1. Sept.
Politkrimi in den Wolken, mit morbidem Witz
Rating:4.5

Politkrimi in den Wolken, mit morbidem Witz

Auch im zweiten Teil hat mich Jonathan L. Howards Stil wieder köstlich unterhalten. Diesmal verschlägt es Johannes Cabal ins kleine Kaiserreich Mirkarvien – allerdings bleibt er dort nicht lange. Nach der gelungenen, aber ebenso absurden Wiederbelebung des Kaisers (gefolgt vom viel zu schnellen Ableben einer meiner liebsten Figuren) beginnt eine rasante Flucht, die den Totenbeschwörer in einen irrwitzigen Politkrimi hoch über den Wolken katapultiert. Die Mischung hat für mich wunderbar funktioniert: Intrigen, überraschende Plottwists und Cabals gewohnt eigenwillige Art, Probleme zu lösen, machten das Ganze herrlich unvorhersehbar. Besonders schön fand ich das Wiedersehen mit einem bekannten Gesicht aus dem ersten Teil. Zwar entgehen einem ohne Vorwissen sicher ein paar Anspielungen, doch grundsätzlich lässt sich das Buch auch gut ohne Kenntnis des Vorgängers lesen. Allerdings muss ich gestehen: Diesmal schlichen sich auch ein paar Längen ein. Stellenweise zog sich die Handlung so, dass ich kurz die Lust verlor, ehe es mit einem neuen Twist wieder spannend wurde. Deshalb gibt’s von mir diesmal nicht die volle Punktzahl – auch wenn der Lesespaß insgesamt klar überwog. Fazit: Ein ungewöhnlicher Politkrimi mit Fantasy-Touch, schwarzem Humor und einem Protagonisten, der immer noch zwischen Genie und Katastrophe balanciert. Kein perfekter, aber ein sehr unterhaltsamer zweiter Akt, der mich neugierig auf das große Finale macht.

Ein Fall für Johannes Cabal - Totenbeschwörer
Ein Fall für Johannes Cabal - Totenbeschwörerby Jonathan L. HowardGoldmann