18. Juli
Rating:4

Kurzbeschreibung: Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt... *Quelle* Zur Autorin: Stefanie Kasper stammt aus Peiting im Bayerischen Oberland und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen im Ostallgäu. Gleich mit ihrem ersten Roman, Die Tochter der Seherin, gelang ihr ein großer Erfolg, dem viele weitere folgten. Meinung: Oberbayern im 19. Jahrhundert: Die junge Rosalie wächst in einem Waisenhaus auf, denn sie wurde von ihren leiblichen Eltern ausgesetzt, da sie ein Albino ist. Dieses Anderssein macht sie zur Außenseiterin, denn sie ist den Mitmenschen aufgrund ihres fast weißen Haars und ihren rötlich schimmernden Augen unheimlich. Durch ihre verstörenden Zeichnungen von Tod und Verderben wird sie von den anderen Kindern und auch den Erziehern gemieden. Nach ihrem Heimaufenthalt geht sie nach Schongau, wo sie eine Anstellung als Beiköchin im hiesigen Waisenhaus antritt. Dort lernt sie den Bauern Romar kennen, der aus dem entlegenen Dorf Haberatshofen stammt, einer kleinen Gemeinde mitten im Wald, von der Außenwelt regelrecht abgeschottet. Sie verliebt sich in ihn und die beiden heiraten alsbald. Im Dorf wird Rosalie zunächst freundlich aufgenommen und findet in Romars Cousine Sara eine Freundin. Doch schon bald mehren sich unheimliche Vorkommnisse in Haberatshofen, die Rosalie an der Gemeinschaft und auch an ihrem Ehemann zweifeln lässt. Was hat dieses Dorf zu verbergen? Stefanie Kasper hat mit Das verlorene Dorf einen stimmungsvoll-atmosphärischen Roman verfasst, der eine Mischung aus historischem Kriminalroman mit Mystery-Anteilen darstellt. Die Protagonistin Rosalie ist seit ihrer Kindheit eine Außenseiterin, vor der viele Menschen in ihrem Umfeld Angst haben, denn als Albino wird sie als eine Art Monstrosität angesehen. Ihre Krankheit ist im 19. Jahrhundert noch so gut wie unbekannt und sie wird als Nachtmensch bezeichnet. Als sie sich in Romar verliebt und er ihr einen Heiratsantrag macht, fühlt sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich und hört nicht auf die Warnungen, die ihr die Köchin Cäcilia mit auf den Weg gibt. So muss Rosalie erfahren, dass die zunächst sehr freundlichen Haberatshofener mehr mit ihr im Sinn haben, als sie nur als Ehefrau von Romar in ihrer kleinen Gemeinde willkommen zu heißen. Die Nebencharaktere wie Romar, seine Cousine Sara, mit der sich Rosalie schnell anfreundet und auch die anderen Dorfbewohner sind von Anfang an mysteriös und der Leser merkt schnell, dass sich hinter ihrer Maske der Freundlichkeit viel mehr verbirgt. Stefanie Kasper erzählt die Geschichte von Rosalie sehr stimmungsvoll und atmosphärisch. Über der ganzen Geschichte hängt eine Wolke aus Düsternis und es geschehen Dinge, bei denen man rätselt, ob sie nun wirklich passieren oder ob sich Rosalie manches nur einbildet. Anfangs braucht man ein wenig Geduld, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, doch ab der Stelle, als Rosalie mit Romar nach Haberatshofen geht, wird es spannend und die unheilvollen Geschehnisse nehmen ihren Lauf. Zwar stößt man relativ schnell auf das Geheimnis der kleinen Dorfgemeinschaft, doch dies tut der Handlung nur wenig Abbruch. Interessant zu erfahren war, dass es eine alte Legende gibt, die sich um die Weiße Frau im Sachsenrieder Forst dreht und das Dorf Haberatshofen im 19. Jahrhundert wirklich existiert hat, von seinen Bewohnern allerdings verlassen wurde und in Vergessenheit geriet. Dies belegen 2 Fotografien im Anschluss an die Geschichte. Fazit: Das verlorene Dorf ist eine Mischung aus historischem Kriminalroman mit einem Mystery-Anteil, der viel vom Aberglauben der damaligen Zeit lebt und gelungen Fiktives mit einer ehemals real existierenden Gemeinschaft verbindet.

Das verlorene Dorf
Das verlorene Dorfby Stefanie KasperGoldmann
28. Jan.
Rating:5

Mein Fazit: Das Buch hat mir größte Lesefreude bereitet. Ich bin absolut begeistert. Düstere Stimmung, alte Legenden, traumhafte Bergkulisse, bezaubernd erzählt – eine absolute Leseempfehlung. Inhalt: Oberbayern 1843: Als sich die junge Waise Rosalie in den Bauern Romar verliebt, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch die Waisenhausvorsteherin warnt Rosalie vor dieser Ehe und macht sonderbare Andeutungen. Rosalie heiratet Romar dennoch und folgt ihm in sein Heimatdorf, das tief im Wald verborgen liegt. Eines Nachts hört Rosalie ein Neugeborenes weinen, das am nächsten Tag als angebliche Totgeburt begraben wird. Dann kommt eine junge Frau, mit der Rosalie sich angefreundet hat, auf mysteriöse Weise zu Tode. Rosalie wird bald bewusst, dass in Romars Dorf nichts ist, wie es scheint – und dass auch sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt ... (Klappentext) Dazu eine kleine Anmerkung, auf meinem Buch steht Ostallgäu 1844?! Meine Meinung: Die Legende eines verlassenen Dorfes. Die Geschichte beginnt wie eine perfekte Erzählung einer solchen Legende. Die ersten Seiten zogen mich bereits in den Bann, geheimnisvoll und düster. Rosalies Leben war nicht einfach, ausgestoßen und verlassen lebt sie als Kind im Waisenhaus. All das erzählt in einer wunderbar bildlichen Kulisse. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Traumhafte Wälder, düstere Nächte, beängstigende Geräusche - die Autorin entführt in eine faszinierende Welt die einem die Gänsehaut über den Rücken jagt. Haberatshofen verschluckte mich wie es Rosalie verschluckte. Ich hatte schnell eine Ahnung was in dem Dorf vorging, doch war es so undenkbar das ich es quasi nicht zu denken wagte. Eine bedrückende Stimmung ließ das ganze Buch über nicht von mir ab, doch zog mich die Geschichte magisch an. Die Menschen des Dorfes, beängstigend, Rosalie, fesselnd, Romar, undurchsichtig und Sara, freundlich. Nichts ist wie es scheint und ich konnte es nicht erwarten die ganze Legende zu kennen. Rosalie liebt Romar. Liebt Romar auch Rosalie? Jeder Protagonist der Geschichte war wahnsinnig gut ausgearbeitet. Sympathisch oder nicht – interessant waren alle. Jedem Strang der Erzählung folgte ich mit Spannung. Besonders Romar hatte es mir angetan, mit seiner Undurchsichtigkeit. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Mitreißend und bildlich. Wahres Kopfkino. Erzählt, hauptsächlich, aus Rosalies Sicht. Ich bin mir sicher dass dies nicht das letzte Buch sein wird das ich von der Autorin lese. Oh mein Gott das Ende, besser hätte es nicht sein können. Gerade wenn man denkt es sei vorbei, nimmt die Geschichte nochmal ein Wendung. Großartig gemacht.

Das verlorene Dorf
Das verlorene Dorfby Stefanie KasperGoldmann
14. Jan.
Rating:2

Ich hatte düstere Mystery erwartet, vielleicht auch mit Twist. Leider war die Geschichte dann doch sehr vorhersehbar und flach. Rosalie ist an Naivität und Dummheit nicht zu überbieten, wirklich. Eine ziemlich anstrengende Protagonistin. Romar war einfach nur feige und viel zu alt für sie. Creepy waren auch die Sexszenen, die zwar nur angedeutet wurden, aber dennoch so eintönig daher kamen. Romar ist der Mann, er macht, er begattet sie, er besteigt sie, er nimmt sie. Rosalie ist die Frau, sie lässt es geschehen, wirkt passiv und schwach. Ich war mir nicht mal sicher, ob sie das alles überhaupt will oder nur ihren Pflichten nachkommt. Enthusiasmus sucht man hier vergeblich. An manchen Stellen hatte ich dann leider auch eher eine sentimentale Liebesgeschichte vor mir, als einen gut durchdachten Plot. Wichtig zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass sich die komplette Story um Schwangerschaften dreht, auch nicht grade mein Thema. Das Geheimnis des Dorfes werden die meisten sicher auch bereits bei Rosalies erstem Besuch dort raushaben. Es hat mir größtenteils also eher nicht gefallen, ich vergebe aber dennoch einen zweiten Stern für die düstere Stimmung.

Das verlorene Dorf
Das verlorene Dorfby Stefanie KasperGoldmann
1. Dez.
Rating:5

Inhalt Rosalie´s Start in das Leben war nicht einfach. Schon als Baby wurde sie ausgesetzt und lebt im Waisenhaus. Das Leben mit den Kindern ist nicht einfach. Rosalie grenzt sich ab und mal verstörende Bilder von Toten. Den Kindern und den Erziehern ist sie unheimlich. Nur Agnes hat die kleine Rosalie lieb. Doch neben diesen Dingen gibt es noch etwas das man über Rosalie wissen sollte. Sie ist ein Absonderling, ein Ding...vielleicht sogar eine Hexe aber alle nennen sie nur den Nachtmenschen. Verachtet und mit der Volljährigkeit dem Waisenhaus verwiesen, heiratet sie Romar. Einen Menschen aus einem kleinen Dorf das nie jemand besucht und die auch selten ihr Dorf verlassen. Rosalie hofft in diesen Mensch - die auch oft für Sonderlinge gehalten werden - Gefährten für ihr Leben zu finden. Doch was sie findet ist grausiger als Alles das sie erwartet hatte. Meine Meinung Mich hat dieses Buch aufgrund des Klappentextes und des Covers angesprochen. Mir gefällt dieser mystische Hauch über dem Wald und den Gebäuden die in den Himmel ragen sehr und es passt - nun nach dem Lesen des Buches - hervorragend zum Inhalt. Rosalie war mir sofort symphatisch. Man lernt sie als Kind kennen, dass anderen Menschen sonderlich und unheimlich erscheint. Sie flüchtet sich in die Einsamkeit ist aber generell eher ein ruhigerer Typ und mal gerne alleine. Andererseits hätte sie gerne eine Familie und vielleicht auch mal Kinder. Ihre Bilder/Zeichnungen sind verstörend und man konnte durchaus verstehen, warum die Erzieherinnen dies nicht guthießen. Hier dachte ich zeitweise das Rosalie das Gruselobjekt des Buches darstellen sollte aber falsch gedacht. Romar ist ein eigenbrötlerischer Typ aus dem Dorf Haberatshofen ganz in der Nähe des Waisenhofes. Rosalie verliebt sich sofort in ihn, da er sie so aktzeptiert wie sie ist. Sie heiraten und ziehen in das Dorf - trotz vieler Warnungen an Rosalie. Romar erschien mir an sich interessant und nett. Trotzdem hatte er was Geheimnisvolles ansich, was sich später im Dorf noch festigte und zur Spannung des Buches betrug. Man hat immer eine Idee oder auch Ahnung im Hinterkopf aber bis zu einem Gewissen Punkt konnte ich nicht erkennen was es nun mit dem Dorf und den Geschichten auf sich hat. Die Umgebung, das Dorf und die Menschen sind alle sehr bildich dargestellt worden. In meinem Kopf lief das Ganze wie ein Film ab. Ich sah das Dorf und den Nebel, den Schnee, die Tiere - einfach Alles und das Alles in einem Hauch von Mystik. Der Schreibstil war flüssig und gut lesbar und für meinen Geschmack gut an das 18. Jahrhundert angespasst. Neben der Geschichte um Rosalie und dem Dorf gibt es ab und an kleine Passagen von einem unbekannten Erzähler. Er berichtet von Unfällen und einer Frau in Weiß zur heutigen Zeit, in der Gegend in der damals Haberatshofen lag. Diese Textpassagen brachten wirklich Gänsehaut! Fazit Ein stimmungsgeladener Mysterythriller der um 1843 spielt und mir wirklich sehr gut gefallen hat. Wer diese Art Romane mag, sollte unbedingt zugreifen!

Das verlorene Dorf
Das verlorene Dorfby Stefanie KasperGoldmann
22. Mai
Rating:5

Inhalt Rosalie´s Start in das Leben war nicht einfach. Schon als Baby wurde sie ausgesetzt und lebt im Waisenhaus. Das Leben mit den Kindern ist nicht einfach. Rosalie grenzt sich ab und mal verstörende Bilder von Toten. Den Kindern und den Erziehern ist sie unheimlich. Nur Agnes hat die kleine Rosalie lieb. Doch neben diesen Dingen gibt es noch etwas das man über Rosalie wissen sollte. Sie ist ein Absonderling, ein Ding...vielleicht sogar eine Hexe aber alle nennen sie nur den Nachtmenschen. Verachtet und mit der Volljährigkeit dem Waisenhaus verwiesen, heiratet sie Romar. Einen Menschen aus einem kleinen Dorf das nie jemand besucht und die auch selten ihr Dorf verlassen. Rosalie hofft in diesen Mensch - die auch oft für Sonderlinge gehalten werden - Gefährten für ihr Leben zu finden. Doch was sie findet ist grausiger als Alles das sie erwartet hatte. Meine Meinung Mich hat dieses Buch aufgrund des Klappentextes und des Covers angesprochen. Mir gefällt dieser mystische Hauch über dem Wald und den Gebäuden die in den Himmel ragen sehr und es passt - nun nach dem Lesen des Buches - hervorragend zum Inhalt. Rosalie war mir sofort symphatisch. Man lernt sie als Kind kennen, dass anderen Menschen sonderlich und unheimlich erscheint. Sie flüchtet sich in die Einsamkeit ist aber generell eher ein ruhigerer Typ und mal gerne alleine. Andererseits hätte sie gerne eine Familie und vielleicht auch mal Kinder. Ihre Bilder/Zeichnungen sind verstörend und man konnte durchaus verstehen, warum die Erzieherinnen dies nicht guthießen. Hier dachte ich zeitweise das Rosalie das Gruselobjekt des Buches darstellen sollte aber falsch gedacht. Romar ist ein eigenbrötlerischer Typ aus dem Dorf Haberatshofen ganz in der Nähe des Waisenhofes. Rosalie verliebt sich sofort in ihn, da er sie so aktzeptiert wie sie ist. Sie heiraten und ziehen in das Dorf - trotz vieler Warnungen an Rosalie. Romar erschien mir an sich interessant und nett. Trotzdem hatte er was Geheimnisvolles ansich, was sich später im Dorf noch festigte und zur Spannung des Buches betrug. Man hat immer eine Idee oder auch Ahnung im Hinterkopf aber bis zu einem Gewissen Punkt konnte ich nicht erkennen was es nun mit dem Dorf und den Geschichten auf sich hat. Die Umgebung, das Dorf und die Menschen sind alle sehr bildich dargestellt worden. In meinem Kopf lief das Ganze wie ein Film ab. Ich sah das Dorf und den Nebel, den Schnee, die Tiere - einfach Alles und das Alles in einem Hauch von Mystik. Der Schreibstil war flüssig und gut lesbar und für meinen Geschmack gut an das 18. Jahrhundert angespasst. Neben der Geschichte um Rosalie und dem Dorf gibt es ab und an kleine Passagen von einem unbekannten Erzähler. Er berichtet von Unfällen und einer Frau in Weiß zur heutigen Zeit, in der Gegend in der damals Haberatshofen lag. Diese Textpassagen brachten wirklich Gänsehaut! Fazit Ein stimmungsgeladener Mysterythriller der um 1843 spielt und mir wirklich sehr gut gefallen hat. Wer diese Art Romane mag, sollte unbedingt zugreifen!

Das verlorene Dorf
Das verlorene Dorfby Stefanie KasperGoldmann
23. Sept.
Rating:3

Das Dorf Haberatshofen im Sachsenrieder Forst gab es wirklich. 1126 wurde es erstmals urkundlich erwähnt, und es ist auch bekannt, dass im Jahr 1809 dort drei Familien lebten, mitsamt Nutzvieh und Pferden. Außer dem Brunnen, ein paar Grabsteinen und den Grundmauern der zerstörten Kapelle erinnert heute jedoch nur noch eine Gedenktafel an die aufgegebene Siedlung. Die Autorin verknüpft in ihrem Roman, den sie im Jahr 1843 angesiedelt hat, das Schicksal dieser drei Familien mit der alten Legende der Weißen Frau - und einer düster-atmosphärischen Geschichte, die das Realistische mit dem Märchenhaften verbindet. Diese Grundidee fand ich sehr interessant, originell und ansprechend! Auch den Schreibstil fand ich großartig: dicht und voller bedrückend wunderschöner Stimmungsbilder. Das Gefühl beim Lesen hat mich an alte Schauergeschichten erinnert, an Legenden wie Sleepy Hollow oder die Geschichten von Edgar Allan Poe. Ich liebe diese Art von angenehmen, "klassischen" Grusel! Am Anfang hat mich das Buch richtig gepackt, und ich habe voller Spannung die Seiten geradezu verschlungen. Es geht um die Waise Rosalie, die ihr ganzes Leben lang eine verhasste Außenseiter war, denn als Albino hat sie weiße Haut und Augen, die in der Sonne rot glühen. In der damaligen Zeit kann sich das niemand erklären, und so gilt sie als Nachtmensch, als Dämonenkind. Deswegen ist sie nur zu bereit, ihrem geliebten Romar in sein Dorf im Wald zu folgen - obwohl es als verflucht verschrien ist und seine Bewohner als bedrohliche Sonderlinge. Warum sollte sie das stören, der doch selber Misstrauen entgegen schlägt? Zum ersten Mal erfährt sie dort Akzeptanz und Liebe, und so verschließt sie zunächst die Augen vor den ominösen und tragischen Ereignissen, und vor der Gefahr, die ihr droht... Leider, leider flaute die Spannung für mich mehr und mehr ab, denn vieles erschien mir einfach zu offensichtlich. Schon bevor ich bei der Hälfte angekommen war, hatte ich mir zusammengereimt, was in diesem Dorf wirklich vor sich geht. Erst störte mich das gar nicht so sehr, weil ich die Geschichte dennoch sehr unterhaltsam fand... Aber ich fand immer schwerer zu glauben, wie blind Rosalie dafür ist, was direkt vor ihren Augen passiert. Mehr als einmal sieht sie Dinge, die sich einfach nicht mit dem erklären lassen, was ihr erzählt wird. Sie wird von verschiedenen Menschen, die überzeugende Argumente vorbringen, eindringlich gewarnt. Sie stellt sich öfter die richtigen Fragen, kommt sogar zu den richtigen Antworten - nur um sich dann alles wieder schön zu reden. Ein ständiges Hin und Her, das ich irgendwann nur noch ermüdend fand, denn Rosalie kam mir eigentlich zu intelligent vor, um sich so täuschen zu lassen. Auch das Ende fand ich eher enttäuschend. Die große Enthüllung war für mich keine Überraschung, und abgesehen davon fand ich es etwas aufgesetzt und unglaubwürdig. Rosalie ist anfangs ein sehr starker Charakter voller interessanter Facetten. Die Autorin beschreibt sie sehr lebendig, und ich fand es einfach, mich in sie hineinzuversetzen. Allerdings wird ihr Potential in meinen Augen ab der Hälfte des Buches immer weniger ausgeschöpft. Die meisten anderen Charaktere, sogar Romar, bleiben eher rätselhaft. Rosalie glaubt sie zu kennen, sogar zu lieben, aber dennoch hatte ich als Leser nie das Gefühl, sie wirklich zu verstehen. Aber das hat mich nicht so sehr gestört, weil es zur Geschichte passt, und zu dieser grundlegenden Stimmung von Mysterium und Gefahr. Rosalie liebt Romar, und dennoch würde ich das Buch nicht als Liebesgeschichte bezeichnen. Diese Liebe ist es schließlich, die Rosalie hineinzieht in der verlorene Dorf, und diese Liebe ist es auch, die Romar zu einem emotional Zerrissenen macht. Mir hat gut gefallen, dass die Autorin auf Kitsch verzichtet, und auch darauf, die Liebe zum Allheilmittel zu machen. Fazit: Im Jahr 1834 wird die junge Rosalie, verhasst und gefürchtet wegen ihres Albinismus, von ihrem frisch angetrauten Mann mitgenommen in sein Dorf im tiefsten Wald: Haberatshofen, über das die finstersten Gerüchte kursieren. Dort findet sie eine Gemeinschaft von Sonderlingen vor, die sie mit offenen Armen empfangen und ihr zum ersten Mal in ihrem Leben Liebe und Akzeptanz schenken. Aber die Dinge sind nicht, wie sie scheinen... Die wunderbar schaurige Atmosphäre und der lebendige Schreibstil haben mich begeistert, und auch die Protagonistin fand ich interessant und vielversprechend. Leider wurde das Buch zunehmend vorhersehbar, und ich fand immer unglaubwürdiger, dass Rosalie nicht versteht, was vor sich geht, obwohl sie immer wieder mit der Nase darauf gestoßen wird.

Das verlorene Dorf
Das verlorene Dorfby Stefanie KasperGoldmann