11. Mai
Rating:5

Ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe.

Ich habe dieses Buch lange gemieden, da ich vor der Schwere des Themas mich fürchtete. Aber von Schirach hat auch hier es geschafft dieses Thema gut rüberzubringen. Ich bin generell ein Fan seiner Theaterstücke. In diesem hier geht es um eine Hauptverhandlung, in welcher die mutmaßliche Vergewaltigung an einer TV-Moderatorin durch ihren ehemaligen Geliebten thematisiert wird. Während die Nebenklägerin sagt, dass die Vergewaltigung passiert sei, streitet der ehemalige Geliebte es ab. Nun geht es um die Frage: Was ist passiert? Generell ist es schwierig, wenn es Aussage gegen Aussage steht. Denn dann steht das Gericht vor der Situation, dass sie aufgrund von Indizien und Beweisen einen möglichen Tathergang konstruieren müssen. Hier erlebt man gut, wie die Ereignisse auseinanderklamüsert werden bei sowas. Ich fand den Sachverhalt sehr verständlich. Man konnte sich sehr gut hineinversetzen. Die Befragungen durch die Verfahrensbeteiligten war für mich das interessanteste. Ich fand viele Formulierungen ernüchternd im Bezug darauf, wie nackig sich das vermeintliche Opfer machen musste. So ähnlich stelle ich mir es im realen Leben vor. Wobei nein, ich stelle es mir vielleicht noch schlimmer vor. Ich denke, dass es nie einfach ist, über so eine grausame Tat eine Verhandlung zu führen ohne offensiv zu sein, aber genau deswegen hatte ich befürchtet, dass dieses Buch schwierig sein könnte. Aber von Schirach hat es wirklich super hingekriegt. Es war mal wieder seine nüchterne und gleichzeitig spannende Art Dinge und Sachverhalte zu beschreiben. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
25. Apr.
Rating:5

Ein Theaterstück, dass das Thema Vergewaltigung behandelt. Ein berühmte Moderatorin wirft ihrem Ex-Liebhaber vor sie vergewaltigt zu haben. Das Stück versucht die Hintergründe, Motive, gesellschaftlichen Folgen und Vorurteile zu beleuchten. Eine sehr wichtige und leider immer wieder präsente Thematik, die meines Erachtens nach gut verarbeitet wurde.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
20. Apr.
Rating:4.5

Vielschichtig- Moralisch widersprüchlich - Drängt dazu weiterzulesen

Ein unfassbar vielschichtiges Buch über die eigene Moral. Schirach bringt hier mehrfach den eigenen Gedankengang auf von „im Zweifel für den Angeklagten“. Ich, als Frau, werde selbst stutzig in der ein oder anderen Situation und stelle mir die Frage „Müsste ich nicht, besonders zu der heutigen Zeit, bedingungslos hinter der Hauptdarstellerin stehen?“ Das offene Ende regt auch, meiner Meinung nach, in den Tagen darauf zum nachdenken an und man merkt selber, wie schwierig solche Fälle sind. Es wirkt fast schon frustrierend, dass keiner für einen diese Entscheidung treffen kann und man sich selbst fragen muss, wem man Recht gibt.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
19. Apr.
Rating:2

Wichtiger Stoff, aber leider schwach umgesetzt.

In diesem Theaterstück verhandelt Ferdinand von Schirach einen hochsensiblen Fall: Eine bekannte Moderatorin wirft ihrem ehemaligen Geliebten Vergewaltigung vor. Vor Gericht steht Aussage gegen Aussage. Im Verlauf des Prozesses werden verschiedene Zeug:innen gehört – darunter Freundinnen, Ermittlerinnen, Sachverständige und schließlich auch überraschend neue Beweismittel. Die zentrale Frage bleibt dabei: Wem kann man glauben? Und wie funktioniert Wahrheit im Strafrecht, wenn es keine eindeutigen Beweise gibt? Das Stück greift ein extrem wichtiges und aktuelles Thema auf und liefert auch einige interessante Denkanstöße, vor allem durch die Ausführungen der psychologischen Sachverständigen zu sogenannten Vergewaltigungsmythen. Diese Passagen sind stark und regen zum Nachdenken an. Trotzdem hat mich dieses Werk insgesamt enttäuscht. Im Vergleich zu „Terror“ oder auch „Gott“ wirkt „Sie sagt. Er sagt.“ für mich nicht zu Ende gedacht. Während man bei „Terror“ als Leser oder Zuschauer alle relevanten Fakten, Aussagen und Perspektiven bekommt, um sich am Ende ein eigenes Urteil zu bilden, fehlt hier genau das Entscheidende. Der Prozess bricht quasi mitten in der entscheidenden Phase ab. Gerade als es wirklich spannend wird und eine neue, potenziell zentrale Aussage ins Spiel kommt – nämlich die der Ehefrau des Angeklagten –, endet das Stück abrupt. Diese neue Information wird nicht mehr ausgearbeitet, nicht hinterfragt und nicht eingeordnet. Dadurch bleibt das Gesamtbild unvollständig. Und genau das ist mein größter Kritikpunkt: Man kann sich am Ende gar kein fundiertes Urteil bilden, weil schlicht wichtige Teile fehlen. Anders als bei „Terror“, wo die Offenheit gewollt ist und auf einer vollständigen Beweisbasis beruht, wirkt das offene Ende hier eher wie ein Abbruch statt wie eine bewusste Entscheidung. Das macht die ganze Konstruktion unbefriedigend. Die Idee, dass der Leser selbst entscheiden soll, funktioniert für mich nur, wenn ich auch alle relevanten Informationen habe – und genau das ist hier nicht der Fall. Fazit: Ein wichtiges Thema und einige starke Gedanken, aber insgesamt nicht überzeugend umgesetzt. Im Vergleich zu anderen Werken des Autors für mich eine klare Enttäuschung.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
13. Apr.
Rating:4

Von Schirach mit einem weiteren, hervorragenden Grenzgang zwischen Moral und Emotion, der Raum zur Diskussion lässt.

Dieses Stück ist für mich ein Meisterwerk – nicht, weil das Thema völlig neu wäre oder der Schreibstil alles bisher Dagewesene übertrifft, sondern weil es eine Reaktion im Leser hervorruft, die man eigentlich aktiv zu unterdrücken versucht und dann merkt: So einfach ist das nicht. Von Schirach spielt hier mit einem unserer empfindlichsten Punkte, unserem Gerechtigkeitssinn. Er zeigt, wie sehr genau dieser Sinn uns zu schlechten Urteilern machen kann, Selbstjustiz befeuert und Menschen vor Wut oder moralischer Empörung an ihre Grenzen bringt. Gleichzeitig legt das Stück offen, wie naiv die Vorstellung ist, wir könnten bei „wichtigen“ Entscheidungen unsere Emotionen und tief sitzenden, oft unbewussten Überzeugungen einfach ausblenden. Dieses Stück ist für mich perfekte Gesellschaftskritik, gerade weil es sich weigert, eine klare Antwort zu liefern. Statt einfache Lösungen zu bieten, hält es uns einen Spiegel vor und konfrontiert uns damit, wie sehr unser Gerechtigkeitsempfinden, unsere Moralvorstellungen und unsere Emotionen ineinandergreifen und wie schwer es uns fällt, wirklich neutral zu urteilen. Genau so habe ich dieses Stück gelesen. Mit mal subtilen, mal bewusst polarisierenden Formulierungen spielt von Schirach mit der Wahrnehmung des Lesers und dessen Urteilskraft. Was in einem Moment völlig plausibel wirkt, löst im nächsten den Gedanken aus: „Wie kann sie nur, das ist doch perfide.“ Mit erstaunlich wenig erzählerischem Aufwand erzeugt das Stück eine maximale emotionale Verunsicherung. Am Ende steht man als Leser mit einer klar gefassten Meinung da, nur um mit einem letzten Satz erneut ins Wanken zu geraten. Man ringt sich nach mehreren Versuchen, nicht vorschnell zu verurteilen, endlich zu einem Urteil durch, das im nächsten Augenblick wieder ins Leere läuft. Das Stück zwingt einen, sich einzugestehen, dass es Fälle gibt, in denen es keine einfache Antwort gibt. Und es macht schmerzhaft deutlich, dass niemand völlig frei ist von bestimmten Gefühlen, Vorurteilen oder inneren Haltungen, die in unsere Urteile hineinspielen, egal wie sehr wir uns vornehmen, neutral oder ohne Meinung zu sein.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
9. Apr.
Rating:4

Habe das Buch auf einen Tag gelesen. Es ist in Theaterform geschrieben und hat nicht viele Seiten ist aber zudem auch total einnehmend. Es geht um das Thema Aussage gegen Aussage im Falle einer mutmaßlichen Vergewaltigung. Demnach ist das Thema total aktuell und greift auch bekannte Beispiele auf. Da ich mich viel mit Crime beschäftige habe ich mich bereits mehrfach mit der Problemantik auseinandergesetzt, das Dilemma wurde aber nochmal spannend und ausführlich dargelegt. Ein interessantes Buch das auf ein moralisch komplexes Thema eingeht.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
3. Apr.
Rating:5

Ein sehr lesenswertes Buch

Dieses Buch hat mich so gefesselt das ich es in 1,5 h durchgelesen habe. Ich mag die Bücher von Ferdinand von Schirach sehr,weil sie mich immer sehr zum nachdenken animieren . So auch dieses Buch. Was ist wahr ,was ist Lüge.... jeder sieht es auf seine Weise. Sehr lesenswert.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
30. März
Rating:3

Gefühlschaos

Es fällt mir unheimlich schwer dieses Buch zu bewerten. Es liest sich schnell und flüssig, das ist gut. Aber der Inhalt… joa. Wer sich in der Thematik auskennt, für den wird es nichts Neues geben. Aber wer noch keine Berührungspunkte damit hatte, für den ist es ein guter Start. Das Ende finde ich allerdings etwas unbefriedigend und auch etwas „gefährlich“. Denn die Schlussworte des Angeklagten könnten, dazu beigetragen, dass sich angelernte Verhaltensmuster, die dazu beitragen, dass Opfern nicht geglaubt wird vertiefen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Aussage der Exfrau im Stück noch stattfindet.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
9. März
Uff…
Rating:5

Uff…

Dieses Buch war keine leichte Kost und hat seinem Titel alle Ehre gemacht. Denn es war auch als Leser unfassbar schwer, eine feste Meinung zu bilden. Von Schirach bereicherte den Leser erneut durch großartige Recherche und Sprache. Rundum ein aktuelles und tolles Theaterstück, das sehr zum Nachdenken und diskutieren anregt. Denn leider ist es wirklich oft ein „Sie sagt. Er sagt.“…

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
2. März
Rating:3

Sehr gelungen, aktueller den je!

*Spoilerfrei* Der passende Titel „Sie sagt. Er sagt.“ finde ich wie das Buch sehr gelungen. Ich durfte es im Rahmen meines Deutsch LK lesen und fand es gut. Man kann es schnell und einfach lesen und ist von der Geschichte gepackt. Es ist realistisch und stellt ganz klar die individuelle Wahrheit und die Schuld in Frage. Ich habe auch noch länger über meinen Standpunkt nachgedacht und darüber was das „richtige“ ist und wurde einfach sauer, wie solche Prozess doch immer ausgehen. Es ist schwierig eine Vergewaltigung zu beweisen und gleichzeitig ist es einer der Grausamen, die eine Wahrheit brauchen, um zumindest im Nachhinein Schuld klar auslegen zu können. Leider funktioniert das nicht, was mich noch lange grübeln lassen hat. Ich kann es für Interessierte und auch im Rahmen des Deutsch LK als sinnvolle Abwechslung empfehlen!

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
9. Feb.
Rating:4

Ein kurzer, aber intensiver Roman über einen Gerichtsprozess, in dem Aussage gegen Aussage steht und der zeigt, wie schwierig es ist, Wahrheit, Erinnerung und Schuld eindeutig festzulegen. Besonders stark ist die Ambivalenz der Figuren, die Leser*innen dazu zwingt, ihre eigenen Urteile zu hinterfragen. Ein kluges, unbequemes Buch, das zum Nachdenken über Gerechtigkeit und gesellschaftliche Machtstrukturen anregt.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
3. Feb.
Rating:4

Schönes Buch, wichtiges Thema

Der Autor hat so viele wichtige Denkanstöße gegeben, die wichtig zu beachten sind bei einer Vergewaltigung. Ich kann jedem Menschen empfehlen dieses Buch zu lesen und bisschen nachzudenken. Die Welt ist grausam und ich liebe Frauen.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
28. Jan.
Man liest und wird selbst zum Richter...
Rating:5

Man liest und wird selbst zum Richter...

Die besondere Schreibweise von Ferdinand von Schirach fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Seine Sprache ist klar, reduziert und gleichzeitig unglaublich präzise – jedes Wort sitzt. Auch bei "Sie sagt. Er sagt." war ich sofort wieder „drin“. Kaum beginnt man zu lesen, zieht er einen hinein, ohne Umwege, ohne Schnörkel, aber mit enormer Wirkung. Das Thema, das Schirach in diesem Buch aufgreift, ist sensibel und gesellschaftlich von großer Bedeutung. Es ist eines dieser Bücher, die man nicht einfach zuklappt und zur Seite legt. Vielmehr wirkt es nach – es regt zum Nachdenken an und lässt einen nicht so schnell los. Man beginnt automatisch zu grübeln, seine eigenen Haltungen zu hinterfragen, spricht vielleicht mit dem Partner, mit Freunden... darüber, diskutiert verschiedene Sichtweisen und merkt, wie komplex und vielschichtig die Thematik eigentlich ist. Besonders schätze ich an Schirach, dass er seine Leserinnen und Leser nicht mit fertigen Antworten zurücklässt. Wie so oft bleibt auch hier vieles offen. Genau darin liegt für mich seine große Stärke: Er zwingt einen nicht zu einer Meinung, sondern öffnet einen Raum für Zweifel, für Diskussionen und für Selbstreflexion. Wem glaubt man? Wie hätte man selbst entschieden? Was ist gerecht, was ist wahr? "Sie sagt. Er sagt." ist für mich erneut ein Beweis dafür, wie meisterhaft Ferdinand von Schirach moralische, rechtliche und menschliche Fragen miteinander verwebt. Ich bin wieder einmal begeistert – und für mich bleibt er ganz klar einer meiner Lieblingsautoren.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
22. Jan.
Rating:4

Ich bin noch hin- und hergerissen, was meine finale Meinung zu diesem Buch angeht. 3.5 Sterne bisher. Die Geschichte hat mich gepackt, jedoch war es inhaltlich nicht wirklich was Neues. Leser*innen, die neu in dem Thema sind, können aber bestimmt viel mitnehmen. Ich war einfach positiv überrascht, dass ein männlicher Autor doch so differenziert und unpopulistisch an dieses Thema ranging. Ich kann jedoch ehrlich gesagt nicht die Stimmen verstehen, die sagen sie während dem Lesen dieser Geschichte ständig die Seiten wechseln mussten. Für mich war von vorne bis hinten klar, dass ich der Frau glauben MUSSTE. Alle, von der Verteidigung vorgetragenen Punkte, waren so dermaßen schwach, dass ich mir wirklich mehr Unklarheit und Grauzonen gewünscht hätte. Außerdem, believe all victims. Always.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
13. Jan.
Rating:5

Ein sehr wichtiges Thema, auf eine sehr gute Weise inszeniert.

Nicht mein erstes Theaterstück aber eins das noch eine ganze Weile nachhallen wird. Ein sehr wichtiges Thema, was hier wirklich spannend und gut aufgearbeitet wird. Im ersten Moment war ich über das offene Ende wirklich etwas schockiert, aber genau das bringt das ganze tatsächlich in Point, da es eben somit das Thema noch mehr in den Fokus rückt und der Ausgang gar nicht das Ziel ist. Ich bin absolut positiv überrascht und das wird ganz sicher nicht mein letztes Buch von Ihm sein. Absolute Leseempfehlung!

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
10. Jan.
Rating:4

„Es ist noch nicht vorbei.“ - wie immer ein spannendes, moralisches Dilemma. Was stimmt, was nicht? Letztendlich liegt das Urteil bei den Leser:innen, wobei eine Tendenz in der Handlung vorliegt. Persönlich hätte es mir besser gefallen, wenn am Ende kein neuer „Twist“ kommen würde. Aber spannend geschrieben und ein wichtiges Thema.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
7. Jan.
Zwischen Glaubwürdigkeit und Vorverurteilung: Die Angst, Unrecht zu tun.
Rating:5

Zwischen Glaubwürdigkeit und Vorverurteilung: Die Angst, Unrecht zu tun.

​Triggerwarnung: Dieses Buch behandelt die Themen sexualisierte Gewalt und gerichtliche Aufarbeitung. Die Lektüre kann belastend wirken. ​Meine eigenen Gedanken zum Buch: ​Ferdinand von Schirach hat mit diesem Werk meines Erachtens erneut bewiesen, warum er ein Meister in seinem Tun ist. Sein prägnanter Schreibstil fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Er benötigt nur wenige Worte, um eine immense inhaltliche Tiefe zu erzeugen. Es ist ein Text, der ohne jegliches Drumherum auskommt und gerade dadurch eine enorme Wucht entfaltet. ​Inhaltlich führt uns das Buch in einen Gerichtssaal. Eine Frau wirft einem Mann vor, sie ver******* zu haben. Es steht Aussage gegen Aussage. Schirach thematisiert hier auf grandiose Weise die Untiefen des menschlichen Seins und rührt an Tabus. Er schreibt über das, was oft nicht thematisiert werden soll. Ich erinnere mich hierbei an eine Aussage aus einem Buch von Tsokos: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. ​Beim Lesen spüre ich immer wieder eine große emotionale Ambivalenz. Ich befinde mich in einem ständigen Spannungsfeld. Einerseits ist da der tiefe Wunsch, dem mutmaßlichen Opfer auf keinen Fall Unrecht zu tun und ihre Perspektive ernst zu nehmen. Andererseits mahnt mich etwas davor, den Angeklagten allein aufgrund von Sympathien oder Antipathien zu früh zu verurteilen. ​Diese Zerrissenheit macht die Lektüre so fordernd und gleichzeitig wertvoll. Schirach zwingt mich dazu, meine eigenen Vorurteile und schnellen Urteilsbildungen zu hinterfragen. Es geht hier nicht um einfache Antworten, sondern um die Suche nach der Wahrheit. Doch worin besteht die Wahrheit? Sie sagt, er sagt.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
1. Jan.
Rating:4

Bewertung: Insgesamt: ⭐️⭐️⭐️⭐️,25 Inhalt (Storyline & Charaktere):⭐️⭐️⭐️⭐️,5 Schreibstil: ⭐️⭐️⭐️⭐️ — — — Was ich besonders mag: 🟢es ist beeindruckend 🟢Gesellschaftsbezug; Gesellschaftskritik 🟢realitätsnah 🟢Ende reget zum Nachdenken an 🟢verschiedene Perspektiven -> kann alle (teilweise) nachvollziehen -> bin mir nicht sicher, was wahr sit 🟢eindrücklich, nachvollziehbar und realistisch geschrieben 🟢Atmosphäre Was ich nicht so mag: 🔴Das Ende ist mir etwas zu offen -> unbefriedigend 🔴Gezanke der Anwälte (vor allem Biegler) -> Professionalität? 🔴manchmal etwas zu ausschweifend (beschrieben) -> z.B: Raumbeschreibungen

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
26. Dez.
Rating:4

Fande das Buch Klassen… wenn man bedenkt, dass das Buch von der Schule gestellt war. Leider ein offenes Ende aber…die Stelle mit der Ehefrau am ende hat mich geschockt und wieder meine Meinung um gerissen. Es war ein hin und her

Super

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
11. Dez.
Rating:4

Ein Mann wird wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung angeklagt. Was folgt, ist eine Gerichtsverhandlung, in der Aussage gegen Aussage steht. Das mutmaßliche Opfer wird befragt, und sofort wird ihr Verhalten nach der Tat angezweifelt -weil „man“ ja erwartet, dass sich ein Opfer anders verhalten müsste. Zudem waren die beiden ein Liebespaar. Weitere Zeuginnen treten auf, und auch die Anwältinnen prägen mit ihren Einschätzungen das Bild, das sich ergibt. Das Theaterstück macht wirklich wütend und zeigt, wie schwer es ist, gerecht zu urteilen, wenn gesellschaftliche Vorstellungen und das Gesetz einem schon eine gewisse Brille aufsetzen. Und es wird sehr deutlich, welche Belastung Opfer auf sich nehmen müssen, nur um überhaupt Gehör zu finden. Außerdem stellt das Stück die unangenehme Frage, wo Missbrauch eigentlich anfängt. Kurz, aber ziemlich kraftvoll -ich kann es auf jeden Fall empfehlen.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
23. Nov.
Rating:3.5

Anfangs schleppend, gegen Ende gewohnt stark!

An den Büchern von Ferdinand von Schirach gefällt mir besonders, dass die eigenen Gedanken, Wahrnehmungen, Werte und Interpretationen so wild durcheinander geworfen werden. Anfangs erscheint es so klar, dann bringt ein Charakter neue Aspekte ein und man hinterfragt sich selbst und die eigenen Gedanken. In diesem Buch war das etwas anders. Es erschien alles zu klar und gleichzeitig zu schwammig. Das ist auch lange so geblieben. Erst auf den letzten Seiten wurden nochmal verschiedenste Aspekte eingebracht, die meine bisher so klare Linie verworfen haben! Ein kurzes Buch, das man schnell weglesen kann und das auch nach Beenden noch beschäftigt. Wenn auch ein bisschen weniger als die Vorgänger.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
12. Nov.
Rating:4

Okeeeey

Also ich hab es mal eben in knapp zwei Stunden weg gesnackt, ich wurde gut unterhalten und hoffe jetzt auf einen zweiten Teil 😅 weil was war das für ein Ende?? Ich hab ihn jetzt eigentlich nur gelesen, weil zwei denen ich auf tiktok folge,gesagt haben,dass er tolle Geschichten schreibt und ich kann es jetzt bestätigen 👌

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
20. Okt.
Post image
Rating:5

„Sie sagt. Er sagt“ ist ein packendes Theaterstück, das die komplexen Themen von Macht, Missbrauch und gesellschaftlichen Vorurteilen eindrucksvoll beleuchtet. Katharina Schlüter, eine erfolgreiche TV-Moderatorin, bringt eine schwere Anschuldigung gegen ihren ehemaligen Geliebten vor, und der Prozess entwickelt sich zu einem fesselnden Duell aus Aussagen und Emotionen. Mit tiefgründigen Dialogen und einer spannenden Handlung regt das Stück zum Nachdenken über die Werte und Herausforderungen unserer Gesellschaft an. Ein absolutes Muss für Schirach Liebhaber.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
10. Aug.
Rating:5

Im Zweifel für den Angeklagten.. Oder?

Wow, wow wow! Das Buch war einfach nur großartig. Ich hab's in einem Rutsch beendet und würde mir wünschen, das ganz viele Menschen dieses Werk lesen. So ein wichtiges Thema und so gut dargestellt. Wir lesen hier über eine Gerichtsverhandlung, bei der der Angeklagte einer Vergewaltigung beschuldigt wird. Schirach zeigt eindrucksvoll auf, wie schwierig diese Situation für das Opfer ist und welches Ausmaß eine solche Anzeige auch für das Opfer mit sich bringen kann. Ebenso zeigt er auf, wie schwierig so eine Verhandlung sein kann, sowohl auf Verteidigerseite als auch auf der Anklageseite. Absolut wichtiges und wahnsinnig gut verfasstes Werk

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
14. Juli
Rating:5

sie sagt. er sagt nichts.

„sie sagt. er sagt.“ reiht sich definitiv in die reihe der bisherigen bücher (die allesamt sehr gut sind) von ferdinand von schirach ein. dieses mal geht es um einen gerichtsprozess, in dem der angeklagte beschuldigt wird, die nebenklägerin vergewaltigt zu haben. das stück liest sich sehr sehr gut und vor allem rasend schnell. dabei passt der titel gar nicht unbedingt, man müsste ihn wohl zu „sie sagt. er sagt nichts.“ (oder nur am ende) ändern. obwohl auch hier der leser dazu aufgefordert wird, sein eigenes urteil zu füllen, erfährt man deshalb vor allem die sichtweise der staatsanwaltschaft bzw. der nebenklägerin. zwar versucht von schirach mit der wendung am ende eine art großen knall hervorzubringen, der blieb für mich persönlich aber dennoch aus. nichtsdestotrotz regt das stück stark zum nachdenken an und weist auf das problem hin, dass sich bei einer aussage gegen aussage-situation ergibt. absolut zu empfehlen.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
14. Juni
Rating:4

Tolles spannendes Theaterstück 😊

Ich mochte das Theaterstück von Schirach sehr gerne. Ich habe vorher noch kein Buch von ihm gelesen und mit dem hat er mich überzeugt. Ich habe es an einem Abend weggelesen, weil man durch die Seiten fliegt, da ja eigentlich nur Dialoge stattfinden 😄 Es war spannend flüssig leicht geschrieben und perfekt für ein dünnes Buch für Zwischendurch ☀️ 14|06|25

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
10. Juni
Schwieriges Thema, aber unglaublich wichtig!
Rating:4.5

Schwieriges Thema, aber unglaublich wichtig!

Von Schirach behandelt hier eine Verhandlung zu einer mutmaßlichen Vergewaltigung. "Sie sagt, er sagt. [...] Im Zweifel eben für den Angeklagten und gegen die Gerechtigkeit. So die landläufige Meinung." Man weiß bis zum Schluss nicht, wer die Wahrheit sagt. Darüber soll man sich seine eigene Meinung bilden. Fand es richtig gut, das Thema sollte in keinster Weise tabuisiert werden. Sprachlich auch sehr angenehm & schnell zu lesen.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
31. Mai
Spontan auf den Tisch mit den Mängelexemplaren entdeckt und dann in einem Rutsch durchgelesen. Ich liebe von Schirachs Bücher sehr, aber mit diesem habe ich mich schwer getan. Das meiste ist nichts neues. Ich hatte gehofft, mehr moralisch auf die Probe gestellt zu werden; mehr meine eigenen Werte hinterfragen zu müssen. Ein tolles Buch mit spannender Botschaft, aber da fallen mir spontan andere Bücher des Autors ein, die mir besser gefallen.
Rating:3.5

Spontan auf den Tisch mit den Mängelexemplaren entdeckt und dann in einem Rutsch durchgelesen. Ich liebe von Schirachs Bücher sehr, aber mit diesem habe ich mich schwer getan. Das meiste ist nichts neues. Ich hatte gehofft, mehr moralisch auf die Probe gestellt zu werden; mehr meine eigenen Werte hinterfragen zu müssen. Ein tolles Buch mit spannender Botschaft, aber da fallen mir spontan andere Bücher des Autors ein, die mir besser gefallen.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
19. Mai
Rating:4

Wem glaubt man oder wem will man glauben?

Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, was durch den Aufbau als Theaterstück auch sehr schnell machbar ist. Ich würde es hier auch empfehlen, da man sonst nicht richtig eintauchen kann in ein so kurzes Buch. Es schenkt einem mal wieder einen Einblick in einen Gerichtssaal und eine Situation, in der Aussage gegen Aussage steht. Wem glaubt man intuitiv, ihr oder ihm? Wem möchte man glauben? Ist eine Entscheidung überhaupt möglich, kann man sich auf seine Instinkte verlassen oder besiegelt man damit ein unverdientes Schicksal? Wie immer bei Schirach ein Buch, dass zum nachdenken anregt und viele Fragen aufwirft.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
29. Apr.
Post image
Rating:4

Wieder einmal ein interessantes Buch! In diesem Theaterstück geht es um eine Gerichtsverhandlung über eine mögliche Vergewaltigung. Immer wieder werden Punkte genannt, die für oder gegen diese Tat sprechen. Mit jeder Seite änderte sich meine Meinung…was ja typisch für diese Bücher des Autors sind. Wieder einmal sehr gelungen!

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
27. Apr.
Rating:5

Das erste Theaterstück von Ferdinand von Schirach und wieder haben mich seine klaren Sätze, die ohne viel Schnörkelein auskommen, abgeholt. Das Stück spielt in einem Gerichtssaal und bis zum Schluss wird nicht klar, wer ist der Schuldige, wer das Opfer. Offene Enden können was unbefriedigendes haben, regen aber auch zum nachdenken an. Ich denke es ging von Schirach nicht darum den Fall aufzuklären, sondern den Leser zu animieren alles und jeden zu hinterfragen, wenn es sein muss auch mehrmals und sich nicht von Gegebenheiten blenden zu lassen. „In dubio pro reo. Im Zweifel für den Angeklagten. Wohl kaum ein Satz aus der Welt des Rechts wird so oft falsch zitiert.“ (S.44)

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
2. Apr.
Rating:5

Dieses Buch ist ein Gewinn

Die Texte von Ferdinand von Schirach zu lesen, war bisher immer nur ein Gewinn für mich. Nie habe ich auch nur eine Seite bereut und in diesem Fall ganz besonders nicht, weil mir dieses Thema eben besonders nahe geht. Ich bin selbst eine Frau, eine die schon mit sexuellen Übergriffigkeiten Erfahrung machen musste, wie etwa jede zweite Frau. Und dieses Thema in dieser Form aufzugreifen war eben ein Gewinn für mich, nicht mehr und nicht weniger. An alle da draußen: Bitte lest dieses Buch.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
25. März
Klassiker von Ferdinand von Schirach
Rating:5

Klassiker von Ferdinand von Schirach

Fazit: „Er sagt. Sie sagt.“ ist ein tiefgründiger, packender und zugleich erschreckend realitätsnaher Roman über die Relativität der Wahrheit und die Grenzen des Vertrauens. Schirach schafft es, die Leser in ein moralisches Dilemma zu stürzen und sie mit den komplexen Fragen von Wahrnehmung, Erinnerung und Schuld zu konfrontieren. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und dessen Antworten oft genauso vage bleiben wie die Perspektiven seiner Protagonisten. Wer Schirachs Werk schätzt und sich mit den dunklen Facetten des menschlichen Verhaltens auseinandersetzen möchte, kommt an diesem Werk nicht vorbei.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
24. März
Rating:4.5

Schwieriges Thema, im Rausch durchgelesen und hilflos zurückgelassen. Sehr gut gemacht, wie immer bei Herrn von Schirach!

Mein 5. Buch von Ferdinand von Schirach und nun ja, durch alle Bücher bin ich bisher durchgerauscht und konnte nicht aufhören. So war es auch mit „Sie sagt. Er sagt“, einem Theaterstück, dass sich mit einem Gerichtsverfahren in einem Vergewaltigungsfall beschäftigt. Es ist meisterhaft gemacht, wie wir hier auf 144 Seiten durch diesen Gerichtsfall mit verteilten Rollen geführt werden. Was ist wirklich passiert? Wie läuft so ein Verfahren ab und warum werden letztendlich so viele „Täter“ freigesprochen? Ich bin sehr fasziniert von dieser besonderen Darstellung und es schmerzte gleichzeitig, das so zu lesen. Natürlich fragte ich mich, was ich daraus wohl machen würde als Richterin.   Schwieriges Thema, im Rausch durchgelesen und hilflos zurückgelassen. Sehr gut gemacht, wie immer bei Herrn von Schirach!   Ich habe mir hier die Taschenbuchausgabe gekauft. Die 13 Euro sind gut investiert finde ich, aber ich war auch echt schnell (also so in 1,5-2 Stunden) durch. Sonst tendiere ich immer eher zu Hardcovern.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb
3. März
Rating:5

Ich habe Schirachs Werk an einem Morgen weggelesen…

TW! „Sie sagt. Er sagt." von Ferdinand von Schirach ist ein Theaterstück, dass ich heute Morgen in einem Rutsch gelesen habe. Es behandelt einen Strafprozess, in dem die erfolgreiche TV-Moderatorin Katharina Schlüter den Industriellen Christian Thiede der Vergewaltigung beschuldigt. Es stellt die Aussagen einer Frau und eines Mannes gegenüber, die eine völlig unterschiedliche Sicht auf ein gemeinsames Ereignis haben - ein mögliches Verbrechen oder ein Missverständnis. Das Stück thematisiert Fragen von Schuld, Erinnerung und der Rolle der Justiz, ohne eine eindeutige Wahrheit vorzugeben. Ein großartiges Werk, das mich eindeutig mitgerissen und fassungslos zurück gelassen hat. Absolute Leseempfehlung! Die Verfilmung dazu werde ich mir auch ansehen.

Sie sagt. Er sagt.
Sie sagt. Er sagt.by Ferdinand von von Schirachbtb