
Umwerfende Erzählkunst und großartige Beobachtungsgabe
Es handelt sich bei Geigers Roman um kein neues Thema, dennoch ist das Portrait dieser großen Liebesgeschichte eindeutig lesenswert. Die absolut unterschiedlichen Charaktere der beiden Protagonisten machen die Geschichte "spannend". Zum einen ist da die schöne, aufregende Sally, lebens-und abenteuerhungrig , die der Routine ihrer 30-jährigen Ehe durch einen Seitensprung mit einem engen Freund der Familie zu entkommen versucht. Zum anderen gibt es den harmlosen Stützstrumpf tragenden und Tagebuch schreibenden Alfred, der sich mit der häuslichen Situation arrangiert zu haben scheint. Am Ende des Buches kommt jedoch in einem aufschlussreichen (inneren) Monolog auch eine andere Seite Alfreds zutage. Er ist nicht der ahnungslose, naive Ehemann, sondern er nimmt die Veränderungen, die sich im Laufe des Lebens (und Alltags mit Sally! ) in einer lan gjährigen Beziehung zwangsläufig ergeben, hin, da Sally nach wie vor, trotz aller Ups und Downs, seine große Liebe ist. Auch Sally erkennt letztendlich,, dass die Liebe der Beiden zueinander - trotz aller Anstrengungen - Bestand hat. Fazit : Liebe als lebenslange Anstrengung als Message. Einen Kritikpunkt habe ich : die Schilderung der Kennenlernphase des Paares in Ägypten fand ich sehr langatmig und uninteressant - und unerheblich für die Gesamtgeschichte. Klare Leseempfehlung !
