Dieses Buch ist so angenehm ruhig erzählt und doch ist es im zweiten Teil total spannend. Ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Jetzt bin ich fertig und vermisse die Protagonisten richtig. Manches ist durchaus keine leicht Kost aber auf jeden Fall wichtig darüber zu lesen.
In meiner Jugend habe ich sehr gerne Bücher von Rafik Schami gelesen, kannte aber bisher keines von seinen neueren. Daher war ich ein wenig überrascht, dass dieses doch um einiges düsterer war, als seine früheren, eher märchenhaften Bücher. Geblieben ist allerdings die Freude am Fabulieren, diese unzähligen kleinen Geschichten, die die eigentliche Handlung wie Mosaiksteinchen umgeben. Nicht alles fand ich gleich spannend. Vor allem war ich genervt von der Beschreibung von Salmans zahlrichen Affären. Überhaupt hätte diese ausführliche Behandlung seines Lebens in Deutschland und Italien meiner Meinung nach nicht sein müssen. Interessant fand ich dagegen eigentlich alle Teile, die in Syrien spielten, sei es Karims Geschichte in den 50ern, Salmans Zeit bei der Guerilla in den 70ern oder Salmans Heimkehr nach vierzig Jahren Exil - und alle damit verbundenen Nebenhandlungen und Nebennebenhandlungen. Erschreckend fand ich vor allem die Beschreibung von Damaskus im Jahr 2010 - vieles davon wird mir noch lange nachgehen.
Zäher Anfang, aber dranbleiben lohnt sich. Am Ende verschmelzen alle einzelnen Geschichten zu einer.
Geschichten aus Damaskus und Rom, zwischen 1950 und 2011. Von Liebe, Heimweh,Verrat und Hass. Rafik Schami verwebt zwei Städte und viele Jahrzente am Ende zu einer spannenden Geschichte, in der alles einen Sinn ergibt.
Salman lebt im italienischen Exil. In Rom kann er mit seiner Familie ein gutes und sicheres Leben führen. Er hat ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und Rom ist sogar seiner Heimatstadt Damaskus ähnlich. Dennoch leidet Salman unter seiner Sehnsucht nach den Orten seiner Kindheit. Er möchte unbedingt nach Syrien reisen, um seine Familie, seine Freunde und die Orte seiner Erinnerungen zu besuchen. Doch eine Reise nach Syrien ist für den geflüchteten Salman nicht ungefährlich. Es ist unklar, ob der Geheimdienst ihn verfolgen wird. Wir begleiten Salman auf seiner Reise nach Syrien und in seine Vergangenheit. Gleichzeitig erleben wir die Geschichte aus der Perspektive anderer Personen, die auf unterschiedliche Weise mit Salman in Verbindung stehen. Der Roman erzählt von der Sehnsucht nach der Heimat, dem Leben in einem autokratischen Staat, politischer Verfolgung sowie von Konflikten unterschiedlicher Religionen. Ich bin mit dieser Geschichte eher langsam warm geworden. Nicht sofort habe den Sinn der Erzählstruktur erfasst und teilweise war mir der Einstieg in die Erzählung zu langatmig. Später konnte ich tief in die Geschichte eintauchen und sie mit Spannung verfolgen. Insgesamt eine ernste und zugleich schöne Erzählung, die mich berühren konnte.
Ein gelungenes, wenn auch langatmiges Buch. Rafik Schami schildert in einer leichten Art und Weise die schwere Flucht eines Unschuldigen. Das Buch hat fast 500 Seiten, erst ab ca. der Hälfte setzen sich die Geschichten der verschiedenen Personen zu einem vollständigen Puzzle zusammen und der eigentliche Hauptteil beginnt. Und obwohl das Thema doch so spannend und schwer ist, baut sich die Spannung nur in geringen Maßen auf. Schami hat diese Spannung bis zur letzten Seite erhalten und dabei auch noch mit einer wundervollen Liebesgeschichte begonnen und abgeschlossen.
All die 5 Sterne Bewertungen können doch nicht falsch sein. Warum hab ich mich so durch quälen müssen? Einerseits hat es mich interessiert, dann auch wieder gar nicht. Ich weiß nicht. Ich bewerte "neutrale" 3 ☆ - Denkt euch dazu was ihr mögt. ;-)
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich Rafik Schami auf der Buchmesse gehört habe und ihn sehr interessant fand. Vielleicht bin ich deshalb so enttäuscht. Es ist sehr schwer in diese Geschichte zu kommen, weil sie am Anfang von so vielen Personen handelt, dass man ganz durcheinander kommt. DiePersonen um die es eigentlich geht, bleiben eigentümlich blass. Erst die zweite Hälfte der Geschichte zieht sich nicht mehr so zäh. Was mich total nervte, war dass alles so schwarzweiß gemalt war. Die Frauen waren alle wunderschön, die Männer stattlich und anziehend. Alle liebten sich abgöttisch und trotzdem hatte Mann und Frau Geliebte. Was mich wirklich interessierte wurde nur wenig angerissen. Der Schreibstil war zwar schlicht aber der Aufbau der Geschichte war sehr wirr. Schade.






