18. Mai
Rating:5

Habe das Buch gerade beendet und möchte es eigentlich noch einmal starten obwohl es echt eine traurige und schwere Geschichte ist. Ich musste definitiv immer mal wieder unterbrechen aber das Buch war es wert durch diese harten Stellen durch zukommen. Katherena Vermette hat unglaublich starke indigene Frauen porträtiert und die Perspektiven zu einer ergreifenden Geschichte zusammen gewoben.

Was in jener Nacht geschah
Was in jener Nacht geschahby Katherena Vermettebtb
4. Jan.
Dramatisch, düster und herzzerreißend
Rating:4.5

Dramatisch, düster und herzzerreißend

Ich habe das Buch damals mit 13 geschenkt bekommen und intuitiv nach fünf Seiten aufgehört. Das war definitiv die richtige Entscheidung, da es auch jetzt mit 23 schwer zu ertragen war. Die Lebensrealität wird in dem Buch ungeschönt dargestellt. Das Schicksal der Familie ist wirklich dramatisch und dennoch besitzen die Frauen alle eine enorme emotionale Stärke, die mich sehr beeindruckt hat. Sie sind mir alle extrem ans Herz gewachsen. Es ist toll, dass das Buch den Frauen der Native Americans Sichtbarkeit verleiht. Lieblingscharakter: Lou Frage: Habt ihr das Buch schon gelesen? Und wie habt ihr die einzelnen Charaktere wahrgenommen?

Was in jener Nacht geschah
Was in jener Nacht geschahby Katherena Vermettebtb
22. Mai
Rating:3

Als absoluter Tipp und was beim lesen, zumindest mir, sehr geholfen hat, war die Charakter Aufstellung und Verbindung am Ende des Buches. Denn es kommen wirklich einige Erzählperspektiven vor und auch viele Namen und auch zusätzlich noch Spitznamen vor, und da ist diese Übersicht wirklich praktisch. Ich wäre ohne garantiert öfter durcheinander gekommen und meine Bewertung wäre dann vielleicht auch schlechter ausgefallen. Insgesamt fand ich das Buch ziemlich verstörend und das Ende war einfach schrecklich, also nicht schlecht, sondern wirklich einfach erschreckend und furchtbar. Der Weg zu diesem Ende ist mitunter aber auch anstrengend zu lesen. Der Schreibstil der Autorin war erst etwas schwierig zu lesen. Ich brauchte schon etwas Zeit um rein zu kommen in die Story. Die Story ist durch die vielen familären Verstrickungen irgendwie verworren und dabei geht das eigentliche Leid was eben durch jene Nacht (die im Titel erwähnt wird) ausgelöst wurde, manchmal etwas unter. Ich hatte mitunter leider kein gutes Gefühl beim lesen und konnte deswegen die Geschichte auch vielleicht nicht so gut finden wie sie es verdient hätte. 3 Sterne.

Was in jener Nacht geschah
Was in jener Nacht geschahby Katherena Vermettebtb
14. Nov.
Rating:3

Heftiger Inhalt und dadurch alles andere als eine leichte Lektüre. Gibt auf jeden Fall zu denken. Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und macht das Buch trotz des Inhalts zu einer angenehmen Lektüre. Was ich etwas schade finde, ist, dass für mich die indigene Gesellschaft nicht wirklich im Vordergrund steht. Man hätte dieselbe Geschichte auch ohne diesen Background erzählen können, denn für mich ist der Missbrauch zweier Mädchen und der Umgang der gesamten Familien mit diesem hier zentral. Diese Thematik wäre auch ohne die Erwähnung des Backgrounds zurecht gekommen.

Was in jener Nacht geschah
Was in jener Nacht geschahby Katherena Vermettebtb
20. Okt.
Rating:3

Ein eindringliches Gesellschaftsportrait und eine tragische Familiengeschichte. Zu Beginn fiel es mir nicht leicht alle Frauen dieser Familie mit indigenen Wurzeln auseinander zu halten. Gut, dass es einen Stammbaum im Buch gibt. Nach und nach enthüllt sich ein düsteres Bild der Familie Traverse. Wer hier einen polizeilichen Ermittlungskrimi erwartet, liegt falsch. Viel mehr geht es darum die Hintergründe der Tat zu beleuchten. Es geht um starke Frauen ( die weiß Gott stark sein müssen), Männer kommen in diesem Buch nicht gut weg. Es ist aus mehreren vorwiegend weiblichen Sichtweisen geschrieben, es bleiben immer Geheimnisse unausgesprochen, manches muss sich der Leser zwischen den Zeilen selbst erarbeiten. Da lohnt sich aber das aufmerksame Lesen. Themen wie Rassismus, häusliche Gewalt, Bandenkriege, Missbrauch und Identitätsfindung stehen hier im Mittelpunkt. Im Kern ist es ein feministisches Buch. Mir hat allerdings die sehr schwarz weiße Sichtweise auf die Männer nicht gut gefallen. Leider fand ich nicht ansatzweise eine Protagonistin sympathisch..

Was in jener Nacht geschah
Was in jener Nacht geschahby Katherena Vermettebtb
26. Juni
Rating:3

Die junge Mutter Stella beobachtet von ihrer Wohnung aus einen sexuellen Übergriff auf eine junge Frau. Täter und Opfer verschwinden ungesehen und die gerufenen Polizisten hegen Zweifel an Stellas Aussage. So beginnt ein Ausschnitt auf das Leben der Familie des Opfers, betrachtet durch den Blickwinkel der Frauen. Wenn ich richtig gezählt habe, finden wir in "Was in jener Nacht geschah" acht Erzählperspektiven. Alle wichtigen Charaktere möchte ich nicht nennen, um nicht zu spoilern, aber wir lesen von der bereits erwähnten Stella, vom Opfer, allen weiteren weiblichen Verwandten und aus der Sicht eines der beiden Polizeibeamten. Auch die Täterseite wird beleuchtet. Zu Beginn hatte ich ein paar Schwierigkeiten, die sich abwechselnden Erzählstränge zuzuordnen aber nach einer Weile war ich gut im Lesefluss, was auch am tollen Schreibstil von Katherena Vermette liegt. Wer möchte, kann sich auch am Familienstammbaum orientieren, den man am Ende des Buches findet. Die Autorin beschreibt alles unglaublich authentisch. Man hat wirklich das Gefühl, aus dem Leben gegriffenes zu lesen. Was bis zum Schluss für mich ungeklärt blieb, ist die Tatsache, dass eine der Tanten des Opfers, Lou, als einzige Figur von sich in der Ich-Perspektive erzählt, während der Rest in der 3. Person geschrieben ist. In meinen Augen stach keiner der Charaktere als Hauptfigur hervor, denn es soll in diesem Roman ja unter anderem um weiblichen Zusammenhalt gehen. Was mich langsam zu meinen Kritikpunkten bringt. Ich persönlich konnte nicht unbedingt einen herausragenden Zusammenhalt von starken Frauenfiguren erkennen. Das ist vermutlich Ansichtssache aber ich habe dazu andere Vorstellungen. Besonders gestört hat mich, dass viel einfach nicht angesprochen wird. Statt miteinander zu reden, verlieren sich die Figuren oft in ihren Gedanken. Ich nahm für mich auch eher ein negatives Fazit mit aus der Lektüre, dass Schlimmes eben passiert und man nichts dagegen tun kann, man sich nie oder nur schwer erholt und sich die psychischen Schäden zwangsläufig durch die Generationen ziehen. Das ist aber wohl nicht der Eindruck, den die Autorin erwecken will, nehme ich an. Abgesehen davon hatte ich persönlich vorher keine Kenntnisse zu den Indigenen Kanadas insgesamt und speziell von der Tatsache, dass die Frauen unter ihnen offensichtlich besonders häufig unter sexualisierter Gewalt zu leiden haben. Ein paar Sätze zu dem Thema im Vor- oder Nachwort für Leute wie mich, ohne Berührungspunkte, hätten daher meiner Ansicht nach nicht geschadet. Für diejenigen unter euch, die sich eventuell Thriller-Elemente erhoffen, möchte ich noch sagen, dass das Buch zwar gut geschrieben ist und schwere Themen behandelt werden, aber keine große Spannung aufkommt. Es ist ziemlich schnell klar, was passiert ist und wer die Tat beging. Nichtsdestotrotz lässt sich "Was in jener Nacht geschah" einwandfrei lesen, ich bin nur nicht der passende Leser für dieses Werk.

Was in jener Nacht geschah
Was in jener Nacht geschahby Katherena Vermettebtb