Neuengland in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts: Cynthia, die 14-jährige Tochter eines puritanischen Priesters erfährt die Beschränkungen, die Religion und Patriarchat ihr auferlegen. Sie erhält Bildung nur noch indirekt, nachdem sie als Neunjährige den Katechismus auswendig kann, was der Vater für ausreichend erachtet. Sie schafft sich Freiräume und begegnet dabei einem gleichaltrigen Jungen aus dem Volk der Wampanoag. Er wird später von ihrem Vater unterrichtet und auf den Besuch des College vorbereitet. Durch den Kontakt zu den Ureinwohnern beginnt sie, bisherige Glaubensgewißheiten zu hinterfragen, und spürt die Attraktivität des Animismus. Sie nimmt die Schattenseiten der eigenen Zivilisation wahr, die Ferne von der Natur. Die Lebensgeschichte Cynthias ist bewegt, voll Härte und Ungerechtigkeit gegen sie als Frau, aber schließlich auch erfüllt von Freundschaft und Liebe, gesegnet mit einem verständnisvollen Mann und einem starken Sohn. Die frühe Geschichte Harvards, die Versuche, Eingeborene zu bekehren und auszubilden, der Erfolg, der diesen Bemühungen beschieden ist, und die Tragik individueller Schicksale - all das wird zu einem fesselnden Bericht zu einer starken Mischung aus Resignation, Anklage und einem glaubensstarken Rückblick auf ein erfülltes Leben. Das Ganze basiert auf der nur in Umrissen bekannten Lebensgeschichte von Caleb Cheeshahteaumauk – dem ersten Ureinwohner, der einen Abschluß am Harvard College machte - und spielt in Cambridge, MA, auf der Insel, die heute Martha’s Vineyard heißt und kurzzeitig auch in Boston und Italien.
24. Apr.Apr 24, 2023
Insel zweier Weltenby Geraldine Brooksbtb
