Das war nun mein zweiter Murakami. Und ich fühle mich hin und her gerissen zwischen Begeisterung und Abscheu.
Murakamis Schreibstil lässt einen schnell in seine surreale Welt absinken. Er schreibt sehr spannend, obwohl alles doch so ruhig und unaufgeregt bleibt. Die Spannung kommt eher von seiner seltsamen Erzählart als von Twists und Geschehnissen. Die Ruhe die er vermittelt rührt von seinen bildlichen Beschreibungen her.
Was mich aber so abschreckt ist Murakamis Bild von Frauen und Sexualität. Weibliche Charaktere sind immer sexualisiert, stupide und einfach unrealistisch in ihrem Verhalten. Ebenso wie die Frauen sich vor dem Protagonisten verhalten. Das geht schon in Richtung Perversität und ich bekam oft sehr unangenehme Vibes beim lesen. Der Autor ist nicht misogyn aber definitv sexistisch und hat dahingehend ein Rad ab.
Wäre Murakamis besondere Erzählweise nicht so gut, hätte ich schon im ersten Drittel abgebrochen.
Auch wenn Murakami polarisiert, ich kann nicht leugnen, dass sein einfühlsamer, melancholischer Stil mein Herz berührt, meine Seele streichelt, mir all die wichtigen Tugenden vor Augen führt und zum Nachdenken anregt.
Naomis Lächeln ist seiner Zeit voraus, geht es doch um psychische Krankheiten, tiefe Trauer und den Sprung ins Erwachsenenalter. Wir Lesenden lernen, was wirklich zählt im Leben und das Ehrlichkeit sich selbst und seine Liebsten gegenüber diese verdammte Grübelei beiseitigt.
Ein Buch, das ich gerne in meiner eigenen depressiven Episode nur zu gerne gelesen hätte.
„Naokos Lächeln“ von Haruki Murakami ist das erste Werk, das ich von ihm gelesen habe. Es hat mich völlig begeistert. Murakamis Schreibweise – träumerisch, ausdrucksstark und sinnlich – konnte mich, obwohl das Buch keinen klassischen Spannungsbogen hat, in seinen Bann ziehen.
In diesem Buch geht es um die Verbindung zwischen Toru und Naoko. Torus Leben wird durcheinandergebracht, als sein Freund in jungen Jahren Selbstmord begeht – ebenso wie das Leben von Naoko, der Freundin seines Freundes. Beide treffen sich später in Tokio wieder, und es entsteht eine Liebesgeschichte, die alles andere als einfach ist.
Der Kontakt zu Naoko ist von viel Ernsthaftigkeit und Düsternis geprägt. Zugleich lernt Toru die lebenslustige und sich selbst nicht zu ernst nehmende Midori kennen. Auch zwischen den beiden entwickelt sich eine besondere Verbindung.
Im gesamten Verlauf des Buches werden die Figuren immer wieder mit dem Thema Tod konfrontiert und in ihrer persönlichen Entwicklung davon geprägt. Dabei gelingt es Haruki Murakami zugleich, auch die alltäglichen Herausforderungen eines jungen Studenten einzufangen.
Zusammenfassend ist „Naokos Lächeln“ für mich ein beeindruckendes Buch. Ich werde wohl noch öfters zu Murikami greifen.
Es geht in diesem Buch zwar um einen Mann, der einen Rückblick in sein Leben wagt, zu vergangenen Liebschaften. Aber die Botschaft, die dieses Buch beinhaltet, geht meiner Meinung nach über eine Liebesgeschichte hinaus. Es ist auch ein Fingerzeig auf die Kultur, die nicht nur in Japan gepflegt wird, sondern weltweit die Menschen dazu drängt, suizidale Gedanken zu haben und diese Tätigkeit auch auszuführen. Den ersten Selbstmord dürfen wir relativ am Anfang der Geschichte erleben, wo seine erste Jugendgefährtin den Freitod wählt den zweiten dürfen wir dann bei der Hauptakteurin beobachten. Die Charaktere in diesem Buch gestalten sich außerordentlich interessant und Figuren wie Midori geben dem Buch eine positive Note. Zu einer ansonsten tiefgründigen Geschichte, die zum nachdenken anregen sollte. Ein großes Meisterwerk von Murakami, der es versteht, eine Botschaft zu überbringen, ohne das Thema beim Namen zu nennen. Großartig.
Mein erster Hurakami und wird nicht der letzte sein!
Hatte am Anfang tatsächlich etwas Angst, an Hurakami zu gehen.
Es hat mir ausgesprochen, sehr gut gefallen.
Toller Schreibstil, traurige und irgendwie auch emotionale Abschnitte...dir mich persönlich etwas angeregt haben, zum nachdenken.
„Naokos Lächeln“ war mein erstes (und nicht letztes) Buch von Murakami und eines seiner realistischen Werke. Das Buch ist in einem schlichten, gut lesbaren Stil geschrieben und handelt zentral von Liebe und Einsamkeit, Depression und Verlust sowie der Identitätssuche. „Naokos Lächeln“ wirkte bei mir vor allem nach dem Lesen noch lange nach, vieles bleibt offen oder zweideutig und Raum für eigene Interpretationen und stimmt nachdenklich. Erwähnenswert ist Murakamis deutlich patriarchal geprägtes Frauenbild, welches sich auch im Roman zeigt. Aufgrund dessen, was das Buch in Bezug auf das Thema psychische Probleme in mir ausgelöst hat, bleibt es jedoch bei der 5-Sterne-Bewertung.
... abgesehen davon, hat es mir sehr viel Spaß gemacht, Norwegian Wood zu lesen!! (Bei manchen Gespräche dachte ich nur: so würde ich vermutlich nie mit meinen männlichen Freunden reden, aber hey es ist Ende der 60er Jahre und sehr amüsant)
Es war mein erstes Buch von Murakami und selbst wenn er es selbst, als ein "normaleres" Buch von ihm ansieht, hat mir sein träumerischer Schreibstil sehr gut gefallen. Die Liebesgeschichte zwischen Watanabe und Naoko bzw. Midori hat mir sehr gut gefallen. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Werke von Murakami nun lesen, da sein Schreibstil sehr besonders ist :)
3 Sterne für die unglaubliche Tragik dieses Romans. Die Handlung ist eindrucksvoll und bedrückend geschrieben, sehr gelungen. Der sexuelle Aspekt war mir einfach zu viel bzw. zu beschreibend geschrieben. Das hat mich einfach nur abgestoßen.
Eine unkonventionelle Liebesgeschichte — Lustig, Herzerwärmend, Verstörend, und Deprimierend.
Das Buch „Norwegian Wood“ (auf Deutsch „Naokos Lächeln“) von Haruki Murakami – benannt nach dem Song Norwegian Wood (This Bird Has Flown) von The Beatles – ist für mich eine herzzerreißende Geschichte über Toru Watanabe. Ich möchte dabei nicht weiter auf die Handlung eingehen, sondern mich ausschließlich auf die Gefühle und die Erfahrung konzentrieren, die ich beim Lesen gemacht habe.
Das Buch wird Kapitel für Kapitel besser – vermutlich, weil einem die Figuren immer mehr ans Herz wachsen und ihr Leid, aber auch ihr Glück, mit der Zeit immer wichtiger wird. Die Geschichte behandelt ernste und düstere Themen wie Suizid und Liebe, vor allem aber die Frage, was der Abschied aus dieser Welt mit den Hinterbliebenen macht. Obwohl die Grundthematik so schwer ist, hat das Buch einen äußerst amüsanten Humor. Die Charaktere wirken natürlich und kaum aufgesetzt, wodurch man sie schnell ins Herz schließt.
Das Ende fand ich ehrlich gesagt ziemlich eigenartig. Besonders die Sache mit Reiko geht mir gegen den Strich und hat es für mich teilweise ruiniert. Trotzdem war das Buch – und auch das Ende (abgesehen davon) – insgesamt sehr stark, und ich freue mich schon auf mein nächstes Buch von Haruki Murakami.
I flew through the pages of this book. The writing style is simple, yet it conveys emotion with surprising depth. At times, the novel feels strange - especially the conversations between Midori and Watanabe - but I didn’t mind.
It’s difficult to explain what makes this book so extraordinary, but I think it lies in its matter-of-fact narration. There is no pathos here, even though the story contains heart-wrenching events that would easily justify a more florid narrator. The unheeded, almost indifferent description of both heavy and light scenes is deeply intriguing and left me feeling numb. A silent story about love, loneliness and the difficulty of moving on from what‘s left behind.
Der besondere Reiz von Naokos Lächeln liegt im inneren Zwiespalt zwischen Naoko und Midori. Naoko steht für Verletzlichkeit, Erinnerung und eine Liebe, die von Verlust überschattet ist – ruhig, tief und schmerzhaft. Midori hingegen verkörpert Lebendigkeit, Direktheit und die Verheißung eines offenen, ungezwungenen Lebens. Zwischen diesen beiden Polen schwankt Watanabe ständig: zwischen Pflichtgefühl und Begehren, zwischen Vergangenheit und Zukunft. Genau dieser Konflikt macht den Roman so berührend, weil er zeigt, wie schwer es ist, loszulassen, ohne sich selbst zu verlieren.
|Liest man, was alle anderen auch lesen, kann man auch nur das denken, was alle anderen denken.|
Dieses Buch hat mich wirklich unerwartet berührt. Ich möchte gar nicht so viel auf Handlung eingehen, weil ich finde das sich dieser Roman vor allem durch das Wie auszeichnet, also wie Haruki Murakami mit seinem Worten Figuren erschafft, die viel tiefe haben. Eigentlich hatte mich der Titel gar nicht so angesprochen, aber ich bin sehr froh es gelesen zu haben. Ich hatte mir vorgenommen mehr aus meiner Komfortzone zu gehen und mich mehr auf Autoren oder Büchern einzulassen, die ich sonst nicht lesen würde. Und da Haruki Murakami in wirklich vielen Bücherforen erwähnt wurde, war es an der Zeit. Was er mit Sprache erschafft ist einfach wahnsinnig genial und ich hätte permanent stellen im Buch markieren können.
Er schafft so vor allem auf das Thema Einsamkeit, Isolation, Anonymität in der Stadt einzugehen, sowie psychische Erkrankungen und das Erwachsenen werden.
Ab hier minimal Spoiler:
Ich war tatsächlich ab hadern, ob ich 4 oder 5 Sterne vergebe, da ich finde,dass manche Themen besser eingeordnet werden müssen. Die Thematik in der eine 31 Jährige und eine Minderjährige ein Verhältnis hatten wurde nicht gut aufgearbeitet. Außerdem hat es mich extrem genervt dass die weibliche Sexualität nicht besonders viel Beachtung geschenkt wurde. Es viel zu oft der Satz "Männer haben andere Bedürfnisse" usw.
Ich habe mich trotzdem für 5 Sterne entschieden, weil alleine das Nachdenken und Reden über diese Themen das Buch geschafft hat. Ich kann aber noch nicht sagen, ob er diese Themen beabsichtigt "provokativ" geschrieben hat oder es einfach der Zeitgeist war.
Ich bin auf jeden Fall gespannt aufs nächste Buch, was ich von ihm lesen werde.
Ein Buch über die Liebe, Tod, Einsamkeit, Beziehungen zu Menschen und Freundschaft.
Im Ganzen betrachtet ein sehr schönes Buch, was tiefgründig die Geschichte um den Protagonisten die Liebe zu zwei Frauen beschreibt.
Dazu dreht sich viel um den Tod, wo Verlust und Einsamkeit einhergehen.
Dieses Buch schafft erst nach zwei Dritteln mich zu überzeugen. Denn im mittleren Teil stockte ein wenig die Handlung und drohte zu kippen.
Lese das Buch nachdem ich Murakamis „Kafka on the Shore“ gelesen hatte. Wurde sehr enttäuscht: wenig Handlung, keine Denkanstöße und insgesamt etwas langweilig.
Es wird die tragische/melancholische Liebesgeschichte eines erwachsen werdenden Mannes erzählt. Im Grunde ist damit der Inhalt erfasst. Mehr passiert nicht.
Und ein weiterer Murakami, der mich absolut überzeugt hat! 😍 Der Autor schafft es mit „Naokos Lächeln“ ganz ohne großen Kitsch und Schnörkel eine magisch berührende Liebesgeschichte zu zeichnen. In seinem Roman beschreibt er den schmerzlichen Prozess des Erwachsenwerdens gepaart mit den Themen Liebe, Sexualität, Freundschaft, Schmerz und Tod. Mit seinen bemerkenswerten feinfühligen und leichten Schreibstil hat er mich mal wieder gefesselt. 🥰 Kurzum: Ich bin begeistert! Und daher eine ganz klare Leseempfehlung von mir an euch. 🫶🏻
i do feel this book deserves more than three stars. it’s an incredible look behind watanabe’s - toru’s - eyes, to see him navigating his world and the people he picks up and lets fall along the way. the way it made me care about all these bizarre characters, the way it managed to rile my emotions. even the way sex is used as a plot point was fascinating. the whole thing is fascinating! and touching, and really fucking weird in places, but i see why so many people think it’s a terrific book. and they’re right
but good fucking lord why the fuck is there so much fucking goddamn suicide in this book. why did this idiot dick of an author decide he needed a minimum of three people to off themselves. why did he decide it was a good idea to describe how a ten year old saw her big sister swinging from a noose. why did you make me read and imagine that. did you think that’s funny, murakami? fuck you
This is the script where everything begins in my life. It was 2005, I was moving from Madrid to Málaga, a suitcase full of uncertainty, and there it was, this book, this whispering storm. A coming-of-age classic that transports you to 1960s Tokyo, following Toru Watanabe’s journey through love, loss, and self‑discovery. With haunting prose and emotional depth, Murakami crafts a melancholic romance that clings to your skin like the smell of rain on an old vinyl sleeve.
Listen… this isn’t lightweight fluff—it’s a deep dive into the tender scars of youth. Murakami’s strength lies in brevity: moments of raw emotion conveyed with surgical precision. The love between Toru and Naoko is beautifully fragile, but the narrative can drag in quieter stretches—some readers may find themselves craving momentum. Still, the descriptions of Tokyo’s music, coffeehouses, and late‑night trains are pure poetry. I’m a fan of weighty thrillers, but this quiet introspection hit me in the gut, no explosions, no battles, just the echo of a heart learning how to mourn.
A novel that doesn’t shout, it lingers.
It follows you from city to city, from chapter to chapter of your own life. Will it change your story? It changed mine. 💭
Mein erster Roman von Haruki Murakami und ich war echt begeistert. Habe es als Hörbuch gehört und David Nathan liest es einfach perfekt.
Die Geschichte dreht sich um Tōru, einen jungen Studenten, der mit dem Verlust eines Freundes klarkommen muss. Er trifft Naoko wieder, die auch trauert, und später lernt er Midori kennen, die ganz anders ist: offen, lebendig und direkt.
Der Roman ist ruhig, manchmal traurig und an manchen Stellen auch etwas skurril. Den Hauptcharakter fand ich extrem sympathisch und hätte gern noch mehr aus seinem Leben verflogt. Hat mir super gefallen :)
Hmm wo soll ich anfangen….das Buch befasst sich grösstenteils mit dem Erwachsen werden, Perspektiven und viel mit dem Tod. Es ist gefühlt voller außergewöhnlicher Charaktere, die ich leider nicht alle als sonderlich liebenswert empfunden habe…Unser Hauptcharakter hat mir gefallen er ist jemand den ich als ,,schönen Mensch,, beschreiben würde, auch Naoko und Reiko fand ich toll und interessant. Midori war sympathieträger für mich aber etwas sehr over the top manchmal.
Ich kam leider überhaupt nicht damit klar, wie übersexualisiert das Buch war und wie komisch und unsensibel generell mit dem Thema Intimität umgegangen wurde….Torus Abszinenz Naoko wegen fand ich hingegen toll, da sie wirklich ein Ausdruck seiner Liebe und auch Entschlossenheit war, dementsprechend war das Ende für mich aber auch wieder Fehl am Platz, Out of Charakter und eher unangenehm zu lesen.
Über das Buch verteilt finden sich allerdings immer mal wieder schöne Motive, Metaphern und Gespräche die sich ganz ausserhalb des Themas ,,Liebesgeschichte,, Bewegen und die das Buch für mich wirklich lesenswert gemacht haben.
Murakami ist ein Schriftsteller, der mich sowohl als Mensch als auch im Hinblick auf seine Roman sehr interessiert. Bisher hat er mich auch noch kein einziges Mal enttäuscht. Warum mir „Naokos Lächeln“ so gefallen hat? Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht so genau. Es ist sehr melancholisch, sehr traurig und düster. Ich mag sowas.
Inhaltlich geht es um den Studenten Toru Watanabe, der sich in Japan der 60er Jahre in ein Mädchen namens Naoko verliebt. Ihre Beziehung ist jedoch schon von vornherein durch viele Umstände belastet. Als er dann auch noch Midori kennenlernt, muss sich Toru nicht nur einmal zwischen eines der beiden Mädchen entscheiden.
Toru und Naoko hören „Norwegian Wood“ von den Beatles und obwohl ich die Beatles nie gehört oder besonders gemocht habe, versprüht das Buch förmlich jede Art von „Norwegian Wood“. Eventuell mag ich das Lied seitdem irgendwie doch.
Es hat sich so angefühlt, als würde ich eine Reise nach Japan machen, die mich aber so mitnimmt, dass ich mich endgültig leer fühle. Es hat mich so traurig gemacht, aber gleichzeitig hat es mich wirklich fasziniert. Es ging viel um Sex und Liebe, wie der Titel eben auch vermuten lässt. Für manch einen könnte dies womöglich unpassend sein, aber meiner Meinung nach hat es perfekt in diese wehmütige Stimmung gepasst. Für diejenigen, die Murakami mögen, für diejenigen, die gerne Liebesgeschichten lesen und gerne einmal mit Murakami beginnen möchten und für diejenigen, die eher düstere und traurige Geschichten mögen, sollte dieses Buch genau das Richtige sein!
"Naokos Lächeln" ist wunderschön geschrieben, mühelos kommt Atmosphäre auf und man reist zurück in die späten 60er Jahre.
Es zu lesen ist allerdings ein bisschen, wie in der Tram neben jemandem zu sitzen, der zwar unglaublich gut aussieht, sich aber unangenehm aufdringlich verhält.
Ich habe eigentlich keinen übermäßig hohen feministischen Anspruch an meine Bücher, ich lese schließlich oft Klassiker und kann sie in ihren Zeitkontext einordnen. Von einem Buch, das keine 40 Jahre alt ist, erwarte ich aber doch ein gewisses Minimum an (Reflexion über) Gleichberechtigung. Dass ausnahmslos jede (!) weibliche Figur mit Tōru schläft oder ihn heiraten will oder soll kann man ja noch ganz amüsant finden und mit Protagonisten-Syndrom erklären. Aber dass auch jede von ihnen sich selbst im Gegensatz zu ihm als dumm und unverständig bezeichnet hat mich dann doch gestört. Bei ein paar kann Dummheit oder fehlendes Selbstvertrauen ja gerne zum Charakter gehören, aber doch nicht bei allen! Junge Mädchen interessieren sich nicht für Gerechtigkeit? Glaub ich ja nicht.
Natürlich kann man das alles als bloße, vielleicht sogar kritische, Beschreibung der japanischen Gesellschaft sehen, aber so fühlt es sich nicht an.
Trotzdem insgesamt ein schönes Buch, ich habe es aber glaube ich im falschen Alter gelesen. Näher am Alter der Protagonisten, so zwischen 16 und 24, hätte es mir wohl besser gefallen, und ich kann mir vorstellen, auch wieder ab dem Alter Tōrus in der Rahmenhandlung, mit dem nötigen Abstand zur Jugend.
In Murakamis Büchern kann man sich wie in wunderbaren Träumen verlieren – so steht es auf der Rückseite der Taschenbuchausgabe, und genau das trifft auch auf „Naokos Lächeln“ zu. Es ist erstaunlich, wie Murakami es schafft, den Leser in die späten 1960er-Jahre zu entführen, in ein Tokio, das bereits damals modern war und doch von einer tiefen Melancholie durchzogen ist. Die Geschichte wird aus der Perspektive des jungen Toru Watanabe erzählt, der sich zwischen zwei Frauen wiederfindet: der zerbrechlichen Naoko, die mit den Schatten der Vergangenheit kämpft, und der lebensfrohen, unkonventionellen Midori.
Besonders beeindruckend ist, wie Murakami mit Erinnerungen und Vergänglichkeit spielt. Die Selbstmorde, die sich durch das Buch ziehen, sind mehr als tragische Schicksale – sie werfen existenzielle Fragen auf. Vielleicht stehen sie für die Unmöglichkeit, sich wirklich in der Welt zu verankern, für das Gefühl der Entfremdung, das viele seiner Figuren begleitet. Der Tod ist in Murakamis Werk nie einfach nur das Ende, sondern – wie Toru es formuliert – „ein Bestandteil des Lebens“ selbst.
Ein Zitat, das besonders in Erinnerung bleibt, unterstreicht dieses Motiv:
"Je stärker die Erinnerung an Naoko in mir verblasst, desto tiefer wird mein Verständnis für sie. Inzwischen habe ich begriffen, warum sie mich bat, sie nicht zu vergessen. Natürlich wusste Naoko Bescheid. Sie wusste genau, dass meine Erinnerung an sie verblassen würde, und nahm mir das Versprechen ab, sie nicht zu vergessen. Mich für immer an ihre Existenz zu erinnern."
Hier zeigt sich Murakamis große Kunst: Die Vergänglichkeit der Erinnerung bedeutet nicht Verlust, sondern kann ein tieferes Verständnis ermöglichen.
Ein weiteres faszinierendes Element des Buches ist die Musik. Murakami erwähnt zahlreiche Lieder – wenn man sie beim Lesen hört, fühlt man sich der Geschichte und der Zeit noch näher verbunden. Diese musikalischen Verweise sind nicht nur atmosphärisch, sondern oft auch symbolisch aufgeladen und verstärken die melancholische Grundstimmung.
Eine der vielschichtigsten Figuren in Naokos Lächeln ist Reiko, Naokos enge Vertraute im Sanatorium . Sie ist eine Frau, die viel durchgemacht hat, an ihren eigenen inneren Dämonen leidet und doch eine bemerkenswerte Wärme ausstrahlt. Ihre Musik – besonders ihre Gitarrenspielereien – wird zum Symbol für Trost und Erinnerung. Reiko hilft Toru, Naoko zu verstehen, und wird am Ende des Romans selbst zu einer wichtigen Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Reiko verkörpert eine Art von Weisheit, die nicht aus Büchern kommt, sondern aus Schmerz und Lebenserfahrung. In ihrer Beziehung zu Toru zeigt sich eine weitere Facette des Romans: dass Heilung oft durch zwischenmenschliche Verbindungen geschieht, aber niemals vollständig sein kann. Ihre Erzählungen über ihre eigene Vergangenheit, ihre gescheiterte Karriere als Musikerin und die Missbrauchserfahrungen mit einer Schülerin machen sie zu einer ambivalenten Figur – gleichzeitig stark und verletzlich, weise und beschädigt.
Murakami erzählt in Naokos Lächeln eine Geschichte über Liebe und Verlust, aber auch über das Erwachsenwerden und die Suche nach Identität. Torus Reise ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und der Frage, wie man mit Schmerz umgeht.
Die vielen Selbstmorde im Roman scheinen Murakamis Art zu sein, die Zerbrechlichkeit des menschlichen Daseins zu zeigen. Die Figuren stehen an der Schwelle zwischen Jugend und Erwachsensein, und viele von ihnen scheitern an dieser Übergangsphase. Der Roman macht deutlich, dass das Leben nicht nur aus Licht, sondern auch aus Schatten besteht – und dass beides untrennbar miteinander verbunden ist.
Gleichzeitig zeigt Murakami, dass Erinnerungen trotz ihrer Vergänglichkeit eine Kraft besitzen. Toru wird am Ende nicht mehr derselbe Mensch sein, der er zu Beginn war. Die Vergangenheit verblasst, aber sie formt ihn dennoch. Vielleicht liegt genau darin die zentrale Botschaft des Romans: Wir verlieren Menschen, wir vergessen Dinge, aber in gewisser Weise tragen wir alles Erlebte immer in uns.
Nicht zuletzt muss auch die herausragende Übersetzung von Ursula Gräfe erwähnt werden. Ihre Übersetzungen sind immer ein Genuss, und auch in Naokos Lächeln gelingt es ihr, Murakamis Tonfall und die poetische Melancholie seiner Sprache einzufangen.
Naokos Lächeln ist eine zutiefst berührende Liebesgeschichte – voller Sehnsucht, Verlust und leiser Momente, die lange nachhallen. Wer sich von Murakami in eine andere Zeit und ein anderes Leben entführen lassen will, wird in diesem Roman einen wunderschönen, wenn auch melancholischen Begleiter finden.
Dies ist mein erster Murakami und war wirklich gespannt. Ich war auf der Suche nach einem traurigen Buch, hab dann diese Empfehlung bekommen. Zudem ist das Hörbuch von David Nathan vertont. Also ging es damit los.
Es ist eine traurige Geschichte und ja es ist im weiten eine Liebesgeschichte. Nur eine Liebesgeschichte passt für mich nicht ganz. War für mich mehr Drama und eine traurige Geschichte. Dachte emotional kann es mich mehr mitnehmen und auch wie Murakami die Frauen beschreibt ist einzigartig. Bin mir nicht schlüssig ob ich die Frauencharaktere seltsam finde oder einfach nur anders.
Dennoch war es schön die Geschichte zu verfolgen und dass es sich um eine ältere Geschichte handelt, merkt man in dem Art zum kommunizieren. Hier werden noch Briefe geschrieben und das fand ich toll, bekomme auch gerne Postkarten oder etwas handgeschriebenes. Irgendwie nostalgisch ✉️
Norwegian Woods is about youth, growing up with pain and having to deal with death but also finding joy in the little moments. The book felt authentic and real, showing life with all its little stories and changes and being realistically unpredictable. There was no clear storyline, no clear topic, just being in love, finding your way and trying to deal with what life throws at you, changing plans and going different paths, and a looot of sex. The writing style had something refreshing and funny including little life lessons along in dialogues and letters and it was just beautifully written. Watanabe was a relatable character, caring about the people he met throughout his life, having casual deep conversations about music, books and life, and generally just floating around and writing letters. The book is nothing extremely catchy, more relaxing when you can't concentrate on something complex. The end was strange, sad, and somewhat disappointing. Generally, I liked the book since Murakami is a talented writer but I'm sure Murakami he has better stories.
In dieser Geschichte folgen wir Touru Watanabe durch sein Leben als junger Student und dessen Verwirrungen mit Liebesaffären und Schicksalsschlägen.
Ich hatte das Buch bereits zwei Jahre zuvor angefangen und konnte dann nach dem ersten Drittel nicht mehr weiterlesen, weil es unerträglich war. Unerträglich langweilig.
Irgendwie schaffte ich es, vor ein paar Wochen das Buch erneut aufzunehmen, mit dem Ziel es zuende zu lesen. Es war auf jeden Fall im Endeffekt besser als ich es in Erinnerung hatte und die Handlung nahm ebenfalls schneller mehr Fahrt auf.
Was mir besonders auffiel war die verschrobene japanische Sicht auf Liebesbeziehungen und sexuelle Affären, die mit Sicherheit nicht jedermanns Sache ist. Dieses Thema war recht häufig Mittelpunkt der Geschichte. Vielleicht könnte man aber auch sagen, dass genau das sehr authentisch ist für junge Männer Anfang 20? 😄
Aber genau das war auch das Positive an diesem Werk Murakamis. Die Authentizität. Dialoge wirkten durchaus sehr echt und roh. Dinge wurden gesagt, die vielleicht jeder von uns schon einmal gesagt hat. Gefühle wurden beschrieben, mit denen sich auch fast jeder identifizieren kann und somit war es dann doch möglich mit den Protagonisten mitzufühlen. Zwar nicht immer, aber doch oft. Diese echten Stellen im Buch haben mir besonders gefallen!
Naokos Lächeln hat mir gut gefallen. Die Schreibweise des Autors war mein persönliches Highlight des Buches. Auch die Dynamik der Charaktere hat mir gefallen, obwohl ich einzelne Taten der Figuren nicht nachvollziehen konnte bzw. mochte. Besonders das Ende, der letzte Abschnitt und die Briefe im Buch haben den read lohnenswert gemacht.
es nezinu ka justies par so gramatu jo man bija loti high expectations, es nedomaju ka bija loti slikti, man patika daudzas lietas, bet man nepatika toru attieksme pret daudzam lietam +vina (varbut autora) attieksme pret sievietem un tas how sexual the whole book was.
bet bija daudzas good qoutes :
"if you only read the books that everyone else is reading, you can only think what everyone else is thinking"
"all of us (...) are imperfect human beings living in an imperfect world"
"you have to open up a little more and let yourself go with life's natural flow"
"i have a lot more patience for others than I have for myself, and I'm much better at bringing out the best in others than in myself. I that's just the kind of person I am. I'm the scratchy stuff on the side of the matchbox."
"we are in here not to correct the deformation but to accustom ourselves to it : that one of our ploblems was our inability to recognize and accept our own deformaties"
Also mal abgesehen davon, dass das Buchcover überhaupt nichts mit der Story inside zu tun hat, ist auch der deutsche Titel etwas misslungen und irreführend. Ich hatte tatsächlich etwas anderes erwartet, als mir da serviert wurde. Und von Naokos Lächeln fehlte jede Spur in der Geschichte. Stattdessen wurde ich mit ganz schwerer Kost und ernsten Themen konfrontiert, wie Depressionen und Suizid, was mich stutzig gemacht & dazu veranlasst hat, hinterher näher zu recherchieren. Wieder was Neues gelernt. Das und die wunderschöne Beschreibung Japans, was mir Japan als Reiseziel schmackhaft gemacht hat, sind die einzigen positiven Aspekte, die ich zu diesem Buch nennen kann.
Das Buch erzählt die Geschichte von Toru Watanabe. Ein Junge aus Tokio im Jahre 1960. Nach dem Tot seines besten Freundes Kizuki, verliert er sich in seine Gedanken aber er ist nicht alleine damit. Nach einiger Zeit trifft er auf eine alte Freundin - Naoko -, welche die Exfreundin des verstorbenen Freundes war. Somit hatten beide das selbe Leid, wobei Naoko mehr darunter litt. Toru und Naoko kreierten eine besondere Beziehung zueinander welche von langen nächtlichen Spaziergänge und Gesprächen begleitet war. Eine Geschichte über Liebe, Verlust, Entscheidungen und Jugend.
Fand das Buch spitze! War auf der Suche nach einem Buch das ich mit meiner Freundin zusammen lesen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie wirklich viel gelesen aber „Norwegian Wood“ zeigte mir die Freude daran. Hatte nie so starke und viele Emotionen beim lesen wie bei diesem Buch. Bislang eindeutige mein Lieblingsbuch!! ❤️
I think this would have been a 2 star rating for me if it hadn't been for some beautiful written passages.Maybe it's just the topic that is not for me...but I will definitely pick up other books by Murakami, because I really enjoy his writing style.
This is one of my all time favorites. I am giving a 4 because I sometimes I have a wried relationship with the book and it's not perfect.
Sometimes I remember the good parts then the bad. But still I all the parts are there in my heart. I can clearly visualise everything. Stormtrooper, the walks with forests, the food and dates with midori.
The book has some weird stuff though. Like midori at the shrine at home. Like what.
Still I highly recommend it. This was my first Murakami and it has been a great journey since.
He made me remember how much fun I had reading as a kid and because of him I am able to enjoy reading like I used to.
It's just something when you find that good book and can't put it down. I was missing it. Can't wait to read all of Murakami.
Eine berührende Erzählung, die einen bleibenden Eindruck hinterlässt und die großen Themen des Lebens behandelt: das Leben, die Liebe und den Tod
Ich finde angenehm, dass auf liebevolle und respektvolle Art gezeigt wird, wie zerbrechlich der Mensch sein kann und wie Schicksalsschläge einen mit formen und zu dem machen, der man ist.
Keine der handelnden Personen in dieser Geschichte kann man als normal bezeichnen und doch wachsen sie einem ans Herz - obwohl man sich schon auch mal wundert. Sie wirken vielleicht manchmal widersprüchlich, aber genau dadurch werden sie mehrdimensional und wirken echter.
Ich betrachte dieses Buch wie eine Collage aus Eindrücken und Gefühlen, aus Bildern und Charakteren, Orten und Jahreszeiten.
Manches erscheint mir verständlich und stimmig, anderes seltsam und fremd.
Kein Wohlfühlroman - aber voller Tiefe und Schönheit
Schöne Liebesgeschichte, wobei der Tiefgang der Charaktere, deren Psyche und Tragik im Leben das für mich faszinierendste darstellte. Das Ende war für meinen Geschmack zu holprig und hat viel der Magie des Buches eingebüßt. Dennoch sehr lesenswert.
3,5 ⭐️⭐️⭐️
This is a story of a young man in his teens trying to get into adulthood, showing all his struggles. It was realistic but not boring which is rare for me. I liked the characters, they were unusual and brought me joy. The story itself not really only brings you joy as it mainly portraits problems, struggles, mental health issues, suicide and loneliness. But besides talking about all this, I found this book not to be depressing and rather hopeful. I think I will be thinking about this more often and getting to like this more through time, it was the same with Kafka on the shore for me.
I didn’t really get the ending but this may be on purpose.