Porträt der englischen Upperclass
Worum geht's? Damian Baxter, einer der reichsten Männer Englands, liegt im Sterben. Doch wem vermacht er sein Vermögen? Er weiß, dass er ein uneheliches Kind haben muss und schickt einen Freund aus Jugendtagen los, um dieses Kind zu finden. Zunächst ist dieses Buch ein hervorragendes Abbild der englischen Upperclass, der auch unser Erzähler (der o. g. Jugendfreund) angehört. Damian dagegen kommt von "außen", kann jedoch durch seine gewinnende Art auch Fuß fassen. Der Autor schrieb das Drehbuch zu Downton Abbey und ich erhoffte mir eine mitreißende Geschichte. Doch was am Bildschirm hervorragend funktioniert, war als Roman sehr langatmig und zu detailreich. Die Figuren wurden ausführlich beschrieben inklusive Jetztzeit und Vergangenheit, dazu noch ihre freundschaftlichen und/oder verwandtschaftlichen Verflechtungen. Über allem schwebte wie ein drohendes Gewitter ein vergangenes gesellschaftliches Ereignis, bei dem die Freundschaft zwischen Damian und unserem Erzähler in die Brüche ging. Ich fand es wirklich anstrengend zu lesen. Fazit: ich finde das Buch völlig überflüssig. Ich bin eigentlich nur drangeblieben, weil ich wissen wollte, wer die Mutter des Kindes ist. Am Schluss gab es noch so viel Pathos und ich konnte die Gefühle unseres Erzählers so gar nicht nachempfinden, das hat mich sehr gestört.


