Selten so ein Buch gelesen und es ist irgendwie sehr gut! Wer blanken Horror erwartet, wird enttäuscht. Der Gruselfaktor ist eher unterschwellig und baut sich immer mehr auf. Es geht um die Verbundenheit zweier Schwestern und Verlust. Sehr komplexe Charaktere und unglaublich tiefgründig für eine Länge von knapp 200 Seiten.
Der Schreibstil ist sehr außergewöhnlich, vieles findet zwischen den Zeilen statt wird nur indirekt gesagt. Am Anfang wusste ich nicht, in welche Richtung das Ganze gehen soll und etwas verwirrt. Zwar hat man sehr schnell die ein oder andere Vermutung, aber doch immer noch genug Überraschung dabei.
Ein sehr besonderes spooky Buch, das einen Blick hinein Wert ist. Werde fürchte ich noch lange darüber nachdenken.
Dieses Buch hat mich auf unerwartete Weise überrascht – ganz anders, als es der Klappentext zunächst vermuten ließ. Die Geschichte hat mich tief berührt und vollkommen in ihren Bann gezogen.
Trotz der wenigen Seiten ist die Handlung erstaunlich tiefgründig und emotional. Besonders beeindruckt haben mich die Charaktere, einfach weil sie so zerbrechlich und echt gewirkt haben.
Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen. Es bleibt bewusst offen und lässt viel Raum für eigene Interpretationen.
Eine klare Leseempfehlung von mir!
Ich habe mich ganz frei in dieses Buch fallen lassen. Es herrscht hier eine sehr eindringliche und atmosphärische Sprache. Das war am Anfang gewöhnungsbedürftig, hat aber der Geschichte dann ganz viel Tiefe verliehen. Auch wird die Handlung hier sehr nüchtern beschrieben, ich würde schon fast sagen emotionslos. Das macht es aber auch sehr bildhaft. Ich war ab der ersten Seite gefangen.
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Ich dachte es handelt sich hier um Zwillinge. Dem ist aber nicht so. Die Charaktere der beiden Schwestern sind hier super gut gelungen. Auch die ungesunde Beziehung der beiden ist sehr greifbar und gut dargestellt.
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Es gab traumatische Erlebnisse, die die Handlung jetzt danach beschreibt. Beide Schwestern gehen ganz unterschiedlich mit dem Erlebten um. Die ganze Zeit hatte ich auch das Gefühl, die Mutter könnte eine psychische Krankheit haben. Sie wird sehr distanziert und unbeteiligt beschrieben. Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Unterschiedliche Sichten und es ist streckenweise sehr psychologisch.
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Ich habe das Ende geahnt ab einem gewissen Punkt. Dennoch lesenswert, weil die Sprache und der Aufbau schon mal was anderes ist. Man sollte über die Handlung nicht zu viel wissen, da es sonst spoilert. Es ist ein ganz besonderes Buch, auf das man sich einlassen muss. Für mich eine Thematik die mich sehr mitgerissen hat. Ich kann es empfehlen.
Macht, Schuld und auf ewig zu zweit.
Die unzertrennlichen Geschwister September und Juli, machen ihrer Mutter sorgen. Denn sie sind untrennbar. Sie schlafen im selben Bett, teilen sich ein Handy, den Teller von dem sie essen und den Geburtstag obwohl sie keine Zwillinge sind.
September die Anführende und Starke und Juli die klein Beigebende und Fügsame.
Eines Tages passiert etwas: aufgrund dessen ihre Mutter in eine schwere Depression fällt.
Und die Schwestern sind mehr oder weniger auf sich allein gestellt.
Ich fand das Buch großartig, einerseits fand ich es vorhersehbar und habe einiges vermutet, anderes hat mich komplett überrascht und lies mich mit einem bedrückenden Gefühl zurück.
Generell fühlt man sich während des lesen, als würde man einen dieser Filme schauen, indem ein Kind besonders böse ist und dadurch dauerhaft ein unbehagliches Gefühl an einem haftet.
Der Schreibstil ist für mich sehr besonders gewesen aber auch schwer zu beschreiben, denn ständig werden die Situationen und Ereignisse nur angedeutet und angekratzt und erst ganz am Ende eröffnet sich das große Ganze. Das führt natürlich dazu das man das Buch nicht aus der Hand legen kann.
Es ist dauerhaft unterschwellig gruselig, warum? Das müsst ihr selber lesen. Das Buch hat mich auf jeden Fall positiv überrascht und wird noch einige Zeit nachhallen.
Literarischer aber abgehakter Stil mit viel Inhalt zwischen den Zeilen
"Daisy Johnson ist das dämonische Kind von Shirley Jackson und Stephen King." The Observer
Dieser Untertitel ist in meinen Augen irreführende Werbung.
"Die Schwestern" ist definitiv kein schauriges Horror-Buch, keine Gothic-Novel und auch stilistisch ganz weit weg von den genannten "Eltern".
Stattdessen bekommt man einen literarisch anspruchsvollen Roman, der den Leser in die düstere und verworrene Welt zweier Schwestern führt.
Daisy Johnsons Sprache ist manchmal fast schon poetisch, aber auch oft sehr abgehakt. Sie nutzt gerne kurze oder halbe Sätze und deutet vieles nur an. Ich empfehle dringend, in die Leseprobe hineinzuschauen, um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, da der Stil sicherlich nicht jedermanns Sache ist.
Die Lektüre fühlt sich an, als würde man sich durch einen dichten Nebel kämpfen, bei dem man nie sicher ist, was real ist und was nicht. Da steckte so einiges Unausgesprochenes zwischen den Zeilen.
Diese stilistische Stärke ist jedoch gleichzeitig auch eine Schwäche des Romans. Der Aufbau ist so verworren und die Symbolik so dicht, dass es mir schwer fiel, der Handlung klar zu folgen.
Man begleitet hauptsächlich Juli, ab und zu auch ihre Mutter, aber in erster Linie ist es ein Psychogramm der jüngeren Schwester. Die Beziehung zwischen Juli und September wirkt sehr eng und intensiv, fühlte sich für mich aber befremdlich an. Ihre Darstellung verfehlt irgendwie die emotionale Wirkung, die für eine Geschichte, die sich so stark auf psychologische Elemente stützt, eigentlich unerlässlich wäre.
Inhaltlich lässt sich kaum etwas dazu sagen, um bei nur 192 Seiten nichts vorweg zu nehmen.
Mir fehlte es an erzählerischer Klarheit und emotionaler Resonanz, um wirklich überzeugt zu werden. "Die Schwestern" ist ein Buch für Leser, die Lust auf literarische Experimente haben und sich gerne in dunkle, komplexe Geschichten verstricken. Wenn man sich darauf einlassen kann, findet man sicherlich interessante Aspekte, aber man sollte sich auch auf einige Stolpersteine einstellen.
3⭐️
Sorry, leider nichts für mich. Ich habe mich mehr oder weniger durch diese kurzen und knappen Seiten gezwungen. Ich hatte mir auch unter dem Klappentext was anderes vorgestellt „ein guter Thriller über Schwestern“.
Der Schreibstil war auch überhaupt nix für mich, zwar kurze Sätze, die aber anfangs keinen Sinn ergeben haben.
Ich hatte es schon vor abzubrechen, wollte aber wissen was es mit den Geschwistern auf sich hat.
Manchmal sind ja Buchcover ganz schön gemein und hinterhältig. Ich habe irgendwie Großes erwartet nach der Empfehlung darauf und der Zusammenfassung. So eine Mischung aus Haunted Hill und Stephen King Vibes. Ja, war ne Enttäuschung.
Den Twist der Geschichte hatte ich viel zu früh erkannt. Und dann konnte das ganze auch trotz wirklich schönem Sprachstil gar keine gruselige Grundstimmung für mich aufbauen. Ich hatte immer noch gehofft auf ein „Da kommt noch was“, aber für mich war es leider nix!
Es ist deutlich weniger gruselig als ich erwartet hätte (besser zb come closer von sara gran) aber durchaus stimmungsvoll das ende hab ich nicht vorhergesehen.