Ein Buch, das bleibt und einem echt zum Nachdenken anregt. Absolute leseempfehlung
Klappentext: Ein 78-jähriger Mann, körperlich gesund, geistig klar und dennoch lebensmüde, möchte sterben. Er fordert Zugang zu einem tödlichen Medikament, um sein Leben selbstbestimmt beenden zu können. Vor einem Ethikrat treffen unterschiedliche Stimmen aufeinander: ein Bischof, ein Arzt, eine Juristin und weitere Beteiligte, die alle dieselbe Frage umkreisen – darf ein Mensch über seinen eigenen Tod entscheiden? Und wenn ja, wer muss ihm dabei helfen? Ferdinand von Schirach hat mit Gott ein Buch geschrieben, das mich nicht einfach nur beschäftigt hat, sondern regelrecht erschüttert zurückließ. 📖 Es war mein zweites Buch aus dem Schirach-Universum und ich merke immer mehr, warum seine Geschichten Menschen so tief treffen, denn er schreibt nicht laut, nicht dramatisch überzogen und nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern still, präzise und erschreckend menschlich. Wir begleiten hier einen 78-jährigen Mann, der die Lust am Leben verloren hat und sterben möchte, und allein dieser Gedanke hat mich schon unglaublich mitgenommen, weil Schirach es schafft, diesen Wunsch weder sensationsgierig noch kalt wirken zu lassen. Stattdessen sitzt man beim Lesen da und merkt, wie sich plötzlich Fragen im eigenen Kopf breitmachen, denen man vielleicht sonst ausweicht. Fragen über Würde. Über Freiheit. Über Verantwortung. Und darüber, ob Liebe manchmal vielleicht auch bedeutet, jemanden gehen zu lassen. Die Diskussionen innerhalb dieses Buches haben mich emotional wirklich an meine Grenzen gebracht, weil jede einzelne Figur nachvollziehbar wirkt und jeder Gedanke irgendwie verständlich erscheint. Der Bischof mit seiner moralischen Haltung. Der Arzt mit seiner Verantwortung. Die Frage, wie man weiterlebt, wenn man am Ende tatsächlich dieses Rezept unterschreibt. Und genau das hat mich so fertiggemacht, weil es hier eben kein klares Schwarz oder Weiß gibt. Schirach erschafft Figuren, die einem nicht wie Romanfiguren vorkommen, sondern wie Menschen, denen man tatsächlich auf der Straße begegnen könnte. Menschen mit Zweifeln. Mit Angst. Mit Überzeugungen. Und während man liest, merkt man plötzlich, dass viele dieser Gedanken eigentlich die eigenen sind. Genau darin liegt für mich die unglaubliche Stärke dieses Buches. 🕯️ Ich selbst bin am Ende zu keiner klaren Antwort gekommen und vielleicht ist genau das die eigentliche Aussage dieses Werkes. Dass manche Fragen keine endgültige Lösung besitzen und dass Moral, Ethik und Menschlichkeit oft viel komplizierter sind, als wir es gerne hätten. Dieses Buch hat mich emotional unglaublich viel Kraft gekostet, aber auf eine Weise, die ich bei Literatur liebe, denn manche Geschichten unterhalten nicht einfach nur, sondern bleiben im Kopf, sitzen im Herzen fest und verfolgen einen noch lange nach der letzten Seite. Für mich ist Gott deshalb nicht einfach nur ein Theaterstück oder ein Roman, sondern ein Gedankenraum, in dem man sich selbst begegnet. Und genau deshalb gibt es hier eine absolute Leseempfehlung. 📚 Ich werde mich definitiv weiter durch das Schirach-Universum bewegen, weil seine Bücher etwas schaffen, das nur wenige Autoren schaffen: Sie hören nicht auf, sobald man das Buch zuklappt.




















































