16. Apr.
Unorthodox - Ein Leben zwischen Zwang und Neuanfang
Rating:3.5

Unorthodox - Ein Leben zwischen Zwang und Neuanfang

„Unorthodox“ ist ein Buch, das man nicht so schnell vergisst. Die Geschichte einer jungen Frau, die den Fesseln einer streng religiösen und isolierten Gemeinschaft entkommt, ist ein packendes Zeugnis für den Willen zur persönlichen Freiheit. Wer sich für das Thema Ausstieg aus strengen sozialen Strukturen interessiert, findet hier einen authentischen, wenn auch fordernden Bericht. Der größte Pluspunkt des Buches ist die radikale Ehrlichkeit. Man bekommt einen tiefen Einblick in eine Welt, die hinter verschlossenen Türen existiert. Man spürt die Beklemmung, die Verzweiflung und schließlich den hart erkämpften Mut, sich aus einem vorgefertigten Lebensentwurf zu lösen. Es ist eine faszinierende Reise der Selbstfindung, die einen nicht unberührt lässt. Trotz der starken und wichtigen Thematik bringt der Leseprozess auch einige Herausforderungen mit sich. Die Kapitel sind teilweise recht ausführlich, was stellenweise das Tempo etwas verlangsamt. Zudem wirkt der rote Faden nicht immer ganz klar erkennbar, da viele Ereignisse dicht aufeinander folgen. Der häufige Einsatz fremdsprachiger Fachbegriffe – leider ohne Glossar – kann den Lesefluss gelegentlich unterbrechen, da man sich ihre Bedeutung erst erschließen muss. Thematisch ist die Darstellung stark von einer persönlichen Perspektive geprägt, wodurch andere Sichtweisen etwas in den Hintergrund treten. Ein etwas breiterer oder neutralerer Blick auf die Gemeinschaft hätte hier zusätzliche Tiefe schaffen können. Auch die eher sachliche und einfache Sprache macht es nicht immer leicht, eine emotionale Verbindung aufzubauen, passt jedoch gleichzeitig zum nüchternen Ton der Erzählung. Fazit: Inhaltlich ist das Buch sehr stark, weil es ehrlich und bewegend von einem schwierigen Ausbruch erzählt. Es ist zwar literarisch nicht besonders raffiniert geschrieben, überzeugt aber durch seine rohe Wahrheit. Wer etwas Geduld für die langen Kapitel und die schwierigen Begriffe mitbringt, wird mit einer sehr persönlichen Geschichte belohnt. Von mir daher 7 von 10 P. (Band aus meinem Bestand)

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
9. Feb.
Das war es leider nicht für mich
Rating:2

Das war es leider nicht für mich

- Bücherschrankfund & abgebrochen auf S. 123 - Also am Anfang fand ich das Buch super. Ich fand den Schreibstil klasse und bin durch die Seiten geflogen. Dann war die "Vorstellungsrunde" vorbei und die Autorin hat angefangen sehr ausführlich zu beschreiben. Also alles 😂 außerdem habe ich etwas Schwierigkeiten gehabt mit den ganzen Jiddischen Wörtern da sie entweder gar nicht oder ganz hinten übersetzt waren und man so immer wieder seinen Lesefluss unterbrochen hat durchs rumblättern. Fand ich nicht schön. Leider waren auch die Kapitel sehr lang (teilweise weit über 50 Seiten 😵‍💫), das hat das ganze dann auch nicht einfacher zu lesen gemacht. Fazit: Ein sehr wichtiges und interessantes Thema, geschrieben von einer Autorin die sehr viel und gerne um den heißen Brei redet. Ich empfehle an der Stelle dann das Hörbuch oder (wie ich es tun werde) die Nerflix Serie 🤭

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
27. Okt.
Rating:4.5

Authentische und tiefe Einblicke in eine sonst verschlossene Realität. Eine bewundernswerte Biographie, die einen Seite um Seite nicht loslässt, und auch darüber hinaus nachdenklich stimmt

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
10. Aug.
Rating:5

Tolles Buch! Es gibt einen guten Einblick in das Leben einer ultraorthodoxen Jüdin. Die Autorin nimmt uns mit auf ihre interessante und stellenweise leidvolle Reise, die sie schließlich zu ihrer Freiheit führt.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
22. Juli
Rating:4

After forever I have finally finished this book ! As interesting as this was, it left me so angry at times and I could never read much at a time. I really appreciate learning about this religious group, though. Also I have only respect and amazement for the author and what she has endured and accomplished.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
21. Juli
Rating:4.5

Die Geschichte einer mutigen Frau

Das Buch hat mich zutiefst beeindruckt. Deborah Feldman gibt uns hier einen bewegenden Eindruck in das Leben in einer streng jüdisch-orthodoxen Sekte in New York, wobei vor allem die Rolle der Frau gnadenlos geschildert wird. Ich fand den Einblick sehr spannend, auch wenn es oft sehr erschreckend war.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
9. Apr.
Rating:5

📚 Inhalt Diese Biografie erzählt aus dem Leben einer chassidischen Jüdin. Die Autorin berichtet über ihre unkonventionellen Familienverhältnisse und über ihre Kindheit, Jugend und frühen Erwachsenenjahre. Bereits aus früher Kindheit erzählt sie von Fragen, die sie sich als Kind gestellt hat und in der strengen Welt der orthodoxen Juden keinen Platz hatten. Diese Gedanken und Fragen wurden über die Jahre nicht weniger und die Autorin suchte nach «mehr». Sie las heimlich englische Literatur, wollte Arbeiten und ins Kino gehen. Trotz dieser geheimen Sehnsüchte erfüllte sie die Erwartungen, die ihre Glaubensgemeinschaft an sie stellte und erfüllte die Rolle der Ehefrau und Mutter. Auch das Mutter-sein berichtet sie mit einer Ehrlichkeit, die man sich in der heutigen Zeit kaum gewohnt ist. Ihre Erfahrungen, Gedanke und Hoffnungen bringen sie langsam zu der Entscheidung, ihre Glaubensgemeinschaft zu verlassen und ein neues Leben zu starten. 📖 Meinung Ich habe eine Gänsehaut, wenn ich über die Biografie von Deborah Feldmann nachdenke. Sie gibt intime Einblicke in eine Parallelgesellschaft, über die man kaum etwas weiss. Bereits seit einiger Zeit lese ich gerne Bücher über orthodoxe Juden und bin immer wieder fasziniert von ihrer Lebensweise. Aber hier zu wissen, dass es sich um das echte Leben und die wahre Geschichte einer Person handelt, hat mir nochmal ein anderes Gefühl gegeben. Es war spannend zu lesen, wie sich die Autorin bereits als Kind Gedanken gemacht hat, die einfach nicht in die jüdische Welt gepasst haben. Es ist auch total nachvollziehbar, dass sie es akzeptiert hat, dass sie auf ihre Fragen keine Antworten bekommt. Schliesslich kennt sie kein anderes Leben und passt sich der Gesellschaft an, in der sie aufgewachsen ist. Die Autorin erzählt ehrlich, ungeschönt aber wertschätzend über die jüdische Welt. Mir hat auch ihr Nachtwort nochmal eine Gänsehaut verpasst. Ich meine, schon alleine die Entscheidung zu treffen, alles was sie kennt inklusive ihrer Familie hinter sich zu lassen und ein Leben als alleinerziehende Mutter in einer ihr fremden Welt zu starten, finde ich unglaublich mutig. Als sie dann erzählt, welche Ablehnung und Hass ihr dann von der jüdischen Gemeinde entgegengebracht wurde, finde ich furchtbar. Deborah Feldmann ist eine total starke und bewundernswerte Frau. Ich wünsche ihr, dass ihre Träume und Hoffnungen in Erfüllung gehen und sie ein friedliches Leben in ihrer neuen Heimat führen kann.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
8. März
Rating:5

Das Buch in einem Wort: Unglaublich. Unglaublich Traurig, Unglaublich erschreckend, Unglaublich interessant, unglaublich schmerzhaft. Ich kann einfach nicht in Worte fassen welche verschiedenen Gefühle mir bei diesem Buch durch den Körper gingen. Ich habe mich vorher nie mit diesem Thema beschäftigt.. Orthodox. Aber jetzt weiß ich mehr. Sogar mehr als mir lieb ist. Das Buch hat mich wirklich auf eine eigene Art & Weise gebrochen. Wegen seiner unglaublichen Ehrlichkeit. Danke an die Autorin für den Einblick in ihre eigene, persönliche Geschichte!

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
12. Feb.
Rating:4

Der Preis der Freiheit

Deborah Feldman erzählt sehr eindrücklich und aufklärend von ihrem Leben in einer jüdischen Sekte. Dabei werden nicht nur die zahllosen Grenzen sichtbar, die dieses Leben mit sich bringen, sondern auch, wie hoch der Preis für die Freiheit wäre, sollte sie dieser Gemeinschaft den Rücken kehren. Deborah gibt dabei tiefe Einblicke in den jüdischen Glauben und ihrem begrenzten und ausgeschlossenen Leben, fernab der Gesellschaft, die wir kennen. Und sie gibt tiefe Einblicke in ihre Seele, die schon in der Kindheit bemerkt: ich gehöre nicht hier hin. Ich will mehr und ich kann mehr vom Leben erwarten. Dieser Durst und diese Kraft, die ihr innewohnen, begleiten uns durch das ganze Buch und faszinierten mich sehr. Für mich hatte der Teil über ihre Kindheit deutliche Längen, dafür packten mich die Erzählungen ihrer Jugend und der damit verbundenen Ehe umso mehr. Ein Buch über die Selbstbestimmung, über eine unfassbar starke Frau und ihren Mut, aufzubegehren und sich gegen alles zu stellen, was sie ihr Leben lang glauben sollte.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
7. Feb.
Rating:3.5

Ruhige, aber packende Autobiographie

Vorab: Ich habe die Netflix Mini Serie gesehen bevor ich das Buch dazu gelesen habe. Eine junge Frau, eine Chassidische Jüdin, erzählt von ihrem Leben, ihrer Kultur und ihren religionsbedingten Traditionen. Von Anfang an merkt man, dass es eher ein „das muss so“ als ein „ich glaube selbst dran“ ist. Schon als junges Mädchen hinterfragt sie die Welt in die sie geboren wurde. Eine Suche nach sich selbst gegen die Traditionellen Glaubenssätze ihrer Umgebung, die mit vielen Rückschlägen und „Pause“ Momenten unterbrochen ist. Grundsätzlich finde ich die Geschichte sehr interessant. Es hat aber nur bedingt mit der Netflix Serie zu tun! Das Buch ist sehr ruhig erzählt, man bekommt aber einen sehr interessanten Einblick in das Leben der Chassidischen Gemeinde in Williamsburg (New York)

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
23. Jan.
Rating:3

Tolle Storyline, kommt für mich aber nicht in Fahrt.

Ich hab die Netflix-Serie krass gefeiert und alle Gespräche von Feldman. Mein Problem im Buch war, dass ich nicht in die Story reinkam und es vom Schreiben her nicht meins war. Der Inhalt daggen ist klasse und deswegen sehr wichtig und lesenswert. Aber, für mich, und das passiert kaum, ist die Serie greifbarer und spannender als das Buch...

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
19. Jan.
Rating:4

eine packende (lebens)geschichte! der schreibstil war zwar nicht überdurchschnittlich herausstechend, ließ sich aber flüssig und eingehend lesen, genau das habe ich in dem moment genossen. viele stellen ließen mich ungläubig und betroffen zurück und es ist erschreckend, sich vorzustellen, dass diese gemeinde wohl heute noch genauso fortbesteht und in diesem moment minderjährige mädchen in zwangsehen unglücklich sind. es tut mir aber auch weh, pauschal über all diese menschen zu urteilen (vllt insbesondere, weil ich in deutschland aufgewachsen bin?). religion ist eine merkwürdige sache, die ich wohl nie ganz verstehen werde.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
30. Dez.
Post image
Rating:4

Deborah Feldman - Unorthodox Zugegeben, auf dieses Buch wäre ich wahrscheinlich (auch wegen seines unspektakulären Covers) nicht selbst gekommen. But never judge a book by its cover! Und zum Glück gibt es die Bookstagram Gemeinde, die immer wieder solche Perlen ausgräbt 😊. Autobiographien sind ja oft so eine Sache, aber der Autorin gelingt es von Anfang an, die Lesenden mit auf ihren Lebensweg zu nehmen. Tatsächlich war mir nicht bewusst, dass in Williamsburg eine solch große Gemeinde der ultra-orthodoxen Juden lebt, ja dies quasi deren eigener Stadtteil ist, obwohl ich New York mittlerweile ganz gut kenne. In der Stadt habe ich sie immer mal wieder gesehen, ohne jedoch viel über ihre Lebensweise und die extreme Auslebung ihres Glaubens zu wissen. Umso interessanter und teilweise wirklich bedrückend fand ich deshalb die Schilderung von Deborah Feldman über ihre strenge Erziehung und die Regeln, denen sie sich über 20 Jahre lang in ihrer jüdischen Gemeinde unterwerfen musste. Es liegt mir fern, diese Religion zu verurteilen, es kann doch jeder selbst entscheiden, wie und was er oder sie glauben möchte. Sobald es aber in Zwänge und vor allem in Unterdrückung der Frau und ihren Rechten endet, darf aus meiner Sicht auch Kritik an patriarchalisch geprägten Glaubensrichtungen erlaubt sein. Vor allem die Praktiken zur Säuberung der "unreinen" Frau haben mich mehr als schockiert zurückgelassen. Umso erstaunlicher ist es, dass Feldman sich ihren starken Charakter nie hat zerstören lassen und es ihr letztendlich quasi alleine gelang, aus dieser Welt auszubrechen und ihren eigenen Weg zu gehen.  Ein bisschen schade fand ich, dass man nichts mehr über ihr Leben direkt nach der Flucht und ihren weiteren Weg in die Freiheit erfährt.  Diesen Erzählstrang hat die 2020 erschienene, gleichnamige Netflix-Serie aufgegriffen, deren Handlung allerdings frei erfunden wurde. Trotzdem werde ich sie mir jetzt im Anschluss an das Buch anschauen. Und wenn man mehr über das echte Leben der Autorin erfahren will, kann man ihr bei Insta folgen 😉.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
21. Dez.
Rating:5

Deborah Feldman lässt uns in eine Welt blicken, die uns normalerweise verwehrt bleibt. Sie spricht in ihrer Autobiografie über ihr Leben als ultraorthodoxe Jüdin der chassidischen Satmar - Gemeinde in Williamsburg / NY. Hier bei LB ist bereits das neue Cover (mit dem Verweis auf Netflix) eingestellt worden. Ich habe das Buch mit dem alten, schlichten Cover, welches ich viel schöner finde! Der Schreibstil gefällt mir äußerst gut, das Buch ist abwechslungsreich verfasst worden, sehr dynamisch, dennoch ruhig erzählt. Ich war sehr gefesselt von Feldmans Worten und deren Inhalt. Das Buch ist nicht nur ein Bericht ihres Lebens, vielmehr ist es für uns als Leser sehr lehrreich (Religion, Sprache usw.) und lässt uns tief in (religiöse) Traditionen, Verpflichtungen und Gedanken einer chassidischen Gemeinde und einzelner Personen blicken. Ich möchte im Einzelnen gar nicht näher auf den Inhalt eingehen. Ich denke zum einen, man sollte dieses Buch gelesen haben und zum anderen, dass alles aus diesem Buch erwähnenswert wäre. Ich freue mich schon auf Feldmans zweiten Band “Überbitten“, den ich zeitnah lesen möchte.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
1. Sept.
Intensiv und klar
Rating:5

Intensiv und klar

Ich habe das Buch im Urlaub gelesen und es verschlungen. Die Autorin hat mich in einer Welt eingeladen, die mir theoretisch bekannt, aber praktisch unbekannt war. Ihre Beschreibung waren so intensiv und doch so klar und dann haben es mir möglich gemacht mit ihr mit zu fühlen und nicht aufhören zu können mehr wissen zu wollen. Ich freue mich auf mehr Bücher von der Autorin ❣️

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
26. Aug.
Rating:3

Interesting story that I wanted to read after watching the Netflix series. I also read Deborah Feldmans Wikipedia article (not the most reliable source, I know). I think that without those sources, I wouldn't have understood some things in the story. Especially the situations with her parents and who she is living with in the beginning is not really well explained. And I didn't like how the book touched on important topics, and never talked about them again. Like, was he cheating on her? And how did she escape with her son? It was mentioned more than once that the girls will often get away from the Hasidic communities, but never once were they able to take their children with them. How did Deborah manage it?

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
21. Juli
Rating:4

Eine sehr interessante Lebensgeschichte! Man kaum glauben, dass es noch solche Parallelwelten gibt. Zu Anfang etwas anstrengend zu lesen, da die jiddischen Wörter nicht geläufig sind. Trotz dessen sehr lesenswert.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
1. Juli
Rating:4

"Ich kann diesen Gedanken nicht ertragen, ein ganzes Leben auf diesem Planeten zu verbringen, ohne das zu erleben, was ich zu erleben mir erträume, und zwar nur, weil es verboten ist. Ich glaube nicht, dass diese Version der Freiheit je reichen wird, solange sie nicht alles umfasst. Ich glaube nicht, dass ich glücklich sein kann, solange ich nicht wirklich unabhängig bin." Von Anfang an merkt man, dass das Mädchen, das diese Geschichte erzählt, ausbrechen will aus der strengen jüdischen Gemeinde, mit ihren harten Regeln und Gesetzen. Erschreckend ist es zu lesen, wie die Kinder, besonders Mädchen und junge Frauen unterdrückt werden, keine eigene Meinung und Identität haben dürfen. Sie müssen sich der Gemeinschaft beugen. Und noch erschreckender ist es zu wissen, dass die Autorin die Erzählerin der Geschichte ist, und das alles so erlebt hat. Ich finde es immer wahnsinnig interessant über andere Religionen und Kulturen zu lesen. Es gibt so viele schöne Traditionen, aber erschreckenderweise auch genauso viele Regeln, die vielleicht heute im 21. Jahrhundert so gar nicht mehr aktuell sind. Ist es in Ordnung, Mädchen eine richtige Bildung zu verwehren, da sie ja sowieso früh verheiratet werden und dann, grob gesagt, nur noch Ehefrau und Mutter darstellen sollen? Eine sexuelle Aufklärung, die einfach nicht stattfindet. Gehorsam vor Gott und dem Ehemann steht an erster Stelle. Das Buch hat nach der Veröffentlichung eingeschlagen wie eine Bombe. Vielleicht öffnet es anderen Menschen ein wenig die Augen, die vielleicht auch an der Schwelle des Glaubens stehen.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
29. Feb.
Rating:4.5

Krasses Buch

Beeindruckende und gleichzeitig bedrückende Geschichte über die Entwicklung der Autorin. Ich finde es so erschreckend, was sie alles durch gemacht hat und umso beeindruckender, dass sie es geschafft hat ihr eigenen Ziele zu erreichen und glücklich zu werden, wo es doch anders vorherbestimmt schien..

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
28. Jan.
Rating:5

In der chassidischen Satmar-Gemeinde ist Freiheit nur ein verbotener Gedanke. Regeln und Religion bestimmen jeden Aspekt ihres Lebens. Deborah Feldman erzählt berührend ihre Flucht aus einem Leben ohne Perspektive. Kommt man an dieser Geschichte gerade vorbei? Nein. Und das ist gut so! Eigentlich will ich gar nicht mehr schreiben als: LEST DIESES BUCH! Ehrlich, ich weiß gar nicht wie ich über diese Geschichte sprechen soll. Sie hat mich sehr berührt und wird meine Gedanken noch lange begleiten. *** Worum geht es in dem Buch? Achtung, das ist ganz wichtig: BUCH und NETFLIX sind zwei UNTERSCHIEDLICHE Geschichten. Mir war das nicht klar. Daher wollte ich unbedingt erst das Buch lesen, bevor wir die Netflix Serie geschaut haben. Es gibt viele sehr ähnliche Faktoren und einzelne Kapitel stimmen nahezu überein. Doch das Buch erzählt viel detaillierter die Kindheit von Frau Feldmann. Die Netflix Serie hingegen fängt da an, wo das Buch aufhört (alterstechnisch) mit einigen Rückblicken. Dennoch würde ich erst das Buch lesen und dann die Serie schauen. *** Immer wieder dachte ich: Das ist wirklich passiert. Diese Gemeinde gibt es wirklich. Unfassbar für mich und erschreckend. Mein Hirn kann nicht verarbeiten wieso Menschen sich und ihre Lieben so einschränken wollen. Kann wirklich Religion so etwas fordern? Welcher Gott verlangt von seinen Gläubigen das Frauen so degradiert behandelt werden? *** Die lesenswerteste Biografie die ich je in Händen gehalten habe!

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
20. Jan.
Rating:5

Vermutlich die beste Biographie, die ich jemals gelesen habe, sowohl sprachlich, als auch erzählerisch. Eine wichtige (Lebens-)Geschichte, die zeigt, was passiert, wenn eine Gemeinschaft das männliche Geschlecht im Namen des Glaubens erhöht und Gesetze erlässt, die Menschen in eine moralische Zwangsjacke einschnüren. Erschreckend und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
12. Jan.
Rating:3

2,5 Sterne. Eigentlich finde ich das Thema super spannend aber vor allem die erste Hälfte hat sich extrem gezogen, ich bin mit der Autorin nicht warm geworden und kann auch teilweise ihren Umgang mit Menschen nicht nachvollziehen (bezieht sich vor allem auf ihren Vater).

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
4. Jan.

Ich vergebe mal keine Sterne, weil ich echt überfragt bin, wie man eine Lebensgeschichte „bewerten“ soll. Deborah Feldman erzählt detailreich bis schonungslos, wie sie in einer ultraorthodoxen jüdischen Glaubensgemeinschaft in Brooklyn aufwächst und warum sie schließlich „aussteigt“. - Die Parallelwelt der Hasiden im Brooklyner Stadtteil Williamsburg wird mit all seinen Eigenheiten nach und nach ziemlich lebhaft beschrieben (inkl. Essen, theologischer Grundsätze, Familienstrukturen, Bildung usw.). Ich fand die Schilderungen über weite Strecken ausgewogen und nicht von Anfang an dämonisiert. Es geht ja nicht darum, dass orthodoxe Gemeinschaften nicht existieren dürfen, sondern darum, dass Menschen eine Wahl haben müssen, wie sie leben wollen. - Deborahs langsamer Weg zum Zweifeln, Hinterfragen und selbstständigen Denken war gut nachvollziehbar: von dem naiven Kind, der trotzigen Jugendlichen zur jungen Frau mit Freiheitsdrang. Trotzdem hätte das Buch für mich in der ersten Hälfte kürzer und knackiger sein dürfen. - auf den bitteren, teilweise überheblichen Erzählton muss man sich einlassen. Nach so einer Lebensgeschichte ist er nachfühlbar, fällt nur eben an mehreren Stellen auf. Feel good ist was anderes, völlig verständlicherweise. - thematisch vielfältig: Gehorsam, Sittsamkeit, Rollenbilder, Freiheit usw. - sehr befremdlich ist für mich geblieben, wie über Deborahs offensichtlich geistig behinderten Vater gesprochen wird. Seine Art wird in der Gemeinde belächelt, vertuscht, sorgt für Scham oder wird verteufelt. Selbst aus der Rückschau kann Feldman selbst sich davon nicht befreien. Das wirkte dann ziemlich empathielos und hat mich eher traurig gemacht. Ähnlich empathielos wirkt sie übrigens ihrem Ex-Ehemann gegenüber.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
30. Dez.
Rating:5

Ein gelungener Einblick in eine andere Welt

Ein junges Mädchen wächst im Kreise ihrer Familie in New York auf - was für viele nach einem Traum klingt, stellt sich für die Autorin schnell als Alptraum heraus. Zwar liebt sie ihre Familie, aber ihr Leben in der streng jüdischen Gemeinschaft engt sie ein. Hier geht es um eine junge Frau, die den Zwängen ihrer Familie und Religion entkommt. Auch für Leser, die den religiösen Aspekt weniger nachvollziehen können (so wie ich), ist diese Geschichte nicht nur spannend zu verfolgen, sondern inspirieren und eine Mahnung an die Gesellschaft.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
27. Dez.
Rating:4

Dieses Hörbuch hat mich durch die Anfangsphase meines neuen Jobs begleitet. Eine meiner ersten Aufgaben war es, 30 Skripten zu je 130 Seiten auszudrucken und dann mit Spiralbindungen zu versehen. Allein schon die Seiten auszudrucken hat drei Stunden gedauert, dann musste ich bunte Zwischenseiten einlegen, sicherstellen, dass alle Seiten richtig herum daliegen, dann alles lochen und schließlich binden. Drei Vormittage war ich beschäftigt - oder ein Hörbuch lang. Deswegen will ich mich auch gar nicht beschweren, denn bei wievielen Jobs kann man bitte Hörbücher hören ohne dass es jemanden stört? Und das hier ist dieses Hörbuch, das mich bei meiner Aufgabe begleitet hat: "Unorthodox" von Deborah Feldman. Bei diesem Buch handelt es sich um die Biographie der Autorin. Sie wuchs in einer ultra-orthodoxen jüdischen Sekte auf. Bücher sind verboten, von klein auf lernt Feldman, dass sie sich unterordnen muss, weil sie ein Mädchen ist. Kontakt zu Außenstehenden ist unerwünscht, sie lernt, dass ihr Körper etwas Schmutziges ist, für das man sich schämen muss. Nackte Haut zu zeigen? Unmöglich! Sein Haar zu zeigen wenn man eine verheiratete Frau ist? Auf gar keinen Fall, da muss eine Perücke her und die muss am besten auch noch mal bedeckt werden. Die Einschränkungen gehen so weit, dass die Mitglieder der Sekte an manchen Tagen der Woche nichts tragen dürfen und ja, aus irgendeinem Grund zählt das Schieben von Kinderwägen an diesem Tag auch zu den verbotenen Aktivitäten. Und in dieser Welt verbrachte die Autorin einen großen Teil ihres bisherigen Lebens. Für mich unvorstellbar! Und auch die Autorin fühlt sich schon als junge Frau nicht mehr wohl in dieser Sekte. Sie erzählt von den Zweifeln, die sich schon in jungen Jahren bei ihr gemeldet haben, von dummen Gerede hinter hervorgehaltener Hand, von geheimen Lektüren und erste intensivere Kontakte mit Leuten, die nicht Teil der Sekte sind, bis hin zur Flucht aus dieser Gemeinschaft, gemeinsam mit ihrem Sohn, damals noch ein Kleinkind. Die Leser oder Zuhörer bekommen wirklich einen unglaublich tiefen Einblick in ihr Leben, ihre Gefühlswelt und ihr Leid. Mich hat es sehr überrascht, wie neutral die Autorin erzählt hat. Klar, sie erzählt von ihrem Leben, da kann man nie ganz neutral sein, aber ganz ehrlich? Ich hätte es auch verstanden, wenn sie in Schimpftiraden ausgebrochen wäre, alle Mitglieder und vor allem die Autoritätsfiguren verflucht hätte und sich danach in Selbstmitleid gesuhlt hätte. Wär zwar dann wahrscheinlich nicht so lesenswert, aber eine absolut verständliche Reaktion. Mein Fazit? Eine spannende Biographie, die mich bis zur letzten Minute fesseln konnte.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
6. Dez.
Rating:5

Fesselnd & faszinierend. Schlimm, dass für viele Menschen die Welt der orthodoxen Juden die Realität Realität darstellt. Ich konnte mich mit Deborah schnell identifizieren und habe mitgefiebert, hatte aber immer im Hinterkopf, dass das Buch keine Fiktion darstellt, sondern aufklären soll.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
14. Nov.
Rating:4

Vom Thema her ein wahnsinnig intensives Buch. Die Autorin Deborah Feldman erzählt von ihrer Kindheit, Jugend und frühen Erwachsenenzeit in der chassidischen Satmar-Gemeinde in New York, einer ultra orthodoxen Judengemeinschaft. Die Autorin hat nach eigener Aussage Namen und Angaben etwas verfremdet um die Menschen zu schützen aber ansonsten beruht ihr Buch auf ihren Erlebnissen. Ich bin sehr erschrocken, wie rückständig die Menschen in dieser Gemeinschaft leben und wie sehr sie sich von modernen Leben abschotten und wie sehr sie auch versuchen durch Zwänge und Verbote ihre Kinder im Sinne der Gemeinschaft zu erziehen. Was Deborah Feldman erlebt hat, ist meiner Meinung nach teilweise Gehirnwäsche. Ich erlebe ihr Leben als sehr bedrückend und einengend, Bildung wird ihr weitestgehend verwehrt und gerade als Frau ist sie weniger wert und hat sich um die "typischen weiblichen Dinge" wie Kinder kriegen, Haushalt und es dem Mann angenehm machen, zu kümmern. Ihre Ausbrüche in "unsere" Welt muss sich sich erkämpfen bzw heimlich gestalten. Wobei sie da schon Berührungspunkte hat, sie wird nicht eingesperrt. Und es ist sehr schwierig, über Religion und Sitten zu urteilen. Aber gerade die mangelnde Aufklärung, das "klein halten", gerade der Mädchen und Frauen, fördert die sehr patriarchische Struktur in dieser Gemeinschaft. Wie unvorbereit sie zB in ihre arrangierte Ehe geht, erschreckend. Wobei ich überrascht bin, wie wenig sie ingesamt das Leben verurteilt, man merkt schon, dass sie weiterhin Jüdin ist, ihrer Religion nicht abgeschworen hat und auch die Menschen ihrer Gemeinschaft nicht hasst oder verdammt Deborah Feldmans Schreibstil ist OK, für mich keine Literatur, keine herausragende Schreibweise. Und vieles ist sehr episodenhaft erzählt, es gibt viele einzelene Momente, die aneinandergereiht sind. Aber man bleibt dran, das Buch lässt sich recht leicht lesen, trotz der schweren Thematik Ein Buch dass einen interessanten Einblick liefert in eine mir völlig fremde Welt und mich reizt, mehr zu erfahren Es gibt dazu eine Emmi-prämierte Serie, die leider nur sehr locker auf dem Buch basiert. Außerdem gibt es ein zweites Buch von Deborah Feldman in dem sie die Geschichte ihrer Großmutter recherchiert, einer Holocaust Überlebenden, und in dem Deborah Feldman auch von ihrem neuen Leben in Berlin berichtet. Sowohl Serie als auch das zweite Buch interessieren mich

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
23. Okt.
Rating:4

Sehr spannend hinter die Fassade der streng orthodox jüdischen Gemeinde von Williamsburg zu schauen. Erschreckend und faszinierend zugleich, wie eine Gemeinschaft mit solchen Regeln und „Gesetzten“ in der heutigen Zeit leben. Deborah berichtet von so viel schrecklichen Erlebnissen, speziell bzgl. ihrer arrangierten Ehe, dass selbst wenn nur die Hälfte stimmt, es schlimm genug wäre. Sicherlich sollte man andere Lebensweisen nicht verurteilen, aber diese Art der Selbst-Geiselung tut niemandem gut. Ganz besonders nicht den unterdrückten Frauen in der Gemeinschaft. Gut, dass jemand mit diesem Buch überhaupt erst einmal darauf aufmerksam macht. Ich war in Williamsburg und glaube Deborah alleine schon von dem was ich da an einem Nachmittag gesehen und gespürt habe! Sehr lesenswert, auch wenn der Schreibstil mir an der ein oder anderen Stelle etwas zu „hochtrabend“ war. Aber trotzdem konnte ich ihr sehr gut folgen.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
26. Sept.
Rating:4

Eine völlig fremde Welt, mitten unter uns. Aber Deborah Feldmans Schreibstil nahm mich bei der Hand und führte mich in ein Paralleluniversum. In eine Welt voller Regeln und Restriktionen und Frauenunterdrückung.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
6. Aug.
Rating:5

Deborah Feldman erzählt in "Unorthodox" ihre Geschichte als Mädchen und Frau in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde. Die Satmarer sehen den Holocaust als Strafe Gottes für Assimilation und Zionismus. Um einer weiteren Strafe dieses Ausmaßes zu entgehen, lebt diese Chassidische Sekte nach den strengsten Regeln, die sie in ihrer Religion begründen. Sie verzichten auf nahezu alles, was Spaß und Freude bringt und glauben daran, dass Gott es ihnen damit dankt, sie nicht wieder zu bestrafen. Besonders eingeengt und unterdrückt werden in dieser Gemeinschaft die Frauen, die nicht einmal ein Auto fahren dürfen, geschweige denn ein Buch lesen. Wie die meisten Mädchen wird Deborah mit 17 Jahren verheiratet. Die Ehe scheitert und sie findet Jahre nach der Geburt ihres Sohnes den Mut sich von den Zwängen der Sekte zu befreien und ein eigenes, freies Leben zu führen. Es hat mich teilweise wirklich schockiert zu lesen, unter welchen Umständen die Menschen, aber besonders Frauen, in modernen Zeiten in einer Stadt wie New York leben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen, konnte ich das Buch beinahe nicht mehr aus der Hand legen, weil ich ungläubig war, über das, was ich dort las und erfahren wollte, was die Geschichte als nächstes enthüllen würde. Ich war fasziniert von dem Mut dieser Frau für ihre Freiheit zu kämpfen und alles was sie kannte und hatte hinter sich zu lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie viel Mut es bedarf, diesen Schritt alleine zu gehen! Ich hätte mir gewünscht, dass der Prozess des Austreten aus der Gemeinschaft noch etwas ausführlicher beschrieben worden wäre. Für meinen Geschmack wurde dieser Teil ein wenig zu schnell abgehandelt. Aber auch so ist diese Geschichte absolut lesenswert und fesselnd.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
6. Aug.
Rating:5

Was für ein unglaublich fantastisches, wichtiges Buch. Ich hatte anfangs etwas Probleme mich in Deborahs Welt einzufinden. Zu abstrakt und weit entfernt waren die beschriebenen Sitten, Gebräuche und zu altbacken die Umgebung. Doch nachdem ich angekommen war und verstand, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Was für eine mutige Frau, die ihre Stimme lange unterdrückte, sie jedoch immer in sich hatte und sie letztlich nutzt(e) und in erster Linie für sich , ihr Kind und zu guter Letzt für viele unterdrückte Frauen aufsteht. Ich habe schon während des Lesens die Netflix- Serie geschaut und mir Interviews von ihr angesehen. Es hat das Buch zusätzlich abgerundet und ihrer Stimme ein Gesicht verliehen. Ihre Geschichte hat mich unheimlich berührt und ich freue mich wahnsinnig für sie und ihren Sohn, dass sie im Hier und Jetzt frei und selbstbestimmt leben können. Ein Lesehighlight und eine unbedingte Empfehlung !!!!!

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
6. Mai
Post image
Rating:4

Dieses Buch wollte ich lesen, bevor ich die Serie sehe. Das habe ich nun geschafft. Vermutlich kommt die Serie als Nächstes dran. • Ob ich zum Inhalt noch so viel sagen muss, wage ich bezweifeln. Deborah Feldman erzählt autobiografisch von ihrem Aufwachsen in einer jüdischen, enorm orthodoxen Sekte. Die chassidische Gemeinde der Satmarer hat sehr starre und klare Vorstellungen davon, wie fromm sie zu sein haben. Insbesondere die Rechte von Frauen zählen gar nichts, vor allem Haushalt, Küche und schließlich Kindererziehung sind ihre Aufgaben. Lesen und wissen dürfen sie kaum etwas, außer natürlich alle wichtigen Regeln und Gebete. Diese Regeln unterwandert die Hauptfigur schon früh, weil sie sich der Magie des Lesens nicht entziehen kann. Je älter sie wird, desto mehr hinterfragt sie und letztlich schafft sie, sich aus der Gemeinde zu lösen. • Diesen Weg mitzuverfolgen, ist interessant und immer wieder deprimierend. Ja, von außen ist es immer leicht zu urteilen, hier wird auch von innen geurteilt. Vieles an diesem System funktioniert nicht (Sex zum Beispiel) und entspricht auch nicht dem, was ich bisher über das Judentum gelernt habe. Beispielsweise ist Bildung eine der Grundsäulen, hier aber nur den Männern vorbehalten. Die heiligen Texte dürfen nur bestimmte Menschen der Gemeinde kennen, während es im sonstigen Judentum gerade darum geht, dass alle sie kennen und mitreden können. Insofern war es wirklich gut, dass ich „Frag uns doch“ vor „unorthodox“ gelesen hatte. Feldmans Schilderungen sind wichtig, diese Gemeinschaften schränken Menschen in ihrem Leben enorm unfreiwillig ein. Aber sie sollten nicht das „eine“ Bild sein, das wir vom Judentum haben. Orthodoxe Fanatiker gibt es in jeder Religion, sie stehen nicht für alle Glaubenden der jeweiligen Gemeinschaft.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
27. März
Rating:4

Nachdem ich die Netflix Serie Unorthodox gesehen habe, wollte ich unbedingt auch das dazugehörige Buch lesen, da mir in der Serie einige gefehlt hat. Das Buch von Deborah Feldman ist autobiographisch. Sie erzählt ihre Geschichte über ihr Leben als chissidische Jüdin in Willamsburg. Ihr Leben als Frau in dieser Sekte. Ihr Leben als Gebärmaschine und ein Leben in das sie nicht passt und aus dem sie fliehen will. Ich fand das Buch sehr interessant, genauso wie die Netflix Serie. Ich kann beides nur sehr empfehlen.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
8. Feb.
Rating:4

Ebenso wie die Netflix Serie sehr empfehlenswert. Letzteres ist von dem Buch inspiriert, setzt aber -soweit ich mich erinnere- viel später ein und ist eher an die Handlung angelehnt, sodass man das Buch auch lesen kann, wenn man die Serie schon kennt.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
28. Jan.
Rating:4

Ich liebe ihren Schreibstil, und wie sie in ihrem strikten Umfeld rebellisch ist und sich das in ganz anderen Dingen und Nuancen zeigt als Gewöhnlich (sie betritt zB eine Bibliothek die englischsprachige Bücher verkauft). Abgesehen von dem schönen Schreibstil und dem Einblick in ihre Gefühlswelt war das Buch jedoch für mich persönlich ein großes Wachrütteln. Bedingt durch die geschichtlichen Hintergründe hatte das Judentum bei mir immer etwas Narrenfreiheit gegenüber anderen Religionen, die ich größtenteils ablehne. Ich habe mich bisher schlichtweg wenig bis gar nicht mit den Glaubenssätzen und Bräuchen hinter dem Judentum befasst. Ich lasse alle Personen ihre Religion ausüben und freue mich sehr, wenn sie daraus Kraft/Hoffnung/Stärke/Gemeinschaft usw schöpfen, solange sie dabei nicht mit dem Leben von anderen Personen oder meinem eigenen interferieren. Sobald jedoch Menschen Schaden durch die Ausführung nehmen und sich bewusst nicht selbst dazu entschieden haben, sind Religionen für mich nur eine weitere Form von Machtmissbrauch. Vielleicht sogar die schlimmste, weil sie auf körperlicher wie emotionaler Ebene funktionieren. Deshalb sind in meinen Augen speziell Christentum (aus persönlicher Erfahrung) und Islam (hier vor allem aus Gesprächen mit Freund:innen) aufgebaut auf einem Fundament von Scham, Stigma, Klassizismus und Misogynie. Hier reiht sich seit diesem Buch das Judentum mit ein. Die Menschen werden in die Gemeinschaft geboren und durch gezielte Manipulation eingeschränkt, unterdrückt und eines freien Willen beraubt. Gerade die Protagonistin erklärt ihr "Aufwachen" in kleinen Minischritten super nachvollziehbar und es wird gleichzeitig total offensichtlich, weshalb sie in manchen Gedankenschleifen gefangen ist und schlicht keine andere Wirklichkeit kennt außer der kompletten Unterwerfung ihrer selbst unter die Regeln ihrer Gemeinde. Gleichzeitig erzählt sie von den Bräuchen und ihrem Tagesablauf mit einer oft emotionalen Wärme die nachvollziehbar macht, weshalb sich manche Menschen wohl in dem Umfeld fühlen/nicht daraus ausbrechen wollen oder können. Sie diskreditiert die Umstände nie direkt, sie zeigt die Wirklichkeit schonungslos auf und lässt die lesende Person ihr eigenes Bild zeichnen. Ich habe von dem Buch unfassbar viel gelernt - über das (extrem ausgelebte) Judentum aber auch über Mut, Stigma und Zuversicht, dass es mehr gibt als die Situation, die gerade ausweglos scheint.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
26. Jan.
Rating:3

Ich hab das Buch sehr schnell durchgelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht. Es hat mich für zwei Tage wirklich gefangen genommen, ich habe sogar davon geträumt (vielleicht aber auch, weil ich vor drei Jahren mal als Touristin durch Williamsburg gelaufen bin). Trotzdem fand ich es aus verschiedenen Gründen nicht besonders gut: 1. Es ist teilweise unverständlich: Es hat mich mit vielen Fragen zurückgelassen, ich habe einiges googlen müssen, z.B. über die verschiedenen Strömungen des Judentums, die nicht wirklich erklärt werden. Und in der Anmerkung zur deutschen Übersetzung heißt es, jiddische Ausdrücke, die nicht im Text direkt erläutert werden oder sich nicht alleine aus dem Kontext erschließen, würden im Glossar erläutert werden - aber das Glossar ist leider wirklich unvollständig, außerdem ist es lästig, dass man für die Übersetzungen nach hinten blättern muss. 2. Es ist schlecht geschrieben und/oder lektoriert: Ich hatte beim Lesen das Gefühl, man wollte diesen Text möglichst schnell rausbringen, weil man sich von dem Thema viel versprach. Dabei ist einiges an der Form verlorengegangen. Besonders bei den Schilderungen der Kindheit werden größtenteils Erinnerungen und die heutige Sichtweise auf diese vermischt. An manchen Stellen wird differenziert à la "Jetzt blicke ich darauf zurück und denke...", aber meistens fehlt diese Unterscheidung und man ist ganz verwirrt. Ich konnte selber nicht wirklich in Worte fassen, was genau mein Problem mit "Unorthodox" ist, aber die anderen Rezensionen hier waren sehr aufschlussreich: Das Buch wurde einfach zu früh geschrieben, es fehlt die Distanz zum Erlebten. Mir geht es gar nicht darum, dass manches so wohl nicht stimmt (zeigt mir eine komplett objektive Autiobiografie!), denn die deutsche Ausgabe beginnt mit dem Hinweis, dass Ereignisse verkürzt, verdichtet oder neu angeordnet worden sind. Ich finde auch nicht, dass das Bild, was Feldman von dem Umfeld, in dem sie aufgewachsen ist, nur schwarz-weiß ist. Gerade ihre Großmutter (und das von ihr gekochte Essen) beschreibt sie teilweise sehr liebevoll. Aber sie ist unglaublich selbstgerecht und das ist einfach wahnsinnig anstrengend. Obwohl sie in dem Buch von anderen Frauen berichtet, die die chassidische Satmar-Gemeinde verlassen haben (z.B. ihre eigene Mutter), schildert sie ihre Geschichte, als wäre sie die einzige, die es richtig gemacht hat. An kaum einer Stelle reflektiert sie ihr eigenes Verhalten und dass auch sie zum Funktionieren der Gemeinde beigetragen hat. Sie stellt sich selbst als perfekt dar: Sie hat die Gemeinde verlassen und nur die besten Eigenschaften ihrer strengen Erziehung beibehalten, sie hat natürlich schon als Kind alles durchschaut und es ganz alleine geschafft auszusteigen. Als jemand, in deren eigener Familie es Sekten-Aussteigerinnen-Geschichten gibt (wobei man betonen muss, dass das zwar sehr ein sehr restriktives Umfeld war/ist, aber weit entfernt von Zwangsheirat etc.), finde ich, dass diese Geschichte sehr vereinfacht dargestellt wird. Feldman beschreibt überhaupt keine emotionalen Barrieren, die Gemeinschaft zu verlassen, nur äußere Umstände, die sie überwinden musste. Sie zweifelt nie daran, ob der Ausstieg das richtige ist. Mir hat beim Lesen sehr eine Innenperspektive gefehlt, die über ein banales "Seht, wie schlecht ich behandelt worden bin" hinausgeht. Vielleicht muss ich dafür das zweite Buch von Deborah Feldman, "Überbitten", lesen oder vielleicht auch ein ganz anderes Buch von einer ganz anderen Autorin.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
22. Jan.
Rating:5

Das Buch in einem Wort: Unglaublich. Unglaublich Traurig, Unglaublich erschreckend, Unglaublich interessant, unglaublich schmerzhaft. Ich kann einfach nicht in Worte fassen welche verschiedenen Gefühle mir bei diesem Buch durch den Körper gingen. Ich habe mich vorher nie mit diesem Thema beschäftigt.. Orthodox. Aber jetzt weiß ich mehr. Sogar mehr als mir lieb ist. Das Buch hat mich wirklich auf eine eigene Art & Weise gebrochen. Wegen seiner unglaublichen Ehrlichkeit. Danke an die Autorin für den Einblick in ihre eigene, persönliche Geschichte!

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
9. Jan.
Rating:5

Das Buch bietet einen faszinierenden Einblick in eine unbekannte Welt. Ich war ergriffen von dem Mut der Autorin, ihre Geschichte so offen zu erzählen, aber auch von der Courage, ihr Leben als junge Mutter so radikal zu verändern und auf einen fremden Kontinent mit fremder Sprache zu flüchten. Da blieb kein Auge trocken. Selbstverständlich sofort mehrfach empfohlen und die Fortsetzung bestellt.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
8. Jan.
Rating:5

Das war wieder mal ein spannender Einblick in eine fremdartige, weit von meinem eigenen Erleben entfernte Welt. Das Aufwachsen eines Mädchens zu einer intelligenten junge Frau, die die engen Fesseln der Religion ihrer Vorfahren abwirft, hat mich fasziniert. Aber noch interessanter fand ich den Blick auf eine isolierte, fanatische Gemeinschaft und die von der Autorin gelieferten Erklärungsansätze, wie es zu diesem extremen Verhalten kommen konnte, haben mir sehr viel Stoff zu Nachdenken geliefert. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung und werde mir sicher auch die Serienverfilmung ansehen.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb
16. Nov.
Rating:4

Es ist ein unglaublich informatives und vor allen Dingen auch erschreckendes Werk. Wenn die Wahrheit ans Licht kommt, ist das immer ein besonderer Akt und ich glaube hierbei wurden einige Leute in ihrer Ehre verletzt. Doch was ist Ehre? Ich glaube, mit der Unterdrückung und keinem Stück Wertschätzung der Frauen, hat das Wort Ehre kaum einen Platz. Keine Welt für mich, aber ich bin froh, dass man durch die Literatur erfahren kann, wie auf der Welt gelebt wird. Wie gelebt wird, wie gedacht wird, was strenge Religionen anrichten können und wie man in etwas hineingepresst wird, wo man nicht hinpasst. Was einem widerstrebt. Diese Frau hat viel erlebt, viel, was man ihr hätte ersparen müssen. Letztlich kann man ihr nur dafür danken, dass sie zumindest damit ans Licht ging und dem Rest der Welt zeigt, was sonst wo abgeht und wie es hinter gewissen verschlossenen Türen aussieht. Ich bin umso froher, als ein komplett freier Mensch erzogen worden zu sein. Diese Lektüre kann ich wärmstens empfehlen an alle die, die sich für das Thema Menschsein und Religion interessieren und auch für das Thema Feminismus. Ebenso für Wichtigkeiten wie Selbstfindung, Selbstwertgefühl, die Rolle der Frau in der Ehe, Religion und Lebensphilosophie.

Unorthodox
Unorthodoxby Deborah Feldmanbtb