23. Feb.
Rating:4.5

„In Wasser geschrieben“ trifft mit Wucht. Es berührt und schockiert durch eine Stilistik, die sich fast jeglicher üblichen Erzählweise und Chronologie entzieht sowie durch die schonungslose Geschichte der Autorin. Eine Mischung aus Sucht, Missbrauch, Schmerz, Sex, Macht und Begehren zieht einen in einen emotionalen Strudel, der sich entlang des Leitmotivs des Wassers entfaltet. Lidia Yuknavitch erzählt ihre eigene Geschichte und damit die Geschichte einer Frau, die schon früh ein Kind verliert, die eine von Gewalt und Missbrauch geprägte Kindheit sowie eine sich anschließende Jugend voller selbstzerstörerischer Neigungen hinter sich hat. Exzessive Verhaltensweisen, Sucht, Verlust und Schmerz machen einen Großteil ihres Lebens aus, doch nach und nach kommt sie an den Punkt, an dem sie Lebensmut durch Literatur findet. Zusätzlich wird das Schwimmen und damit das Wasser zu ihrem Zufluchtsort. Die Erzählweise von „in Wasser geschrieben“ ist fragmentarisch und zugleich unglaublich intensiv. Trotz (oder gerade wegen) der nicht chronologischen Reihenfolge im Erzählen entfaltet sich Lidias Weg der Selbstzweifel, der Exzesse und der Suche nach Identität. Letztlich entdeckt sie die Literatur als ihre Kraftquelle und auch die Erfahrung des (doch noch) Mutterseins verleiht ihr Lebensmut. Yuknavitch hat somit ein Buch über die Kraft von Literatur und Mutterschaft geschrieben, das die Lesenden fordert, sicherlich auch erschüttert, aber ebenso staunen lässt. Definitiv nichts für schwache Nerven, aber auf jeden Fall lesenswert.

In Wasser geschrieben
In Wasser geschriebenby Lidia Yuknavitchbtb
5. Feb.
Rating:5

Sternebewertung fiktiv

Eine Woche habe ich nun gebraucht, um dieses Bich zu verarbeiten. Lidia Yuknavitch ist eine bemerkenswerte Frau. Sie hat in ihrem Buch „In Wasser geschrieben“ ihre persönliche Geschichte verarbeitet. Direkt auf den ersten Seiten erleben wir die Stille Geburt von ihr. 38 Stunden wehen voller Schmerz und Trauer, gefolgt von Leere.Sie wächst in einem Elternhaus mit einem gewalttätigen Vater und einer alkoholkranken Mutter auf. Dieses Buch zeigt ein Leben voller Schmerz und der Suche nach Selbstliebe. Es ist brutal, ehrlich. Als würde die Autorin als Außenstehende sich selber betrachten und diesen Schmerz an Leben erneut spüren. Dieses Buch ist nichts für zart besaitete Menschen. Es enthalt Beschreibungen einer stillgeburt, psychischer und physischer Gewalt. Etwas über 300 Seiten hat Lidia Yuknavitch Geschichte und selbst wenn man durch ist, erinnert man sich oft an Fragmente und Seelenwunden. Eine starke Frau mit einer unfassbaren Lebensgeschichte.

In Wasser geschrieben
In Wasser geschriebenby Lidia Yuknavitchbtb