10. Feb.
Rating:4

Ein gelungener zweiter Band…🦷🩸 Auch der 2. Band der Reihe um Rieker & Ahrens hat mich gut unterhalten. Zwar konnte mich das Buch nicht ganz so in seinen Bann ziehen wie der erste Band, trotzdem ist diese Reihe empfehlenswert für jeden der viktorianische Krimis mag… Werde die Reihe auf jeden Fall weiter verfolgen…

Die Farbe des Bösen
Die Farbe des Bösenby Ralf H. DorweilerGoldmann
30. Dez.
Rating:4

Atmosphärischer Historienkrimi: Hamburgs Arbeiterbewegung als starke Kulisse, kluger Aufbau und ein Cliffhanger, der Lust auf mehr macht.

„Dieses Buch riecht nach Farbe, Angst und Aufbruch.“ Die Farbe des Bösen überzeugt weniger durch vordergründige Brutalität als durch seine Atmosphäre. Dorweiler verankert seinen Kriminalfall in einem historischen Setting, das nicht bloß Kulisse ist, sondern erzählerische Substanz: Hamburg zur Zeit der aufkeimenden Arbeiterbewegung, überschattet von den Sozialistengesetzen, Misstrauen, staatlicher Repression und sozialer Spannung. Man spürt auf nahezu jeder Seite, dass hier eine Stadt erzählt wird, die brodelt – politisch wie menschlich. Gerade diese historische Verortung ist eine der großen Stärken des Romans. Dorweiler gelingt es, die gesellschaftlichen Umbrüche des späten 19. Jahrhunderts organisch in den Plot einzuweben, ohne belehrend zu wirken. Klassenunterschiede, politische Ideologien und soziale Unsicherheit sind nicht erklärtes Thema, sondern Hintergrundrauschen – und genau deshalb so wirksam. Das Verbrechen steht nie isoliert da, sondern ist Symptom einer Zeit, die selbst aus den Fugen geraten ist. Die beiden Protagonisten Rieker und Ahrens tragen den Roman solide, auch wenn ihre Figuren noch nicht vollständig ausgeleuchtet sind. Genau hier liegt allerdings ein bewusst gesetzter Reiz: Dorweiler deutet an, legt Spuren, lässt Brüche sichtbar werden, ohne alles aufzulösen. Besonders der Cliffhanger am Ende funktioniert hervorragend – nicht als billiger Effekt, sondern als Einladung, tiefer in diese Figuren einzusteigen. Man will wissen, wie es weitergeht. Und man ahnt, dass da noch mehr unter der Oberfläche liegt. Sprachlich bleibt der Roman klar, zugänglich und atmosphärisch dicht. Die Spannung entwickelt sich eher schleichend als explosiv, was nicht jedem Leser gefallen wird, dem Buch aber gut steht. Die Farbe des Bösen ist kein reißerischer Pageturner, sondern ein historischer Kriminalroman mit Ambition und Haltung. Fazit: Ein stimmungsvoller, klug kontextualisierter Krimi, der besonders durch sein historisches Setting überzeugt und mit einem starken Ende neugierig auf mehr macht. Kein Meisterwerk – aber ein sehr solides, gut komponiertes Fundament für das, was mit Rieker und Ahrens noch kommen darf. 🔖 Für Leser, die… …historische Krimis mit gesellschaftlichem Unterbau schätzen. …Hamburg nicht nur als Ort, sondern als Zeitgefühl erleben wollen. …Serienanfänge mögen, die bewusst Raum für Entwicklung lassen. ⭐ Meine Zeile zum Buch: „Manchmal ist das Böse nicht laut – sondern gut organisiert.“

Die Farbe des Bösen
Die Farbe des Bösenby Ralf H. DorweilerGoldmann
27. Dez.
Rating:4.5

In diesem Buch ist der Name Programm

Die Farbe des Bösen war mein erstes Buch von Ralf H. Dornweiler, jedoch definitiv nicht mein letztes. Der Schreibstil war so schön bildlich, dass ich das Gefühl hatte, ich stecke mitten im Hamburg aus 1887 und bin live beim Lösen des Falls dabei. Von Anfang an war die Stimmung der Geschichte etwas düster und ich habe zu jedem Moment das verregnete Hamburg vor meinen Augen gehabt. Der Fall zu Beginn, der allein schon spektakulär erscheint, entwickelt sich zu einem viel größeren Dilemma, als es zunächst den Anschein macht. Mit jeder neuen Entdeckung wurde ich weiter in die Geschehnisse hineingezogen und wollte unbedingt wissen, wer denn nun die Täter sind und wieso das erste gefundene Opfer so zugerichtet wurde. Die gesamte Atmosphäre war wirklich toll und durch die gute Recherche des Autors sehr lebhaft. Die Methoden, mit denen damals gearbeitet wurde, waren noch viel einfacher als die heutigen und doch schon so effektiv. Mir hat die Darstellung der chemischen Nachweisverfahren sehr gut gefallen und ich konnte beim Lesen etwas Neues über die damalige Zeit lernen. Während der Ermittlungen von Rieker führen alle Wege immer wieder zu Echtzahn-Implantaten. Bei diesem Thema wusste ich jedes Mal nicht wirklich, ob ich die Details dazu abstoßend oder interessant finden soll. Wahrscheinlich war es immer ein Mix aus beidem. Aber die Vorstellung, dass sich Menschen fremde Zähne in ihre Lücken setzen lassen.... spannend war es jedoch auf jeden Fall. Die beiden Protagonisten waren mir sehr sympathisch und vor allem Johanna konnte ich sehr gut verstehen. Sie will aus den Ketten, die zu der damaligen Zeit die Frauen auferlegt wurden, ausbrechen und ihr eigenes Ding machen. Brav zu Hause sitzen und einen Ehemann suchen, kann ja jede andere machen, aber nicht Johanna. Sie sucht das Abenteuer und verliebt sich dabei Hals über Kopf in einen Sozialisten. Ob das gut ausgehen wird? Das lest ihr am besten selbst. Und auch was es mit dem Fall rund um Echtzähne und Böse Farben auf sich hat - findet es selbst heraus. Es lohnt sich!

Die Farbe des Bösen
Die Farbe des Bösenby Ralf H. DorweilerGoldmann
25. Dez.
Rating:5

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite

Die Farbe ded Bösen ist der zweite Fall für Hermann Rieker und Johanna Ahrens. Band 1 habe ich nicht gelesen, was der Geschichte aber keinen Abbruch getan hat. Da es dennoch eine gemeinsame Vorgeschichte zu geben scheint, würde ich anderen Lesern raten, mit Band 1 zu starten. Die Geschichte spielt im Jahr 1887, wo sich die Richterstochter Johanna Ahrens in den Sozialisten Jan verliebt. Bei einer Protestaktion sieht sie, wie 2 Männer in der Nähe einer Tapetenfabrik eine Leiche aus einem Gebäude tragen und wendet sich an Criminalcommissar Rieker. Dieser nimmt sich den Fall an, kann aber keine Hinweise entdecken. Dennoch wird er skeptisch, als unweit der Fabrik eine übel zugerichtete Leiche entdeckt wird. Währenddessen beschliesst Johanna auf eigene Faust in der Tapetenfabrik zu ermitteln. Mein Fazit: Mein erstes Buch von Herr Dorweiler und ich bin sofort von seinem atmosphärischen und spannenden Schreibstil überzeugt. Die Story ist von Anfang bis Ende spannend und wird von einer düsteren Grundstimmung begleitet. Der Fall selbst ist so viel größer, als ich es anfangs vermutet hätte und bringt die eine oder andere Wendung mit sich. Auch das historische Setting , sowie die damals praktizierten Methoden kommen gut recherchiert und detailiert rüber. Johannas und Riekerd Ermittlungen gestalten sich authentisch und spannend, auch wenn Johanna dazu neigt, andere mit ihrem Handeln in Gefahr zu bringen, während Rieker immer auf Nummer sicher geht - das macht das Duo erst so interessant. Was es mit der Farbe des Bösen auf sich hat, erschließt sich im Verlauf richtig gut und führt vor Augen, wie gut der grüne Schriftzug gewählt wurde. Der Cliffhanger verrät, dass die Arbeit für Rieker noch nicht zu Ende ist. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Für alle, die Lust auf einen sehr weitgreifenden Fall, mit historischem Setting und Spannung haben eine absolute Leseempfehlung.

Die Farbe des Bösen
Die Farbe des Bösenby Ralf H. DorweilerGoldmann
23. Dez.
Rating:5

Spannend von Anfang bis Ende

Wir tauchen erneut in das Hamburg des 19. Jahrhunderts ein und begleiten Johanna und Hermann bei den Ermittlungen in einem äußerst spannenden Fall. Johanna, die im ersten Teil heimlich arme Frauen im Gängeviertel unterrichtet hat, darf dort nicht mehr arbeiten. Ihr Vater, der Richter Ahrens, hat eine Lehrkraft eingestellt. Aber natürlich bleibt Johanna jetzt nicht brav zu Hause, sie hat sich in den Sozialisten Jan verliebt und will weiter etwas für die untersten Schichten tun. Während einer Protestaktion vor einer Tapetenfabrik beobachtet sie, wie zwei Männer etwas tragen, das wie eine eingewickelte Leiche aussieht. Sie informiert Criminalcommissar Herman Rieker, der aber erst einmal nichts findet. Dann wird allerdings in der Nähe ein Toter entdeckt, der schrecklich gefoltert wurde. Dieser Fund ist allerdings erst der Anfang… Ralf H. Dorweiler gelingt es, Geschichte lebendig werden zu lassen. Ich hatte in vielen Szenen das Gefühl, vor Ort zu sein – was nicht immer schön war… Nicht nur der Kriminalfall selbst hat mich ziemlich mitgenommen. Bei der Darstellung der sozialen Unterschiede, der vielen Ungerechtigkeiten und vor allem der fehlenden Rechte der Frauen wurde ich beim Lesen oft wütend. Während im ersten Buch das Herz im Mittelpunkt stand, sind es in diesem Teil die Zähne. Ich war von den Details zu diesem Thema gleichermaßen fasziniert wie abgestoßen. Ich lese sehr gerne historische Krimis. Besonders gefällt mir, wenn ich als Leserin spüre, dass sich die Autorin oder der Autor intensiv mit der Materie auseinandergesetzt und gründlich recherchiert hat. Das ist hier definitiv der Fall! Der Schreibstil ist flüssig und der Spannungsbogen so gut, dass ich von Anfang bis Ende voll dabei war. Schon im ersten Teil mochte ich die Hauptfiguren Johanna und Hermann. Vor allem Johanna, die rebellische Richtertochter, die es immer wieder schafft, aus dem behüteten Leben zu fliehen. Das hat auch Konsequenzen für andere, was ich sehr realistisch fand. Ich bin jetzt schon sehr gespannt auf den nächsten Teil! Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne gut recherchierte historische Kriminalromane lesen.

Die Farbe des Bösen
Die Farbe des Bösenby Ralf H. DorweilerGoldmann