
Herzgrab und Herzfluch von Andreas Gruber. Für mich 2 Geschichten, die sich komplett ineinander fügen!
Herzgrab und Herzfluch von Andreas Gruber. Zwischen dem Erscheinen der Bücher liegen Jahre, zwischen den Geschichten mehr als 1.500 Kilometer – und doch erscheinen sie wie zwei Kapitel eines einzigen, fortgeschriebenen Geschehens. Ich habe beide Bücher kurz hintereinander gelesen – und im Rückblick bin ich fast dankbar, Herzgrab nicht früher zur Hand genommen zu haben. Vielleicht hätte mir sonst jener besondere Zugang zu Herzfluch gefehlt, der sich erst so ergeben hat. Im Zentrum beider Romane steht das ungleiche Ermittlerduo Peter Gerink (Schlanbershirt, alte Jeans und Turnschuhe) und Dino Scatozza (Designeranzug und handgenähte Lederschuhe), Entführungsspezialisten des BKA Wien, flankiert von der Privatdetektivin Elena Gerink, Peters Ehefrau. Zunächst erhält Elena den Auftrag nach einer vermissten Person zu suchen. Etwa zeitgleich übernehmen die beiden BKA-Ermittler einen neuen Fall. Beide Fälle scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, doch nach und nach treten Verbindungen zutage, bis sichtbar wird, dass die Fälle auf subtile Weise miteinander verwoben sind. Beide Romane setzen mit spürbarer Spannung ein und ziehen einen rasch in ihr Geschehen hinein. Dann jedoch verliert die Erzählung für mein Empfinden vorübergehend an Schärfe und dümpelt so vor sich hin. Ich fragte mich, wann sich jener für Gruber so charakteristische Schreibstil zeigte, mit dem er die schrecklichsten Verbrechen fast schon zelebriert. Am Ende blieb diese Erwartung nicht unerfüllt: Etwa ab der Mitte gewinnt die Handlung deutlich an Fahrt und entwickelt stellenweise eine extrem spannende fast schon nervenaufreibende Intensität. Thriller-Leserinnen und -Leser kommen hier durchaus auf ihre Kosten. Andreas Gruber schafft es mal wieder Unvorstellbares vorstellbar zu machen. Die Erzählungen sind definitiv nichts für schwache Nerven. Auch wenn sich mir recht früh erschloss, welche Figuren als Täterinnen oder Täter infrage kamen, riss der Spannungsbogen nach der Flaute in der Mitte nicht mehr ab. Elena, Peter und Dino sind mir bislang zwar nicht in dem Maße ans Herz gewachsen wie Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez, doch jede Fortsetzung der „Herz“-Reihe würde ich dennoch mit großem Interesse lesen.






























































