Was für eine wunderschöne Geschichte um die Postbotin Anna und ihrer Familie aus Italien. Mein absolutes Highlight 2026
Eine leise Geschichte mit viel Gefühl. Francesca Giannone führt uns in ein kleines Dorf in Süditalien um 1934. . Anna die Protagonistin begleitet uns mit Mut zur Selbstbestimmung durch diese Geschichte. Die Autorin hat sich durch das Leben ihrer Urgroßmutter inspirieren lassen.
Verzwickte Verhältnisse
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Er beinhaltet so viel, zum einen starke Frauen, als auch Frauen in Opferrollen, dominante Männer vs. moderne, verständnisvolle Männer, ein eingespieltes Dorf, das aber gleichzeitig auch viele Veränderungen zulässt. Immer alles gut in der Balance und authentisch aufgearbeitet. Familien- und Liebesgeschichten sind so verzwickt, dass man seine eigenen moralischen Vorstellungen hinterfragt und tatsächlich Verständnis für viele Situationen aufbringen kann. Ich könnte verstehen, dass man rein vom Klappentext noch mehr Zusammenhang mit dem Krieg erwartet hätte. Aber der Roman geht größtenteils in eine andere Richtung. Diese ist aber so überzeugend, dass er mich für ihn begeistern konnte.

Ich mochte die Geschichte um Anna und ihre Familie sehr. Der Schreibstil sicherlich etwas ungewöhnlich, aber gut zu lesen. Andere, erfahrenere Autoren und Autorinnen in diesem Genre hätten da sicherlich noch gut 200 Seiten mehr drauf gepackt und den einzelnen Figuren noch viel mehr Raum gegeben. So einer Version hätte ich 5 Sterne gegeben. Da es sich hier aber zum Teil um wahre Begebenheiten um die erste Postbotin Italiens handelt, ist nun genau diese Version eben auch die Richtige, obwohl ich es Schade finde das es nun vorbei ist. Hier hat jemand sein Versprechen eingelöst, Anna wird nicht vergessen werden. 🫶
Als Anna nach der Hochzeit mit ihrem Mann Carlo in ein kleines Dorf in Süditalien zieht, fühlt sie sich sofort fehl am Platz. Anna möchte mehr sein als nur Hausfrau und Mutter, doch das passt nicht in das Bild der Dorfbewohner. Als sie im Dorf den Job als Briefträgerin beginnt, gleicht das fast einem Skandal. Die Autorin Francesca Giannone erzählt in dem Roman „Die Briefträgerin“ über das Leben ihrer Urgroßmutter. Anna scheint von Anfang an eine Frau zu sein, die ihrer Zeit weit voraus ist. Als sie sich dafür entscheidet, im Dorf die Briefträgerin zu werden, steht auch ihr Mann Carlo nach anfänglichen Reibereien hinter ihr. Ihre Schwägerin Agata ist jedoch das absolute Gegenteil von Anna, eine typische italienische Mamma, für die die Familie immer an erster Stelle kommt. Carlo, Annas Mann, mausert sich schnell zum erfolgreichen Weinbauern und Bürgermeister des Dorfes. Sein Bruder Antonio ist jedoch eher der Introvertierte, der seine Gefühle am liebsten mit Büchern ausdrückt. Die Dorfgemeinschaft zeigt die Facetten dieser Zeit mit den unterschiedlichsten Gesichtern. Ob nun Klatsch und Tratsch, Gerüchte oder Grenzen, die man als „Fremde“ wie Anna nicht überschreiten sollte. Doch selbst mit ihrem Job als Briefträgerin scheint Anna nie so recht in der Gemeinschaft anzukommen. Aber dennoch geht sie selbstbewusst ihren Weg. Die Autorin erzählt die Geschichte ruhig und mit viel Feingefühl. Auch wenn in den Längen manchmal die Spannung auf der Strecke bleibt, so möchte man als Leser doch weiterlesen. Anfangs war es für mich auch etwas anstrengend, in die Geschichte reinzukommen, da ich nicht so recht die einzelnen Figuren zuordnen konnte. Die Autorin zeichnet das Leben in Süditalien ab Anfang der 1930er und so steht eben nicht nur Anna, wie es der Klappentext erwarten lässt, im Vordergrund.
Ich fand’s gut erzählt auch die die neben Protagonisten ich fand’s sehr gut .
Zu viele Nebenhandlungen
"Die Briefträgerin" von Francesca Giannone ist ein leiser, aber eindringlicher Roman über eine starke Frau. Anne kommt mit ihrem Ehemann Carlo aus Norditalien in den Süden. Dort herrschen andere Gesetze, als sie es kennt. Anna ist selbstbewusst, stößt dadurch auf Widerstand, nicht nur in ihrer neuen Familie, auch in Lizzanello, ihrer neuen Heimat. Auch wenn ihr der Wind direkt ins Gesicht weht, geht sie ihren Weg und wird Briefträgerin. Sie hat nicht geahnt, was sie durch ihre Tätigkeit alles über die Einwohner von Lizzanello erfährt. Die Charaktere in diesem Romann sind präzise und lebendig beschrieben. Anna mit ihrer selbstbewussten Art und ihrer Liebe zu Büchern war mir sofort sympathisch. Im Gegensatz dazu steht ihre Schwägerin Agata, die im Gegensatz zu Anna fest im Glauben verankert ist. Egoistisch nimmt sie nur ihre eigenen Interessen wahr, was sie nicht gerade zum Sympathieträger macht. Die Sprache von Giannone hat mir gefallen, sie ist bildhaft und atmosphärisch. Die verschiedensten Schicksale beschreibt sie gut und empathisch. Im Verlauf des Romans hat die Autorin mir allerdings zu viel in die Handlung gepackt, dadurch fehlte an manchen Stellen für mich Tiefe. Gerade ein Mädchen und später eine Frau wie Lorenza hätte hier mehr Aufmerksamkeit verdient.Andere Stränge um Anna hätten ebenfalls ausführlicher dargestellt werden können. Ich will hier nicht spoilern, deshalb kann ich das hier nicht weiter ausführen. Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, für die oben erwähnten Punkte ziehe ich allerdings Sterne ab. Er ist leicht lesbar, wenn auch in Teilbereichen nicht historisch belegt (Thema Frauenhaus) Gute 3 Sterne und eine eingeschränkte Leseempfehlung!
Das Cover gefällt mir gut. Es ist passend zum Genre und auch zum Inhalt ausgewählt. Auch der Schreibstil ist angenehm zu lesen und die Kapitel haben eine gute Länge. Protagonistin Anna möchte ich am liebsten. Sie wirkt auf mich wie eine starke und sehr moderne Frau, weshalb sie auch oft auf Unbehagen ihr gegenüber stößt. Mit den anderen Protagonisten und Figuren bin ich leider nicht ganz warm geworden. Mir gibt es insgesamt leider zu viele Betrügereien und Nebenher-Bettgeschichten von jedermann. Auch wenn das vielleicht realitätsnah ist, hat mir diese unharmonische Stimmung ein bisschen den Lesefluss verschlechtert. Die Handlung war insgesamt gut. Auch die kleineren Geschichten rund ums Postaustragen als Frau, das Frauenhaus und der Weinanbau finde ich sehr interessant. Leider ist mir alles etwas kurz gekommen. Ein bisschen wirkte es so, als können man sich nicht entscheiden, was man alles in die Geschichte einfließen lässt und dann wird es viel und alles nur etwas angerissen. Alles in allem gibt das Buch ein gutes Gefühl der Zeit in Italien, mir ist es aber ein wenig zu oberflächlich geblieben.
Ein wunderbarer Roman, kurzweilig und tiefgründig








