Was hätte man daraus alles machen können....!
Der Klappentext las sich so gut: Isabelle, Pflegeleiterin einer Senioreneinrichtung, will nach überstandener Gallen-OP zu ihrer Freundin nach Italien reisen, um dort auszuruhen. Als sie am Bahnhof die Treppe zum Gleis hochgehen will, bietet ein älterer Mann ihr an, ihren Koffer hochzutragen. Völlig überrumpelt nimmt sie das Angebot an, der Mann trägt den Koffer hoch und - bricht tot zusammen. Das, was danach folgt, lässt sich mit "An den Haaren herbeigezogen" gar nicht genug beschreiben. ACHTUNG, AB HIER SPOILER-GEFAHR! Isabelle behält Handy und Unterlagen des Toten, beantwortet sogar Anrufe für ihn und ermittelt locker-flockig, warum der Tote überhaupt aus Kanada in die Schweiz gekommen ist. Über die Polizei nimmt die Witwe des Toten Kontakt zu ihr auf, Isabelle lässt sie natürlich sofort bei sich wohnen und hilft weiter bei der Spurensuche, das alles in einem nervigen deutsch-französisch-englisch-Mix. Auch Isabelles Tochter mischt plötzlich mit, findet bei ihrer Recherche eine Vodoopuppe (!!!) und trifft danach - rein zufällig - eine Frau, deren Vater als Stammesvater weiß, wie man den Fluch der Vodoopuppe beendet. Und das alles mitten in der Schweiz! Zum Ende hin soll dann der Verstorbene am Vortag das Heim, in dem Isabelle arbeitet, besucht haben. Und da er sie dort nicht antreffen konnte, hat man ihm einfach so Isabelles Privatadresse gegeben, Datenschutz gibt es in der Schweiz wohl nicht. Und als wäre das alles noch nicht genug: in diesem Buch aus 2014 wird das N-Wort genutzt, was ich einfach unmöglich finde. Wie gesagt, die Ausgangssituation war richtig toll, leider wurde nichts draus gemacht.


