
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Was für ein Buch! 😍
Dieser Roman schickt die Leser auf eine hochspannende Spurensuche durch die europäische Geschichte. Ausgangspunkt ist eine jüdische Handschrift aus dem 14. Jahrhundert. Sie wird von einer Restauratorin begutachtet, als das Werk kurz nach dem Kosovo-Krieg in Sarajevo (wieder) auftaucht. In dem Buch findet die Restauratorin winzige Anhaltspunkte zur Geschichte des wertwollen Manuskripts – zum Beispiel einen Insektenflügel, einen Weinfleck, ein weißes Haar… Anhand dieser Ausgangspunkte erzählt Geraldine Brooks in Rückblenden die wechselvolle (und nur teilweise fiktive!) Geschichte dieses Buches – denn die Haggadah gibt es wirklich! - und schickt die Leser damit auf eine ebenso spannende wie hervorragend recherchierte Schnitzeljagd. Ich kann nur sagen: ich finde dieses Buch großartig! Dass es mittlerweile schon fast 15 Jahre alt ist, merkt man ihm absolut nicht an. G. Brooks schreibt einerseits unterhaltend, andererseits bringt sie unheimlich viele Details in ihrer Geschichte unter, die z. B. historisches Handwerk lebendig machen. Sie deckt Gemeinsamkeiten zwischen Glaubensrichtungen auf, zeigt aber auch auf, wo es zu Reibungspunkten kommt. Sie versteht es, ein Thema vollumfänglich zu beleuchten und es trotzdem so darzustellen, dass Leser mitgerissen werden und völlig eintauchen können in die Geschichte. Das ist mir schon bei „Das Gemälde“ aufgefallen (das ich vor ca. 2 Jahren von ihr gelesen habe) und es hat sich in diesem früheren Buch bestätigt. Eine Autorin, der ich den 2006 erhaltenen Pulitzer-Preis von Herzen gönne! Wenn ihr Bücher von Elif Shafak oder Tracy Chevalier schätzt, solltet ihr unbedingt auch mal ein Buch von Geraldine Brooks zur Hand nehmen!


