Ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe.
Ich habe dieses Buch lange gemieden, da ich vor der Schwere des Themas mich fürchtete. Aber von Schirach hat auch hier es geschafft dieses Thema gut rüberzubringen. Ich bin generell ein Fan seiner Theaterstücke. In diesem hier geht es um eine Hauptverhandlung, in welcher die mutmaßliche Vergewaltigung an einer TV-Moderatorin durch ihren ehemaligen Geliebten thematisiert wird. Während die Nebenklägerin sagt, dass die Vergewaltigung passiert sei, streitet der ehemalige Geliebte es ab. Nun geht es um die Frage: Was ist passiert? Generell ist es schwierig, wenn es Aussage gegen Aussage steht. Denn dann steht das Gericht vor der Situation, dass sie aufgrund von Indizien und Beweisen einen möglichen Tathergang konstruieren müssen. Hier erlebt man gut, wie die Ereignisse auseinanderklamüsert werden bei sowas. Ich fand den Sachverhalt sehr verständlich. Man konnte sich sehr gut hineinversetzen. Die Befragungen durch die Verfahrensbeteiligten war für mich das interessanteste. Ich fand viele Formulierungen ernüchternd im Bezug darauf, wie nackig sich das vermeintliche Opfer machen musste. So ähnlich stelle ich mir es im realen Leben vor. Wobei nein, ich stelle es mir vielleicht noch schlimmer vor. Ich denke, dass es nie einfach ist, über so eine grausame Tat eine Verhandlung zu führen ohne offensiv zu sein, aber genau deswegen hatte ich befürchtet, dass dieses Buch schwierig sein könnte. Aber von Schirach hat es wirklich super hingekriegt. Es war mal wieder seine nüchterne und gleichzeitig spannende Art Dinge und Sachverhalte zu beschreiben. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen.




























































