Ellen ist neu in der Schule. Von Anfang an ist klar, dass es nicht einfach wird. Vier Schüler terrorisieren die anderen. Dabei schrecken sie auch vor sexuellen Übergriffen und massiven Drohungen nicht zurück. Einziger Lichtblick ist die Theater-AG. Als Ellen Mut beweist, indem sie einem Mädchen zu Hilfe kommt, wird sie selbst zum Opfer. Sie wird bedroht und begrapscht. Nach einer Beschwerde bei der Rektorin werden die Jungs bestraft. Doch sie schwören Rache. Wenig später geht die Schule in Flammen auf, während im Keller die Theater-AG probt. Ein schonungsloses Jugendbuch über Gewalt an Schulen. Das Buch ist, was es verspricht; schonungslos. Das war sehr erfrischend, gleichzeitig hat es aber auch erschwert, weiterzulesen, da der Schreibstil dies widerspiegelt. Die Sätze sind relativ einfach gehalten und streckenweise hatte ich den Eindruck, die Protagonistin schottet sich von allem ab, was zwar geholfen hat, ihre Haltung nachzuvollziehen und zu zeigen, dass man praktisch nur so damit umgehen kann, aber gleichzeitig hätte ich mir gewünscht, dass es eine größere Möglichkeit gibt, in die Handlung einzutauchen und dass man praktisch gezwungen ist, mitzufühlen, weil man auf diese Weise nicht so eine emotionale Distanz zum Geschehen gehabt hätte und vielleicht noch länger darüber nachgedacht hätte. Was mich sehr gestört hat, war der Klappentext. Das Buch ist schon sehr kurz und so ist es schwierig einen richtigen Spannungsbogen aufzubauen, was hier sogar ganz gut funktioniert hat - oder zumindest hätte, wenn nicht alles im Klappentext vorweg genommen worden wäre. Zusammengefasst kann man es zwar wegen der Länge und der erzeugten emotionalen Distanz schnell lesen, aber es ist keine wirkliche Empfehlung.
9. MärzMar 9, 2025
Wie ein flammender Schreiby Mats WahlHanser, Carl

