Ich habe schon so gute Bücher von der Autorin gelesen und war entsprechend gespannt auf dieses. Leider gefiel es mir überhaupt nicht. Ich konnte mich nicht in die Hauptperson hinein versetzen, fand es war eine sehr unangenehme Person. Die Handlung fand ich ziemlich an den Haaren herbeigezogen, hatte noch Hoffnung auf ein zufriedenstellendes Ende, leider vergeblich.
Enttäuschung
Wer die Lügenhaus Serie um Familie Neshov und Torunn so fantastisch fand wie ich, wird mit diesem Werk von Anne B. Ragde wahrscheinlich nicht so glücklich werden. Ich fand die Geschichte um eine Mutter, die sich von ihrem schmarotzenden Sohn befreien will sehr künstlich und an den Haaren herbeigezogen. Hat mich leider gar nicht abgeholt.
Puh, ja, ich bin etwas geplättet. Sowohl Cover, als auch Titel und Klappentext haben mir eigentlich sehr zugesagt. Da in mir ja ein Soziologenherz schlägt, dachte ich mir: Oh ja, spannend, lässt sich sicher gut verwenden als beispielhafte Idee im Unterricht. 🤷♀️ Diesen Einfall verwerfe ich aber wieder. Ich habe wahnsinnig schwer in die Geschichte hinein gefunden, konnte mich mit dem Schreibstil bis zum Schluss nicht wirklich anfreunden. Teils fielen Ausdrücke, bei denen ich nicht weiß, ob bei der Übersetzung geschlampt wurde oder es wirklich so von der Autorin kam - gepasst hat es zumindest nicht zu dem sonst schwerfälligen und redundanten Stil. Zur Hauptfigur konnte ich nicht wirklich eine Bindung aufbauen. Diese Schilderungen über den Alltag von Jonetta, ihren Umgang mit dem 25jährigen Sohn Ragnar waren doch recht mühselig zu verfolgen. Ich hatte eigentlich erwartet, dass dieses Beziehungsgeflecht von Mutter und Sohn im Vordergrund steht, dass herausgearbeitet wird, wie Jonetta es schafft, sich endlich von dem erwachsenen Sohn zu "befreien", der in Hotel Mama ein Pascha-Leben führt. Auch hatte ich hier und da durchaus humorvolle Szenen im Wechsel mit ernsten Auseinandersetzungen erhofft. Aber irgendwie gibt es gar keine wirkliche Handlung, da nur über Jonetta geschildert wird 🤷♀️ Hier fehlt der Perspektivenwechsel, um wirklich in die Mutter-Sohn-Beziehung eindringen zu können. Eigentlich schade, denn die Grundstory ist schon interessant, für mich persönlich wird aber zu wenig daraus gemacht. Natürlich geht es auch darum, zu erkennen, wie wenig man sich manchmal um sich selbst kümmert, wie oft man sich für andere aufopfert, ohne dass diese es jemals danken. Das liest man durchaus heraus, aber emotional berühren konnte mich der Roman nicht wirklich, sodass er vermutlich ziemlich schnell auch vergessen sein wird.




