Die Geschichte der "Helena von Wales" Nesta ferch Rhys. Die Geschichte vom Wales im Jahr 1093 wird lebendig.
Die Tochter des letzten Königs von Sabrina Qunaj hat mich auf eine Weise überrascht, mit der ich nicht gerechnet hätte – denn eigentlich greife ich eher selten zu historischen Romanen. Doch dieses Buch hat es geschafft, mich von Anfang an in seine Welt hineinzuziehen. Die Geschichte bleibt durchgehend interessant, selbst wenn sich einzelne Passagen etwas langsamer entfalten. Diese ruhigeren Momente werden durch größere Zeitsprünge immer wieder ausgeglichen, wodurch ein angenehmer Lesefluss entsteht. Besonders spannend ist, dass der Roman auf dem Leben von Nesta ferch Rhys basiert. Diese Verbindung zur realen Geschichte verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe, während fiktionale Elemente das Ganze lebendig und greifbar machen. Auch der Fokus der Erzählung hat mir sehr gefallen: Statt sich in unwichtigen Details zu verlieren, konzentriert sich die Geschichte auf zentrale Entwicklungen und bedeutende Momente. Dadurch wirkt sie klar, intensiv und gleichzeitig vielschichtig. Ein weiteres Highlight ist die wiederkehrende Symbolik – allen voran der Rotmilan (gilt als inoffizieller Nationalvogel in Mittelwales/Powys), der als Sinnbild für Hoffnung und Freiheit dient und sich immer wieder durch die Geschichte zieht. Für mich eine unerwartet fesselnde Lektüre, die zeigt, wie packend historische Stoffe sein können – selbst für Leser, die sonst wenig Berührungspunkte mit diesem Genre haben. Ich bin definitiv gespannt auf den nächsten Band.




