Obwohl es eine Schullektüre war war es ein echt gutes Buch.
Wenn man sich die unterschiedlichen Zeiten im Buch mal einprägt, fällt es einem auch leichter die Geschichte zu verstehen.
Maes Selbstbewusstsein beeindruckt mich. Und Paul ist einer der sympathischen Buchcharaktere von denen ich je gelesen habe.
Es zahlt sich aus es zu lesen wenn man etwas über Wien erfahren möchte oder auch wenn man gerne von Selbstbewusstsein und Krankheit liest.
Rezension PiMi:
Mea ist von ihrem Bruder, der an Krebs starb nichts geblieben bis auf ein paar roter Chucks. Nach dem Tod ihres Bruders zerbricht Meas Familie an der Trauer und dem Schmerz und Mea fühlt sich nur noch außerhalb ihrer eigenen vier Wände wohl. Nämlich auf der Straße bei Tamara. Mea landet schließlich selbst auf der Straße, lernt Jakob kennen und lieben und schließlich auch Paul. Paul ist HIV positiv. Sie weiß, dass er bald stirbt, genau wie ihr Bruder und darum sammelt sie alles was sie bis dahin noch von ihm bekommen kann.
Ich hatte zunächst große Probleme in die Story zu kommen, da ich mich nicht groß mit dem Buch beschäftigt sondern einfach drauf los gelesen habe. Schnell kamen Fragen auf. Wer ist denn jetzt der Erzähler? Ist es einer oder mehrere? Männlich oder Weiblich? Dazu kommen Zeitsprünge die nicht erklärt werden und alles spielt sich in ganz kurzen Abschnitten ab, so dass man wenn man gerade denkt, man hätte sich eingelesen, schon wieder in einer ganz anderen Zeit, eine ganz andere Mea liest als noch vor drei Seiten. Erst gegen Ende begreift man das Ausmaß der Geschichte. Dieses kleine Büchlein steckt so voller Traurigkeit, Hoffnung, Angst und Wärme.
Jeder Satz zählt, nichts ist überflüssig. Was nicht gesagt werden muss, wird auch nicht gesagt.
Mea war mir zunächst sehr fremd, weil das Leben, das sie führt so weit weg ist von dem Leben, das ich führe. Sie ist eine kleine Ausreißerin auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit.
Mea war mir zunächst sehr fremd, weil das Leben, das sie führt so weit weg ist von dem Leben, das ich führe. Sie ist eine kleine Ausreißerin auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit. Und trotzdem schafft es die Autorin, dass ich ihre Handlungen verstehe, dass ich ihre Beweggründe nachvollziehen kann.
Paul hingegen mochte ich von Anfang an. Ich habe ihn direkt in mein Herz geschlossen, denn er ist trotz seiner Krankheit voller Lebensfreude und er sprüht eine Leichtigkeit aus, die Spaß macht und die das Leben lebenswert macht.
Ich mag das Buch und die Figuren. Und auch der ungewöhnliche Schreibstil, der mir zu Beginn ziemliche Probleme bereitet hat, war später ein bedeutender Auslöser für meine positive Bewertung.
Bei ganz vielen Sätzen dachte ich, wie wahr. Hier mal ein paar Zitate, weil sie einfach zu schön sind:
„Auf einmal hatte ich einen Punk und war unheimlich stolz darauf, selbst Pippi Langstrumpf hat es nur zu einem Affen gebracht.“ (S. 11 ebook)
„Jetzt ist alles anders, jetzt umgibt mich Sicherheit. Sicherheit, das ist, wenn man Milch über seine Cornflakes gießen kann, ohne sich vorher schnuppernd vergewissern zu müssen, dass man nicht gleich verdorbene Eiweißklümpchen auf seinen Ballaststoffen findet“ (S. 17)
„Sterben muss man immer“, sage ich, „ Du kannst es dir auch immer schnell und angenehm machen.“ (S. 67)
„Man konnte sehen, wie mein Bruder immer weniger wurde. Ich stellte mir vor, dass am Ende nur noch weiße Kügelchen von ihm übrig wäre, die man einnehmen könnte, gegen die Traurigkeit.“ (s. 79)
„Hast Du Probleme? Du kannst mir alles erzählen.“ Ja, klar, dachte ich, man kann Eltern immer alles erzählen. Bis man ihnen etwas erzählt, das ihnen nicht gefällt, dann hätte man besser mal nichts gesagt.“ (S. 160)
Fazit:
Kleines Buch, vollgepackt mit Leben. Re-Read unbedingt zu empfehlen.
5 Sterne
Travnicek, Cornelia
Chucks
gut
Chucks von Cornelia Travnicek - Ein Stück graue Gegenwartsliteratur.
Tja, das ist nicht unbedingt das, was ich gerne lese. Ein bad feeling Buch, es beginnt und endet mit dem Tod. Auch die Story dazwischen ist ebenfalls kein Bericht von der Sonnenseite des Lebens. Es ist eher eine eine Erzählung in Grautönen, wie ein naßkalter Novembertag. Dennoch gelingt es der Autorin, während der Geschichte über die Punkerin Mae immer wieder Ereignisse entstehen zu lassen, die mir ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern, so dass die deprimierenden Ereignisse doch ganz gut zu ertragen sind und ich wissen wollte, wie es weiter geht. Leider ist das Ende wirklich voll daneben, wenn sie ihren AIDS-kranken Freund Paul theatralisch in den Tod entlässt, nur um im letzten Kapitel wieder die Beziehung mit Ihrem Ex-Freund Jakob aufleben zu lassen. Deshalb macht sich bei mir am Ende des Buches Ratlosigkeit breit.