
Traumlande, Cliffhanger und der (vorläufige) Abschied
Im dritten und „letzten“ Band der Reihe verschlägt es Johannes Cabal und seine Mitstreiter in die Traumlande – und ich muss sagen: das Setting im Lovecraft-Stil hat mich sofort gepackt. Atmosphärisch dicht, voller skurriler Wendungen und mit genau dem Humor, der schon die vorherigen Bände ausgezeichnet hat. Diesmal stimmt für mich fast alles: Der Spannungsbogen hält bis zum Ende, es gibt immer wieder überraschende Ereignisse, und Howards Schreibstil ist einmal mehr absolut auf den Punkt. Tatsächlich würde ich sogar behaupten, dass dieser dritte Teil der bislang beste Band ist – zumindest von denen, die bisher auf Deutsch erschienen sind. Und genau da liegt für mich auch der Wermutstropfen: Die deutsche Ausgabe endet hier, mit einem Cliffhanger, der sehr deutlich macht, dass Cabals Abenteuer noch längst nicht vorbei sind. Im Original gibt es insgesamt fünf Bände, doch ob die fehlenden Teile je ins Deutsche übersetzt werden, ist bislang unklar. So bleibt es also ein etwas unbefriedigender Abschied – der kein richtiger Abschied ist. Aber eines ist sicher: Johannes Cabal wächst einem trotz (oder gerade wegen) seiner makabren Eigenheiten als Antiheld ans Herz. Für Fans von Terry Pratchett ist diese Reihe ohnehin eine Empfehlung wert – vielleicht sogar noch bissiger und spitzer geschrieben. Und auch wenn es schade ist, hier im Deutschen innehalten zu müssen, steht für mich fest: Notfalls begleite ich Cabal eben im englischen Original weiter. Er ist es wert.
