27. Dez.
Rating:4

Lang, lang ist's her, dass ich das letzte Mal einen Psychothriller gelesen habe. Und noch länger, dass ich einen Psychothriller gelesen habe, den ich auch wirklich spannend fand. "Sterbetag" ist aber endlich wieder ein Thriller, den ich so schnell nicht mehr aus der Hand legen konnte. Was aber nicht heißt, dass es nicht einige Schwächen gab. Aber ob die wirklich so schlimm waren? Nun, wir werden sehen! In diesem Buch geht es um Lisa. Wie im Klappentext schon steht, wurde sie von Menschenhändlern entführt, damit man ihr den ungeborenen Sohn wegnehmen kann. Nun, aber Lisa ist nicht einfach nur ein Opfer, das sich vor Angst nicht mehr rühren kann. Ganz im Gegenteil. Denn sie hat keine Gefühle. Oder besser: Sie kann Gefühle einfach ausschalten, wenn sie gerade störend sind. Und das ist in dieser Situation natürlich ein ziemlicher Vorteil. Denn so kann sie ihre Entführer töten, als sie gerade unaufmerksam sind. Nun sind fast zwanzig Jahre vergangen, doch natürlich wird Lisas Leben noch immer von der Entführung geprägt. Denn sie hat nur ein Ziel: Die vollkommene Zerstörung dieses Verbrecherrings. Lisa war mir nicht wirklich sympathisch, doch ich denke auch nicht, dass das gewollt war. Sie kam mir irgendwie wie eine Art Psychopathin vor, auf jeden Fall zumindest wie jemand, der keine Scheu vor Gewalt hat, ihre Welt ganz anders wahrnimmt als ich und immer ihren Willen bekommt, egal wie unwahrscheinlich es scheint. Und genau das machte es so spannend, ihr zu folgen. Lisa ist absolut unvorhersehbar und deswegen ist die fehlende Sympathie zumindest meiner Meinung nach egal. Die Geschichte ließ mir keine einzige ruhige Sekunde. Immer wurde irgendwo geschossen, jemand wurde verätzt oder verbrannt oder verprügelt. Und wenn das alles im Moment gerade nicht zutrifft, dann befindet sich unsere Protagonistin gerade auf der Flucht, um nicht wieder angeschossen, verätzt, verbrannt, verprügelt ... zu werden. Geprägt ist die gesamte Handlung natürlich sehr von Lisas ungewöhnlicher Art zu denken. Lisa könnte im Kugelhagel stehen und würde wohl immer noch keine Panik bekommen. Scheinbar unlogische Reaktionen werden so zu einem Bestandteil in ihrem (sehr riskanten) Masterplan und ich als Leserin konnte mir nur die Haare raufen, auch wenn ihre Überlegungen durchaus Sinn machen. Stellenweise war mir Lisas unglaublich logisches und rationales Denken und Handeln fast schon ein bisschen zu viel. Versteht mich nicht falsch, das Buch war trotzdem total spannend. Mein Fazit? Super spannender Thriller. Hat mir einige sehr spannende Stunden beschert, deswegen kann ich ihn euch auch weiterempfehlen.

Sterbetag
Sterbetagby Shannon KirkGoldmann