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Als ich dieses Buch völlig unerwartet per Post bekam, ist mir als Erstes das phantastische Cover ins Auge gesprungen. Eigentlich las ich zu diesem Zeitpunkt noch ein anderes Buch, aber »Die Schuld einer Mutter« hat so sehr danach geschrien gelesen zu werden, dass ich es doch sofort zur Hand nehmen und das andere zur Seite legen musste. Der Schreibstil hat mich sofort gefesselt, die Cliffhanger, mit denen die Kapitel oftmals enden - teilweise sogar mit anschließendem Szenenwechsel -, ließen mich das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Die Handlung ist vor allem zu Beginn sehr dicht und die Stimmung einfach unglaublich. Zwischenzeitlich flaut das zwar etwas ab, dennoch blieb die Neugier bestehen, was mit Lucinda, dem verschwundenen Mädchen, passiert ist. Zum Schluss wird mehr als nur ein Geheimnis aufgedeckt und die gesamte Handlung bekommt ein völlig neues Gesicht. Die Handlung an sich wird aus zwei, genauer gesagt sogar aus drei Sichtweisen geschrieben. Zum einen in der Ich-Form aus der Sicht von Lisa, der alle, einschließlich sie selbst, die Schuld an Lucindas Verschwinden geben. Zum anderen aus der Sicht von Joanne, die als Polizistin die Ermittlungen leitet. Ihre Kapitel sind in der Erzählerform geschrieben. Genauso die kurzen Passagen zwischen den Kapiteln, die bruchstückhaftes Handeln des Entführers widergeben. Alles in allem hat mir dieses Buch - oder das Debüt muss man ja in diesem Fall sagen - wirklich sehr gut gefallen und ich bin schon total gespannt auf weitere Bücher dieser Autorin.
Das Buch an sich hat mir gefallen, aber leider fehlte mir über weite Strecken die Spannung. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen und man kam schnell voran. Die Charaktere haben alle ihre Eigenheiten: Lisa ist ihrem Familien- und Arbeitsleben völlig überlastet und überfordert. Dies zeigt sich gleich im ersten Kapitel. Ihr Ehemann Joe ist der liebe Kerl, der keiner Fliege etwas zu Leide tut. Kate macht den Eindruck der perfekten Mutter, bei der alles durchorganisiert ist und nichts schief geht. Ihre Schwester Alexa ist das Biest der Geschichte. Die restlichen Charaktere bleiben weitesgehend blass. Wie schon erwähnt fehlte mir die Spannung im Buch, stattdessen hielt sich die Handlung mit unnötigen Details auf. Muss man seitenlang beschreiben, wie Lisa die Tiere im Tierheim füttert und in Wohnungen einsammelt oder dass sich die Polizistin Joann die Brüste verkleinern lassen will. Die Einschübe aus der Sicht des Täters fand ich sehr interessant. Leider hat sich die Story für mich in eine Richtung entwickelt, die man zwar so nicht erwartet hat, aber letztendlich doch eher simple gestrickt war.


