25. Dez.
Ohne roten Faden
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Ohne roten Faden

Das Buch Gefährten hat ein dunkles, für mich eher nachdenkliches Cover. Es ist ein passendes Cover und hat meine Lust auf das Buch geweckt. Erzählt wird die Geschichte von sechs Freunden. Hierbei wird auf eine Art innerer Monolog gesetzt, sodass ich theoretisch jede Figur begleite und kennenlerne. Und genau hier fing schon das erste Problem an. Ich lerne die Figuren kennen, kann jedoch kaum eine Bindung aufbauen, da der Wechsel für mich einfach zu schnell ist. Nichts gegen Tempo in Büchern, aber gerade bei solch einem Thema, den Entwicklungen von sechs Personen, möchte ich Zeit mit den Figuren verbringen. Dazu kommt, dass es durch den ständigen Wechsel auch ein ständiges hin und her der Emotionen ist. Von komisch geht es plötzlich unter die Gürtellinie. Danach folgt ein leicht depressives Intermezzo, gefolgt von derben Momenten. Am Ende blieben mir die Personen tatsächlich fremd. Fremd ist jetzt vielleicht das falsche Wort. Ich habe nämlich ein Bild und könnte die Figur natürlich beschreiben, aber sie sind mir nie nahe gekommen, haben mich nicht berührt und sind mir allesamt unsympathisch. Figuren, wo ich nicht traurig war, sie nicht wiederzusehen. Dabei sind die Charaktere und ihre Geschichten authentisch. Alltägliche Probleme. Fast so, als hätte die Autorin ihre eigenen Probleme eingebunden. Nur unter uns. Alltag hat jeder, und in Büchern möchte ich diesen vergessen. Auch das ist vielleicht unglücklich formuliert. Bücher greifen schließlich den Alltag auf, aber lassen träumen und hoffen oder spannende Momente erleben. Hier war es nur Alltag, dem leider ein roter Faden fehlte. Schnell erzählte Probleme von sechs Personen. Facettenreich, aber leider nicht überzeugend.

Gefährten
Gefährtenby Christina HesselholdtHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG