Außen hui und innen Pfui - so B. Havers erster Eindruck des Internats in dem dieser Fall angesiedelt ist. Und dieser Ausspruch bezieht sich nicht nur auf die Gebäude. Wieder ein sehr intensives Buch der Autorin, aber ein wirklich schrecklicher Fall! Deshalb nur so wenige Sterne. Triggerwarnung! Deswegen war ich immer mal wieder hin- und hergerissen, ob ich weiterlese, doch ich wollte die Auflösung dann doch wissen. Aufgrund des Themas stellt sich die Frage: Muss man solche Bücher lesen? Wie schrecklich ich den Fall finden würde, war mir vorher jedoch nicht klar.
Cooles Buch .
Klassischer Lynley-Krimi
Bin schon lange großer Fan der Lynley und Havers Reihe. Hab erst die neueren Werke gelesen und seit kurzem angefangen die ersten Teile zu lesen. Nach dem ich die ersten Beiden Bände der Reihe zwar sehr spannend, aber etwas langatmig fand, nimmt dieser nach einem etwas zähen Start schnell an Fahrt auf. Die Figuren wirken alle authentisch, die Geschichte hat viele Wendungen und bleibt bis zum Ende spannend. Durch die Verschwiegenheit der Figuren innerhalb des Internats und die verschiedenen möglichen Motive gibt es eine Vielzahl Verdächtiger, die alle samt schlüssige Motive zu haben scheinen. Lynleys Schwierigkeiten aus einer privaten Beziehung zu einem der Verdächtigen objektiv zu ermitteln kennt man zwar aus dem Vorgänger (Keiner werfe den ersten Stein), baut aber schlüssig darauf auf und wiederholt sich nicht eins zu eins. Auch die privaten Nebengeschichten der Ermittler baut weiter aus den Vorgänger-Romanen auf und ist logisch und mitfühlend erzählt. Alles in allem ein sehr guter Lynley-Krimi. Den Stern Abzug gibt’s für den etwas langatmigen Einstieg.

Der Einstieg in diesen Kriminalroman fiel mir alles andere als leicht. Die Erzählweise der Autorin ist sehr speziell und hat mir persönlich das Lesen über weite Strecken erschwert. Gerade in der ersten Hälfte des Buches hatte ich Mühe dranzubleiben – ich habe mich buchstäblich durchgekämpft. Möglicherweise liegt das an dem englischen Erzählstil, der sprachlich und atmosphärisch einiges an Konzentration erfordert. Doch wer durchhält, wird belohnt: Ab etwa der Mitte nimmt die Geschichte spürbar an Fahrt auf. Die Spannung steigt, es ergeben sich komplexe Verstrickungen, und die verschiedenen Handlungsfäden beginnen, sich zu einem stimmigen Ganzen zu verweben. Neben dem eigentlichen Kriminalfall gibt es auch fein angedeutete zwischenmenschliche Beziehungen sowie persönliche Entwicklungen rund um die bekannten Ermittler, was der Geschichte zusätzliche Tiefe verleiht. Insgesamt ein Roman, der Geduld erfordert – aber wer sich auf den Stil von Elizabeth George einlässt, wird mit einer intelligent konstruierten Geschichte belohnt, die besonders in der zweiten Hälfte überzeugt.
Ich mag die Bücher rund um Lynley und Havers sehr! Bin (leider) durcheinander angefangen und nun lese ich die Bücher, wie sie mir in die Hände fallen (was gut funktioniert, es ist nicht zwingend erforderlich die Reihenfolge einzuhalten. Alle Bücher sind in sich abgeschlossen). Besonders hervorheben möchte ich, neben der durchweg spannenden Storyline, dass Elizabeth George es schafft mit wenigen und vor allem gekonnten Worten eine tolle Atmosphäre zu schaffen. Alles ist aufeinander abgestimmt. Side-Stories, der Hauptstrang, die einzelnen Charaktere und ihre Hintergründe. Man erfährt ausreichend genug ein klares Bild zu haben, ohne das ausschweifend schwadroniert wird. Es werden Emotionen geweckt und innerhalb einer halben Seite spürt man, wie schnell einem einzelne Schicksale nahe gehen können. Ich habe da Buch gerne gelesen und freue mich auf jedes weitere!
Ein spannender Krimi, der es wirklich bis zum Schluss schafft, die Auflösung hinzuhalten. Keine leichte Kost thematisch. Zu manchen Handlungssträngen hätte ich gern mehr erfahren.





