hat es mich plötzlich mit- und mein Herz herausgerissen. Diese schreiende Ungerechtigkeit, der innige Glaube an die Möglichkeit, eine bessere Welt zu erschaffen, der tiefe, tiefe Wunsch, anerkannt zu werden, etwas wert zu sein, als Mensch gesehen zu werden. Diese Geschichte hat mich endlos traurig gemacht, wütend den Kopf schütteln lassen, zu Tränen gerührt und dieses seltsam ziehende Gefühl in mir geweckt, das sich irgendwo zwischen Mitgefühl, Hoffnung und Fassungslosigkeit einpendelt. ⠀ Florida. 60er Jahre. Wir begleiten Elwood, einen 16-jährigen Jungen, der mit seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee lebt. Elwood ist fleißig, gewissenhaft, träumt davon, ans College zu gehen und ist großer Bewunderer von Martin Luther King. Auf dem Weg zur Erfüllung seines Traumes, wird er beim Trampen in einem gestohlenen Fahrzeug von der Polizei aufgegriffen, für schuldig befunden und in eine Besserungsanstalt, das „Nickel“, gesperrt. Zunächst noch guter Dinge, möchte Elwood hier mit gutem Betragen und Fleiß punkten, was sich mit der Zeit jedoch als aussichtsloses Unterfangen entpuppt. Ohnmacht, Grausamkeiten und die Willkür der Aufseher machen den hier „einsitzenden“ Jungen das Leben zur Hölle. ⠀ Whitehead lässt Elwood seine Geschichte selbst erzählen - als mittlerweile Erwachsener. Die Erzählweise ist bewusst distanziert, lässt mitfühlende Beobachtungen zu, ist allerdings nicht offensichtlich emotional geprägt, was ich sehr stimmig fand. Die Wendungen innerhalb der Handlung hatte ich so nicht erwartet und war immer wieder aufgewühlt und auch erschüttert. Wirklich lesenswert.

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
23. Sept.
Rating:4

Florida in den Sechzigern. Elwood wächst bei sei seiner Großmutter auf - ein kluger Junge, der nach der Schule in einem Tabakladen jobbt und eine glühende Begeisterung für Martin Luther King hegt. Doch als er nur durch Zufall in falsche Gesellschaft gerät, ändert sich sein Leben für immer. Elwood wird als Autodieb festgenommen und muss in die Nickel-Besserungsanstalt. Was von außen wie ein normales Internat aussieht, entpuppt sich bald als purer Alptraum. Eine noch immer bestehende Rassentrennung, aggressive Mitschüler und sadistische Wärter machen dem Jungen von nun an das Leben zur Hölle. Es ist eine bedrückende Geschichte, die Colson Whitehead über mehrere Zeitebenen hinweg erzählt. Alles beginnt in der Gegenwart mit einem grausamen Fund auf dem Gelände des Nickel. Rückblickend folgt der allwissende Erzähler dann dem jungen Elwood, bis dieser erneut im Jetzt angelangt ist. Die Zustände in der Besserungsanstalt sind verheerend. Bestrafungen und Züchtigung sind an der Tagesordnung; wer dauerhaft "Ungehorsam" zeigt, verschwindet eines Tages und wird nie wieder gesehen. Doch es entstehen auch tiefgreifende Freundschaften, wie zwischen Elwood und seinem Mithäftling Turner. Bei aller Grausamkeit, die im Nickel herrscht, gelingt es dem Autor, das Meiste nur indirekt oder vermittelt zu schildern. So werden bei der berüchtigten Prügelstrafe beispielsweise nur die Geräusche oder die erlittenen Verletzungen wiedergegeben. Während des eigentlichen Ereignisses fällt Elwood jedoch bald in Ohnmacht - das reduziert die Brutalität der Handlung für Leser mit zartem Gemüt, schafft aber auch Distanz zu den Figuren. So bleibt vor allem der Protagonist bis zum Ende nur schwer greifbar. Colson Whitehead greift auch in diesem Roman wieder sehr stark politische Themen auf. Trotz Abschaffung der Rassentrennung im so genannten Civil Rights Act hatten Schwarze noch lange Zeit unter Gewalt und Ausgrenzung durch Weiße zu leiden. Dies spiegelt sich auch im Nickel wieder, in dem die Jugendlichen streng nach Hautfarbe getrennt und die weißen Jungen auch besser behandelt und seltener bestraft werden. Lebensmittel oder Schulutensilien, die der Staat für die schwarzen Insassen zur Verfügung stellt, werden von der Anstaltsleitung illegal nach draußen verkauft und die Jungen selbst als billige Arbeitskräfte in der Nachbarschaft eingesetzt. Doch dann fasst Elwood einen gefährlichen Plan. "Die Nickel Boys" ist ein schmaler Band mit nur knapp 200 Seiten - diese haben dafür umso mehr Gewicht. Der Autor beleuchtet hier ein wichtiges Thema in all seiner Härte und Grausamkeit. Das Ende hält noch eine Überraschung bereit, die den Leser mit einem bitteren Nachgeschmack zurücklässt. Fazit: ein kleines Buch voller großer Wahrheiten

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl
23. Sept.
Rating:5

Worum geht´s? Der sechzehnjährige Elwood lebt in einem schwarzen Ghetto im Florida der 60er Jahre. Er bewundert Martin Luther King, und bekommt, aufgrund seiner hervorragenden Leistungen, einen Platz an einem College angeboten. Durch nicht beeinflussbare Zufälle findet sich Elwood in einem gestohlenen Wagen wieder und wird in die Besserungsanstalt für Jungen, die Nickel Academy, geschickt. Hier werden die Jungen missbraucht, gepeinigt und gedemütigt. “Gewalt ist der einzige Hebel, der groß genug ist, die Welt zu bewegen.” Whitehead thematisiert hier wieder den tief verwurzelten Rassismus, der auch heute noch ein Problem in Amerika ist. Ohne Umschweife, rau und nüchtern erzählt Whitehead die Geschichte des jungen Elwood, der in seinem Leben nichts falsch gemacht hat, außer, mit der “falschen” Hautfarbe und somit weniger Chancen geboren zu sein. In 3 Teilen erfahren wir etwas zu Elwoods Kindheit, der Zeit im Nickel und der Zeit danach. Die schnörkellose Art des Autors bringt die Grausamkeit unglaublich hart hervor, mit denen die Jungen behandelt wurden. Schon in seiner Kindheit wird Elwood benachteiligt und versucht dennoch den Glauben an das Gute im Menschen nicht zu verlieren. Er strebt nach Wissen und Veränderung und wird jäh in seinem Leben und Wollen unterbrochen, als er, schuldlos, in eine unangenehme Situation gebracht wird. Auf einen fairen Prozess braucht er, schon aufgrund seiner Herkunft, nicht hoffen. Das Leben im Nickel ist die Hölle und man kann sich schwer vorstellen, dass dies Alltag und Normalität in den USA war. Das Leben nach dem Nickel versucht Elwood so gut es geht, zu gestalten. Die Wunden, die das Nickel, und die gesamte Gesellschaft, hinterlassen haben, werden jedoch nie heilen. Rassismus ist nicht nur ein Thema, was wir Amerikanern zuschreiben können! Alltäglich sind Menschen von Rassismus betroffen, zumeist, ohne, dass es wirklich bewusst wahrgenommen wird! Denkt über Eure Worte nach, bevor sie Euren Mund verlassen und zeigt Empathie, welche Wirkung Worte haben können! Denn es ist eben nicht “nur so gesagt” oder“anders gemeint”! Wenn jeder zuerst bei sich selbst anfängt, ist der erste Schritt getan!

Die Nickel Boys
Die Nickel Boysby Colson WhiteheadHanser, Carl