
Düstere, beklemmende Atmosphäre, aber wenig Spannung
Dieses Buch hinterlässt bei mir gemischte Gefühle. Die Atmosphäre ist richtig stark. Düster, beklemmend, die ganze Zeit ein Gänsehautgefühl, das einen durch die Seiten begleitet. Die kleinen Gruselmomente hingegen konnten mich wenig überzeugen. Sie wirkten der Handlung dienlich, konnten mir aber keinen Schauer über den Rücken jagen. Allgemein ist der Spannungsbogen relativ abgeflacht. Wahrscheinlich auch deswegen, weil es wenig wirkliche Überraschungsmomente gibt und die Handlung ein wenig dahin plätschert. Am Ende spitzen sich die Ereignisse tatsächlich noch zu und vermitteln stellenweise auch Spannung. Dennoch bleibt der Grundton der Geschichte eher ruhig. Die Charaktere finde ich gut gezeichnet. Die Entwicklung von Emeline wirkt durchdacht und in Anbetracht ihrer ganz persönlichen Geheimnisse lassen sich manche ihrer Handlungen im Verlauf der Geschichte besser nachvollziehen. Generell empfand ich das dargestellte Frauenbild des späten 19. Jahrhunderts als authentisch. Die übrigen Charaktere wirken hingegen wenig vielschichtig und in ihren Handlungen oft vorhersehbar, was sich wiederum auf den Spannungsbogen auswirkt. In vielen Aspekten ist die ganze Geschichte sehr vorhersehbar. Die Geschichte selbst hat einen eher ruhigen Erzählton, der natürlich die Atmosphäre noch intensiver einfängt. Dennoch hätte ich mir an einigen Stellen einfach mehr Spannung, mehr Gruselelemente gewünscht. Fazit: Für Einsteiger in die Gothic Romane und Schauerromane eine Empfehlung. Sofern man sich mit einem eher ruhigen Erzählstil anfreunden kann, bekommt man hier einen atmosphärisch sehr dichten Roman.













