29. Dez.
Rating:1

Frei nach Dinner For One: I did my very best. Aber nach der Hälfte des Buchs ging es einfach beim besten Willen nicht mehr weiter. Abbruch. Was für ein grauenhaft schlechter Roman, zumindest für meinen Geschmack. Und zu diesem Geschmack zählt nicht unbedingt das Genre Romanze, doch gegen Bücher über die Liebe gibt es prinzipiell ja nichts einzuwenden. All you need is love. Doch bedeutet über die Liebe zu lesen, dass man das Hirn dabei völlig ausschalten muss? Dieses Buch war ein Frontalangriff der Autorin mit einer Schmettlingshaubitze auf meinen Bauch unter dem Motto: irgendwie werde ich die Tierchen ja schon in die Magengegend der Leserschaft hineinbekommen, notfalls mit Gewalt. Aber tut mir leid, mein Kleinhirn hat einen Ganzkörperkondom um mich gezogen, da sind alle verklärten romantischen Gefühle nur so abgeperlt. Luka ist drei Jahre älter als Dora, beide wachsen in einem Fischerdorf in Kroatien der 60er Jahre auf. Wir begegnen ihnen erstmals, als sie 5 und 2 Jahre sind. Da verlieben sie sich schon ineinander, tauschen ihre Taschen und ihre gegenseitige Bewunderung aus. Das Traumpaar bleibt dann vier Jahre zusammen bis er 9 und sie 6 Jahre sind. Die große Liebe wird dann getrennt und Dora muss mit ihren Eltern nach Frankreich ziehen. Danach springen wir wie bei einem Tischtennisballwechsel permanent kurz hin und her zwischen Jugoslawien und Paris. Unsere Protagonisten sind bindungsunfähig, da sie sich immer nur an ihre Kinderliebe erinnern. Selbst als 16 Jahre vergangen sind, sind die jeweiligen Partner vor Ort nur Dekoration. Und dann treffen sie sich wieder und sülzen sich voll, dass sie nur aufeinander gewartet haben. Herrje, DIE WAREN NOCH KINDER DAMALS! Mit 9 Jahren war für mich noch Yps mit Gimmick aktuell um Smudo zu zitieren. Die Kleine war gerade in der ersten Klasse. Hanebüchen. Aber Märchen sind auch Literatur, warum also nicht. Es waren zwei Königskinder, die hatten einander gern. Da funktioniert es ja auch, Mio mein Mio. Doch wenn ich den Inhalt mal als gegeben annehme, bleibt immer noch der erbärmliche Stil, der sich durch kurze abgehakte Sätze, manchmal sogar nur einzelne Wörter und dem unvermeidlichen Präsens kennzeichnet. Das ist wohl mit poetischer Schreibweise nach Aussagen des Verlags gemeint. Das Buch besteht nur aus Schlaglichtern, warum dann also immer die Gegenwart und dabei ein Zeitsprung an den anderen. Das soll wohl die Leserschaft unmittelbarer in das romantische Geschehen einbinden. Für mich liest es sich aber eher wie ein mittelmäßiger Schulaufsatz. Und leider gibt es von Land und Leute in Kroatien gar nichts zu berichten. Dies war der Hauptgrund, warum ich zum Buch in der Bücherei griff, aber auch diesbezüglich würde ich enttäuscht.

Jeden Tag, jede Stunde
Jeden Tag, jede Stundeby Nataša Dragnićbtb