
Das (vorerst) letzte Plädoyer
Hohes Gericht, werte Geschworene, sehr geehrte Leserschaft, die Zeichen vor diesem Fall stehen von Anfang an auf Abschied. Denn wir befinden uns heute im vermutlich emotionalsten Verfahren dieser gesamten Reihe. Der letzte Fall. Das letzte Plädoyer. Das letzte Mal Eddie Flynn. „Die Komplizin“ beendet zu haben heißt – Stand jetzt – eine Reihe beendet zu haben, die mich wochenlang begleitet hat. Sieben Bände. Sechsmal fünf Sterne. Einmal 4,5. Wenn das nicht mal eine gute Quote ist. Und ehrlich gesagt: Genau darum fällt dieses Urteil heute schwerer als sonst. Denn hier endet nicht einfach nur ein Thriller. Nicht bloß irgendetwas. Hier endet eine Reihe, die es geschafft hat, über sieben Bücher hinweg konstant spannend zu bleiben. Es gibt keinen Band auf den man rückblickend betrachtet hätte verzichten können. So oder so schwer, wo sie doch alle gewissermaßen aufeinander aufbauen. Die Bücher lebten durch die Bank immer von ihrer unglaublichen Spannung. Von Wendungen, die man nicht kommen sieht. Von Fällen, die eskalieren. Von Gerichtsprozessen, die sich lesen, als würde man selbst in der Jury oder im Gerichtssaal oder der Verteidigungsbank sitzen. Sie handeln von unterschiedlichen Themen und Konflikten. Immer authentisch, immer ein durchgedrücktes Gaspedal. Plottwists, Cliffhänger, Höhen und Tiefen, Freud und Leid, Abschiede und neue Figuren - ein Träumchen für jede spannungsliebende Person dort draußen. Vor allem aber lebte diese Reihe von ihren Figuren. Wir haben so viele wiederkehrende Charaktere bekommen, dass sich diese Bücher irgendwann nicht mehr wie einzelne Fälle angefühlt haben, sondern wie ein großes Ganzes, ein Dazugehörigketsgefühl, wo man jeden irgendwie ins Herz schließt. Und ja: Man kann und man wird sie alle lieben. Gerade Eddie. Wie er sich entwickelt. Wie er in den ersten Bänden noch ganz anders auftritt und zu einer Figur heranwächst, die jeder in seinem Leben braucht. Als Anwalt. Als Freund. Jeder sollte einen Eddie in seinem Leben haben. Besonders in den späteren Bänden bemerkt man außerdem die vielen POVs. Was im ersten Band noch nicht der Fall war, hat sich in den letzten Büchern komplett etabliert. Mehr Perspektiven. Mehr Einblicke. Mehr Spannung. Und genau das hat die Reihe noch lebendiger gemacht. Auch dieser 7. Band glänzt mit herausragenden Perspektivwechslen. Wichtig ist aber auch: Diese Bücher lassen sich nur zum Teil unabhängig voneinander lesen. In jedem Band wird etwas aus älteren Fällen aufgegriffen. Figuren entwickeln sich weiter. Beziehungen verändern sich. Wir verabschieden manche Figuren für immer. Deshalb ganz klar mein Rat an alle, die diese Reihe noch nicht begonnen haben: Tut euch den Gefallen und fangt bei Band 1 an. Vertraut mir. Es lohnt sich. Und jetzt? Jetzt endet diese verdammt gute Reihe erstmal. Natürlich freue ich mich darauf, dass im Januar ein neuer Band erscheint. Der Abschied fühlt sich dadurch eher wie ein „Bis bald“ als wie ein „Paris, Athen, auf Wiedersehen“ an. Das wäre eh maßlos gelogen, wo die Bücher doch in New York spielen. Trotzdem bleibt dieses Gefühl, etwas Großes abgeschlossen zu haben. Etwas Besonderes. Und weil die Zeichen ohnehin auf Abschied stehen, verabschieden wir heute auch meinen treuen Wegbegleiter – den Hund-Anwalt aus meinen Bildern zu dieser Reihe, der mir für alle 7 Bände als „Model“ zur Verfügung stand. Keine Sorge: Toffi ist weiterhin quietschlebendig. Er steht schon in vielen Bildern parat, die nur darauf warten, in irgendein passendes Ambiete hinein Gechat-GPT-iert zu werden. Ab heute wird es Zeit, dass er andere Rollen bekommt. Wir dürfen gespannt sein, was als Nächstes kommen wird. Das Verfahren ist beendet. Endgültig. Endgültig und leider. Ich werde diese Reihe wirklich vermissen.


























































